Pauline Füg , Martin Bartelmus Die Abschaffung des Ponys. Stellwerck Lesebuch 2

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Inhaltsangabe zu „Die Abschaffung des Ponys. Stellwerck Lesebuch 2“ von Pauline Füg

Pony muss zum Schlachter oder: Alles ist Comment. Pony muss zum Schlachter, der zückt die Schere und schafft freie Sicht. Einen unverstellten Blick auf die Wirklichkeit richtet Pauline Fügs Band Die Abschaffung des Ponys, ein Textmosaik aus verschrifteten Kurzfilmen. In die Texte sind Ankerpunkte eingelagert, an denen sich der/die LeserIn von Bild zu Bild, Augenblick zu Augenblick entlanghangeln kann. Denn darum geht es gerade: Halt und Orientierung finden, um den eigenen Standort zu bestimmen. Und dann drehst du dieses Buch um 180° und die Rückseite ist eine zweite Vorderseite: zwei Bücher in einem, eine kleine Schatzkiste mit Texten handverlesener JungautorInnen. Du blätterst auf, und da brüllt ein Tarzan nach seiner Jane, an anderer Stelle liegen Goethes Unterhosen, die getragen werden wollen. Und immer dieses Küken, das nicht aufhören will, zu piepsen. --- Der Würzburger Stellwerck Verlag legt sein zweites Buch auf, das aus gleich zwei Titeln besteht: Eine Doppelpublikation aus "Die Abschaffung des Ponys" von der erfolgreichen Performance- und Sprachkünstlerin Pauline Füg sowie der Lyrik- und Kurzprosaanthologie "Stellwerck Lesebuch 2", das wieder 11 junge, vielversprechende AutorInnen der Jahrgänge 1979-1989 aus dem deutschsprachigen Raum vorstellt. Stellwerck will Weichen stellen, für seine AutorInnen und für die Literatur von morgen. Weitere Infos unter www.stellwerck.de

Pauline Fügs Lyrik ist vielschichtig, gekonnt und groß, realitätsnah und dabei zart, literarisch von höchster Schönheit.

— smoesjes
smoesjes
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  • PONY MUSS ZU SCHLACHTER. Küken piepst empört dagegen.

    Die Abschaffung des Ponys. Stellwerck Lesebuch 2
    smoesjes

    smoesjes

    02. September 2014 um 18:08

    "Die Abschaffung des Ponys. Stellwerck Lesebuch 2" ist eine Doppelpublikation, das heißt, ich kaufe zwei Bücher in einem. Schlage ich das Buch auf, liegt da zunächst Pauline Fügs Lyrikband „Die Abschaffung des Ponys“ vor mir. Paulines Gedichte gleichen eher Fragmenten einer Geschichte, über sprachliche Bilder schafft sie eine den Einzeltext übergreifende Narration. Was noch lange nicht heißen will, dass das einzelne Gedicht für sich nicht von stilistischem Feinschliff wäre. Sinn wird hier von der LeserIn über die Wahl des Bezugspunktes hergestellt. Je nachdem, wie ich die Bezüge zwischen den Gedichten lesen will, ergeben sich neue Kohärenzen, verbindet sich alles mit allem, wie in der Wahrnehmung des Einzelnen alles mit allem verbunden ist. Wenn ich das Buch in einem Jahr wieder lesen werde, was werde ich dann wohl finden…? Auch innerhalb der einzelnen Gedichte, oder der „verschrifteten Kurzfilme“, wie Verlegerin Christine Ott schreibt, lässt sich zum Teil je nach gewähltem Blickpunkt höchst Gegensätzliches finden. Die LeserIn begibt sich im Text auf die Suche nach Geschichten und Blickpunkten, wie die ProtagonistInnen in ihrer Welt. Hier wie dort verbinden sich Sehen-Wollen mit Sehen-Müssen. Nicht immer ist das Gesehene sofort einzuordnen oder gar zu verstehen, immer ist es einen Blick wert. Pauline Fügs Lyrik ist vielschichtig, gekonnt und groß, realitätsnah und dabei zart, literarisch von höchster Schönheit. Und dann ist da noch das zweite Buch. Der Clou: Was zunächst eine Pony-Vorderseite ist, wird zu Lesebuch-Rückseite, also bitte einmal um 180° wenden. Wie schon im ersten Band findet sich auch im Stellwerck Lesebuch 2 die Avantgarde der aus dem süddeutschen Raum stammenden AutorInnen. Formal wie inhaltlich herrscht die Vielfalt: lyrische Prosa, prosaische Lyrik, die Typografie schlägt in einzigartiger Weise eine Lesart vor. Auch wenn vom Verlag keinerlei thematische Vorgaben gemacht werden, scheint die Suche nach dem eigenen Platz im Text der Gesellschaft eine alle AutorInnen zu beschäftigende Fragestellung zu sein. Mache ich mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt, was sind das für Texte, die ich als meine sogenannte Persönlichkeit vorgebe, finde ich mein Selbst in der Welt wieder oder werde ich dabei zum Stereotyp? Und wer sind eigentlich all die anderen, für die der Zirkus um die „Hysterie des Selbst“ geschieht? Von vorne wie von hinten gelesen ist dieses Buch vor allem eins: Literarische Avantgarde vom Feinsten.

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