Paula Leonhardt

 4.5 Sterne bei 6 Bewertungen
Autorin von Mit dem Wind.

Lebenslauf von Paula Leonhardt

Viele Namen, viele Geschichten: Paula Leonhardt ist das Pseudonym der deutschen Autorin Susanne Lieder. Sie wurde 1963 in Bad Oeynhausen geboren und lebt heute gemeinsam mit ihrer Familie und fünf Katzen in Niedersachsen.

Als Paula Leonhardt schreibt sie historische Romane die von den Lebensgeschichten bekannter Frauen inspiriert sind, generell schreibt die Autorin gerne über Frauen, die ihrer Zeit voraus sind, unkonventionelle Wege gehen und sich nicht den an sie gestellten Erwartungen anpassen. 2019 erscheint unter diesem Pseudonym ihr erster Roman: "Mit dem Wind".

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Cover des Buches Mit dem Wind (ISBN:9783548291932)

Mit dem Wind

 (6)
Erschienen am 26.07.2019

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Rezension zu "Mit dem Wind" von Paula Leonhardt

Mit dem Wind
MarySophievor 4 Tagen

Handlung:

Frankfurt 1879

Mathilde ist ein äußerst abenteuerlustiges Mädchen und geht keinem Erlebnis aus dem Weg. Als Mathilde mit ihrer Mutter auf Kur ist, sieht sie das erste Mal einen Heißluftballon und lernt den Heißluftballonfahrer Paul Naumann kennen. Mathilde ist von dessen Aufführung mehr als begeistert und hegt sofort den Wunsch ebenso schwerelos über die Erde zu fliegen und die Welt von oben betrachten zu können.

Nachdem sie Paul erst jahrelang assistiert hat, ermöglicht dieser Mathilde irgendwann, selbst einmal zu fliegen. Zusammen mit Paul erlebt Mathilde einige Abenteuer, sie werden nicht nur beruflich, sondern auch privat ein Paar. Bald wird das Glück mit einem Kind gekrönt und das Leben von Mathilde ist perfekt. Bis ein tragischer Unfall geschieht, nachdem alles anders sein wird, als zuvor...


Meinung:
Das Cover hat mir auf Anhieb gefallen. Es wirkt leicht und locker, gibt Hoffnung und zeigt den Wunsch und die Leidenschaft von Mathilde. Es werden Details aus dem Roman eingebracht, sei es die junge Dame, die durchaus Mathilde darstellen könnte oder die Heißluftballons, die ein großes Thema im Buch sind. Im unteren Teil befindet sich ein Fluss, der ein Handlungsort ist und einen besonderen Ort für Mathilde darstellt. Das Gesamtbild ist rund und stimmig, gefällt mir gut und passt perfekt zu dem Roman.


Als ich das erste Mal die Inhaltsangabe durchgelesen habe, war ich an der Handlung interessiert. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich mit dem Ballon fahren nie groß befasst habe und kaum etwas dazu weiß. Und erst recht nicht zu der damaligen Zeit, wo das alles noch recht neu und unbekannt war.

Dazu fand ich Mathilde direkt interessant. Sie wird besonders und anders beschrieben, modern, fortschrittlich und nicht nur auf ihr Aussehen und Auftreten bedacht. Das hat mir an ihrem Charakter sofort gefallen und ihr Wunsch nach Eigenständigkeit, sowie ihr Traum, eines Tages selbst über die Erde zu schweben war mir sympathisch. Es wurde deutlich, dass sie darum kämpfen will und somit deutete alles auf eine starke Protagonisten hin, auf die ich sehr gespannt war.


Von der ersten Seite bis zum Ende hat mir die Schreibweise unglaublich gut gefallen. Sie war leicht zu lesen, locker und einfach gehalten, weshalb ich sehr schnell in der Handlung weitergekommen bin. Hier kann ich wirklich sagen, dass die Kapitel nur so an mir vorbeigeflogen sind und ich viel zu schnell am Ende angelangt war.

Ich war erstaunt, was für ein schnelles und etwas vorlautes Mundwerk schon die jugendliche Mathilde hat und das dies auch so angehalten hat. Mathilde ist nie um eine Aussage verlegen und redet so, wie sie denkt. Dadurch wirkt sie menschlich und lebendig, hat mir in ihrem Auftreten gut gefallen.


Ab und an hätte ich es gut gefunden, wenn ein paar mehr historische Details eingebunden worden wären, das kam nur äußerst selten vor. So hat sich die Autorin wirklich besonders auf Mathilde, ihre Familie und das Ballonfahren konzentriert, was aber auch vollkommen in Ordnung ist. Eigentlich war es sogar gut, dass das Hauptaugenmerk darauf gerichtet war, so sind wunderbar sympathische und liebenswerte Charaktere entstanden.


Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal beginnt die Handlung 1879 mit der jugendlichen Mathilde und man folgt ihrem Leben viele Jahre. Die zweite Zeitebene spielt im Jahr 1929 und darin beschreibt Mathildes Tochter Rosa kurz ihr Leben und vor allem Details aus dem Leben ihrer Mutter. Dies erzählt sie zwei verschiedenen Personen und darauf folgend gibt es immer einige Kapitel, in denen das Leben von Mathilde erzählt wird.

Das kam für mich äußerst überraschend, ich hatte eigentlich erwartet, dass durchweg das Leben von Mathilde geschildert wird. An sich finde ich die Idee, zwei zeitliche Ebenen einzubauen okay, konnte mich aber nur schwer mit Rosa anfreunden. Sie ist sehr schüchtern und zurückhaltend, ein kompletter Gegensatz zu ihrer starken, aufgeweckten und sympathischen Mutter. Ich fand die Kapitel aus der Vergangenheit stets interessanter, die Handlung wird einfach bunter und belebter beschrieben und wirkt nicht so steif.


Allgemein wird die Handlung von einem allwissenden Erzähler beschrieben, der viele Details aus dem Leben der Protagonisten geben kann und oft auch in die Gedanken der Personen schaut. Hierbei begleitet man als Leser fast nur Mathilde und ihre Erlebnisse, nur selten wechselt der Erzähler auf Fritz und beschreibt auf einigen Seiten seine Gedanken und Handlungen.


Die Handlung wurde interessant beschrieben, es entstanden absolut keine Längen und ich habe das Buch gern gelesen. Leider muss ich sagen, dass mir die Handlung ab und zu etwas zu vorhersehbar war. Im Grunde waren einige Ereignisse oder Begebenheiten nicht überraschend für mich. Schon eher hatte ich das genau so gedacht und wurde bald darauf in meiner Vermutung bestätigt. Das fand ich etwas schade, weil es so wirklich keine Punkte gibt, die mich überrascht haben. Dadurch gab es natürlich auch keine hohe Spannungskurve.

Längen konnten erst gar nicht entstehen, da viele Zeitsprünge eingebaut wurden, die nur wenige Jahre umfassten und stets dann einsetzten, wenn etwas besonderes in Mathildes Leben passiert. Mir hat das Sprunghafte richtig gut gefallen, so wird wirklich nur das Wichtigste beschrieben und gleichzeitig passt das auch zu Mathilde. Sie bleibt nicht lange auf einem Punkt, will sich weiterentwickeln und lernen.


Lange Zeit war ich unentschlossen, welche Bewertung ich dem Buch geben werde. Ich fand die Handlung gut, aber nicht umwerfend und habe mir irgendwann gedacht, dass ich einfach mal das Ende abwarten werde. Und genau das war die richtige Entscheidung. Mir haben die letzten Seiten wirklich gut gefallen, ich war emotional berührt und gleichzeitig begeistert. Obwohl es auch nicht sonderlich überraschend war, hat es mich mitgenommen, wirkte natürlich und einfach passend.


Als Setting dient vor allem Frankfurt, dazu gibt es wenige Szenen in Wiesbaden, die einen wichtigen Schritt in ein neues Leben für Mathilde bedeuten. Es gibt nur wenige Orte in Mathildes Heimatstadt Frankfurt, wo Szenen spielen. Meist finden diese in der Wohnung der Familie Krämer, der Werkstatt von Paul Naumann oder dem Fluss statt, wo sie sich häufig mit Fritz trifft. Es gibt recht wenige Beschreibungen der Orte, man kann sie sich nur grob vorstellen oder sich einiges dazudenken. Deshalb fand ich es bewundernswert, dass die Wohnung der Krämers so lebendig, gemütlich und einladend wirkte. Man erfährt darüber nur ganz wenig und trotzdem strahlt sie ein heimeliges Gefühl aus.


Wie vielleicht schon aus meinen Worten herauszulesen war hat mir der Charakter von Mathilde richtig gut gefallen. Sie war eine starke Person, die für ihre Wünsche gekämpft hat, auch mal den Mund aufgemacht hat, wenn ihr etwas nicht gepasst hat und sehr natürlich in ihrem Auftreten war. Ihr ganzer Charakter war stimmig, sie war sympathisch und ich habe Mathilde gern auf ihrem Lebensweg begleitet.

Auch die anderen Protagonisten waren richtig gut ausgearbeitet, hatten besondere Charakterzüge und sind sich selbst treu geblieben. Haben ihre Meinung und Aussagen mit allem verteidigt und haben vor allem Mathilde unterstützt, ihr zugeredet und versucht, sie zu verstehen.

Lediglich Paul Naumann fand ich kompliziert. Er ist aus der Masse herausgestochen, weil er anders war und man ihn nicht einschätzen konnte. War er wirklich ein so sympathischer Mensch oder ist das nur eine Maske? Ich fand ihn auch in seiner Beschreibung nicht ganz so ausgereift und anschaulich. Ihm fehlt das besondere Etwas, dass ihm mir sympathisch gemacht hätte. So habe ich seine Handlungen und Aussagen hinterfragt und kritisch betrachtet.


Fazit:

Bis auf meinen Kritikpunkt, dass ich die Handlung etwas vorhersehbar fand, war ich wirklich angetan von dem Buch. Die Schreibweise war einfach wundervoll und ich habe es geliebt, wie schnell sich das Buch lesen ließ. Mathilde war ein sympathischer, aufgeweckter Hauptcharakter, der immer wieder Schwung in die Handlung gebracht hat und einfach toll war. Dazu hat mir die Ausarbeitung der anderen Charaktere gut gefallen und die Details über Heißluftballons waren interessant und es war dem Leser möglich, ein Stück dieser Geschichte mitzuerleben.

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Rezension zu "Mit dem Wind" von Paula Leonhardt

Hat mein Herz in Windeseile erobert
katikatharinenhofvor 7 Tagen

Mathildes Abenteuerlust kennt keine Grenzen und sie ist selig, als sie den Luftakrobaten und Ballonfahrer Paul Naumann kennenlernt. Denn Paul bedeutet für Mathilde die Verwirklichung all ihrer kühnsten Träume vom Fliegen. Hartnäckig wie sie ist, rückt sie ihm nicht mehr von der Pelle und erreicht so, dass Paul sie mit aufsteigen lässt. Schon bald wird  aus den aufregenden Unternehmungen und Auftritten mehr, denn es schleichen sich Gefühle ein, die Mathilde so nicht eingeplant hat. Als Mathilde schwanger wird, scheint der Traum vom Ballonfahren ausgeträumt, doch Mathilde lässt sich so leicht nicht den Wind aus dem Ballon nehmen....

Ich selbst träume schon lange davon, einmal mit einem Ballon in die Lüfte zu steigen und die Welt von oben zu sehen. Was liegt also näher, als dieses wundervolle Buch in die Hand zu nehmen und mich von einer unerschrockenen, aufgeweckten Frau inspirieren zu lassen und ihrem aufregenden Lebensweg zu folgen.
Paula Leonhardt schafft es mit ihrem fesselnden und bildhaften Schreibstil bei mir Herzklopfen, Vorfreude und Anspannung zugleich zu wecken und schürt somit noch mehr die Neugier auf das Erlebnis Ballonfahren :-)
Ihre Hauptdarstellerin ist ihr besonders gut gelungen, denn Mathilde kommt derart plastisch aus der Erzählung, dass man fast meint, sie würde aus den Seiten steigen und ihre außergewöhnliche Lebensgeschichte dem Leser selbst erzählen. Die sepiafarbenen Bilder, die Leonhardt zeichnet, bekommen so Farbe und Leben eingehaucht und ich sehe alles wie in einem stimmungsvollen, inspirierenden Film vor meinem geistigen Auge ablaufen.
Die Lebens- & Liebesgeschichte fließt der Autorin scheinbar mühelos aus der Feder und lässt mich viele Emotionen erleben. Ich halte gespannt den Atem an und habe Herzklopfen, wenn Mathilde in die Lüfte steigt. Habe Schmetterlinge im Bauch und einen Kloß im Hals, wenn sie der Liebe begegnet und weine mit ihr, wenn sie den Verlust der Mutter betrauert.
Alle Figuren, die die Autorin in diesem wundervollen Roman auftreten lässt, begeistern mich mit ihrem Wirken - jedes Detail, jeder Charakterzug stimmt  hier haargenau und formt so tolle Persönlichkeiten, die dem Roman ihren eigenen Stempel aufdrücken.
Dieses Buch hat mein Herz in Windeseile erobert und wird auch noch lange, lange darin einen Platz innehaben.

Könnt' ich nur einmal wie der Wind fliegen.
Mit den Wolken übers Meer,
ach mein Leben gäb' ich her.
Könnt' ich fliegen!
Könnt' ich fliegen!
(Alexandra)

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Rezension zu "Mit dem Wind" von Paula Leonhardt

Eine großartige Geschichte über das Ballonfahren!
Monika58097vor 9 Tagen

Mathilde, von allen nur liebevoll Tille genannt, ist schon als Kind ein echter Wildfang. Jetzt, als junge Frau, hat sich daran kaum etwas geändert. Am liebsten ist Tille mit ihrem langjährigen Freund Fritz unten am Fluss zum Steine werfen. Für Fritz ist Tille jedoch längst mehr geworden als nur die gute Freundin.

Es ist das Jahr 1884. Als die junge Frau Paul Naumann kennenlernt, wittert sie sofort ein neues Abenteuer, den Paul ist Ballonfahrer und zugleich Luftakrobat. Er tritt öffentlich auf und verdient sein Geld mit Vorstellungen auf großen Plätzen. Nichts findet Tille faszinierender, als auch einmal mit einem Ballon zu fahren, doch noch findet Paul es zu riskant für eine Frau. Tille gibt sich zunächst damit zufrieden, dem Ballonfahrer die Ausrüstung auszubessern oder gar komplett neu zu nähen. Schließlich ist sie Näherin und versteht ihr Handwerk. Dann ist es soweit. Tille darf Paul begleiten und ihm assistieren. Endlich erfüllt sich ihr Traum vom Fliegen!

Tille und Paul verbindet mehr als nur die Ballonfahrerei. Tille wird schwanger und bekommt eine Tochter. Rosa. Dass das Kind unehelich ist, stört Tille herzlich wenig. Sie legt nicht allzu viel Wert auf die Meinung der Menschen, die denken, dass sich so etwas für eine Dame nicht schickt. Paul ist ein Lebemann. Er liebt nicht nur das Leben, sondern auch die Frauen. Tille erwischt ihn, wie er gerade ihre nervige Cousine Emma küssen möchte. Um zu beweisen, was Tille ihm wirklich bedeutet, will er sie endlich heiraten, doch bevor es zur Hochzeit kommt, geschieht ein tragischer Unfall. Fritz steht ihr wie immer zur Seite, doch wird die junge Mutter die Ballonfahrerei nun endgültig aufgeben müssen?

"Mit dem Wind" - eine wunderbare, packende Lektüre über das Ballonfahren. Der Erzählstil angenehm und so bildhaft, dass ich mir als Leser vorkam, als würde ich hautnah dabei sein. Dabei auf einer Art Jahrmarkt, auf dem Paul auftritt. Viele Menschen um mich herum, voller Spannung, voller Aufregung mit dem einstigen Ziel, Zeuge von Pauls spektakulärer Luftakrobatik zu werden. 

Tille muss man einfach sofort mögen. Diese junge Frau, die ihrer Zeit sehr weit voraus ist. Man spürt direkt ihre Abenteuerlust, ihren Drang, immer wieder etwas Neues zu entdecken und zu erleben. Und dann Fritz, der junge Mann, der Tille heimlich liebt und still leidet. Ich habe ihm ständig die Daumen gedrückt, dass er auch endlich sein Glück finden mag.

"Mit dem Wind" - was für ein wundervolles Buch! Allerbeste Unterhaltungsliteratur! 

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