Es ist eine schillernde, facettenreiche Welt, die Frau Volsky in Das Große Rennen entwirft, authentisch und durchdacht bis in letzte Detail, alles andere als ein müder Abklatsch unserer Realität. Jedes Land, das die Wettläufer durchqueren, hat seinen ganz eigenen Charakter, hat eine Geschichte, ist ein komplexer Kosmos in sich. Frau Volsky zeichnet dieses gigantische Bild mit solcher Leichtigkeit und Spielfreude, dass ich oft einfach aus reinem Spaß am Entdecken der grandios hingetupften Kleinigkeiten weitergelesen habe. Die Heldin Luzelle Devaire ist jung und unerschrocken, eine typische „starke Frau“, wie es sie – zugegeben – in der Fantasyliteratur zuhauf gibt. Luzelle ist aber nie nervig, sie hat ihre Schwächen, macht Dummheiten, ist häufig zu stolz, sich helfen zu lassen, und erleichtert, wenn es doch jemand tut. Meistens ist das eine der beiden männlichen Hauptpersonen, Rivalen im Großen Rennen, aber auch 1) Ex-Verlobter und 2) enigmatischer feindlicher Oberkommandant, zwischen denen sie sich – natürlich – nicht entscheiden kann. Perfekte Zutaten für die Prise romantische Wirrungen, die dem Buch noch etwas Extra-Pepp verleiht. Zwischendurch habe ich mir beinahe gewünscht, Luzelle möge nie ankommen, so viel Spaß hatte ich am Entdecken dieser fantastischen Welt. Und dabei spart Frau Volksy sogar den einen oder anderen Teil der Reise aus. Vor allem das Finale kommt relativ abrupt. Hier hätte sie von mir aus gerne nochmal 200 Seiten draufpacken können.
Ganz großes Kino












