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Olek

vor 2 Jahren

(8)

Die Geschichte und meine Meinung: 
Rachel ist am Boden. Sie hat vor Jahren ihren Mann an eine andere Frau verloren, leidet unter starken Alkoholproblemen und seit ein paar Monaten hat sie auch ihren Job verloren. Trotzdem fährt sie täglich die gleiche Strecke mit dem Zug hin nach London und wieder zurück, und das nur damit die einzige Person, die sie nicht ganz aufgegeben hat, sie nicht aus der Wohnung wirft. In der Rachel eigentlich nur für eine kurze Zeit bleiben wollte. 
Die Zugfahrten sind das einzige, was Rachel noch einen angenehmeren Tag bereitet, bevor sie diesen mit Alkohol füllt und ihren Ex anruft.
Bei den Zugfahrten kann sie aus dem Fenster gucken und die glücklichen Menschen beobachten. Sie hat sogar ein Lieblingspärchen, welches sie gerne beobachtet. 
Und so kommt es, dass sie an einem unscheinbaren Tag die Frau mit einem anderen Mann aus dem Zug aus beobachtet. Rachel ist ganz verwirrt und wütend auf die Frau, da diese ihren Mann betrügt, und Rachel ganz genau weiß wie es sich anfühlt betrogen zu werden. 
Sie überlegt auszusteigen und ihre Meinung kund zu tun, vertreibt den Gedanken aber. 
Als sie am nächsten Tag aus ihrem Suff erwacht, hört sie in den Nachrichten, dass genau diese Frau am Abend verschwunden ist.
Leider kann sich Rachel kaum an die Nacht davor erinnern. Sie wollte wieder zu ihrem Exmann fahren, hat es auch getan, doch sie erinnert sich nicht ihn getroffen zu haben. Alles scheint sehr verschwommen und unwirklich..
Doch das was sie eindeutig weiß, ist dass die Frau, die jetzt vermisst wird, fremdgegangen ist, und es gut sein kann, dass der unbekannte Mann etwas damit zu tun hat. Doch wer will einer Alkoholikerin mit Erinnerungslücken glauben?...

Endlich habe ich mal wieder was gelesen! Und das auch noch auf Englisch! 
Leider war ich nicht wirklich begeistert von diesem Thiller, sodass sich das Lesen sehr gezogen hat. Vor allem der Anfang ist sehr schwerfällig. 
Man weiß garnicht, wie man Rachel, oder auch die anderen Charaktere einschätzen soll. Jeder hat seine Geheimnisse, die er natürlich erst später preisgibt. Doch hier kommen so ziemlich alle interessanten Sachen, erst zum Schluss und man muss sich teilweise schon wirklich durchquälen. Das größte Problem ist, dass Rachel echt nichts anderes macht, als Trinken und zu ihrem Ex fahren... Es ist echt traurig und bemitleidenswert. 
So soll man Rachel natürlich auch zu Anfang sehen. Doch sie hat auch ganz andere, hartnäckige, Seiten. Man muss sie nur gut genug kennen. Mir hat sie gut gefallen.. 
Das gleiche gilt auch für die anderen Charaktere. Sagen wir mal, es ist nicht alles so, wie es zu Beginn scheint!
Der Schreibstil war an sich in Ordnung, außer dass man wohl das erste Drittel ganz einfach hätte kürzen können. Die englische Sprache bereitet auch diesmal keine Schwierigkeiten. Alles ist verständlich und genug detailliert beschrieben.
Ich fand es sehr originell und gut gemacht, dass die Sicht von Rachel über zu Megan, dem Opfer, und Anna, der neuen Frau von Rachel´s Ex geschrieben ist.
Hinzu kommt noch, dass jede der Frauen eine andere Zeitspanne beschreibt, welche dann noch in morgens und abends unterteil ist. Man ist theoretisch garnicht richtig dabei, sondern bekommt schon die gefilterte Version durch die Frauen mit. Somit braucht man natürlich länger um die Wahrheit zu Megans Verschwinden herauszufinden.

Das Cover ist dunkel gehalten und der Titel unscharf. Das sieht an sich ziemlich gut aus. Also ob sich die Buchstaben bewegen, so wie ein Zug.. 
Aber ansonsten nichts besonderes.

Fazit: ( 3 von 5 Punkten)
Insgesamt ist das Buch lesbar. Es ist nicht besonders spannend oder hat eine einfallsreiche Geschichte. Es ist einfach durch die Charaktere interessant und es gibt einen eher unerwarteten Schluss. 
Ich würde es eigentlich nur wegen der eher untypischen Protagonistin empfehlen.

Autor: Paula Hawkins
Buch: The Girl on the Train
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