Pauline Gedge Seer of Egypt

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  • Rezension zu "Seer of Egypt" von Pauline Gedge

    Seer of Egypt
    Birgit Fiolka

    Birgit Fiolka

    12. April 2009 um 16:49

    Der zweite Teil der Kingsman Triologie knüpft direkt an den ersten an und erzählt die Geschichte des Sehers Huy weiter, der durch einen Unfall einerseits mit der Gabe des Sehens ausgestattet wurde, jedoch an der damit einhergehenden Impotenz leidet. Von seiner Jugendliebe verschmäht, muss er nun gleichsam seine Kindheitsfreundin und engste Vertraute Ischat ziehen lassen, um seinen besten Freund zu heiraten, während er alleine zurück bleibt. Und hier besteht das Problem des ersten Buchteils, der ca. 250 Seiten des Buches einnimmt. Der Teil besteht eigentlich nur aus den Problemen, welche sich im ersten Teil für Huy ergeben haben, seine innerlichen Monologe und seine Auseinandersetzung mit ihnen bzw. das Wiedertreffen der Menschen aus seiner Kindheit, die ihm geschadet haben oder irgendwie mit ihm im Zusammenhang standen. Probleme werden meist durch das Zusammentreffen ausgeräumt, haben aber ansonsten überhaupt keine Konsequenz für die weitere Handlung des Buches. Und als dann endlich alle Probleme ausgeräumt sind, gibt es einen Cut mit der Überschrift Part 2 - und die gesamte Handlung setzt 19 Jahre später wieder an. In diesem Fall unglücklich gewählt, wie ich finde. Der zweite Teil konzentriert sich dann wiederum sehr stark auf Huys Entwicklung als Seher, wobei viele Dinge einfach wiederholt werden, die bereits im 1 Teil eingehend ausgeführt wurden (u. a. der Inhalt und Huys innere Monologe zum Buch von Thot). Viel an Handlung gibt es einfach nicht, ab und an besucht Huy Familie oder Freunde, wobei diese Besuche meist aus alltäglichen Handlungen, wie Baden, zusammen essen etc. bestehen (die leider immer wieder aufs Neue beschrieben werden) und sehr lange Dialoge. Zudem entwickelt der nunmehr 38-jährige Huy natürliche eine geistige Tiefe, die ihm ein relativ aktives und normales Leben versagt. Das alles ist eigentlich nicht schlecht - Pauline Gedge legt hier eine neue Generation von Ägyptenroman vor, die weit über eine Geschichte in altägyptischer Kulisse hinausreicht. Sie kennt nicht nur die Tatsachen der Geschichtsbücher, sondern beweist wieder einmal ein emotionales und kulturelles Verständnis für die alte Kultur. Nur leider habe ich in diesem 2. Teil das Gefühl, die Geschichte verstrickt sich in zu viel Vergeistigung und Spiritualität. Beschäftigte sich Teil 1 noch mit dem Kind Huy, das seine Umwelt wahrnimmt, spielt sich das Leben des Mannes Huy (impotent, im Dienst der Götter, seinen Visionen ausgeliefert) oftmals im Dialog oder Zwiespalt mit sich selbst ab. Man kann Gedge kaum vorwerfen, psychologisch farblose Charaktere gestaltet zu haben oder die Seelenwelten der Ägypter unverständlich oder uninteressant zu vermitteln ... ich denke jedoch, dass sie dadurch, dass sie lediglich aus Huys Persepektive schreibt, einfach sehr spirituell wird, was mitunter ein wenig zu viel des Guten sein kann, wenn man mehr von Ägypten "erleben" möchte, als die transzendente Realität eines altägyptischen Sehers. Trotzdem eine außergewöhnliche Geschichte und ein wichtiger Schritt in ein Niveau, in welches sich der Ägyptenroman bisher noch nicht recht gewagt hat. Diese Trilogie macht vor allem deutlich, dass eben noch lange nicht alles zum Thema Ägyptenroman geschrieben wurde.

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