Pauline Füg

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Pauline FügDie Abschaffung des Ponys. Stellwerck Lesebuch 2
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Die Abschaffung des Ponys. Stellwerck Lesebuch 2
Pauline Füglangsamer als die dunkelheit
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langsamer als die dunkelheit
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Erschienen am 01.11.2015

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Rezension zu "Die Abschaffung des Ponys. Stellwerck Lesebuch 2" von Pauline Füg

PONY MUSS ZU SCHLACHTER. Küken piepst empört dagegen.
smoesjesvor 4 Jahren

"Die Abschaffung des Ponys. Stellwerck Lesebuch 2" ist eine Doppelpublikation, das heißt, ich kaufe zwei Bücher in einem. Schlage ich das Buch auf, liegt da zunächst Pauline Fügs Lyrikband „Die Abschaffung des Ponys“ vor mir.

Paulines Gedichte gleichen eher Fragmenten einer Geschichte, über sprachliche Bilder schafft sie eine den Einzeltext übergreifende Narration. Was noch lange nicht heißen will, dass das einzelne Gedicht für sich nicht von stilistischem Feinschliff wäre.

Sinn wird hier von der LeserIn über die Wahl des Bezugspunktes hergestellt. Je nachdem, wie ich die Bezüge zwischen den Gedichten lesen will, ergeben sich neue Kohärenzen, verbindet sich alles mit allem, wie in der Wahrnehmung des Einzelnen alles mit allem verbunden ist. Wenn ich das Buch in einem Jahr wieder lesen werde, was werde ich dann wohl finden…?
Auch innerhalb der einzelnen Gedichte, oder der „verschrifteten Kurzfilme“, wie Verlegerin Christine Ott schreibt, lässt sich zum Teil je nach gewähltem Blickpunkt höchst Gegensätzliches finden.

Die LeserIn begibt sich im Text auf die Suche nach Geschichten und Blickpunkten, wie die ProtagonistInnen in ihrer Welt. Hier wie dort verbinden sich Sehen-Wollen mit Sehen-Müssen. Nicht immer ist das Gesehene sofort einzuordnen oder gar zu verstehen, immer ist es einen Blick wert.

Pauline Fügs Lyrik ist vielschichtig, gekonnt und groß, realitätsnah und dabei zart, literarisch von höchster Schönheit.
Und dann ist da noch das zweite Buch. Der Clou: Was zunächst eine Pony-Vorderseite ist, wird zu Lesebuch-Rückseite, also bitte einmal um 180° wenden.

Wie schon im ersten Band findet sich auch im Stellwerck Lesebuch 2 die Avantgarde der aus dem süddeutschen Raum stammenden AutorInnen. Formal wie inhaltlich herrscht die Vielfalt: lyrische Prosa, prosaische Lyrik, die Typografie schlägt in einzigartiger Weise eine Lesart vor.

Auch wenn vom Verlag keinerlei thematische Vorgaben gemacht werden, scheint die Suche nach dem eigenen Platz im Text der Gesellschaft eine alle AutorInnen zu beschäftigende Fragestellung zu sein. Mache ich mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt, was sind das für Texte, die ich als meine sogenannte Persönlichkeit vorgebe, finde ich mein Selbst in der Welt wieder oder werde ich dabei zum Stereotyp? Und wer sind eigentlich all die anderen, für die der Zirkus um die „Hysterie des Selbst“ geschieht?

Von vorne wie von hinten gelesen ist dieses Buch vor allem eins: Literarische Avantgarde vom Feinsten.

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