Paula Fox Die Zigarette und andere Stories

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Inhaltsangabe zu „Die Zigarette und andere Stories“ von Paula Fox

<p>»Alles, was wir haben, ist geliehen.« Paula Fox</p><br /><p>Ein Mann kann bei der Beerdigung seines Sohnes nicht weinen. Erst im Kino, wo er sich danach einen Mickey-Mouse-Film ansieht, bricht im Dunklen die Trauer aus ihm heraus. Einem jungen Mann stirbt der Hund, er erinnert sich an eine Frau, die er kurz zuvor abgewiesen hat, und ruft sie an. Eine Frau ist unsterblich in den Mann verliebt, dessen Haushalt sie in Ordnung hält, entscheidet sich aber am Ende für ihre Familie. Paula Fox erzählt in ihrer klaren, eleganten Sprache von Verlust und Liebe, von Verlorenheit und gnädiger Rettung. Sie versteht es, Brücken über den Abgrund zu schlagen, der uns Menschen von der Welt trennt.</p>

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    Die Zigarette und andere Stories
    parden

    parden

    LEBEN IN LICHT UND SCHATTEN... Ein Mann sitzt nach einer Beerdigung an einem strahlend heißen Sommertag im Kino, sieht einen Zeichentrickfilm an und fängt plötzlich an zu schreien; eine Frau, die auf einer von einem Ölteppich eingeschlossenen Insel lebt, verliebt sich unsterblich in den alten Künstler, für den sie täglich putzt, ohne kaum je mehr als ein paar Sätze mit ihm gewechselt zu haben; eine Schriftstellerin, bei der es sich um Paula Fox selbst handelt, wird um ein Haar an ihrem eigenen Schreibtisch erschossen, weil Jugendliche im Nachbargarten mit einer geladenen Pistole spielen. Neben ihren Romanen und Jugendbüchern hat Paula Fox seit den 60er-Jahren Erzählungen und kleine Prosastücke geschrieben, die hier zum ersten Mal versammelt sind. Oft sind es kleine, stille Begebenheiten, die sich schließlich zu etwas Unerhörtem ausweiten und so von den großen Themen Liebe, Tod und Verlust erzählen. Paula Fox ist eine Meisterin der genauen Beobachtungen, die selbst den einfachsten Situationen eine Poesie abtrotzt, die einen gefangen nimmt. Mit ihrer feinen, klaren und eindringlichen Sprache erschafft sie eine ganz eigene Welt, in der die Grenzen zwischen Autobiographie und Fiktion irgendwann nahezu aufgehoben scheinen. 'Die Zigarette und andere Stories' versammelt Texte von den 60er-Jahren bis heute, die noch einmal die kluge Beobachtungsgabe und die Menschenkenntnis einer großen zeitgenössischen Autorin, deren Leben und schreiben untrennbar miteinander verbunden sind, unter Beweis stellen. "Ich sehe es bildlich vor mir, wie du auf der Kante eines Hotelbetts sitzt und grundlos eine Nummer wählst, weil dir grundlos irgendjemand aus deiner Vergangenheit eingefallen ist. Aber so warst du schon immer. Lieber läufst du die halbe Nacht durch die Straßen, als einfach mal drei Minuten mit dir allein zu sein." Was sind das für Geschichten, die eine Seite kurz sein können oder zwanzig Seiten lang, in denen Autobiografisches erzählt und philosophisch resümiert, in denen pointiert etwas festgestellt und sogleich der mögliche Widerspruch daneben entfaltet wird? Sind das Stories? Essays? Erzählungen? Autobiografische Splitter? Vielleicht von allem etwas, vielleicht gibt es keinen Namen, der alles umfasst, der die über fünfundvierzig Jahre hinweg entstandenen kürzeren Texte von Paula Fox auf einen Nenner bringt. Ihn zu beschreiben drückt nicht aus, was mich ergriffen hatte. Es wäre so albern, als wollte man sagen, der HImmel ist blau, und der Sand ist gelb. Worte sind Netze, durch die alle Wahrheit hindurchfällt. Fest steht jedenfalls, dass Paula Fox in jeder Zeile dieser Texte authentisch zu finden ist. Sie, die selbst keine einfache Kindheit und Jugend hatte, die die Härte und Unzuverlässigkeit des Lebens schon früh erfahren musste, lässt den Leser teilhaben an den Gefühlen - Einsamkeit, Verlassenheit, Fremdheit, Irritation. Doch nicht anklagend, auch nicht verzweifelt, sondern mit einer Offenheit für das Unerträgliche. Und doch auch nicht hoffnungslos, kein Weltmisstrauen, keine düstere Weltsicht als vorwegnehmender Schutz vor noch mehr Schmerz - Nichts ist sicher. Alles ist möglich. Und wenn dies bedeutet, dass man immer auf alles gefasst sein muss, bedeutet dies auch: auf das Allerschönste... Er war erst sechsunddreißig. Erst! Würde er sich an seinem nächsten Geburtstag sagen, dass er erst siebenunddreißig war, und sich mit einem Wort zu trösten suchen, das sich auf der Kippe zwischen Hoffnung und Grauen befand? Eine unaufgeregte aber überaus eindringliche Sprache begegnet dem Leser da in diesen 17 Geschichten, berührend auf eine ganz eigene Weise. Eine großartige zeitgenössige Schriftstellerin, der ich hier endlich begegnen durfte, und ein Buch, das in jedem Fall Lust auf weitere Werke von Paula Fox macht. 'Paul ohne Jakob' oder 'Was am Ende bleibt' beispielsweise kenne ich bislang nur dem Titel nach. Ich denke, es wird Zeit, das zu ändern. Später, nachdem wir uns angefreundet hatten, nahm ich sein Gesicht genauer wahr, die Andeutung von Verschwiegenheit darin, die Wandelbarkeit und den, wie mir schien, inbrünstigen Wunsch, gemocht zu werden. In seinem unsicheren Lächeln erkannte ich erschrocken mich selbst wieder, doch im Unterschied zu meinem Lächeln war seines ungeschützt. Ich begriff rasch, dass wir beide nur dann offen zu anderen waren, wenn wir in ihnen dieselbe Hoffnung spürten - wobei ich mich im Leben darin mitunter geirrt habe. Ein beeindruckender Zufallsfund, der mir hier in die Hände gefallen ist. Und ich bin nun sehr neugierig darauf, mehr von der Autorin zu entdecken! © Parden

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  • Rezension zu "Die Zigarette und andere Stories" von Paula Fox

    Die Zigarette und andere Stories
    Ailis

    Ailis

    Der Band "Die Zigarette und andere Stories" versammelt mehrere Kurzgeschichten, Essays und "autobiographische Splitter", wie Bernadette Conrad es im Nachwort so treffend bezeichnet, aus der Feder Paula Fox'. Ich kannte diese Autorin bisher nicht, dabei hat sie mehrere Kinderbücher, Romane, Autobiographien, Kurzgeschichten, Essays und Erzählungen verfasst - da gibt es für mich noch einiges nachzuholen und das habe ich nach der Lektüre dieses Sammelbandes auch unbedingt vor. Ihre Sprache ist klar und schnörkellos, besitzt Tiefe, fängt Stimmungen ein und verschafft sich Gehör - mehr kann man sich für Kurzgeschichten und Essays nicht wünschen. Ihre Themen sind dabei vielfältig: es gibt so etwas wie Milieustudien, philosophische Betrachtungen des Lebens, autobiographische Stücke und Literaturbesprechungen - da ist für jeden was dabei. Nicht jede Kurzgeschichte fesselte mich, manche waren sogar etwas zu wirr oder schienen unvollständig, und dennoch hatte ich nie den Wunsch, das Buch aus der Hand zu legen. Besonders mochte ich ihre Essays, auch wenn sie mitunter ein hohes Maß an Konzentration einforderten - aber vielleicht auch gerade deswegen. In der Gesamtheit gesehen hinterlässt die Lektüre dieses Bandes eines: das Gefühl, mehr von dieser Autorin lesen zu wollen, da sie ohne Zweifel eine Stimme hat und einiges zu erzählen weiß.

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    parden

    parden

    28. June 2015 um 09:20
  • Rezension zu "Die Zigarette und andere Stories" von Paula Fox

    Die Zigarette und andere Stories
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    11. June 2011 um 12:42

    Die Brüchigkeit des inneren Lebens Paula Fox versammelt in diesem Erzählband eine Reihe alter und neuer Geschichten, die allesamt eines der Grundthemen der Autorin aufblitzen lassen. Die innere Gefährdung in Verlust und Einsamkeit des Menschen. Dass die Welt nicht sicher ist in den Beziehungen, dass es schnell „vorbei“ sein kann, dass alle Gedanken einer Kontrolle oder einer Sicherheit letztlich trügerisch sind. Und was das heißt für den einzelnen. Immer auch spürt man den Geschichten, dem, was Fox zu sagen hat, ab, dass hier Selbsterfahrenes einfließt, das die Autorin sehr wohl und wahrscheinlich besser, als ihr lieb ist, um die Brüchigkeit des Lebens weiß. Da, wo eine Frau fast erschossen wird, weil Jugendliche mit einer Pistole spielen, da wird dieses Brüchigkeit ganz deutlich und physisch von Fox in den Blick gerückt. Oder da, wo in der titelgebenden Erzählung die Ich-Erzählerin ernüchternd beschreibt, wie genau sie bereits als Kind wusste, dass alle Erwachsenen 8mit einer Ausnahme) sie anlogen. Oder sprechen verschraubt, eher um zu verbergen, was sie sagen wollen als um es auszudrücken. Zumindest der Vater hielt das so. Ein erschreckendes bild auch da, wo der Vater zum initmen Gespräch ansetzt mit der Tochter, ihr eine Zigarette unvermittelt in den Mund schiebt und das Gespräch damit beginnt, dass sie ihn unterhalten soll. Sie, die, welch zutreffende Metapher, zugleich die Übelkeit bekämpft, welche die Zigarette umgehend auslöst. Du doch raucht sie weiter. Fängt wieder an, nachdem sie es aufgegeben hatte, Jahre später. Komm nicht los. Nicht nur von der Zigarette, auch von der Beziehung zum Vater. Und schafft dann doch die Ablösung, aber nicht aus eigener Kraft, sondern unter dramatischen Umständen. Eine Geschichte, die als Eröffnung des Reigens der Erzählungen bereits alles beinhaltet, um was es im weiteren Verlauf des Buches geht. Autobiographisch geprägt, das Innere Erleben in den Blick nehmend, in klarer und doch bilderreicher und einprägsamer Sprache, versteht es Paula Fox, emotional mitnehmend von der Brüchigkeit des menschlichen Innenlebens zu erzählen. Eine Brüchigkeit und Unsicherheit des Lebens, die Paula Fox als Adoptivkind, eine Frau, die selber später ihr erstes Kind zur Adoption freigab. Erfahurngen, die ihr Leben und, ganz erkennbar in der Vielfalt der Themen der Geschichten dieses Buches, ihre schriftstellerische Arbeit prägen. In den Geschichten nimmt sie allerdings auch die andere Seite mit hinein. Nicht nur Opfer sind die Protagonisten, auch „Täter der Entfremdung“, wie jene Frau, die mit einem Sommergast fremdgeht und danach in ihrem eigenen Leben die Fremd erlebt, sich in große Distanz zu ihrer eigenen Familie gesetzt hat. Auf Dauer ist dieses Grundthema in solch geballter Form der 17 im Buch versammelten Geschichten einfach auch ein wenig zuviel, hier und da, trotz der lebendigen und wechselnden Sujets der Geschichten. Durchaus deprimierend kann es sein, Seite für Seite vom Verlust des Vertrauens und der Entfremdung in der Welt zu lesen. Berührend, aufrüttelnd und sprachlich hervorragend aber ist das Buch in Gänze dennoch.

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