Paula Polanski

 4.1 Sterne bei 63 Bewertungen
Autorin von STRAFE und STRAFE.

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STRAFE

STRAFE

 (55)
Erschienen am 25.05.2015
STRAFE

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 (8)
Erschienen am 25.05.2015

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Rezension zu "STRAFE" von Paula Polanski

Es ist nicht immer alles so, wie es scheint. Das gilt auch für diese Geschichte.
JulieMalievor einem Jahr

Ohne Vorwarnung erhält der Schriftsteller Max Schmeling einen Brief von seinem ehemaligen Schulkameraden Tibor Schittkowski. Dieser bittet ihn um einen Gefallen. Obwohl sich die beiden nie gut kannten und sich auch nicht sehr nahe standen, lässt sich Max auf die Forderung ein. Und damit auch auf ein gefährliches und überraschendes Spiel...

Dieses Buch hat mich absolut begeistert und ich kann jetzt schon verraten, dass es sich mit seinen letzten Seiten auf die Liste meiner Lieblingsbücher katapultiert hat. Der Roman hat alles das, was ich mir von einem Buch wünsche. Es gibt eine interessante Grundgeschichte, die immer wieder neue Wendungen erfährt, den Leser in seinen Bann zieht und dafür sorgt, dass er nicht mehr aufhören kann, zu lesen. Weiterhin ist die Sprache sehr einfach und gut lesbar, aber dennoch sehr wirkungsvoll. Die Figuren, ihre Umgebung und ihre Gedanken werden tiefgründig beschrieben, sodass man als Leser das Gefühl hat, den Protagonisten und die Nebenfiguren auswendig zu kennen. Gleichzeitig blieben in der Geschichte die ganze Zeit über aber auch Fragen offen, die dann zum Schluss in überraschender Art und Weise geklärt wurden.

Schon während des Lesens war ich mir sicher, dass das Buch von mir mindestens vier Sterne bekommen wird. Meine einzigen beiden Kritikpunkte waren die Art des Erzählers und dass die Handlung im Präsens geschrieben ist. Dadurch war es immer ein kleines bisschen beschwerlich, die Geschichte zu lesen, weil ich diese Art des Schreibens nicht gewohnt bin. Dass es aber selbst für diese Kritikpunkte am Ende des Romans eine logische Erklärung gab, hat mich dann dazu veranlasst, dem Buch 5 Sterne zu geben.

Fazit:
Der Roman ist ein von vorne bis hinten perfekt gelungenes Buchkonzept, dass der Leser aber erst zum Ende durchschaut. Nie im Leben hätte ich mit diesem Ende und dieser Auflösung der Geschichte gerechnet! Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Fünf Sterne sind eigentlich zu wenig für dieses tolle Buch!

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JulesBarroiss avatar

Rezension zu "STRAFE" von Paula Polanski

Verwirrspiel der Extraklasse
JulesBarroisvor 2 Jahren

STRAFE: - Håkan Nesser (Autor), Paula Polanski (Autor), Paul Berf (Übersetzer), 288 Seiten,  btb Verlag (12. Dezember 2016), 9,99 €, ISBN-13: 978-3442714520

 

"Strafe" ist mehr als ein Krimi, mehr Rätsel als eine Detektivgeschichte, voller Finten und Fallen. Denn Håkan Nesser hat für diesen Roman eine angebliche Co-Autorin, Paula Polanski, die zugleich eine der Protagonistinnen ist.

Aber nun der Reihe nach:

Der preisgekrönte Autor Max Schmeling wird von seinem alten Schulfreund Tibor Schittkowski kontaktiert, den er seit 40 Jahren nicht mehr gesehen hat. Tibor liegt im Sterben und gibt Max ein Dokument mit seiner Lebensgeschichte; eine tragische Bilanz von Liebe, Gewalt und Verrat, die Tibor für Jahrzehnte ins  Gefängnis gebracht hatte. Je mehr Max liest desto geheimnisvoller erscheint die ganze Angelegenheit, und die Frage ist, was letztlich Tibors Ziel war, den Kontakt wieder aufzunehmen.

Bis dahin ist noch alles klar: Ein alternder Autor, der nach drei gescheiterten Ehen zu Depressionen neigt, ein geheimnisvoller Text, ein Rätsel, das es zu lösen gilt. Je weiter sich Max allerdings in Tibors Manuskript vertieft, umso deutlicher wird, dass dies kein Krimi wie alle anderen ist. Warum tauchen in Tibors Geschichte exakt jene Schauplätze auf, die auch in dem Roman, an dem Max arbeitet, eine Rolle spielen? Was ist aus Kristiana geworden? Und was genau will Tibor nun eigentlich von Max?

Ein neues Buch von Håkan Nesser. Nicht nur. Håkan Nesser hat für seinen Roman "Strafe" eine Mitautorin gefunden, die zugleich eine der Protagonistinnen ist. Das bleibt nicht die einzige Verwirrung in diesem Buch. Tibors Bericht, Paulas Niederschrift, Max' Erinnerungen - geschickt ineinander verschachtelt, der Roman scheint sich auch irgendwie selbst zu beobachten, schwappt immer wieder in die Wirklichkeit des Lesers und behandelt gleichsam nebenbei eine Fülle von Themen. Serviert wird es in Nessers typischer, oft schräger, aber auch oft poetischer Prosa. Manche Fäden bleiben unaufgelöst. Hier wird mit Pseudonymen gespielt, genauso wie die Verwirrung der Hauptfigur auch den Leser ergreift. Und dann bleibt noch die Frage: Wer ist diese Paula Polanski eigentlich? Eine Romanfigur? Oder eine - wie es beim Verlag heißt - deutsche Publizistin, die anonym bleiben möchte? Vielleicht beides, vielleicht nicht - und vielleicht muss man das auch gar nicht so genau wissen.

Das Buch ist echtes Juwel. Ein Spiel mit der Erzählung, wo der Erzähler Co-Schöpfer ist und man nicht weiß, wer sich auf welcher Seite des Spiegels befindet? Es ist eine dunkle und bedrohliche Geschichte, die nach einem etwas langwierigen und kniffligem Beginn eine Wendung nimmt, die den erfahrenen Nesser-Leser bist zur letzten Seite fesseln wird. Es ist voll unwiderstehlicher Unberechenbarkeit und leiser Melancholie.

All das servieren Nesser und Polanski in einer oft schrägen, oft poetischen Prosa, die mit Absicht manche Fäden unaufgerollt lässt und mit Pseudonymen und der Frage des gemeinsamen Schreibens ebenso genussvoll spielt wie mit der Verwirrung der Hauptfigur und des Lesers. Und selbst die überraschende Auflösung lässt noch so manche Frage offen - etwa jene nach Paula Polanski.

Es ist eine anspruchsvolle Geschichte mit einer etwas komplizierte Handlung. Doch die Mühe lohnt sich. Nehmen Sie als Leser diese Herausforderung an.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des btb Verlages

https://www.randomhouse.de/Buch/STRAFE/Paula-Polanski/btb-Hardcover/e465029.rhd

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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Greedyreaders avatar

Rezension zu "STRAFE" von Paula Polanski

Der Tag der Abrechnung
Greedyreadervor 3 Jahren

Im Roman “’Strafe” von Paula Polanski und Hakan Nessser erhält der Schriftsteller Max Schmeling einen von seinem Verlag weitergeleiteten Brief seines ehemaligen Klassenkameraden Tibor Schittkowski, den er seit etwa fünfundvierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Schon damals fand er Tibor nicht besonders sympathisch. Der wenig beliebte Mitschüler hatte bei einigen den Spitznamen Scheißhaufen, eine Verballhornung seines Namens, die sich anbot. In dem Brief bittet Tibor um ein baldiges Treffen. Er leide an ALS und habe nicht mehr lange zu leben. Vor seinem Tod will er noch eine Sache erledigen. Dafür braucht er die Hilfe von Max. Er fordert nachdrücklich eine alte Schuld ein, da er ihm angeblich zweimal das Leben gerettet hat. Eher widerwillig nimmt Max telefonisch Kontakt zu ihm auf und erklärt sich in einem weiteren Gespräch dazu bereit, den “sterbenden Scheißhaufen Tibor Schittkowski” (S. 19) in Gimsen zu treffen. Max Schmeling wagt es trotz aller unguten Gefühle nicht, einem Sterbenden den letzten Wunsch abzuschlagen. Er ahnt nicht, dass es bei der ganzen Angelegenheit mehr um ihn selbst als um Tibor geht und von da an nichts mehr so sein wird wie zuvor.

Ich schätze Hakan Nesser als Autor sehr, und auch sein neuer Roman hat mich nicht enttäuscht. Als Koautorin erscheint Paula Polanski. Laut Verlagsmitteilung handelt es bei diesem Pseudonym um eine deutsche Publizistin, die Nesser bei einer seiner Lesereisen in Deutschland getroffen hat. Aus nachvollziehbaren Gründen wolle sie ihre Anonymität wahren. Das ist vielleicht so, vielleicht aber auch nicht. Pseudonyme sind im Verlagswesen voll im Trend - man denke nur an Nicolas Barreau und Jean-Luc Bannalec, die pseudofranzösischen Bestsellerautoren. Eine Autorin, die zugleich Protagonistin im Roman ist - das ist schon ungewöhnlich. Auf die Enthüllung der wahren Identität von Pauls Polanski wartet der Leser vegeblich. Mir kommt es allerdings eher so vor, als sei die Koautorin Polanski Teil der Fiktion. “Rache” ist ein überaus raffiniertes Verwirrspiel. Erst zum Schluss versteht der Leser, wie alles zusammenhängt.

Mir hat der spannende Roman sehr gut gefallen und ich empfehle ihn ohne Einschränkung weiter.

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