Paula Fürstenberg Familie der geflügelten Tiger

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Inhaltsangabe zu „Familie der geflügelten Tiger“ von Paula Fürstenberg

Schon als Kind hatte Johanna eine Vorliebe für Landkarten, die die Welt überschaubar machten und zugleich die Fantasie anregten. Nach dem Abitur ist sie aus der Uckermark nach Berlin gezogen, wo sie zum Ärger ihrer Mutter eine Ausbildung zur Straßenbahnfahrerin macht, anstatt zu studieren. Mit Reiner, ihrem Ausbilder, bewegt sie sich durch das wohlgeordnete Liniennetz der Großstadt und lacht über alte DDR-Witze, ohne sie zu verstehen. Mit Karl, dem elternlosen Weltenbummler, beginnt sie eine Affäre. Ihr Vater Jens hat die Familie kurz vor dem Mauerfall verlassen, da war Johanna zwei. Außer einer Postkarte an der Wand erinnert nichts an ihn. Doch dann ruft Jens an, und Johannas Lebenskonstrukt gerät ins Wanken. Plötzlich gibt es zahlreiche widersprüchliche Versionen seines Verschwindens. Ist er geflohen? Wurde er verhaftet? Hatte Johannas Mutter etwas damit zu tun oder gar Honeckers Krankengymnastin?

Thematisch habe ich leider keinen guten Zugang gefunden und empfand es eher es etwas nüchtern, dennoch gut. 3 Sterne

— Isaopera
Isaopera

Ein wundervolles Debüt! Die Autorin versteht es, ein eher kompliziertes Thema lockerflockig daherkommen zu lassen.

— hannipalanni
hannipalanni

Leicht bizarre Protagonistin, die eine fiktive Stasi-Akte für ihren unbekannten Vater bastelt.

— VeraHoehne
VeraHoehne

Mit manchen Romanen wird man leider einfach nicht warm. - Dies` ist einer davon.

— Literaturchaos
Literaturchaos

Ein Debütroman, der durch eine intelligente Geschichte und eine besondere Sprache besticht.

— Helentonia
Helentonia

Interessant aufgebaute Familiengeschichte mit vielschichtigen Charakteren

— Julitraum
Julitraum

Familiengeschichte, die in die DDR führt. Leider mit recht offenem Ende.

— Schoensittich
Schoensittich

Tolles Buch über die Suche nach der eigenen Familiengeschichte. Humorvoll, aber auch melancholisch mit sympathischer Hauptfigur.

— banshee
banshee

Melancholischer Roman um die Aufklärung einer Familiengeschichte. Mir blieben am Ende zu viele Fragen ungelöst.

— schnaeppchenjaegerin
schnaeppchenjaegerin

Eines der besten deutschen Debüts im Jahr 2016! Paula Fürstenberg bringt einen neuen frischen Ton in den Literaturbetrieb!

— Nil
Nil

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 24.09.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   239 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  646 Punkte Beust                                          ---   302 Punkte Bibliomania                               ---   201 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  397,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 253 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   130,5 Punkte Code-between-lines                ---  136 Punkte eilatan123                                 ---   53 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   168 Punkte Frenx51                                     ---  82 Punkte glanzente                                  ---   82 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   157 Punkte Hortensia13                             ---   130 Punkte Igelchen                                    ---   25 Punkte Igelmanu66                              ---  178 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   122 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   78 Punkte Katykate                                  ---   110 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   142 Punkte Kuhni77                                   ---   114 Punkte KymLuca                                  ---   103 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   259 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   226 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   92 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  131 Punkte Nelebooks                               ---  235 Punkte niknak                                       ----  285 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   213 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   115 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 65 PunkteSandkuchen                              ---   205 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   178 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   279 Punkte SomeBody                                ---   178,5 Punkte Sommerleser                           ---   198 Punkte StefanieFreigericht                  ---   213,5 Punkte tlow                                            ---   149 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   61 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   179 Punkte Yolande                                       --   171 Punkte

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    • 2303
  • Landkarten, die DDR und ein verschwundener Vater

    Familie der geflügelten Tiger
    Petris

    Petris

    05. February 2017 um 20:33

    Der Roman stand schon lange auf meiner Wunschliste, ich hatte viel von ihm gehört und eigentlich nur positive Meinungen gelesen. Umso größer war die Freude, als dieser Roman im Paket der gewonnen LB-Romane-Challenge lag. Er kam gleich oben auf meinen Bücherstapel. Nach einer lesezeitmäßigen Durststrecke im Jänner, begann der Februar zum Glück mit viel Lesezeit, und ich konnte alle angefangenen Romane beenden und mich endlich auf die Tiger stürzen. Was für ein Vergnügen! Leider viel zu kurz, denn ich konnte das Buch nicht mehr weglegen und hatte es an einem Wochenende ausgelesen. Johanna ist ohne Vater aufgewachsen, ihr Vater in den Westen abgehauen,… Doch kurz nach dem Abitur, Johanna ist gerade nach Berlin gezogen und macht eine Ausbildung zur Straßenbahnschaffnerin, meldet sich ihr Vater telefonisch. Johanna zögert zuerst zurückzurufen, doch als sie erfährt, dass er Krebs im Endstadium hat, besucht sie ihn im Krankenhaus und lernt ihre Schwester Antonia kennen. Sie beginnt sich dafür zu interessieren, was damals 1989 wirklich passierte, ihre Mutter sagt, er ging nach Westdeutschland, Antonia hat eine andere Theorie und Johanna will Gewissheit. Ein wunderbar menschlicher Roman rund um Wahrheiten, Wurzeln, Geschichte und Einfluss auf das eigene Schicksal. Sehr schön erzählt, immer wieder überraschend, eine Neuheit aus dem vergangenen Jahr, die Man sich auf keinen Fall entgehen lassen soll.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Literarisch sehr gelobt, aber mich konnte die Geschichte leider irgendwie nicht packen

    Familie der geflügelten Tiger
    VeraHoehne

    VeraHoehne

    05. November 2016 um 17:35

    Autorin:Paula Fürstenberg, geboren im Jahr 1987 und aufgewachsen in Potsdam, lebt heute – studierend und schreibend – in Berlin. Nach einem 2jährigen Auslandsaufenthalt in Frankreich studierte sie ab 2008 für 3 Jahre am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Ausgestattet mit Auszeichnungen und Stipendien veröffentlichte sie mit „Familie der geflügelten Tiger“ ihren Debüt-Roman. Handlung:Anfang 2008: Die 21jährige Johanna hat Abitur, eine Wohnung in Berlin, einen Ausbildungsplatz als Straßenbahnfahrerin bei der BVG mit einem Ausbilder, der immer wieder neue DDR-Witze parat hat, einen männlichen Schwarm im Kollegenkreis, eine Leidenschaft für Landkarten und eine Mutter in ihrer Heimat in der Uckermark, die mal Tierärztin war und dann nichts mehr aus ihrem Leben gemacht hat. Nur einen Vater hatte Johanna bis dato nie. Bis er Johanna – auf Initiative von Johannas Halbschwester Antonia – plötzlich anruft und sehen möchte: Er hat Krebs im Endstadium. Um sein Verschwinden knapp 1 Monat vor Mauerfall ranken sich verschiedene Gerüchte. Doch niemand will oder kann Johanna die Wahrheit darüber erzählen – nicht mal ihr Vater, der kurz nach dem Kennenlernen sein Sprachvermögen an die tödliche Krankheit verliert. War vielleicht die Stasi an seinem Verschwinden beteiligt? Johanna bleibt nur, sich aus den vielen Geschichten über ihren Vater ihr eigenes Bild von ihm zum basteln … Fazit:Wie so oft bei Werken, die mehr so ins klassisch Literarische gehen – ich würde das Buch hier auch eher in Richtung Novelle einordnen – ist das Cover eher neutral gehalten und verrät nichts über die Geschichte an sich.Obwohl es sich bei den 239 Seiten, die sich in großzügigem Schriftbild auf 27 Kapitel plus Epilog verteilen, um nicht so leichte Kost handelt, wirkt die Handlung – zumindest anfangs noch – spannend und das Buch lässt sich gut lesen. Zwischen den Kapiteln sind immer mal wieder fiktive Stasi-Berichte über Johannas Vater Jens eingestreut. Der Schreibstil war ein wenig gewöhnungsbedürftig. Vor Allem hat mich immer wieder verwirrt (was sich auch störend auf den Lesefluss auswirkt), dass die wörtliche Rede nicht in Anführungszeichen gesetzt war.Ich hatte mich eigentlich sehr auf das Buch gefreut, zumal die Vorabinfos versprachen, dass es sich nicht um einen verklärten Ostalgie-Roman handelt, sondern eher um die Aufklärung eines Familien-Schicksals jener Zeit. Jedoch fühlte ich mich am Ende mit dem ein oder anderen Fragezeichen zurückgelassen.Die Charaktere des Buches sind mir nicht sonderlich sympathisch und niemand ist mir auf irgendeine Weise ans Herz gewachsen. Vor allem die Persönlichkeit von Johanna fand ich ein wenig bizarr und gestört und konnte mich eigentlich fast nie mit ihren Gedankengängen und ihrem Handeln in irgendeiner Weise identifizieren. Da ich selbst die (Nach-)Wendezeit sehr bewusst erlebt habe, selbst Familie in der ehemaligen DDR habe, diese auch zu DDR-Zeiten häufig besucht habe, bin ich davon ausgegangen, dass mein Draht zu dieser Geschichte besser sein würde. Wenn auch die Idee, wenn man zu wenig über seine Familie, deren Geschichte und seine eigene Herkunft weiß, sich einfach eine eigene Geschichte zusammen zu basteln doch ziemlich interessant und bemerkenswert ist. Leider fehlt der Story nach meiner persönlichen Ansicht irgendwie das gewisse Etwas.Mich konnte die Geschichte leider nicht berühren und mitreißen – daher leider nur 3***.

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  • Warum ist Johannas Vater damals wirklich verschwunden?

    Familie der geflügelten Tiger
    Nabura

    Nabura

    17. October 2016 um 20:04

    Statt nach ihrem Abitur im mütterlichen Sinne ein Studium zu beginnen, ist Johanna von der Uckermark nach Berlin gezogen, um Straßenbahnfahrerin zu werden. Bei ihrem ersten Heimatbesuch nach ihrem Auszug findet sie auf dem Anrufbeantworter ihrer Mutter eine Nachricht von ihrem Vater Jens. Dieser hat nichts mehr von sich hören lassen, seit er im Oktober 1989 verschwunden ist und ein halbes Jahr später eine Postkarte geschickt hat. Als sie sich dazu durchringt, zurückzurufen, erfährt sie von ihrer Halbschwester die traurige Neuigkeit: Jens ist schwer krank. Johanna beschließt, ihn zu besuchen und endlich die Wahrheit über sein Verschwinden kurz vor dem Fall der Mauer herauszufinden. Wird sie zufriedenstellende Antworten finden? Von der ersten Seite an ist es mit leicht gefallen, in die Geschichte einzutauchen. Die Protagonistin Johanna lässt den Leser ganz offen an ihrem Leben und ihren Gedanken teilhaben. Erst vor wenigen Monaten hat sie sich über den Willen ihrer Mutter hinweg gesetzt und eine Ausbildung zur Straßenbahnfahrerin in Berlin begonnen. Raus aus der Provinz, rein in die Großstadt und einen Job, der eng mit ihrer Sammel-Leidenschaft für Landkarten verbunden ist. Von einer Karte in ihrer Sammlung leitet sich auch der Buchtitel ab: Sie betrachtet immer wieder gern einen Nachdruck der Ebstorfer Weltkarte, auf der ihr ein geflügelter Tiger besonders gut gefällt.  Die Kartenzeichner von damals wandten bei dieser Karte wohl genauso viel Fantasie an, um Lücken zu schließen, wie es Johanna schon lange tut, wenn es um die Frage geht, warum ihr Vater damals verschwunden ist. Hat er sich in den Westen rübergemacht, wie ihre Mutter behauptet? Oder ist er von der Stasi als Musiker aufgrund seiner Texte verhaftet worden? Sehr gut konnte ich ihren Wunsch verstehen, endlich Gewissheit zu haben und gleichzeitig ihre Unsicherheit, wie sich ein Aufeinandertreffen mit Jens nach so einer langen Zeit wohl anfühlen wird. Johannas Verhältnis zu ihrer Mutter Astrid ist gut, aber nicht sonderlich innig. Astrid kümmert sich am liebsten voller Liebe um verletzte Tiere, die sie findet. Warum sie aber einst Veterinärmedizin studiert und ein Tierheim geleitet hat, sich jetzt aber mit einem Job in einem Streichelzoo zufrieden gibt, sagt sie nicht. Überall trifft Johanna auf Verschwiegenheit, die sie endlich überwinden will. Doch wie weit kann man gehen, um etwas herauszufinden? Welchen Preis ist man bereit, dafür zu zahlen? Während der Lektüre dachte ich intensiv über diese Fragen nach, unterstützte Johannas Entscheidungen manchmal und fand meine persönliche Grenze, ab der ich ihr Verhalten kritisch sah. Der Ton der Erzählung ist ruhig und die Konversationen werden ausschließlich in indirekter Sprache beschrieben. Das bestärkte die melancholische Atmosphäre des Romans. Auch wenn der Roman im Jahr 2007 spielt, hat Johanna sich intensiv mit der Zeit kurz vor der Wende auseinandergesetzt und kehrt gedanklich immer wieder zu möglichen Szenarien des Verschwindens ihres Vaters zurück. Diese Kontrastierung fand ich gelungen. Fantasie und Fakten sind nicht eindeutig trennbar, doch genau wie die Protagonistin lernte ich allmählich, genau das zu akzeptieren. Den Schluss erlebte ich deshalb als genau richtig für diesen Roman. In „Familie der geflügelten Tiger“ begleitet der Leser Johanna, die zum ersten Mal seit 18 Jahren etwas von ihrem Vater hört. Jetzt will sie endlich wissen, warum er damals wirklich verschwunden ist. Die Geschichte erzählt von der Suche nach Wahrheit, dem Umgang mit Schweigen, wo Antworten erwartet werden und dem Einsatz von Fantasie, wo Lücken bleiben. Für mich ein eindringliches Leseerlebnis, das mich ins Nachdenken gebracht hat. Sehr gern empfehle ich das Buch weiter.

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  • Familiengeschichte mit Platz für Fantasie

    Familie der geflügelten Tiger
    Girdie

    Girdie

    27. September 2016 um 21:22

    Die verschiedenfarbigen Linien auf dem Cover des Buchs „Familie der geflügelten Tiger“, dem Debütroman von Paula Fürstenberg, stehen für die Strecken der Straßenbahn auf deren Wegen die 20-jährige Johanna Ende 2007 unterwegs ist. Denn entgegen dem Wunsch ihrer Mutter macht sie nach dem Abitur eine Ausbildung zur Straßenbahnschaffnerin in Berlin. Um dem Dorfleben in Mecklenburg-Vorpommern zu entkommen, wo sie geboren wurde und aufwuchs, ist sie in die Bundeshauptstadt gezogen.Eine Kopie der Ebstorfer Weltkarte gehört zur Kartensammlung von Johanna. Vor allem ein geflügelter Tiger lenkt immer wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich. Es ist weniger der Mut dieses Tiers, sondern vielmehr die Tatsache, dass er als Fabelwesen ins Reich der Fantasie gehört, warum er Johanna beunruhigt. Denn Fantasie gehört zu ihrem Leben dazu, vor allem wenn es darum geht, das Fehlen ihres Vaters Jens, der Frau und Tochter wenige Wochen vor dem Fall der Berliner Mauer plötzlich verlassen hat, in ihrem Leben zu erklären. Sie hat bisher ihr Unwissen damit aufgefüllt, wenn es um eine Erklärung ging weshalb er verschwunden ist, womit er seinen Lebensunterhalt verdient und wo er heute lebt.Bei einem der immer seltener gewordenen Besuche bei ihrer Mutter erzählt diese ihr von dem unerwarteten Anruf ihres Vaters, der seine Tochter um Rückruf gebeten hat. Dadurch erfährt sie, dass Jens in einem Krankenhaus liegt, gar nicht weit von ihrer eigenen Wohnung entfernt. Sie hat Hoffnung darauf, endlich Antworten auf schon lange bestehende Fragen zu erhalten.Johannas Suche nach den Gründen für das Verschwinden ihres Vaters wird zu einem Ausflug in die Geschichte Deutschlands vor und nach dem Mauerfall. Gerade weil Johanna noch zu jung dazu ist, sich an die Zeit im Osten vor der Wende zu erinnern, ist sie auf die Erzählungen anderer angewiesen. So entsteht aus vielen subjektiven Schilderungen ein Bild in ihrem Kopf, der ihr als Hintergrund dazu dient zu verstehen, was ihrem Vater damals und in der Folgezeit zugestoßen ist. Aber rund wird dieses Bild für sie nicht. Die Suche ist für sie auch ein Stück Suche nach sich selbst und mit der Zeit beginnt die Vergangenheit eine andere Bedeutung für sie zu erhalten.Die Charaktere im Roman sind fein gezeichnet und durchgehend interessant. Die Autorin hat mit viel Einfühlungsvermögen die Situation in der Johanna sich befindet beschrieben. Hilfreich dabei war sicher, dass ihre Protagonistin gleichaltrig mit ihr ist. Der Leser erhält Informationen zu den markantesten Stationen im Leben der handelnden Personen. Das Wissen über die staatliche Macht der DDR und Vorstellungen von deren Eingreifen spielen in die Gedankengänge der Figuren hinein. Die Autorin versucht jedoch nie zwischen Ost und West zu werten.Paula Fürstenberg wählt für ihren Roman die Ich-Form. So lässt sich leicht Johannas Hartnäckigkeit, die Gründe für ungewöhnliche Entscheidungen und die Konsequenzen, die sie aus ihren Handlungen zieht, verfolgen. Ein leiser Humor gibt der Geschichte die Leichtigkeit und hilft Johanna dabei all die Neuigkeiten zu verarbeiten, die Vergangenheit zu akzeptieren und voller Hoffnung in die Zukunft zu schauen, obwohl ihr Vertrauen gelitten hat. Unerwartete Familienbegegnungen, überraschende Wendungen und viel Platz für eigene Spekulationen über die Gründe des Verschwindens von Johannas Vater machten mir das Buch zu einem Lesevergnügen. Gerne habe ich auch daran zurückgedacht, wie ich selbst die Wende erlebt habe. Leseempfehlung!

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  • Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

    Familie der geflügelten Tiger
    Literaturchaos

    Literaturchaos

    26. September 2016 um 13:59

    Es gibt Romane, bei denen man schon nach ein paar Sätzen weiss, dass man sie lieben wird, dass man sie geradezu verschlingen wird. Und es gibt Romane, mit denen man sich bis zur letzten Seite einfach nicht anfreunden kann, mit denen man nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt und die man dann enttäuscht zuklappt, weil man immer noch die Hoffnung hatte, dass da vielleicht doch noch "Irgendetwas" kommt. - "Familie der geflügelten Tiger" gehört für mich leider in die zweite Kategorie.   Warum das so ist? Nun, ich bin weder mit den Protagonisten, noch mit der Handlung noch mit dem Schreibstil der Autorin warm geworden.   Fangen wir bei den Protagonisten an: Allesamt wirken sie auf mich völlig passiv und langweilig, fast schon wie Marionetten. Kein einziger der Charaktere kommt zu irgendeiner Zeit mal aus sich heraus oder tanzt aus der Reihe. Sie bewegen sich geradezu schläfrig durch den kompletten Roman und man kann sie ausnahmslos alle über einen Kamm scheren.   Die Handlung: Von der Grundidee her durchaus interessant und auch der Klappentext lässt auf eine spannende Geschichte hoffen. Eine Familiengeschichte zwischen Ost und West, wie sie so oder so ähnlich vermutlich nicht selten passiert ist. Ein Familienmitglied (in diesem Fall der Vater) verschwindet im Osten und die Hinterbliebenen können nur Mutmaßungen anstellen, ob er einen Unfall hatte, in den Westen geflohen ist, oder inhaftiert wurde. Fragen, die über die Jahre immer mehr verblassen, aber dennoch allgegenwärtig sind. Johanna ist bei ihrer Mutter im Osten aufgewachsen und weiß absolut nichts über den Verbleib des Vaters Jens, der zwei Wochen vor dem Mauerfall verschwand. Johanna ist jemand, mit dem ich nicht befreundet sein möchte, jemand, mit dem ich zusammensitzen und krampfhaft nach einem Gesprächsthema suchen würde und jemand, mit dem ich nicht lachen könnte. Sie sammelt Stadtpläne und Landkarten, vermutlich weil es hier vorgegebene Grenzen und Tatsachen gibt (obwohl diese sich ja auch immer wieder verändern) und macht in Berlin eine Ausbildung zur Straßenbahnschaffnerin, obwohl ihre Mutter sie unbedingt an der Uni sehen will. Sie ist sehr introvertiert und man bekommt das Gefühl, dass ihr die Bedeutung des Wortes "Begeisterung" völlig unbekannt ist. Die Mutter wohnt immer noch in der Uckermark, sammelt verletzte Wildtiere und hegt und pflegt sie hingebungsvoll gesund und arbeitet als Pflegerin in einem Streichelzoo. Sie hat einst Veterinärmedizin studiert und als Tierärztin mit eigener Praxis gearbeitet, bekam dann aber noch zu DDR-Zeiten Berufsverbot. Warum das so ist und warum sie nicht längst wieder als Tierärztin arbeitet, weiß weder Johanna noch sonst jemand  und auch der Leser erfährt es nicht. Mutter und Tochter haben meiner Meinung nach kein allzu inniges Verhältnis zueinander und reden sogar bei den "Pflichttelefonaten" aneinander vorbei. Die Mutter scheint zudem völlig desinteressiert an Jens` Verbleib zu sein. Jens liegt in einem Westberliner Krankenhaus und hat nicht mehr lange zu leben. Krebs im Endstadium. In dieser Zeit meldet er sich bei Johanna, nachdem deren Halbschwester Antonia ihn dazu überredet hat. Johanna war die Existenz Antonias bis dato unbekannt, sie nimmt aber in ihrer passiven Art alles hin wie es ist und besucht Jens von da an regelmäßig im Krankenhaus, sitzt dort aber meistens auch nur herum und führt nicht ein einziges aufschlussreiches Gespräch.   Der Schreibstil: Viele Rezensenten beurteilen "Familie der geflügelten Tiger" als leises und sanftes Buch. Ich würde es eher als müde bezeichnen. Bzw. als ermüdend. Die Handlung hat keinerlei Höhen und Tiefen sondern bewegt sich konstant auf dem selben Level. Es gibt keine Stellen zum Schmunzeln oder zum Mitfiebern. Im Gegenteil, man bekommt regelrecht Mitleid mit den Protagonisten, wenn man sich deren eintöniges Leben vor Augen führt. Irritierend, wenn nicht gar störend, finde ich auch, dass die Autorin Gespräche der Protagonisten niemals mit Anführungsstrichen kennzeichnet.   Das Ende: Hier hat die Autorin abermals meinen Geschmack meilenweit verfehlt, denn es bleiben Fragen über Fragen offen. Im Grunde genommen ist man als Leser hinterher genauso schlau wie vorher.   MEIN FAZIT lautet hier: Zum Glück sind Geschmäcker verschieden, denn meiner wurde absolut nicht getroffen.

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  • Rezension zu "Familie der geflügelten Tiger" von Paula Fürstenberg

    Familie der geflügelten Tiger
    aba

    aba

    25. September 2016 um 14:00

    Überraschend, ungewöhnlich, unvergesslichJohanna ist ohne Vater aufgewachsen. Ihre Kindheit verbrachte sie in der DDR. Das Einzige, was sie über ihren Vater weiß, ist, dass dieser in den Westen gegangen ist.Seit 19 Jahren aber gibt es keine Grenze mehr, Ost und West gehören zum selben Land.Eines Tages trifft Johanna eine Entscheidung: Sie wird ihren Vater suchen. Sie will wissen, warum er gegangen ist und sich nie wieder gemeldet hat."Familie der geflügelten Tiger" ist meine Überraschung des Jahres. Der Debütroman der jungen Autorin Paula Fürstenberg hat mich Tag und Nacht beschäftigt. Das Thema Vaterlosigkeit und die Versuche Johannas, mehr über ihren Vater zu erfahren, vor allem über die Gründe für sein Verschwinden, hat Paula Fürstenberg mit so einer Originalität abgehandelt, die immer wieder für Erstaunen sorgt.Johanna verfügt über sehr dürftige Information über ihren Vater. Mit viel Zuversicht, Hartnäckigkeit und Fantasie versucht sie, die Ereignisse zu rekonstruieren, die zu seinem Verschwinden geführt haben. Zwischen Enttäuschungen und Hoffnungen folgt Johanna den wenigen Spuren, die ihr Vater in Berlin hinterlassen hat, sitzt in der Fahrerkabine der Straßenbahn und lässt ihren Gedanken freien Lauf, entwirft neue Pläne und Strategien, mit dem Ziel, die Lücke in ihrem Leben zu schließen, vor allem sucht sie im Grunde nur die Antwort auf eine Frage: Warum kam ihr Vater nie zurück? Johanna hofft, dass nicht sie der Grund dafür ist. Ihr wäre alles lieber als das. Ihr Vater ein Stasi-Gefangener, ein Republikflüchtling im Westen, oder ein Verräter, das alles ist besser als der bloße Gedanke, dass sie selber sein Wegbleiben verursacht hat. Denn dieser Gedanke ist unerträglich.Wer nicht alles über die eigene Vergangenheit weiß, fühlt sich unvollständig, wer von der Mutter oder dem Vater verlassen wurde, fühlt sich wertlos. Johanna weiß das, aber so will sie sich nicht fühlen, und sie weiß, dass nur ihr Vater ihr helfen kann.Mich haben Johannas Hartnäckigkeit und Konsequenz berührt. Sogar ihre unbedachten Handlungen, die an Aktionismus grenzen, haben bei mir Eindruck hinterlassen. Sie hat ein Ziel, sie verliert es nicht aus den Augen und riskiert vieles, um es zu erreichen.Mit dieser Geschichte und deren originalen, ungewöhnlichen und überraschenden Wendungen hat Paula Fürstenberg mir wunderbare und unvergessliche Lesestunden geschenkt!

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  • Auf der Suche nach den Wurzeln und dem Selbst

    Familie der geflügelten Tiger
    Helentonia

    Helentonia

    24. September 2016 um 18:23

    Wie selbstverständlich ist Johanna ohne Vater aufgewachsen - die Information, dass er damals in den Westen ging, reichte ihr immer völlig. Umso überraschter ist sie, als er, auf dem Sterbebett liegend, plötzlich Kontakt zu ihr aufnimmt. In Johanna keimt der Wunsch auf, ihre Familiengeschichte zu verstehen: sie will wissen, was damals wirklich passiert ist und was die DDR damit zu tun hat, doch je interessierter sie forscht, desto unentwirrbarer scheinen die nicht deckungsgleichen Geschichten zu werden. Und während sie die Wahrheit ihrer Wurzeln sucht, sucht Johanna auch sich und ihren Platz in der Welt...Die äußere Gestaltung des Buches passt mit ihrer Schlichtheit gut zu der ruhigen, melancholischen Stimmung des Buches. Nur vier Linien, die sich und den Titel überschneiden, machen das Cover bunt. Sie erinnern an Bahnlinien auf einer Karte und ergänzen damit gut die Geschichte, da Johanna Bahnfahrerin ist und außerdem eine Vorliebe für Karten hat. Der Inhalt konnte mich sehr überzeugen. Johannas Suche und die damit verbundene Identitätsfindung sind authentisch und spannend, sodass der Leser nachdenklich gestimmt wird und sich zwischen all den Geschichten ein eigenes Bild der Geschehnisse zurechtlegt.Die Protagonisten bestechen durch ihre Einzigartigkeit, die Darstellung der Beziehung der Familienmitglieder zueinander stellt für mich ein Highlight des Buches dar. Die auffallend neutrale Beschreibung von Johannas Gefühlswelt lässt den Leser eine Distanz wahren, mindert aber nicht das Interesse an den Geschehnissen.Paula Fürstenbergs verwendete Sprache macht das Buch zu etwas sehr besonderem, sie besticht durch ihr hohes Niveau und ihre Raffinesse, die sich ruhig und melancholisch auf das Buch auswirkt. Die Verwendung von vielen Symbolen, die sich teils über das ganze Buch erstrecken, unterstützt den Inhalt wunderbar.Fazit: Paula Fürstenbergs Roman Familie der geflügelten Tiger ist ein ruhiger, melancholischer Roman über die Suche seiner Wurzeln, die den Leser bewegt und zum Nachdenken anregt.

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  • Familiäre Spurensuche

    Familie der geflügelten Tiger
    bookgirl

    bookgirl

    23. September 2016 um 16:49

    Inhalt Johanna wächst ohne ihren Vater auf. Jahrelang nimmt sie an, dass er vor der Wende noch in den Westen "rübergemacht" hat. Doch dann ruft er eines Tages an und hinterlässt auf dem Anrufbeantworter ihrer Mutter eine Nachricht, die ihr ganzes Leben ins Wanken bringt und sie mit der alles entscheidenden Frage konfrontiert, warum er sich erst jetzt meldet und all die Jahre keinen Kontakt zu ihr gesucht hat. Die Spurensuchung beginnt … Meine Meinung Paula Fürstenberg hat mit ihrem Debüt einen Vater-Tochter-Roman geschrieben, der sich in erster Linie mit der Frage nach der Herkunft beschäftigt. Doch zu Beginn stellt sie uns die andere wichtige Person in Johannas Leben vor – ihre Mutter. Diese ist eigentlich Tierärztin, kümmert sich aber lieber um Tiere, die sie irgendwo aufliest und geht Johannas Fragen nach ihrem Vater gerne aus dem Weg. Sie wirkt abweisend und so beginnt Johanna – vielleicht auch nur zum Trotz – nach dem Abitur in Berlin eine Ausbildung zur Straßenbahnfahrerin. Jens, der noch unbekannte Vater löst mit seiner Nachricht ("Das Kind kann mich ja mal zurückrufen") auf dem Anrufbeantworter der Mutter ein emotionales Chaos aus, welches Johanna regelrecht aus der Bahn (und das ist durchaus zweideutig gemeint) wirft. Sie erkennt nach und nach, dass sie zwar Landkarten gut lesen kann, aber sich in ihrem eigenen Leben nicht zurechtfindet. Trotzdem nimmt sie Kontakt auf, nur um festzustellen, dass Jens todkrank ist. An seinem Krankenbett lernt sie ihre Schwester und die Großmutter kennen, die beide Informationen über Jens unter Verschluss halten. Gegenstand der Handlung ist jedoch nicht nur die Geschichte um Johanna, sondern auch Protokolle, die von IM Selene verfasst sind und zunächst einen Hinweis auf den Verbleib von Jens bieten. Im weiteren Verlauf der Handlung bekommen diese allerdings eine ganz andere Bedeutung. Welche wird an dieser Stelle aber nicht verraten, um den Lesegenuss nicht zu schmälern.  Fazit Paula Fürstenberg ist es gelungen mit "Familie der geflügelten Tiger" ein intelligentes, nachdenklich stimmendes Debüt vorzulegen, welches von seinen eigenwilligen Protagonisten lebt. Ich spreche daher sehr gerne eine Leseempfehlung aus.

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  • Die Wahrheit hinter den Geschichten

    Familie der geflügelten Tiger
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    23. September 2016 um 13:50

    Die Wahrheit hinter den GeschichtenEigentlich läuft es gut für Johanna. Berlin, mitten im Leben, gerade in der Ausbildung (Straßenbahnfahrerin) und angekommen im Leben. In diesem Leben. Denn daneben gibt es in ferner Vergangenheit noch ein anderes Leben, dass sie einholen könnte. Ihr Vater, eher ihr „Erzeuger“ gibt Nachricht. Dieser liegt im Sterben und möchte seine ihm unbekannte Tochter sehen. Vielleicht nachholen, was die ganzen 20 Jahre nicht im Raum stand, denn schon vor Ihrer Geburt 1987 in der damaligen „Noch-DDR“ war dieser Vater bereits aus dem Lebend er Familie verschwunden.In den Westen gegangen, das war die allgemeine Lesart.„„Das Kind kann mich ja mal zurückrufen“, sagt er“.Johanne zweifelt. Stark. Aber sie ruft zurück, geht zu Besuch, meldet sich, nimmt Kontakt auf.Und das nicht nur zum Vater. Auch eine „neue“ Halbschwester findet sie am Krankenlager des Mannes, Jens. Die eine andere Geschichte zum plötzlichen Verschwinden des Vaters damals parat hat als jene, die Johanna bisher für wahr gehalten hat. Und als die (ebenfalls bis dato ihr unbekannte) Großmutter, die Mutter des Vaters, auftaucht, gibt es zugleich eine dritte Variante der Geschichte vom damaligen Verschwinden.Was ist wahr, was erfunden und ist das für heute überhaupt noch wirklich wichtig? Sieht nicht jeder das Leben nur aus seiner Sicht und legt sich die Fakten zurecht? Und trifft dies auch auf sie selbst zu, bei allen Versuchen, eine klare und faktische Kontrolle über die äußere Welt zu erlangen?Ereignisse, die zumindest die innere Balance der jungen Frau durcheinanderbringen. Es mahlt im Kopf, sie beobachtet genau diese neue Konstellation, versucht ebenso, Antonia, die neue „Schwester“ einzuordnen und zu verstehen, wie sie ein um das andere Mal an der Sprachlosigkeit des Vaters „burschikos verzweifelt“, denn dieser kann im Verlauf der Krankheit nicht mehr sprechen und scheint auch ansonsten nicht mehr „auf der Höhe der Zeit“ zu sein.Und mehr noch, immer deutlicher im Verlauf des Romans zeigt sich, dass Johanna selbst von all dem damals geprägt wurde. Dass Zwänge im Raum stehen, dass da schon lange was in ihr brodelt mit diesem Verschwinden des Vaters, der Trennung der Staaten, der Mauer in Berlin und in den Köpfen der Menschen, damals. Wobei eine gewisse Obsession für Landkarten ebenso ein Symptom für all dies ist, wie die (leicht) schwankende Beziehung zu Karl, dem Kollegen und Freund.„An einem Stand entdeckte ich eine Australienkarte und sah mir an, wo Victor Harbor lag“.Das ist ihre Sache. Wissen, wo man ist und wo die Wege langlaufen, sich nicht verirren im Leben. Aber „verirrt worden“, das ist sie einfach schon durch all die weltgeschichtlichen Ereignisse damals, zu ihren Kindheitszeiten.Bei all dem verbleibt Fürstenberg in ihrer Schilderung der Aufarbeitung des äußeren Ergehens der Beteiligten und der „wahren Geschichte“ hinter den Geschichten ebenso unprätentiös, wie sie die innere Entwicklung und Entfaltung ihrer „Johanna“ nüchtern, sachlich, teils burschikos im Ton vor die Augen des Lesers legt.Und damit durchaus feinfühlig den Spuren nachgeht, die die deutsche Teilung auch in ihre Endphase noch in das Leben der betroffenen Menschen geschrieben hat. Was im Roman auch faktisch passiert, denn Johanna wird auch eine Geschichte beisteuern, sich eine Realität „erfinden“, um das „echte Leben“ wieder „auf die Gleise“ zu bringen.Ein rund zu lesendes Debüt, dass sich, noch einmal, der „alten DDR“ zuwendet und treffend aufzeigt, was diese für Spuren hinterlassen hat. Wie sie ebenso treffend die subjektiven Sichten auf die „kleine Welt Familie“ glaubhaft nachvollzieht.

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  • Verschiedene Sichtweisen

    Familie der geflügelten Tiger
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    23. September 2016 um 13:25

    Johanna ist ohne Vater großgeworden. Der hat sich kurz vor dem Mauerfall davon gemacht. Nun ist Johanna Anfang zwanzig und wohnt in Berlin. Dort macht sie eine Ausbildung zum Straßenbahnfahrer, obwohl die Mutter gerne gehabt hätte, dass sie studiert. Johanna ist zu Besuch bei ihrer Mutter in der Uckermark, als ihr die Mutter sagt, dass ihr Vater Jens eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Bei Johanna entsteht ein Gefühlschaos, schließlich kennt sie ihren Vater nicht, der seit einer Postkarte kurz nach seinem Verschwinden sich nicht mehr gemeldet hat. Doch ihre Neugier siegt. Sie hat so viele Fragen. Jens liegt sterbenskrank in einem Berliner Krankenhaus. Als Johanna sich dazu aufgerafft hat, ihn zu besuchen, erlebt sie eine Überraschung. Sie hat eine Halbschwester. Obwohl die Geschichte sich sehr angenehm lesen lässt, hat sie mich nicht so sehr angesprochen. Johanna ist aufgewachsen mit der Version ihrer Mutter über das Verschwinden von Jens. Nun lernt sie noch andere Sichtweisen darüber kennen. Ihre Halbschwester Antonia berichtet aus ihre Warte und die Großmutter Hilde hat sowieso ihre höchst eigene Sicht auf die Dinge. Was ist wirklich geschehen? Die Personen und das ganze Umfeld sind sehr gut und authentisch beschrieben. Die Geschichte wird immer wieder durch Protokolle und Berichte unterbrochen. Lange konnte ich damit nichts anfangen. Johanna ist sympathisch und trotzdem kann ich ihr Verhalten nicht wirklich nachvollziehen. Dass sie mehr über Jens wissen will, ist verständlich, aber sie bastelt sich da etwas zurecht und das kommt mir doch seltsam vor. Ihr Weg zu ihrem Vater ist gleichzeitig auch ein Weg zu sich selbst. Vieles bleibt so undeutlich und lückenhaft, dass ich meine Version der Geschichte bilden muss. Das Buch ist nicht schlecht, konnte mich aber nicht so wirklich packen.

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  • Leserunde zu "Familie der geflügelten Tiger" von Paula Fürstenberg

    Familie der geflügelten Tiger
    aba

    aba

    "Dein Vater ist im Westen, hatte sie gesagt, wenn ich als Kind fragte, ob ich eigentlich auch einen Vater hatte, so wie andere Kinder. Im Westen, das klang unendlich weit weg, und meine Indianerbücher, die allesamt im Wilden Westen spielten, bestätigten diesen Verdacht, denn dort gab es Kakteen." Habt ihr Lust, Berlin mit der Straßenbahn zu erkunden, eine junge Frau auf der Suche nach ihren Wurzeln zu begleiten? Die Heldin von Paula Fürstenbergs erstem Roman "Familie der geflügelten Tiger" zeigt, dass es sich lohnt, solange nach der eigenen Vergangenheit zu suchen, bis man alle Antworten bekommen hat. Denn jeder Mensch hat das Bedürfnis zu wissen, woher er kommt.Ihr werdet Johanna in euer Herz schließen, sie bei ihrem Abenteuer in der Großstadt begleiten und zusammen mit ihr viel über die DDR erfahren!Zum InhaltWie ist es, wenn man keine Erinnerungen hat an den eigenen Vater? Und keine an das Land namens DDR, in dem man geboren wurde? Wenn man auf das Gedächtnis anderer angewiesen ist, um die eigene Geschichte zu verstehen?Schon als Kind hatte Johanna eine Vorliebe für Landkarten, die die Welt überschaubar machten. Nach dem Abitur ist sie aus der Uckermark nach Berlin gezogen, wo sie zum Ärger ihrer Mutter eine Ausbildung zur Straßenbahnfahrerin macht. Mit Reiner, ihrem Ausbilder, bewegt sie sich durch das wohlgeordnete Linien-netz der Großstadt und lacht über alte DDR-Witze, ohne sie zu verstehen. Mit Karl, dem elternlosen Weltenbummler, beginnt sie eine Affäre. Ihr Vater Jens hat die Familie kurz vor dem Mauerfall verlassen, da war Johanna zwei. Außer einer Postkarte an der Wand erinnert nichts an ihn. Doch dann ruft Jens an, und Johannas Lebenskonstrukt gerät ins Wanken. Plötzlich gibt es zahlreiche widersprüchliche Versionen seines Verschwindens. Ist er geflohen? Wurde er verhaftet? Hatte Johannas Mutter etwas damit zu tun oder gar Honeckers Krankengymnastin? Paula Fürstenberg erzählt zart, lakonisch und voller feinem Humor von einer berührenden Vatersuche, von blinden Flecken, biografischen Brüchen und von der Notwendigkeit, eine Geschichte zu haben, in der man sich einrichten kann.Hier geht es zur Leseprobe!Zur AutorinPaula Fürstenberg, Jahrgang 1987, wuchs in Potsdam auf. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Frankreich studierte sie von 2008 bis 2011 am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Seither lebt, schreibt und studiert sie in Berlin. Ausgezeichnet wurde sie u.a. mit dem Hattinger Förderpreis für Junge Literatur und dem Arbeitsstipendium des Landes Brandenburg; 2014 war sie Stipendiatin der Autorenwerkstatt am Literarischen Colloquium Berlin. "Familie der geflügelten Tiger" ist ihr erster Roman.Zusammen mit Kiepenheuer & Witsch verlosen wir 25 Exemplare von "Familie der geflügelten Tiger" unter allen, die sich über diesen besonderen Debütoman im Rahmen einer Leserunde austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten. Möchtet ihr wissen, wie es mit Johanna weitergeht? Dann solltet ihr euch über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 21.08. bewerben* und auf folgende Frage antworten:Johanna kennt ihren Vater nicht. Ihre eigene Geschichte liegt im Dunkeln. Warum muss man wissen, woher man kommt? Was glaubt ihr, warum es so wichtig ist, die Geschichte der eigenen Familie zu kennen?Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück!* Bitte beachtet auch unsere Richtlinien für Buchverlosungen & Leserunden.

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    • 674
    Gwenliest

    Gwenliest

    19. September 2016 um 11:00
    Talitha schreibt Eigentlich ist das ganze Buch eine einzige Lieblingsstelle für mich. :-)

    :))))))))))

  • Familien- und DDR-Geschichte wunderbar erzählt

    Familie der geflügelten Tiger
    Talitha

    Talitha

    17. September 2016 um 12:07

    Zum Inhalt: Johanna ist nach dem Abitur nach Berlin gezogen, um eine Straßenbahnfahrer-Lehre zu beginnen. Während eines Besuches bei ihrer Mutter in der Provinz ruft ihr Vater Jens an und spricht auf den AB. Er hatte die Familie verlassen, um "in den Westen rüberzumachen", wie die Mutter es nennt, nun liegt er totkrank in einem Berliner Krankenhaus. Bei Recherchen Johannas kommen bald allerlei Ungereimtheiten heraus, sowie eine ihr unbekannte Halbschwester und Oma, welche unterschiedliche Versionen ihrer Familiengeschichte erzählen... Ein sehr gelungenes Buch, mit einer sympathischen Hauptfigur und einer wechselhaften Geschichte, mal zum Lachen, mal zum Mitweinen, die mich sehr ergriffen und begeistert hat. Die DDR-Geschichte mit ihren Nachwirkungen auf die heute lebenden Leute wird ebenso gut dargestellt. Ich konnte eine Menge lernen und verstehe nun einige Verhaltensweisen gerade der älteren Bevölkerung dort besser. Der Roman ist sehr gut geschrieben, der Stil ist angenehm zu lesen. Berlin und die Provinz als Kulisse sind super gelungen. Am besten gefallen mir aber die Charakterdarstellungen, die Beziehungen der einzelnen Familienmitglieder zueinander, dazu die scheinbare Unentwirrbarkeit des Familiengeheimnisses. Mein Fazit: Ein toller Roman, den ich beim Lesen sehr genossen habe. Eine ungewöhnliche, sehr gelungen erzählte Geschichte mit einer jungen sympathischen Hauptfigur und eine spannende Familiengeschichte und Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit gleichzeitig. Einfach super und daher von mir eine volle Leseempfehlung!

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  • Interessant aufgebaute Familiengeschichte

    Familie der geflügelten Tiger
    Julitraum

    Julitraum

    15. September 2016 um 15:04

    Johanna ist Anfang 20 und lebt sei kurzem in Berlin. Hier macht sie eine Ausbildung zur Straßenbahnfahrerin, sehr zum Missfallen ihrer Mutter, die Johanna eigentlich gerne beim Studium gesehen hätte. Aber Johanna konnte sich nicht recht für einen Berufsweg entscheiden und ihre jetztige Entscheidung kommt ihr richtig vor und sie hat Spaß daran. Bei einem ihrer Besuche bei der Mutter zu Hause in der Uckermark, sorgt ein Anruf auf dem Anrufbeantworter für viel Unruhe in Johannas Gefühlswelt. Ihr Vater Jens fragt, ob sie ihn einmal zurückrufen möchte. Nach 19 Jahren meldet sich der Vater endlich bei Johanna und ihrer Mutter! In all den Jahren gab es kein Lebenszeichen von ihm, keinen Anruf, keinen Brief. Lediglich eine Postkarte hat er kurz nach seinem seltsamen Verschwinden, damals kurz vor dem Mauerfall, der Mutter geschickt. Das war alles. Johanna weiß so gut wie nichts über Jens und ihre Gefühle sind zwiespältig. Soll sie ihn wirklich zurückrufen? Doch natürlich hat Johanna auch viele Fragen an den Vater und ist neugierig. Doch das Wiedersehen mit dem Vater wird eine neuerliche Überraschung für Johanna und die Antworten, die sie so gerne bekommen hätte, sind nicht so einfach zu finden.Dieser Roman ist sehr gut formuliert und interessant aufgebaut. Er wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Johanna erzählt, oft sehr nüchtern, aber klar beschrieben. Man bekommt als Leser einen interessanten Einblick in Johannas Leben und den ihrer Umgebung, auch in ihre Gefühlswelt, die aber nicht ganz so emotional dargestellt wird. Als Leser ist man jedoch schon gefangen in der Geschichte und will genau wie Johanna den Grund erfahren, warum sich der Vater nie gemeldet hat, wie sein Leben verlaufen ist, was ihm in all den Jahren wiederfahren ist. Zielgerichtet wie Johanna mit der Straßenbahn durch Berlin fährt, so versucht sie auch hier der Vergangenheit des unbekannten Vaters und damit auch ihrer eigenen Vergangenheit auf die Spur zu kommen und endlich Antworten zu erhalten. Eine lesenswerte Familiengeschichte, die sehr interessant aufgebaut ist und die ich gerne weiterempfehle.

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