Pauls Toutonghi Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war

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Inhaltsangabe zu „Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war“ von Pauls Toutonghi

«Für mich, einen ängstlichen Teenager mit einer übervorsichtigen Ostblockmutter und einem trinkenden Vater, lag der Gedanke an Sex in einer unfassbar fernen Zukunft. Ehrlich gesagt rechnete ich nicht wirklich damit.» Yuris Eltern haben dem sowjetischen Lettland schon lang den Rücken gekehrt und ignorieren hartnäckig, dass sie ihren amerikanischen Traum in den Sand gesetzt haben. Um jeden Preis wollen sie im öden Brauereinest Milwaukee heimisch werden. Yuris Vater ist von Wodka auf Bourbon umgestiegen, seine Mutter pflastert die Wände mit Werbeanzeigen. Nur Yuri scheint irgendwie aus der Art zu schlagen. Der 15-Jährige verliebt sich ausgerechnet in Hannah, die engagierte Kommunistin. Doch dann pustet der Wind of Change das Leben der Familie erst richtig durcheinander: Plötzlich fällt die Berliner Mauer, die lettischen Verwandten reisen an, und Yuri klaut ein Auto, um seine Angebetete zu beeindrucken ... «Bei Toutonghi trifft osteuropäischer Humor auf die amerikanische Fähigkeit, filmreife Geschichten zu erzählen.» Brigitte

Zeilen, die einen eintauchen lassen, die, je nach Alter, auch die eigene Geschichte berührt, spielt sie doch im Sommer und Herbst 1989

— Buecherspiegel
Buecherspiegel

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    Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war
    Buecherspiegel

    Buecherspiegel

    01. May 2017 um 13:14

    Meine Urlaubsleseperle war dieses Jahr „Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war“ von Pauls Toutonghi. Nach wenigen gelesenen Zeilen ist man mittendrin in dieser Geschichte eines Teenagers, der in Milwaukee groß wird. Wir schreiben übrigens das Jahr 1989, ein geschichtsträchtiges Jahr. Das gilt auch für Yuri, denn seine Eltern sind einst aus dem sowjetischen Lettland geflüchtet, preisen Amerika als gelobtes Land, in dem alles möglich und frei ist, im Gegensatz zur Sowjetunion. Und da verliebt sich Yuri ausgerechnet in seine Mitschülerin Hannah, einer Kommunistin, die engagiert ihren Weg geht und nicht zu beeindrucken von den echten Erlebnissen von Yuris Familie ist. Hannahs Vater, Dr. Graham, bezieht sogar Prügel von Herrn Balodis, als dieser seinen Sohn bei einer morgendlichen Demonstration erwischt. Yuri soll eine kommunistische Zeitung beim Schichtwechsel an Arbeiter verkaufen. Dr. Graham hat, nach Meinung von Herrn Balodis, schließlich nie unter dem Kommunismus leiden müssen, hat nie erfahren, dass er zum Beispiel kein Recht gehabt hätte wieder zurück nach Amerika zu gehen, sollte es ihm im sowjetischen Lettland nicht gefallen. Yuri stellt sich ähnliche Fragen, wie es ihm wohl ergangen wäre, wenn er nie die Möglichkeiten gehabt hätte, frei und offen in eine Bibliothek zu gehen und alle Bücher auszuleihen, die er lesen wollte. So sucht er Trost in perfekten, präzisen Sätzen, wenn er mal nicht weiter weiß in seinem Leben.Die überaus liebenswerte Beziehung zwischen dem Bourbon trinkenden Vater und seinem Sohn, der mehr als vorsichtigen Mutter, die Spracheigenheiten, all das ist vom Autor sehr herzlich beschrieben. Man leidet bei jeder Zeile Schwermut und bei den kleinen und großen Katastrophen, lacht und freut sich bei positiven Ereignissen.Und da ist natürlich die Country-Musik, die die Familie bereits in Lettland begleitet hat, der Vater singt beharrlich seine Lieder. Als die Ereignisse sich während dem Mauerfall in Deutschland überschlagen, ändert sich auch für die Familie Balodis alles. Sie erwarten Besuch aus der alten Heimat.Toutonghi ist wichtig immer wieder zu betonen, welche Freiheiten sein junger Protagonist Yuri in Amerika erleben darf, seine Meinung frei zu äußern, Musik laut, sogar bei geöffnetem Fenster zu hören. Dessen Vater lässt er die Frage stellen, warum es Arbeitern in einem sozialistischen Staat besser gehen soll als im kapitalistischen Amerika? Yuri flüchtet in diesen Augenblicken zu seinen Büchern, die ihm seine Mutter, die in einer Bibliothek arbeitet, stapelweise mitbringt. Über allem schweben Liebesgeschichten, nicht nur zwischen Yuri und Hannah.Witzig sind die zum Teil langen Zwischenüberschriften, die für sich schon eine Geschichte erzählen. Um mit den Worten von Yuris Vater zu enden, eine wunderbare Story, nach meiner Meinung.Informationen über den Autor finden sich im Netz zum Beispiel unter rowohlt.de/autor/pauls-toutonghi.html

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  • Rezension zu "Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war" von Pauls Toutonghi

    Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war
    awogfli

    awogfli

    08. March 2012 um 16:25

    Da bin ich beim Lebensmitteleinkauf zufällig auf ein sehr gutes Wühltischschmankerl gestossen. Diese Geschichte mit dem ungewöhnlich langen Titel ist ein wunderschöner humorvoller Roman über das Erwachsenwerden in den USA, wenn man lettischen Migrationshintergrund besitzt. Alle Klischees und auch innovative Wahrheiten werden sehr liebevoll bedient: Erste Liebe, erste sexuelle Erfahrungen mit beiderlei Geschlecht, kriminelle Handlungen im jugendlichen Überschwang begangen, Alkoholismus, Grossfamilie, grausame lettisch-gastronomische Entgleisungen, Zerplatzen des amerikanischen Traums und zuallerletzt auch noch eine sehr humorvolle politische Rebellion gegen die kapitalistischen Werte der Eltern, eigenlich nur um ein Mädchen zu beeindrucken. Das einzige, was mich ein bisschen gestört hat, ist wieder mal die Sprache. Der Wortwitz im Roman hält nicht, was deutsche Klappentext, mit spitzer brillianter Feder konstruiert, verspricht. Dies ist aber sicher wieder mal auf die deutsche Übersetzung zurückzuführen, denn der lettisch/amerikanische Sprachwitz, auf den auch mehrmals hingewiesen wird, kommt einfach nicht rüber. Das ist schon das zweite Buch mit baltisch/amerikanischen Hintergrund das ich unbedingt nochmals in Originalsprache lesen muss. Fazit lesenswert!

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  • Rezension zu "Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war" von Pauls Toutonghi

    Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war
    Sabrina D

    Sabrina D

    19. March 2011 um 13:31

    EIn Junge aus osteuropäischem Elternhaus verliebt sich in ein politisch sozialistisch geprägtes Mädchen. Nach einem Autounfall mit einem geklauten Wagen geht alles schief. Als auch noch littauische Verwandte die Wohnung der Familie besetzen und die Polizei Jagd auf den Jungen macht, wirds dramatisch

  • Rezension zu "Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war" von Pauls Toutonghi

    Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war
    lunartec

    lunartec

    25. November 2010 um 23:41

    Weise, komisch, hochprozentig – eine berührende Geschichte vom Erwachsenwerden, erzählt mit dem wunderbar tragischen Humor der Osteuropäer. «Für mich, einen ängstlichen Teenager mit einer übervorsichtigen Ostblockmutter und einem trinkenden Vater, lag der Gedanke an Sex in einer unfassbar fernen Zukunft. Ehrlich gesagt rechnete ich nicht wirklich damit.» «Toutonghi ist ein warmherziger Erzähler und ein Meister des Dialogs.» Moscow Times Mir persönlich hat das Buch sehr gefallen. Die Charaktere werden richtig schön beschrieben und man kann sich in die Gefühlswelt des Teenagers Yuri Balodis gut rein versetzen. Schade fand ich es, dass das Ende viel zu schnell kam. Gern hätt ich noch mehr über das Zusammenleben mit der zugereisten Familie gelesen, oder wie es dann doch noch mit Hannah weiterging. Die Wendung im Epilog lässt aber das relativ kurze Ende wieder verzeihen. Gutes Buch! Sehr zu empfehlen!

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  • Rezension zu "Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war" von Pauls Toutonghi

    Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war
    Leserrezension_2009

    Leserrezension_2009

    13. August 2009 um 17:19

    Christian S. hat folgende Rezension geschickt: Yuri Balodis ist Sohn lettischer Einwanderer in den USA. Sein Vater, Reinigungskraft in einem Autohaus, sitzt Abend für Abend auf dem Balkon, trinkt Bourbon und erzählt Yuri immer und immer wieder dieselben haarsträubenden Geschichten aus Lettland und schwärmt von Amerika, dem einzig wahren freien Land. Als Yuri sich in eine engagierte Sozialistin verliebt, entstehen folgenreiche Spannungen zwischen Vater und Sohn. Und dann fällt auch noch die Berliner Mauer und die lettischen Verwandten kündigen sich an; das Chaos nimmt seinen Lauf. So erlebt Yuri seine Pubertät zwischen Liebe und Loyalität, idealistischen sozialistischen Ideen seiner Angebeteten und den Erinnerungen seines Vaters an kommunistische Unterdrückung, der väterlichen Liebe eines Alkoholikers und den Träumen und Bangen um das Mädchen, das ihm den Kopf verdreht. "Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war" ist gepflastert von dramatischen Ereignissen, Verletzungen, Enttäuschungen, aber auch von viel Liebe, Zueinanderhalten, Freundschaft, und vor allem einem großartigen stillen Humor, unaufdringlich und glaubwürdig. Allein durch die tolle Umsetzung des Einwandererdialekts, die einen immer wieder schmunzeln lässt, muss man Yuris Eltern einfach lieben. Überhaupt, die Charaktere sind so fein ausgearbeitet, dass man sie zu kennen glaubt, man sieht die Familie vor sich: der Vater mit seinen manchmal naiven Vorstellungen vom freien Amerika, der aber auch in einigen Momenten durchblicken läßt, dass er sehr wohl weiß, dass nicht alles Gold ist im vielgepriesenen Land der Freiheit; die Mutter, die sich den Gegebenheiten immer anpasst und für die ihr Sohn ihr Ein und Alles ist; und Yuri, der ständig hin- und hergerissen ist zwischen seiner Liebe zu einer überzeugten Jungsozialistin und dem Respekt seinen Eltern gegenüber. Trotz vieler skurriler Geschehnisse wirkt an "Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war" nichts aufgesetzt und es liest sich von Anfang an wunderbar flüssig. Ein schöner und unterhaltsamer Blick in verschiedene Welten, in eine Zeit, in der sich vieles änderte, aus dem Blick eines Jungen, in dessen Leben sich zu dieser Zeit ebenfalls vieles änderte.

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  • Rezension zu "Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war" von Pauls Toutonghi

    Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war
    Sandi

    Sandi

    30. June 2009 um 21:03

    Ein wunderbares und witziges Buch. Die Eltern des 17jährigen Yuris sind aus der sowjet. Republik Lettland geflohen und beginnen in den USA ein neues Leben. Ihr Sohn Yuri soll ganz Amerikaner sein und mit lautstarken Bekundungen wird die demokratische Meinungsfreiheit gefeiert. Nun verliebt sich Yuri in Hanna, die Mitglied der kommunistischen Arbeiterpartei ist. Da ist der Streß zuhause vorprogrammiert. Doch immermehr tritt die Beziehung zw. Vater und Sohn in den Vordergrund. Erst als es zu spät ist, erkennt Yuri die Beweggründe seines Vaters und spürt wie tief seine Zuneigung war. Ein wunderbares Buch!!

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  • Rezension zu "Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war" von Pauls Toutonghi

    Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war
    BeautyBooks

    BeautyBooks

    23. June 2009 um 21:45

    Kaum lernt Yuri Balodis Hannah kennen, stellt es seine Welt als Sohn lettischer Einwanderer und als Bücherwurm (fast) komplett auf den Kopf. Die Country-Star Geschichten des betrunkenen Vaters, allabendlich auf dem Balkon erzählt, rücken in den Hintergrund: Kommunismus in Amerika, das ist Rock 'n Roll. Und so erlebt Yuri wegen der "roten" Hannah, wegen des Mauerfalls und einem nun möglichen Verwandtenbesuch aus Lettland eine wilde Pubertät, die er als Ich-Erzähler mit einigen Jahren Abstand zum Besten gibt. Das Buch ist warmherzig, anrührend und unglaublich komisch. Hat mir im großen und ganzen gut gefallen =)

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  • Rezension zu "Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war" von Pauls Toutonghi

    Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war
    yoko

    yoko

    11. May 2009 um 20:50

    Yuri ist großartig und sehr weise für sein Alter, was wohl daher rührt, dass der Lette viele Bücher liest, die ihn seine Mutter aus der Bibo mitbringt. Der 15-Jährige sitzt oft mit seinem Bourbon trinkenden Vater auf dem Balkon und lauscht seinen Geschichten. Aber nichts bleibt ewig, wie es ist, denn eines Nachts begeht Yuri aus einer Laune heraus, auch angetrieben von Gefühlen, einen Fehler, der Konsequenten mit sich ziehen wird. Das Buch ist eine wunderbare Familiengeschichte von Einwanderern, die in den USA leben. Alle haben ihre Träume und kämpfen. Der Roman hat auch den Charme eines Salinger-Werkes wie "Der Fänger im Roggen" -die Geschichte über einen Jungen, der erwachsen wird, der die Kindheit hinter sich lässt, neue Gefühle entdeckt, andere, neue und fremde Gedanken denkt. Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, war ich zutiefst euphorisiert, weil es schön war, diese verrückte Familie erleben zu dürfen. Der Autor findet die perfekte Balance zwischen tiefsinnigen Worten und lustigen Sprüchen, nebenbei ist er originell - ach, einfach toll! Außerdem, das möchte ich nicht unerwähnt lassen, hat das Buch etwas Warmes und Herzliches, das berührt und glücklich macht.

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