Paulo Lins Seit der Samba Samba ist

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Inhaltsangabe zu „Seit der Samba Samba ist“ von Paulo Lins

Rio de Janeiro, Ende der zwanziger Jahre: In den Bars und Bordellen des Armenviertels hat sich Brancura, ein junger, kräftiger Schwarzer, als Zuhälter etabliert. Mit der schönen Mulattin Valdirene verbindet ihn so etwas wie Liebe. Doch sie träumt vom sozialen Aufstieg und macht einem hellhäutigen Portugiesen schöne Augen. In der 'Bar do Apolo ' tröstet sich Brancura über seinen Kummer hinweg. Und beflügelt vom Zuckerrohrschnaps flüchtet er sich in die Musik. In diesen Nächten mit seinen schwarzen Freunden entsteht etwas völlig Neues: eine Musik voller Leidenschaft, kraftvoller afrikanischer Rhythmen und überschäumender Lebensfreude. Und auch Valdirene kann sich der Sinnlichkeit dieser Musik nicht entziehen.

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    Seit der Samba Samba ist

    michael_lehmann-pape

    30. September 2013 um 14:54

      Wie in „City of God“ entfaltet Lins nun bei einem anderen Thema in seiner poetischen, bildkräftigen und oft (gerade was den erotischen Bereich des Lebens angeht) sehr klaren und direkten Sprache einen Teil der Geschichte, der emotionalen Lebensweise Brasiliens.   Als roter Faden dient ihm dabei die „Neuerfindung“ des Karnevals, die Gründung von Sambaschulen, die Entfaltung einer weitergehenden, anderen, von innen kommenden Leidenschaft, die sich seitdem nicht mehr nur auf dem Tanzparkett, sondern auch in den Bewegungen eines großen Zuges von Menschen die Strassen entlang Bahn bricht, mit der dafür sich entfaltenden, eigenen Rhythmik.   Die nicht künstlich „erfunden“ wurde, sondern die, wie Lins in seinem Roman fühlbar anlegt, aus dem Lebensgefühl der Volks- und Mentalitätsmischung heraus entsteht. Aus dem einfachen Volk, aus dem Rotlichtviertel, aus der Leidenschaft, der Liebe, der nach vorne gebrachten Erotik, der Eifersucht. Emotionale Tiefen, die Lins an der Kerngeschichte des kleinen Gauners und Zuhälters Brancura, der „seine“ Prostituierte Valdirene „außergeschäftlich“ liebt und begehrt, der dennoch sich hinreißen lässt, eine andere aus Begehren heraus zu heiraten, ohne seine Eifersucht auf Sodre, den zweiten Mann, der Brancura massiv umschwärmt, damit stillen zu können. Der damit aber Valdirera sehr verletzt und sie sich verhärten lässt, ihm gegenüber.   Begehren und Wollen, Hinhalten und am „ausgestreckten Arm“ verhungern lassen. Käuflichkeit, Armut, Leidenschaft. Eine Melange an Emotionen, die Lins wunderbar dazustellen vermag. Nur, um immer wieder den Samba fühlbar zu machen, die Trennung von westlicher „Romantik“ und brasilianisch-erotischer „Leidenschaft“ unermüdlich vor Augen zu führen. Was ihm hervorragend gelingt.   Einer Musik, die „in der freizügigen Atmosphäre der Straßenecken, der Schnapsseligkeit der Eckkneipen ....... von Rio erschaffen wurden“, in der sich uralte, magische religiöse Vorstellungen (wie der Exu-Ritus) mit Bahn brechen. Eine Atmosphäre, die Lins fühlbar zum Leser hin transportiert.   „Öffnet also die Hände und empfangt meine heiße Haut“.   Ob Brancura dann doch zum Ende hin die „heiße Haut“ Valdireras auch noch einmal empfangen darf? Das bleibt bis zu der sehr überraschenden Entwicklung der Protagonisten am Ende des Buches hin offen und hält genauso den Leser bei der Stange, wie es die Schilderungen der Komposition und Entwicklung des Samba und der Sambaschulen im Buch vermögen. Eine Entwicklung aus vielen Impulsen heraus, die Lins immer mit an Personen behaftet und so im Buch sehr fassbar nachvollzieht   „Dann lass es uns tun, ja? Ich sterbe vor Sehnsucht“. Das ist die erotische Kraft, welche  hinter allen den Ereignissen des Buches steht und die unverhohlen vordergründig das Leben mit bestimmt.   „Es war die Neuerfindung des Karneval, an jenem 12. August des Jahres 1928“.   Ein sprachkräftiger und wunderbar erzählter Roman, der nicht nur in eine andere Zeit Ende der 20er Jahre entführt, sondern auch bilderreich die doch andere, nicht versteckte, drängende Lust und Leidenschaft am Leben und der Liebe ins Bild rückt.

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