Paulina Czienskowski

 3,5 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor*in von Dem Mond geht es gut, Taubenleben und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Paulina Czienskowski lebt und arbeitet in Berlin, wo sie geboren und aufgewachsen ist. Sie veröffentlicht u. a. Texte in der Zeit. 2018 erschien der Erzählband »Manifest gegen die  emotionale Verkümmerung« im Korbinian Verlag, 2020 dann ihr Debütroman »Taubenleben« bei Blumenbar, der auf der Shortlist für den EU-Literaturpreis stand. Es folgten Hörspiele für  Deutschlandfunk Kultur und Texte für die Theaterbühne. »Dem Mond geht es gut« ist ihr zweiter Roman bei Blumenbar.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Paulina Czienskowski

Cover des Buches Dem Mond geht es gut (ISBN: 9783351050955)

Dem Mond geht es gut

(12)
Erschienen am 12.03.2025
Cover des Buches Taubenleben (ISBN: 9783351050634)

Taubenleben

(5)
Erschienen am 18.02.2020

Neue Rezensionen zu Paulina Czienskowski

Cover des Buches Dem Mond geht es gut (ISBN: 9783351050955)
Sophiasticateds avatar

Rezension zu "Dem Mond geht es gut" von Paulina Czienskowski

Sophiasticated
Leise, hell und wahr: Dem Mond geht es gut

Paulina Czienskowski schreibt mit einer Ruhe, die nicht besänftigt, sondern aufschließt. Dem Mond geht es gut ist ein Roman der Zwischentöne: Er erzählt von Liebe und Fürsorge, von Abgrenzung und Sehnsucht, vor allem aber von den feinen Rissen, die Beziehungen menschlich machen. Der Mond im Titel ist kein großes Symbol, eher ein stiller Begleiter, der an Zyklen erinnert: an Wiederholungen, Phasen des Auf- und Abflauens, an das Licht, das selbst in dunklen Nächten reicht.

Formal arbeitet das Buch mit dichten, oft kurzen Kapiteln, die wie Vignetten wirken. Zwischen den Szenen bleiben bewusst Leerstellen und gerade diese Pausen tragen. Was nicht gesagt wird, wiegt nach. Czienskowskis Sprache ist knapp und präzise, gleichzeitig poetisch, ohne zu dekorieren. Sie vertraut der Beobachtung: ein Blick, eine Geste, ein Satz – und plötzlich verschiebt sich ein ganzes Leben um ein paar Millimeter.

Themen wie Verantwortung, Körperlichkeit, Freundschaft und Familie stehen nie als Thesen im Raum; sie entstehen aus Situationen, die sich vertraut anfühlen, weil sie unaufgeregt und konkret sind. Das Buch hat ein feines Sensorium für Ambivalenzen: Man kann jemanden lieben und doch Distanz brauchen. Man kann stark sein und trotzdem müde. Diese doppelte Wahrheit hält der Text aus – und macht ihn so tröstlich.

Emotional wirkt Dem Mond geht es gut lange nach. Nicht, weil es laut wäre, sondern weil es wahrhaftig ist. Die Sätze lassen einen nicht los; sie legen sich wie kühle Handflächen auf eine überreizte Stirn. Am Ende bleibt das Gefühl, gesehen worden zu sein – in all dem, was schwer zu benennen ist.

Fazit: Ein stilles, kluges, sehr zärtliches Buch, das mit wenigen Mitteln viel sagt und nachhaltig leuchtet. Für alle, die Literatur lieben, die nicht erklärt, sondern versteht.

Cover des Buches Dem Mond geht es gut (ISBN: 9783351050955)
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Rezension zu "Dem Mond geht es gut" von Paulina Czienskowski

renee
Blicke auf Mütter und Töchter, aber auch Blicke auf die Weiblichkeit in unserer Welt

Geschichten über Mütter und Töchter. Wer meinen Account kennt, weiß solche Geschichten favorisiere ich. Und so ist es auch kein Wunder, dass „Dem Mond geht es gut“ in meinen Fokus rutschte. Und was soll ich sagen, Paulina Czienskowski begeisterte mich mit ihrem lyrischen Blick sehr.

Nun ist „Dem Mond geht es gut“ kein normaler Roman über Mütter und Töchter, er zeichnet sich durch eine besonders lyrische Sprache aus. Eine lyrische Sprache, die man lieben sollte und der gegenüber man ein Verständnis haben sollte. Denn sonst wird das nichts mit der Lektüre von „Dem Mond geht es gut“. Die Autorin macht es der Leserschaft mit ihrem Buch nicht ganz so leicht. Mich hat sie aber mit ihrem Buch überzeugt und mich hat sie auch mit ihrer Sprache berührt. Sehr berührt. Aber die Blicke der Autorin sind nicht nur lyrisch, sie sind auch Fragmente, Fragmente eines Ganzen, welches nicht völlig in einem Erzählfluss zu Tage tritt. Was ebenfalls die Lektüre nicht zu einem leicht zu lesenden Buch macht. Ebenso wie diese Fragmente nicht die Kraft haben in mir dieses immer wieder sehr gelobte Feuer zu erzeugen. Ich brenne für die Thematik, nicht für die Figuren. Was etwas schade ist, sonst wäre dieses Buch für mich durchaus ein 5 Sterne Roman geworden. Denn thematisch hat mich Paulina Czienskowski auf jeden Fall überzeugt.

Was bedeutet eine Mutterschaft für eine Frau? Wie verändert diese sie und ihren Blick auf die vorangegangenen Frauen der Familie? Wie verbindet diese Erfahrung? Was haben diese Frauen vor ihr erlebt und wo stehen diese Frauen in unserer patriarchalen Welt? Was bedeuten weibliche Erfahrungen in unserer Welt? Was geben wir an unsere Töchter weiter? Scham oder Stolz? Wie erleben Töchter ihre Mütter? Kraftvoll, sich ihrer Macht bewusst oder still und der Dinge ausharrend, die über sie hereinbrechen. Was macht so eine Gemengelage mit unseren Töchtern? In dieser patriarchalen Welt voller männlicher Machtstrukturen. Klar kann man sagen, dass dieses Erleben auch an die jeweiligen Charaktere der betreffenden Frauen gebunden ist. Aber wenn man ganz ehrlich ist, dann weiß man, dass dies eben nicht nur an den jeweiligen Charakteren liegt, sondern eben auch an unserer patriarchal strukturierten Welt, die nicht unbedingt für ein geschütztes weibliches Leben steht. Leider. „Dem Mond geht es gut“ ist ein Buch, welches meiner Ansicht nach an den Festen unserer Welt rüttelt und uns dringend rät, einem matriarchalen Denken einen gleichberechtigten Platz in unserer Welt einzuräumen. Denn erst dann geht es dem Mond wirklich gut! Nämlich dann, wenn dem Mond wieder ein berechtigter Platz in unserer so sonnigen Weltsicht eingeräumt wird.

Danke für dieses Buch Paulina Czienskowski! Danke! Danke! Danke! ❤

Cover des Buches Dem Mond geht es gut (ISBN: 9783351050955)
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Rezension zu "Dem Mond geht es gut" von Paulina Czienskowski

kristinaliest
Nicht meins

Paulina Czienskowskis neuer Roman „Dem Mond geht es gut“ ist eine poetisch dichte Erkundung weiblicher Erinnerungen und generationsübergreifender Sprachlosigkeit. Im Zentrum steht eine junge Mutter, deren Blick sich mit der Geburt ihres Kindes auf schmerzhafte wie berührende Weise verändert. Zwischen Liebe, Verlustangst und einer verstörenden Stille tastet sie sich durch das Erinnerungsgeflecht dreier Generationen – ihrer selbst, der Mutter und der Großmutter. In feinen, oft assoziativen Bewegungen wirft Czienskowski Fragen nach Herkunft, Identität und den nicht erzählten Geschichten auf.

In ihrer fragmentarischen Erzählweise verlässt Czienskowski bewusst klassische Romanstrukturen. Die Texte wirken tagebuchartig, fast wie lose Gedanken, die sich weniger zu einer Handlung als zu einem emotionalen Raum verdichten. Für Leser*innen, die einen zusammenhängenden Erzählfaden oder eine klar umrissene Geschichte erwarten, kann das enttäuschend sein.

So auch in meinem Fall: Ich hatte mit einem klassischen Roman gerechnet, einer fortlaufenden Geschichte mit Entwicklung und Spannungsbogen. Stattdessen fühlte sich das Lesen für mich an wie das Blättern in zusammenhanglosen Tagebuchseiten – poetisch, ja, aber oft auch schwer greifbar und ohne erkennbare Dramaturgie. Die stilistische Form steht hier klar im Vordergrund, doch wer inhaltliche Klarheit sucht, könnte sich verloren fühlen.

„Dem Mond geht es gut“ ist weniger Roman als literarisches Echo – zart, tastend, rätselhaft. Für manche Leser*innen mag das genau den Reiz ausmachen. Für mich blieb es jedoch eher eine verpasste Verbindung.

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