STRAFE

von Paula Polanski und Håkan Nesser
4,1 Sterne bei54 Bewertungen
STRAFE
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Neue Kurzmeinungen

sandra97s avatar

Ein Buch, dass den Leser mehr und mehr fesselt

JulieMalies avatar

Dieses Buch ist eine absolute Überraschung! Ich bin voll und ganz begeistert! Klare Leseempfehlung!

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Inhaltsangabe zu "STRAFE"

Wenn wir unser Leben Revue passieren lassen, sind wir dann frei von Schuld? Der Brief kommt überraschend, und er holt den Schriftsteller Max Schmeling aus seiner Komfortzone: einen Gefallen soll er ihm tun, seinem ehemaligen Schulkameraden Tibor Schittkowski, den er seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat und den er aus vielen Gründen auch nicht sonderlich gut leiden konnte. Dass er sich auf ein Spiel mit gefährlichem Einsatz einlässt, ist ihm da noch nicht klar...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442756063
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:25.05.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 25.05.2015 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    JulieMalies avatar
    JulieMalievor einem Jahr
    Kurzmeinung: Dieses Buch ist eine absolute Überraschung! Ich bin voll und ganz begeistert! Klare Leseempfehlung!
    Es ist nicht immer alles so, wie es scheint. Das gilt auch für diese Geschichte.

    Ohne Vorwarnung erhält der Schriftsteller Max Schmeling einen Brief von seinem ehemaligen Schulkameraden Tibor Schittkowski. Dieser bittet ihn um einen Gefallen. Obwohl sich die beiden nie gut kannten und sich auch nicht sehr nahe standen, lässt sich Max auf die Forderung ein. Und damit auch auf ein gefährliches und überraschendes Spiel...

    Dieses Buch hat mich absolut begeistert und ich kann jetzt schon verraten, dass es sich mit seinen letzten Seiten auf die Liste meiner Lieblingsbücher katapultiert hat. Der Roman hat alles das, was ich mir von einem Buch wünsche. Es gibt eine interessante Grundgeschichte, die immer wieder neue Wendungen erfährt, den Leser in seinen Bann zieht und dafür sorgt, dass er nicht mehr aufhören kann, zu lesen. Weiterhin ist die Sprache sehr einfach und gut lesbar, aber dennoch sehr wirkungsvoll. Die Figuren, ihre Umgebung und ihre Gedanken werden tiefgründig beschrieben, sodass man als Leser das Gefühl hat, den Protagonisten und die Nebenfiguren auswendig zu kennen. Gleichzeitig blieben in der Geschichte die ganze Zeit über aber auch Fragen offen, die dann zum Schluss in überraschender Art und Weise geklärt wurden.

    Schon während des Lesens war ich mir sicher, dass das Buch von mir mindestens vier Sterne bekommen wird. Meine einzigen beiden Kritikpunkte waren die Art des Erzählers und dass die Handlung im Präsens geschrieben ist. Dadurch war es immer ein kleines bisschen beschwerlich, die Geschichte zu lesen, weil ich diese Art des Schreibens nicht gewohnt bin. Dass es aber selbst für diese Kritikpunkte am Ende des Romans eine logische Erklärung gab, hat mich dann dazu veranlasst, dem Buch 5 Sterne zu geben.

    Fazit:
    Der Roman ist ein von vorne bis hinten perfekt gelungenes Buchkonzept, dass der Leser aber erst zum Ende durchschaut. Nie im Leben hätte ich mit diesem Ende und dieser Auflösung der Geschichte gerechnet! Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Fünf Sterne sind eigentlich zu wenig für dieses tolle Buch!

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    JulesBarroiss avatar
    JulesBarroisvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Das Buch ist echtes Juwel. Ein Spiel mit der Erzählung. Eine dunkle und bedrohliche Geschichte voll unwiderstehlicher Unberechenbarkeit .
    Verwirrspiel der Extraklasse

    STRAFE: - Håkan Nesser (Autor), Paula Polanski (Autor), Paul Berf (Übersetzer), 288 Seiten,  btb Verlag (12. Dezember 2016), 9,99 €, ISBN-13: 978-3442714520

     

    "Strafe" ist mehr als ein Krimi, mehr Rätsel als eine Detektivgeschichte, voller Finten und Fallen. Denn Håkan Nesser hat für diesen Roman eine angebliche Co-Autorin, Paula Polanski, die zugleich eine der Protagonistinnen ist.

    Aber nun der Reihe nach:

    Der preisgekrönte Autor Max Schmeling wird von seinem alten Schulfreund Tibor Schittkowski kontaktiert, den er seit 40 Jahren nicht mehr gesehen hat. Tibor liegt im Sterben und gibt Max ein Dokument mit seiner Lebensgeschichte; eine tragische Bilanz von Liebe, Gewalt und Verrat, die Tibor für Jahrzehnte ins  Gefängnis gebracht hatte. Je mehr Max liest desto geheimnisvoller erscheint die ganze Angelegenheit, und die Frage ist, was letztlich Tibors Ziel war, den Kontakt wieder aufzunehmen.

    Bis dahin ist noch alles klar: Ein alternder Autor, der nach drei gescheiterten Ehen zu Depressionen neigt, ein geheimnisvoller Text, ein Rätsel, das es zu lösen gilt. Je weiter sich Max allerdings in Tibors Manuskript vertieft, umso deutlicher wird, dass dies kein Krimi wie alle anderen ist. Warum tauchen in Tibors Geschichte exakt jene Schauplätze auf, die auch in dem Roman, an dem Max arbeitet, eine Rolle spielen? Was ist aus Kristiana geworden? Und was genau will Tibor nun eigentlich von Max?

    Ein neues Buch von Håkan Nesser. Nicht nur. Håkan Nesser hat für seinen Roman "Strafe" eine Mitautorin gefunden, die zugleich eine der Protagonistinnen ist. Das bleibt nicht die einzige Verwirrung in diesem Buch. Tibors Bericht, Paulas Niederschrift, Max' Erinnerungen - geschickt ineinander verschachtelt, der Roman scheint sich auch irgendwie selbst zu beobachten, schwappt immer wieder in die Wirklichkeit des Lesers und behandelt gleichsam nebenbei eine Fülle von Themen. Serviert wird es in Nessers typischer, oft schräger, aber auch oft poetischer Prosa. Manche Fäden bleiben unaufgelöst. Hier wird mit Pseudonymen gespielt, genauso wie die Verwirrung der Hauptfigur auch den Leser ergreift. Und dann bleibt noch die Frage: Wer ist diese Paula Polanski eigentlich? Eine Romanfigur? Oder eine - wie es beim Verlag heißt - deutsche Publizistin, die anonym bleiben möchte? Vielleicht beides, vielleicht nicht - und vielleicht muss man das auch gar nicht so genau wissen.

    Das Buch ist echtes Juwel. Ein Spiel mit der Erzählung, wo der Erzähler Co-Schöpfer ist und man nicht weiß, wer sich auf welcher Seite des Spiegels befindet? Es ist eine dunkle und bedrohliche Geschichte, die nach einem etwas langwierigen und kniffligem Beginn eine Wendung nimmt, die den erfahrenen Nesser-Leser bist zur letzten Seite fesseln wird. Es ist voll unwiderstehlicher Unberechenbarkeit und leiser Melancholie.

    All das servieren Nesser und Polanski in einer oft schrägen, oft poetischen Prosa, die mit Absicht manche Fäden unaufgerollt lässt und mit Pseudonymen und der Frage des gemeinsamen Schreibens ebenso genussvoll spielt wie mit der Verwirrung der Hauptfigur und des Lesers. Und selbst die überraschende Auflösung lässt noch so manche Frage offen - etwa jene nach Paula Polanski.

    Es ist eine anspruchsvolle Geschichte mit einer etwas komplizierte Handlung. Doch die Mühe lohnt sich. Nehmen Sie als Leser diese Herausforderung an.

    Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des btb Verlages

    https://www.randomhouse.de/Buch/STRAFE/Paula-Polanski/btb-Hardcover/e465029.rhd

    Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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    Greedyreaders avatar
    Greedyreadervor 3 Jahren
    Der Tag der Abrechnung

    Im Roman “’Strafe” von Paula Polanski und Hakan Nessser erhält der Schriftsteller Max Schmeling einen von seinem Verlag weitergeleiteten Brief seines ehemaligen Klassenkameraden Tibor Schittkowski, den er seit etwa fünfundvierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Schon damals fand er Tibor nicht besonders sympathisch. Der wenig beliebte Mitschüler hatte bei einigen den Spitznamen Scheißhaufen, eine Verballhornung seines Namens, die sich anbot. In dem Brief bittet Tibor um ein baldiges Treffen. Er leide an ALS und habe nicht mehr lange zu leben. Vor seinem Tod will er noch eine Sache erledigen. Dafür braucht er die Hilfe von Max. Er fordert nachdrücklich eine alte Schuld ein, da er ihm angeblich zweimal das Leben gerettet hat. Eher widerwillig nimmt Max telefonisch Kontakt zu ihm auf und erklärt sich in einem weiteren Gespräch dazu bereit, den “sterbenden Scheißhaufen Tibor Schittkowski” (S. 19) in Gimsen zu treffen. Max Schmeling wagt es trotz aller unguten Gefühle nicht, einem Sterbenden den letzten Wunsch abzuschlagen. Er ahnt nicht, dass es bei der ganzen Angelegenheit mehr um ihn selbst als um Tibor geht und von da an nichts mehr so sein wird wie zuvor.

    Ich schätze Hakan Nesser als Autor sehr, und auch sein neuer Roman hat mich nicht enttäuscht. Als Koautorin erscheint Paula Polanski. Laut Verlagsmitteilung handelt es bei diesem Pseudonym um eine deutsche Publizistin, die Nesser bei einer seiner Lesereisen in Deutschland getroffen hat. Aus nachvollziehbaren Gründen wolle sie ihre Anonymität wahren. Das ist vielleicht so, vielleicht aber auch nicht. Pseudonyme sind im Verlagswesen voll im Trend - man denke nur an Nicolas Barreau und Jean-Luc Bannalec, die pseudofranzösischen Bestsellerautoren. Eine Autorin, die zugleich Protagonistin im Roman ist - das ist schon ungewöhnlich. Auf die Enthüllung der wahren Identität von Pauls Polanski wartet der Leser vegeblich. Mir kommt es allerdings eher so vor, als sei die Koautorin Polanski Teil der Fiktion. “Rache” ist ein überaus raffiniertes Verwirrspiel. Erst zum Schluss versteht der Leser, wie alles zusammenhängt.

    Mir hat der spannende Roman sehr gut gefallen und ich empfehle ihn ohne Einschränkung weiter.

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    borgis avatar
    borgivor 3 Jahren
    Ein Spiel mit Namen und Autoren

    Ich habe mittlerweile viele Bücher von Hakan Nesser gelesen und habe auch hier den besonderen Schreibstil Nessers vorgefunden. Zum eigentlichen Inhalt möchte ich fast nichts schreiben, denn die Gefahr ist zu groß, wichtiges zu verraten. Mir sind aber zwei Stilmittel besonders aufgefallen, deren sich die Autoren hier bedienen: Zum einen sind es bekannte Namen und Schriftsteller. Schon die Hauptperson, Max Schmeling, ist Autor. Es hat sich aber schnell herausgestellt, dass Max diesen Namen eben wegen dem berühmten Boxer bekommen hat. Später taucht dann eine weitere wichtige Person auf: Paula Polanski. Hoppla, dachte ich, das ist doch die Co-Autorin des Buches? Seltsam. Und auch Paula Polanski ist im Buch Schriftstellerin. Und noch eine kleine Spielerei ist mir aufgefallen: Ein Protagonist liest das Buch "Die Perspektive des Gärtners" von Erik Steinbeck. Das Buch hab ich selbst gelesen, aber: es ist von Hakan Nesser! Der erwähnte Steinbeck war dort der Protagonist. Das zweite ist die Sprache. Es fällt auf, wie ausgewählt und besonders selbst die kleinsten Details beschrieben werden. Beispielsweise die Analyse eines einzelnen, gesprochenen Wortes. Wie es betont wird, wie es nachhallt usw. Dies findet sich in der Geschichte ebenso wie in den Gedanken und Dialogen der Hauptdarsteller. Der eigentliche Plot war sehr überraschend, auch wenn ich ihn nicht so gelungen fand. Er gibt dem Buch aber eine spannende und überraschende Wende, die sicher den Gesamteindruck des Buches prägt.

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    mrs-luckys avatar
    mrs-luckyvor 3 Jahren
    Eine raffinierte Geschichte mit einigen Überraschungen

    Dieses Buch ist schwer einzuordnen. Håkan Nesser ist als Verfasser von Kriminalromanen bekannt und tritt hier als Coautor auf, um die Identität Paula Polanskis wird ein Geheimnis gemacht. Ist dieses Buch ein Krimi? Das trifft es nicht wirklich, die Geschichte besitzt allerdings durchaus Elemente eines Psychothrillers, wenngleich diese erst gegen Ende des Buches deutlich werden. Ansonsten kommt in diesem Fall eher Nessers Talent zu Geltung, in seinen Büchern auch philosophische Betrachtungen unterzubringen.
    Hauptfigur dieses Romans ist ein Autor namens Max Schmeling. Er ist Mitte 60 und sehr überrascht, als er den Brief einen ehemaligen Schulkameraden erhält, zu dem er seit über 40 Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Tibor Schittkowski ist unheilbar krank und bittet Max Schmeling um einen Besuch, da er für ihn etwas erledigen solle und ihm noch etwas schuldig sei. Schmeling zögert zunächst, dieser Kontakt regt ihn jedoch dazu an, sein eigenes Leben Revue passieren zu lassen. Längst vergessen geglaubte Ereignisse aus seiner Kindheit tauchen dabei auf, die Nesser in typischer Manier mit viel Selbstironie und Augenzwinkern schildert.
    Da es Tibor Schittkowski zu sehr anstrengt, Max Schmeling sein Anliegen zu erklären und die Gründe zu erläutern, gibt er ihm ein Manuskript mit, das er zu diesem Zweck vorbereitet hat.
    Es gibt also eine Art Buch im Buch, das sich mit der Lebensgeschichte Tibor Schittkowskis beschäftigt und aufgrund einer gemeinsamen Bekannten weitere Erinnerungen bei Schmeling wach ruft.
    Der Großteil des Romans besteht aus amüsanten Anekdoten aus dem Leben der beiden Hauptprotagonisten. Die Geschichte plätschert sanft dahin und besticht in erster Linie durch den Erzählton, der stets von einem leichten Augenzwinkern begleitet ist. Die eigentliche Raffinesse des Romans offenbart sich dem Leser erst kurz vor dem Ende. Erst jetzt wird deutlich, wie komplex diese so unscheinbar und unschuldig dahin plätschernde Geschichte ist.
    Mir haben Idee und Umsetzung der Geschichte sehr gut gefallen, sie ist ebenso raffiniert angelegt wie sprachlich ausgefeilt umgesetzt.

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    mullemaus7584s avatar
    mullemaus7584vor 3 Jahren
    Hat mich nicht umgehauen

    Meine Meinung: Kurz nochmal zum Inhalt -> Tibor erinnert Max in einem Brief daran, dass er ihm früher zweimal das Leben gerettet hat. Da Tibor im Sterben liegt, bittet er Max um ein letztes Treffen und um Hilfe in einer dringenden Angelegenheit. Max überlegt eine Weile und tritt die Reise nach Gimsen an. Noch ahnt er nicht, aus was er sich da einlässt... So war grob zusammengefasst die Leseprobe, welche ich gelesen hatte und die mich begeisterte. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Noch ahnte ich nicht, dass mich dieses Buch doch sehr enttäuschen, gar langweilen würde. Der Schreibstil ist ganz gut, dadurch hatte ich auch schnell in die Geschichte reingefunden. Trotzdem quälte ich mich mit jedem Kapitel mehr. Legte das Buch oft beiseite. Was mich besonders im letzten Drittel verwirrte, war die Sichtweise. Ich musste in jedem Kapitel Rätseln, welche Sichtweise es denn jetzt nun gerade war. Das störte mich, ehrlich gesagt, sehr beim Lesen. Das Ende des Buches überraschte mich dann doch noch. Mit dieser "Wendung" hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Da kam wenigstens noch ein bisschen Spannung auf. Fazit: Wer viel Spannung erwartet liegt hier falsch. Dieses Buch hat mich leider nicht so mitgerissen, wie ich es mir aus der Leseprobe erhofft hatte.

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    Lucs avatar
    Lucvor 3 Jahren
    Klasse

    „Strafe“ von Hakan Nesser und Paula Polanski passt so gar nicht ins Genreübliche denken von Verlagen und Lesern. Mir wurde der Roman als Krimi offeriert und in der Tat fliegen einem die falschen Spuren, Tod, Krankheit und Verrat nur so um die Ohren. Aber von einem Krimi typischem Aufbau und Ablauf ist „Strafe“ dennoch meilenweit entfernt. Hier ist alles anders. Die Spannung entsteht zunächst einmal aus den Menschen heraus.

    Max Schmeling, der Protagonist des Buches, erfolgreicher Schriftsteller und Frauenschwarm erhält eine sonderbare Nachricht von einem Jugendfreund, der nur noch kurze Zeit zu leben hat. Er will, dass Max ihm einen letzten Gefallen tut. Max kann sich kaum noch an Tibor Schittkowski erinnern. Nur, dass dieser ihm zweimal das Leben gerettet hat, daran erinnert er sich noch halbwegs.

    Das ist gar keine sonderlich spektakuläre Ausgangsposition, wer Menschen meuchelnde Psychopathen erwartet ist mit dem Roman nicht gut bedient. Es ist das alltägliche, das Zwischenmenschliche, was Hakan Nesser interessiert und er bohrt sich mit einer Bier Ruhe und sprachlicher Raffinesse in seinen Protagonisten, dass einem als Leser fast die Spucke wegbleibt. Es ist ein Buch der falschen Fährten, des Scheins, des Seins und des Betrugs mit einer genialen Grundidee. Eine Abrechnung, nicht ohne Humor. Auf seiner Art ein spannender Roman von emotionaler Tiefe, dem eigentlich die Genrebezeichnung Literatur gebührt.

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    Insomnia1106s avatar
    Insomnia1106vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Für mich teilweise etwas zu langatmig, dafür aber mit einem grandiosen Wendepunkt am Ende.
    Eine ungewöhnliche Geschichte, teilweise in die Länge gezogen, überzeugt dennoch!

    Für mich ganz ungewöhnlich, bin ich für dieses Buch mal in die Genre "Roman" eingetaucht. Das Buch stieß mir durch das doch sehr auffällige Cover und dem "bedrohlichen" Titel sofort ins Auge. Auch der Klapptext sah vielversprechend aus, sodass ich nach der erfolgreichen Verlosung nun gefesselt vor dem Buch saß.

    Die Grundidee von "Strafe" ist nicht einfach umzusetzen, doch die beiden Autoren haben dies sehr gut geschafft. Die Geschichte zwischen Vergangenheit, Zukunft und noch ein gewisses Maß an Täuschung haben mir gut gefallen.
    Mit den Hauptcharakteren habe ich mir ein wenig schwer getan. Max wirkt wie eine sehr unantastbare Persönlichkeit, verschlossen und mit sich selbst unzufrieden. Tibor konnte ich am Anfang auch schlecht einschätzen, bis man durch seine Lebensgeschichte immer mehr und mehr in seine Vergangenheit blicken konnte.
    Und hier kommt auch mein einziger Sternabzug: Die Langatmigkeit des Buches. Oftmals wurde alles für mich zu sehr in die Länge gezogen. Vielleicht kam mir das auch nur wegen der Kälte und Gefühlslosigkeit im Buch vor.
    Dennoch hat mich gerade das Ende sehr umgehauen. Es war kein Ende das man erwartet hätte - oder schon von anderen Büchern her kennt. Wie die beiden Autoren ihr letztes Puzzleteilchen zu einem ganzen Bild hinzufügten, hat mich sehr überrascht und macht für mich dieses Buch absolut empfehlenswert. Auch ist der Schreibstil etwas ganz anderes gewesen - gerade durch die oft philosophischen Zeilen zwischendurch und ein gewissen Grad an Kälte hat dieses Buch ein besonderes Lesefeeling.

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    BuecherDannys avatar
    BuecherDannyvor 3 Jahren
    Strafe

    Der Autor Max Schmeling bekommt einen Brief von einem alten Freund Tibor. Im Brief bittet er ihn, ihm einen Gefallen zu tun da er ihm doch noch etwas schuldig sei. Da sein Freund Max zweimal das Leben gerettet hat, beschliesst er Kontakt mit ihm aufzunehmen... Max trifft sich mit Tibor und bekommt von ihm einen Lebensbericht den er mit nach Hause nehmen und in Ruhe lesen soll. Danach möchte Tibor ein weiteres Treffen um mit Max das weitere Vorgehen zu besprechen.

    Ich mag die Krimis von Hakan Nesser sehr gerne, war sehr gespannt auf diesen Titel und wurde nicht enttäuscht! Die Story und der Stil waren sehr ungewöhnlich und haben mir gut gefallen. War mal ein ganz anderer Aufbau! Da man bis zum Ende nicht wusste, was Tibor wirklich von Max erwartete, fand ich das Buch sehr spannend. Es gab immer wieder unerwartete Wendungen und Überraschungen und ich konnte das Buch schwer aus der Hand legen. Max war mir schnell sympathisch. Auch die anderen Chraktere waren gut dargestellt.  

    Spannend bleibt die Frage nach der Co-Autorin - gibt es sie wirklich?

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    Buchinas avatar
    Buchinavor 3 Jahren
    Ungewöhnliche Geschichte

    Dies ist mein erster Håkan Nesser gewesen. Weshalb ich auch keine bestimmten Erwartungen an den Roman hatte. Mich hat nur der Plot neugierig gemacht: Max Schmeling, Schriftsteller und Single, erhält einen Brief von seinem ehemaligen Schulkameraden Tibor Schittkowski. Er bittet ihn um Hilfe, ohne genaueres zu sagen, nur mit dem Hinweis, dass Max in seiner Schuld steht. Max besucht Tibor, der nach eigener Aussage nicht mehr lange zu leben hat. Tibor gibt Max lose beschriebene Seiten, die seine Lebensgeschichte umfassen und die Max lesen soll, danach weiß er was zu tun ist. Max hat dazu keine Lust, aber schließlich liest er die Seiten doch. Damit begibt sich Max auf eine Reise, die sein Leben für immer verändert.

    Max ist kein Charakter, der auf anhieb sympathisch ist. Er ist mürrisch, egoistisch und irgendwie unglücklich, ohne das selbst zuzugeben. Tibor war für mich am anfang kaum zu fassen, erst mit dem Lesen seiner Lebensgeschichte wurde er zu einer wirklich interessanten Persönlichkeit. Auch wenn ich einige seiner Entscheidungen nicht nachvollziehen konnte. Das spannenste sind die verschiedenen Wendungen, die der roman nimmt. Gerade dachte ich, ich weiß wie es weitergeht, schon gibt es eine neue Überraschung und es entwickelt sich alles ganz anders als gedacht. Diese unerwarteten Wendungen machen den Roman zu etwas besonderem. Dennoch ist er an manchen Stellen einfach langatmig. Dazu kommt, dass der Protagonist Max Schmeling mir die ganze Zeit ein wenig fremd blieb und mich zum Teil auch etwas langweilte. Dazu kommt, dass die Gefühle Schuld, Rache, Enttäuschung die eigentlich eine große Rolle im Roman spielen sehr schlicht beschrieben werden.

    Dennoch würde ich den Roman weiterempfehlen, dass liegt zum Einen am interessanten Schreibstil von Håkan Nesser. Der sehr geradlinig ist ohne große Beschreibungen und Emotionen. Zum anderen ist die Idee der Geschichte und vor allem das Ende neu und einzigartig. Mehr sei nicht verraten.

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