Veronika beschließt zu sterben

von Paulo Coelho 
4,0 Sterne bei2,944 Bewertungen
Veronika beschließt zu sterben
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (2100):
vigs avatar

Eine Liebeserklärung an das Leben!

Kritisch (225):
NeriFees avatar

Ein Buch, dass meines Erachtens viel mehr Potenzial gehabt hätte, aber so leider nur Mittelmaß bleibt.

Alle 2,944 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Veronika beschließt zu sterben"

Die Geschichte einer unglücklichen jungen Frau, die sterben will und erst angesichts des Todes entdeckt, wie schön das Leben sein kann, wenn man darum kämpft und etwas riskiert. Ein wunderbares Buch über die Prise 'Verrücktheit', die es braucht, um den eigenen Lebenstraum Wirklichkeit werden zu lassen, und eine große Liebeserklärung an das Glück in jedem von uns.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257233056
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:223 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:24.04.2007
Das aktuelle Hörbuch ist am 22.12.2009 bei Diogenes erschienen.

Videos zum Buch

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne1,116
  • 4 Sterne984
  • 3 Sterne619
  • 2 Sterne165
  • 1 Stern60
  • Sortieren:
    NeriFees avatar
    NeriFeevor 19 Tagen
    Kurzmeinung: Ein Buch, dass meines Erachtens viel mehr Potenzial gehabt hätte, aber so leider nur Mittelmaß bleibt.
    Leider enttäuschend.

    Veronika beschliesst zu sterben ist ein 1998 veröffentlichter Roman des brasilianischen Autoren Paulo Coelho. Das Buch handelt von der vierundzwanzigjährigen Veronika, welche beschließt Selbstmord zu begehen, ohne dass es ihr augenscheinlich an etwas fehlt.

    Darum gehts

    Nachdem die junge Frau versucht hat, sich das Leben zu nehmen, wird sie in die psychiatrische Klinik Villete eingewiesen. Die Ärzte prognostizieren ihr einen schnellen Tod innerhalb von wenigen Tagen, da die Tablettenüberdosis ihr Herz zu sehr in Mitleidenschaft gezogen habe. In Anbetracht der ihr noch kurzen verbleibenden Zeit, beschliesst Veronika, das erste Mal in ihrem Leben so zu sein, wie sie es für richtig hält.

    Die Erzählung spielt in Slowenien und beginnt im Spätherbst 1997, während der Konflikte nach der Teilung Jugoslawiens. So wird die politische Situation immer wieder thematisiert. Gleich zu Beginn der Geschichte baut Coelho seine eigene Person in die Handlung mit ein, was den Verdacht erweckt, es könne sich um reale Ereignisse handeln. Durch seine Vergangenheit in psychiatrischen Kliniken, wird der Bezug Coelhos deutlich.

    Obwohl Veronika fest entschlossen ist, sterben zu wollen und die Tabletten bereits geschluckt hat, stört sie sich an einem Zeitungskommentar vom Schriftsteller Coelho, indem dieser die Frage nach der Lage Sloweniens stellt. Beeinflusst durch diese Frage und verärgert darüber, dass niemand ihr Heimatland zu kennen scheint, möchte sie noch vor ihrem Tod einen Leserbrief verfassen und an die Zeitung senden. Da Veronika die Tabletten bereits intus hat, wird sie bald darauf ohnmächtig. Wenig später erwacht sie in Villete, einer psychiatrischen Klinik und vermeintlichen Irrenanstalt, in Slowenien.

    Schnell wird ihr klar gemacht, dass ihre Tage gezählt seien, da die Tabletten ihr Herz schwer und unwiderruflich geschädigt hätten. Veronika fällt es schwer, noch tagelang auf den Tod warten zu müssen, denn die Angst, dass ihr Zweifel an ihrem Suizid kommen könnten, ist groß. Im Folgenden lernt sie viele Patienten der Klinik kennen und freundet sich mit einigen an. Und so lernt sie dann doch den wahren Sinn des Lebens kennen.

    Der Roman hat mich lange schon sehr neugierig gemacht und so war es an der Zeit, ihn zu lesen. Coelho verarbeitet, wie auch in vielen anderen seiner Bücher, eigene Erfahrungen, was ich sehr spannend finde. Er spielt mit den Schwächen seiner Leser und lässt diese sich selbst ertappen. Der Erzählstil ist aus meiner Sicht wenig anspruchsvoll, dennoch motiviert er zum Weiterlesen. Die Idee hinter dem Roman finde ich gelungen, die Umsetzung aber enttäuschend. Der Fokus verschiebt sich im Laufe der Erzählung viel zu sehr auf andere Charaktere und so wirkte das Buch auf mich teilweise wie eine Traumabewältigung des Autoren. Auch die Figuren werden nur unzureichend gezeichnet.

    Die Hauptaussage des Buches ist wohl die, dass alle Menschen mehr Mut haben sollten, verrückte Dinge zu tun, was gleichbedeutend damit ist, Andersartigkeit zu fördern. Diesen Gedanken veranschaulicht Coelho sehr treffend, obgleich er zu häufig in autobiografische Muster abdriftet. 

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Nadl17835s avatar
    Nadl17835vor 2 Monaten
    Konnte leider nicht überzeugen

    Die junge Veronika beschließt ihrem Leben ein Ende zu machen und begeht einen Selbstmordversuch, der allerdings misslingt. Fortan lebt sie in einer psychiatrischen Anstalt in Slowenien, denn durch ihren Versuch ihr Leben zu beenden, wurde ihr Herz irreparabel geschädigt, sodass sie nicht mehr lange zu leben hat. Durch zahlreiche Gespräche mit den anderen Patienten erkennt sie im Angesicht ihres bevorstehenden Todes das was ihr im Leben bisher gefehlt hat und ihr neuen Lebensmut zu geben vermag.

    Die Geschichte beginnt gleich mit den letzten Gedanken Veronikas bezüglich ihres Lebens und ihres Vorhabens. Nach dem Versuch wird das Leben in der Anstalt beschrieben. Darüber hinaus werden weitere Einzelschicksale anderer Patienten beschrieben und warum sie in der Klinik gelandet sind. In den individuellen Geschichten stecken wichtige und tiefgründige Aussagen und Lehrsätze, die wahr scheinen, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Das ist leider auch schon das Einzige was mir gefallen hat. Die Handlungen an sich sind ziemlich langweilig und zäh, sodass mich das Buch entgegen all meiner Erwartungen nicht begeistern und überzeugen konnte. Derweil sind mir einige logische Unstimmigkeiten aufgefallen, die sich dann am Ende bestätigt haben, sodass mich der Abschluss auch nicht überraschen konnte.

    Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen und auch die Charaktere wirkten auf mich blass und unsympathisch, wenngleich einige wichtige Feststellungen dem Ganzen einen tieferen Sinn verleihen mochten.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Günter-ChristianMöllers avatar
    Günter-ChristianMöllervor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Wenn man dem Tod begegnet ist
    Wenn man dem Tod begegnet ist

    Veronika leidet unter Depressionen und beschließt, sich mit vier Schachteln Schlaftabletten umzubringen. Doch sie überlebt und findet sich in einer Irrenanstalt wieder. Ein Arzt eröffnet ihr, dass ihr Herz durch die vielen Medikamente unwiderruflich geschädigt wurde. Sie habe noch maximal eine Woche zu leben.

     

    Ich war während des Lesens recht entsetzt über diese Irrenanstalt und hegte große Zweifel an der Kompetenz des Leiters. In Gesprächen mit normalen Menschen  erweckte er den Eindruck, dass er selber bekloppt wäre und in der Irrenanstalt gut aufgehoben sei, allerdings eher als Patient.
    ‚Die Menschen lernen nie aus dem, was man ihnen erzählt, sie müssen es selber herausfinden.‘
    Eine Methode den Menschen eine Begegnung mit dem Tod zu veranschaulichen, ist eine  Astralreise, mittels einer Überdosis Insulin, bei der der Geist aus dem Körper heraustritt und sich selbst als sterbendes Objekt betrachtet.
    Doch für Veronika beginnt ein Prozess der Erkenntnis: ‚Als ich die Tabletten genommen habe, wollte ich jemanden umbringen, den ich haßte. Ich wußte nicht, dass es in mir andere Veronikas gab, die ich lieben könnte.‘ (S.73) Sie beginnt diese Veronikas zu suchen und versucht ihre Persönlichkeiten zu erleben. 
    Ein Buch, das jedem zu empfehlen ist, der Schlaftabletten in seiner Wohnung hortet und sich mit düsteren sozialen Beziehungen herumschlägt. Womöglich an den tieferen Sinn von festen Regeln in der Arbeitswelt oder zwischenmenschlichen Beziehungen glaubt. Und meint, sie müssten unbedingt eingehalten werden. Es gibt für alle Regeln Ausnahmen und Pausen. Ich glaube, es sind mittlerweile 24 Krankheitstage, die das Überleben in der Arbeitswelt garantieren. Ich vermute, dass das für die eine oder andere Ehe auch gilt. In der Schule lernt man ja leider auch nur die eine Persönlichkeit in sich kennen, die die Zensuren lieben soll und die Regeln und Gesetze der Obrigkeit bewundert. Wo die Lebensfreude herkommt und wie man sich ihr üblicherweise entledigt, ist noch kein Pflichtfach.

     

    Kommentieren0
    33
    Teilen
    Julia7717s avatar
    Julia7717vor 6 Monaten
    Eine Liebeserklärung an das Verrückte

    Es ist okay nicht so wie die anderen zu sein, sei verrückt!


    Ein Buch, welches mich wirklich beschäftigt, da es unter die Haut geht.

    Schon der erste Satz hat mich unglaublich gefesselt, sodass ich das Buch innerhalb von 3 Tagen komplett durchgelesen hatte.

    Selbst nach Monaten erwische ich mich ab und zu dabei, wie meine Gedanken zu Veronika schweifen und ich über das Buch nachdenke.

    Ich möchte garnicht mehr dazu sagen, es ist definitiv ein Buch, welches man gelesen haben sollte.


    Kommentieren0
    2
    Teilen
    mvietens avatar
    mvietenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unbedingt lesenswert
    Auf dem Weg zum Klassiker

    In seinem Roman ‚Veronika beschließt zu sterben‘, erschienen im Diogenes Verlag, beschreibt Paulo Coelho den misslungenen Selbstmord und die darauf folgenden Tage im Leben einer jungen Frau.
    Schon auf den ersten Seiten offenbart Veronika uns ihre Rechtfertigung für die Tat.
    Sie hat ihre Ziele früh erreicht und fürchtet, in den nächsten dreißig, vierzig oder gar fünfzig Jahren würde sich ihr Leben nur noch wiederholen und ein Tag würde dem anderen gleichen.
    Auf die Idee, ihre Ziele höher zu setzen oder sich einfach andere zu suchen, um die befürchtete Tragödie zu vermeiden, kommt sie nicht. Dabei liegt es nahe, dass Veronika von Gott Talente anvertraut bekommen hat, die sie zu mehr befähigen als sie bis dahin getan hat. Sonst hätte sie ihre bisherigen Ziele nicht so früh erreicht und wäre darüber nicht so unzufrieden.

    Und selbst wenn es nicht so wäre. Können wir uns in unserer heutigen Gesellschaft vorstellen, dass unser Lebenszweck lediglich darin besteht zufrieden zu sein und unser Leben zu genießen? Schwierig genug ist es ja. Und damit würden wir auch dem Leistungsanspruch unserer Gesellschaft entsprechen. Schließlich ist kaum etwas schwieriger als zufrieden zu sein.
    Ist es nicht möglich, dass der Sinn unseres Daseins einfach darin besteht, die Vielfalt des Lebens und die Schönheit dieses Planeten zu genießen? Mehr nicht?
    Wer könnte das besser als ein zufriedener Mensch? Und sind nicht die am unzufriedensten, die genau das nicht mehr können? Sich über die Dinge freuen, die jeden Tag einfach da sind? Ohne dass wir etwas dafür tun müssen.

    ‚Veronika beschließt zu sterben‘ wäre kein Coelho wenn es nicht eine Botschaft gäbe. Ich habe für mich herausgelesen, dass wir nicht enttäuscht darüber sein sollten, was wir im Leben vorfinden. Denn unsere Talente haben wir für eben diesen Zweck. Aus dem was wir vorfinden etwas zu gestalten. Im Rahmen unserer Möglichkeiten und bis zu unserer Zufriedenheit.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    lydi_marie_kems avatar
    lydi_marie_kemvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr einfühlsam, sehr wahr. Eines meiner Lieblingsbücher! Einfach unvergleichlich!
    Ein sehr einfühlsamer Roman über das Leben und eine Prise Verrücktheit



    Veronika beschließt zu sterben ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher von Paulo Coelho! 

    Veronika möchte sterben, sie kann dem Leben nichts mehr abgewinnen und plant ihren Tod. Als sie eines Tages in einer Psychiatrie erwacht ist ihr klar, dass alles anders gekommen ist als sie es sich gewünscht hat. Abseits von allem was sie bisher kannte, schließt sie neue Freundschaften und Verbindungen. Sie beginnt zu erkennen, worauf es wirklich ankommt und was Glück für jeden einzelnen bedeuten kann. 

    Paulo Coelho hat eine einzigartige Art zu schreiben, sehr einfühlsam und sehr philosophisch. Ich habe das Buch förmlich verschlungen und war immer wieder erstaunt wie authentisch die Charaktere dargestellt wurden. 

    Im Buch werden vielerlei Dinge an- und ausgesprochen, die sonst eher im verborgenen bleiben. Ich konnte jederzeit sehr gut nachempfinden, wie Veronika sich gefühlt hat und wie sie ihre Umwelt wahrnahm. Solange sie so funktionierte, wie alle es von ihr verlangten und erwarteten war alles in bester Ordnung. Für diese Menschen zumindest. 

    Das Buch ist wie eine Ode an die Verrücktheit in jedem von uns und ein Weg zu erkennen, dass Glück für jeden Menschen etwas anderes bedeutet.  

    . . . "Sie hatte genug von Selbstbeherrschung, Masken und angepasstem Verhalten." 

    . . . "Du besserst dich. Du fragst ohne zu fürchten, man könnte dich für indiskret halten."

    . . . "Ich kann leben, aber nutze ich diese Chance überhaupt?"

    Nur drei von den besten Kernaussagen des Buches. Ich kann es absolut empfehlen. 


    "Sehr einfühlsam, sehr wahr. Eines meiner Lieblingsbücher!  Einfach unvergleichlich!"

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    ricysreadingcorners avatar
    ricysreadingcornervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine gute Aussage aber wenig Gefühl dahinter...
    Eine gute Aussage aber wenig Gefühl dahinter...

    Inhalt
    Die 24-jährige Veronika geht es zwar eigentlich sehr gut, jedoch ist sie ihres eintönigen Lebens überdrüssig und beschließt daher dem ganzen ein Ende zu setzen, bevor das noch Jahrzehnte so weitergeht. Ganz pragmatisch sammelt sie daher über einen längeren Zeitraum Schlaftabletten und versucht sich mit einer gehörigen Menge davon das Leben zu nehmen. Sie kommt in einer psychiatrischen Klinik wieder zu sich und muss erkennen, dass ihr Plan nicht aufgegangen ist. Noch nicht, denn dann wird ihr eröffnet, dass sie ihr Herz mit den Tabletten so sehr geschädigt hat, dass sie nur noch eine Woche zu leben hat. In dieser Woche lernt sie andere "Verrückte" kennen und merkt, dass diese eigentlich das Leben viel eher verstanden haben und dass es ein bisschen Verrücktheit braucht um ein glückliches Leben führen zu können. Sie spürt endlich Hass und Liebe, eine ganze Palette an Emotionen und nicht nur Gleichgültigkeit. Und, da sie eh bald sterben wird, traut sie sich zum ersten Mal diese zuzulassen.

    Meine Meinung
    Mit dem Inhalt sind auch eigentlich schon die wichtigsten Aussagen des Buches wiedergegeben: "Im Angesicht des Todes, bekommt man endlich den Mut richtig zu leben und kann so lernen das Leben zu lieben" und "'Verrücktsein' ist Ansichtssache bzw. nur, wer ein bisschen Verrücktheit zulässt und zulässt, ganz er selbst zu sein, der kann das Leben richtig genießen".
    Und das sind keine subtilen Botschaften, die der Leser durch die Analyse der Handlung und der Entwicklung der Charaktere mühsam herausarbeiten muss, sondern sie werden einem vielmehr die ganze Zeit um die Ohren gehauen, ständig, auf jeder Seite aufs Neue.
    Neben diesen Aussagen, die tatsächlich meistens "Aussagen" irgendwelcher Figuren sind, passiert nicht viel. Veronika lernt andere Patienten kennen, wir erfahren ein bisschen etwas über ihre Geschichten und dennoch bleiben alle Charaktere irgendwie flach. Ich hatte das Gefühl, sie werden nur eingeführt um die Aussage - nochmal - zu unterstreichen. Eduard, ein Schizophrener, den ich sogar zunächst ganz sympathisch fand, scheint z.B. nur die Aufgabe zu haben, dass Veronika sich in ihn verlieben kann und so auch noch kurz - da sie ja bald sterben wird - die Liebe finden kann: plakativ beschreibend, aber für mich keinesfalls authentisch und gefühlvoll.
    Auch Veronika selbst lernt man kaum kennen. Ja, sie war dadurch verbittert, dass sie ihr Leben eintönig fand, was darauf schließen lässt, dass auch sie auch - wenigstens oberflächlich - ein ziemlich langweiliger Charakter ist. Aber müsste sie sich laut Aussage des Buches im Angesicht des Todes dann nicht selbst finden? Wenn diese Selbstfindung darin bestehen soll, dass sie ausgelassen masturbiert, weiß ich auch nicht weiter...
    Die Dialoge sind offenbar ebenfalls nur darauf ausgerichtet, die Aussage des Buches, die man wahrscheinlich eigentlich schon beim Lesen des Klappentextes verstanden hat, zu verdeutlichen. Es wirkt dann eher so als würde ein Philosoph zu einem Priester sprechen, als dass sich gerade ein Psychiatrie-Insasse, der sich gerade zum ersten Mal seit Langem einem Mitmenschen öffnet, einem anderen Psychiatrie-Insassen anvertraut.
    Der Stil erinnert insgesamt stark an ein Märchen oder eine Parabel: Es ist ein kurzes Buch, dass eine Lehre herüberbringen soll. Auch die überschaubare Länge von nur etwas mehr als zweihundert Seiten trägt zu diesem Eindruck bei.
    Der Schreibstil bleibt dabei sehr einfach und erklärend und wirkte für mich irgendwie plump.
    Die Erzähltechnik hingegen ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Die Perspektive wechselt nämlich immer wieder zwischen verschiedenen Charakteren. Während wir einem Großteil der Handlung aus Veronikas Sicht folgen, kommt es immer wieder vor, dass die Perspektive z.B. auch mitten im Gespräch wechselt und dann ein anderer Charakter seine Geschichte erzählt. Dies geschieht zwar immer in der Dritten Person, die Charaktere "denken" aber in der wörtlichen Rede, was wieder irgendwie plump wirkt und mich oft an die Erzählweise eines Kinderbuchs erinnerte: "'Ich weiß, dass die Welt meine Anstrengungen nicht anerkennen wird', sagte er sich..."...
    Ganz merkwürdig fand ich es, als Paolo Coelho nach der Beschreibung, wie Veronika in der Anstalt aufwacht, selbst kurz vorkommt, als Autor, der beschließt, diese Geschichte zu erzählen, da er selbst als Jugendlicher in eine Psychiatrie abgeschoben wurde und das Thema ihm sehr am Herzen lag. Hätte er das nicht einfach in einem Vorwort machen können? Oder seine eigene Geschichte als "autobiographische" Rahmenhandlung nutzen können? So war ich jedenfalls erstmal wieder herausgerissen.
    Die Aussage des Buches, die wie eine Leuchtreklame über allem schwebt, ist natürlich eigentlich eine sehr wichtige, aber auch nichts wirklich Neues. Man hätte sie sicherlich in einer längeren Geschichte mit interessanten Charakteren und einer liebevoll ausgearbeiteten Handlung gut verpacken können.
    Aber so wie sie in diesem Roman verarbeitet ist, hätte es eigentlich kaum eine Geschichte drumherum gebraucht. Eins von diesen Sonnenuntergangs-Bildern mit einem schnörkeligen Text drauf hätte es auch getan.
    Was ich diesem Buch aber wirklich zugutehalten muss ist zum einen das Ende und zum anderen die ganze Geschichte um den Chefarzt der Klinik, der versucht zu beweisen, dass ein Großteil der Menschen an einer Bitterkeit erkrankt ist, die dadurch entsteht, dass man nur noch nach festen Regeln und Gewohnheiten lebt. Er erkennt nämlich auch Folgendes:
    "Je glücklicher, die Menschen sein können, desto unglücklicher werden sie." (S. 84)
    Und alleine dieser Satz hat für mich soviel mehr Aussagewert, als alles andere, was einem in diesem Roman immer wieder vorgekaut wird. Er bezieht sich damit darauf, dass in Krisenzeiten, die Depressionsraten und andere psychische Krankheiten in dem betroffenen Land abnehmen. Wenn das Problem gelöst ist, würden sie wieder ansteigen. Er geht daher davon aus, dass alltägliche Problemchen, wie Stress, Langeweile und Liebeskummer, für die wir nur Zeit und Aufmerksamkeit haben, wenn es uns vergleichsweise gut geht, viel eher zu psychischen Problemen führen.
    Warum gab's nicht viel mehr von Dr. Igor?!
    Ich möchte das Ende natürlich nicht verraten, aber es gibt dem Buch ein bisschen von der Originalität, die die Geschichte meines Erachtens nach sonst leider ziemlich vermissen ließ. Ich kann also jedem empfehlen, wenn ihr das Buch lest und es euch ähnlich geht wie mir, dass ihr euch zwischendurch denkt, was das denn alles soll, dann lest es zuende, denn es lohnt sich!
    Beim Titel des Buches habe ich eigentlich viel mehr "Vorgeschichte" erwartet, dass wir erfahren oder sogar ein bisschen miterleben, was genau Veronika zu diesem Entschluss gebracht hat und dass man sie auch eher bei der Vorbereitung dieses Schrittes begleitet. Stattdessen setzt die Handlung schon mit dem Selbstmordversuch ein, was dem Ganzen irgendwie die Substanz nimmt, die ich erwartet hätte. Selbstmord ist ein ziemlich heftiges Thema, aber hier wird es irgendwie auf die leichte Schulter genommen. Sie bringt sich um, weil sie gelangweilt ist? Das würde vielleicht Sinn machen, wenn man Veronika ein bisschen mehr kennen würde, sich in sie hineinversetzen könnte.

    Fazit
    Ich empfehle erst einmal jedem, dieses Buch zu lesen. Das klingt nach dieser Rezension wahrscheinlich komisch, hat aber seine Gründe:
    1. Es ist sehr kurz und leicht geschrieben, sodass es eine einfache und schnelle Lektüre ist, durch die man sich, wenn sie einem nicht gefällt nicht endlos lange durchquälen muss. Das heißt man kann sich relativ schnell eine eigene Meinung dazu bilden.
    2. Offenbar scheiden sich an diesem Buch die Geister…Die einen sind begeistert, die anderen total enttäuscht. Diese Rezension stellt eben nur eine Meinung dar. Vielleicht ist es daher tatsächlich "ein Buch das man gelesen haben muss", um sich eine eigene Meinung bilden zu können.
    Der Roman hat definitiv wichtige Aussagen, hat diese für meinen Geschmack nur zu wenig originell und etwas lieblos verpackt. Ich hätte eine herzzerreißende Geschichte über die Schönheit des Lebens im Angesicht des Todes wie bei "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" erwartet. Denn Veronika muss erst einen Selbstmordversuch begehen und in der Psychiatrie landen, um zu merken, wie schön das Leben ist. Blöd nur, dass sie jetzt nur noch eine Woche zu leben hat. Da war das Schicksal doch wirklich ein mieser Verräter. Aber ich wurde enttäuscht. Mir war das alles zu gestellt und aufgesetzt, als dass die Geschichte und vor allem der Charakter Veronika mein Herz hätte berühren können.
    Nichtsdestotrotz regt es zum Nachdenken über das eigene Leben an!
    Und speziell die Aussage von Dr. Igor (dem Chefarzt) wird mir ewig im Gedächtnis bleiben: Je glücklicher die Menschen sein können, desto unglücklicher werden sie.
    Etwas was wir uns täglich vor Augen führen sollten. Uns geht es so gut, das sollten wir nutzen!

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    ErinaSchnabus avatar
    ErinaSchnabuvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Belehrendes, pseudo-esoterisches Gesülze für Menschen, die auf Kitsch stehen.
    Veronika beschließt zu sterben

    „Veronika beschließt zu sterben“ habe ich vor rund neun Jahren gelesen. Trotzdem kann ich mich noch recht gut erinnern, wie es mir beim Lesen erging, weshalb ich nun, eine Ewigkeit später, diese Rezension schreiben möchte.

    Inhalt
    Die 24-jährige Veronika begeht einen Selbstmordversuch mit Tabletten, an dem sie jedoch nicht stirbt. Sie wird in eine Psychiatrie gebracht und bekommt dort die Prognose, dass sie in Folge der Tablettenüberdosis sterben wird. Und dies in absehbarer Zeit. Ihre letzten Tage verbringt sie in der Klinik, dort lernt sie die schönen Seiten des Lebens sowie die Liebe kennen und erfährt immer mehr Dinge über ihr baldiges Ableben.

    Meinung
    Ich weiß noch, dass das Buch mich gefesselt und mich in irgendeiner Art und Weise berührt hat. Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade an einer neuen Schule und stellte mir Eduard (der junge Mann, in den Veronika sich verliebt) wie einen Mitschüler vor. Beide hatten etwas sehr eigensinniges und künstlerisches an sich. Dieser Mitschüler verließ nach kurzer die Klasse schon wieder, weshalb ich sehr traurig war. Deshalb ist das Buch gefühlsmäßig mit ihm verbunden, obwohl er nichts damit zu tun hat. Ich weiß, dass ihm dieses Buch gefallen hätte, vielleicht hat er es ja auch mal gelesen, nachdem ich ihm sagte, dass er mich an Eduard erinnerte.
    Wie dem auch sei. Trotzdem kann ich nicht von diesem Roman schwärmen. Er ist eben sehr kitschig und Coelho schreibt sehr salbungsvoll und alles wirkt gewollt. Coelho scheint immer mit aller Gewalt möglichst philosophisch-spirituelle Aussagen in einen Roman packen, sodass am Ende alles unauthentisch, belehrend, pseudo-weise und scheinheilig wirkt. Ich kaufe Coelho diese ganze Eso-Schiene nicht ab. Ich habe immer das Gefühl, er will krampfhaft etwas Tiefgründiges, weltbewegendes schreiben, um irgendwann den Nobelpreis für Literatur zu ergattern.
    Die Charaktere in dem Buch, ihre Handlungsweisen aber auch die Umgebung, alles wirkt sehr konstruiert und kaum realistisch.
    Die Geschichte wirkt aufgrund der Message, die schon von Anfang an heraus zu lesen ist, sehr vorhersehbar. Spannung ist kaum vorhanden. Trotzdem wurden die Emotionen gar nicht so schlecht transportiert. Einen Eindruck hat es bei mir ja hinterlassen.

    Kommentare: 5
    2
    Teilen
    Sillivs avatar
    Sillivvor 2 Jahren
    durchgequält

    Philosophien, Theorien, Selbstbefriedigung, alles nichts für mich, ich habe michdurchgequält.
    Man konnte sich das Ende schon denken, aber nur theoretisch!

    Kommentieren0
    15
    Teilen
    Isaoperas avatar
    Isaoperavor 2 Jahren
    Ungewöhnlich, aber unterhaltsam

    Von Paul Coelho habe ich bereits ein sehr gutes Buch gelesen, aber auch schon eines, was mir nicht so gut gefallen hat. Somit war ich vor dem Start dieses Buches eigentlich neutral. "Veronika beschließt zu sterben" ist sehr ungewöhnlich geschrieben, denn im Vorwort werden einige Parallelen zum Leben des Autors gezogen und auf eine wahre Geschichte verwiesen, von der man aber nicht erfährt, ob sie sich wirklich so zugetragen hat.

    Anfang und Ende des Buches haben mir gut gefallen, auch die Charaktere fand ich insgesamt sehr gut. Der Mittelteil war für mich etwas ereignislos und auch verwirrend. Diese ganze Geschichte mit der sexuellen Befreiung von Veronika...nun ja, das war mir ehrlich gesagt etwas viel und auch nicht so ganz relevant, irgendwie...

    Der Psychiater war eine interessante Person und seine Theorien sind durchaus anfechtbar. Nicht nur die Geschichte mit der neuen Heilungsmethode, sondern auch die Gespräche, die er mit Mari und der Mutter von Veronika führt, fand ich etwas merkwürdig und einen Tick zuviel des Guten. Das Ende hat mich im Gegensatz zu vielen anderen Lesern nicht so sehr überrascht, ich hatte es vorher schon mal geahnt und fand es dadurch etwas vorhersehbarer. Trotzdem hat mir das Ende aber wirklich gut gefallen, keine Frage. Eduard ist auch eine sehr angenehme Figur und seine Rückblende fand ich durchaus interessant, interessanter als bei anderen Figuren.

    Insgesamt ein lesenswerter Roman, aber eben doch recht speziell und nicht unglaublich ereignisreich. Man nimmt als Leser einige schöne Zitate mit auf den Weg, bleibt aber auch etwas irritiert zurück.

    Kommentieren0
    9
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Haihappen_Uhahas avatar
    Verlost wird ein neuwertiges Exemplar "Veronika beschließt zu sterben" von Paul Coelho aus dem Diogenes Verlag.

    Was müsst ihr dafür tun?

    1.Da ich mir einen Buchblog auf Facebook erstellt habe, also ziemlich neu bin, solltet ihr meine Seite teilen und natürlich abonieren/mein Leser werden.

    2. Gebt mir eure Tips für einen hilfreichen Bücherblog. Was ist euch wichitg, wenn ihr auf solchen Blogs unterwegs seit? Was sollte ich verbessern?Was findest ihr gut? (Bitte auf meiner Facebookseite posten, nicht hier!)

    Der Gewinner wird am Folgetag der Verlosung bekannt gegeben und sollte sich innerhalb einer Woche bei mir melden, wegen der Adresse.

    Wie gesagt, es ist kein NEUES Buch, aber eins im sehr guten Zustand. Versand übernehme ich natürlich!

    Also, auf die Plätze fertig los, hier ist meine neue Seite:

    https://www.facebook.com/pages/Haihappen_Uhahas-Bookpage/725863484126504?ref=hl&success=1

    (Ich gebe zu, viel ist es noch nicht ..aber ich gebe mir Mühe)


    Haihappen_Uhahas avatar
    Letzter Beitrag von  Haihappen_Uhahavor 4 Jahren
    Die Gewinnerin ist Natascha Röös!
    Zur Buchverlosung
    Binea_Literatwos avatar
    Eine Buch/Film-Frage an euch. Viele von uns sind ja Paulo Coelho-Fans. Hat schon jemand von euch den Film, der seit 30.09. im Kino läuft - Veronika beschließt zu sterben - gesehen? Würde gern eure Meinungen wissen, dazu gibt es auch ein Thema in der Paulo Coelho Gruppe - “Diskussionsgruppe zu Paulo Coelho” - Vielen Dank.
    Zum Thema

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks