Pauls Toutonghi Die Sphinx von Montana

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Inhaltsangabe zu „Die Sphinx von Montana“ von Pauls Toutonghi

Viel ist nicht los in Khosis jungem Leben. Im verschlafenen Nest Butte in Montana, dessen Geschichte er als Museumsführer täglich herunterleiert, erlebt Khosi wenig Aufregendes - bis unerwarteter Besuch ihn wachrüttelt: Khosis ägyptischer Erzeuger, den er nie kennengelernt hat, schaut vorbei, lässt sich von Mutter Amy die Scheidungspapiere unterschreiben und ist schon wieder fort, ohne seinen Sohn getroffen zu haben. Mit einem Mal erscheint die Familiengeschichte in völlig neuem Licht. Was ist damals wirklich passiert? Kurz entschlossen macht sich Khosi auf, dem Rätsel der Eltern und seiner eigenen Geschichte auf den Grund zu gehen: Er fliegt nach Ägypten. Auf einer tollkühnen Suche nach dem Vater irrt er durch Kairo, muss obskure Gelder überbringen und sich getarnt in die väterliche Verwandtschaft einschleusen; er begegnet dem Geist seines Urgroßvaters und dem bildschönen Scheidungsgrund des Vaters. Als auch noch Mutter Amy in Kairo auftaucht, steht ein heikles Familientreffen bevor…

Spielerisch und hochkomisch erzählt Pauls Toutonghi von einer Vatersuche zwischen der Ödnis des Mittleren Westens der USA und der Exotik Ägyptens: ein mitreißend-charmanter Roman über das Erwachsenwerden mit Mitte zwanzig und das Glück, eine verrückte Familie zu haben.

Toll erzählte, durchgedrehte Geschichte! :-)

— mamamal3

Absolutes Lieblingsbuch! Tolle Sprache, tolle Figuren!

— Toirse

Tolles zur Geschichte passendes Cover. Inhalt gut erzählt. Empfehlenswerte Lektüre.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein wunderbarer Roman, nur durch Zufall entdeckt: witzig, spielerisch, charmant, verrückt und mitreißend zu lesen.

— Andras

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  • Die Suche nach den eigenen Wurzeln.

    Die Sphinx von Montana

    Lole

    Inhalt: Khosi lebt mit seiner Mutter in der kleinen Provinz Butte, in Montana. Alles läuft gut- bis plötzlich sein Vater auftaucht, doch bevor Khosi die Chance bekommt mit ihm zu sprechen, ist er auch schon verschwunden. Also begibt sich Khosi auf die auf die wohl außergewöhnlichste und spannendste Reise seines Lebens- er reist nach Ägypten, auf der Suche nach seinen Wurzeln. Cover: Das Cover finde ich sehr schön und trickreich- auf den ersten Blick erkennt man nur eine Pyramide, erst bei näherem hinsehen entdeckt man, dass die Spiegelung die Berge von Montana darstellen. Ich finde es sehr gelungen, um beide Welten des Protagonisten hervorzuheben. Handlung: Die Handlung konnte mich sofort überzeugen- Khosi musste ich einfach ins Herz schließen und die Art und Weiße wie er seinen Alltag mit seiner an Morbus Wilson erkrankten Mutter bestreitet, fand ich einfach wunderbar. Schon Anfangs fand ich die Geschichte sehr unterhaltsam- doch als sich Khosi schließlich auf seine abenteuerliche Reise nach Ägypten begibt, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist eine sehr humorvolle Handlung mit einem etwas ernsten Hintergrund. Khosi, der seine Wurzeln sucht, der endlich wissen will woher er stammt, warum er so aussieht wie er aussieht. Der Autor beschreibt sehr authentisch das ägyptische Leben und Traditionen die damit verbunden sind. Was auch sehr interessant und anfangs etwas verwirrend war, ist die Erscheinung des Geistes von Khosis Urgroßvater. Dies hat mich etwas verwundert, da das Buch ansonsten so gradlinig und real auf mich wirkte. Doch schnell hatte ich mich damit abgefunden und wartete immer gespannt auf die nächste Unterredung mit dem Geist. Anstatt mich zu wundern, hat dies das Buch nur noch interessanter und besonderer gemacht. Mich konnte die Handlung auf jeden Fall völlig überzeugen und begeistern. Charakter: Khosi. Was soll ich noch dazu sagen? Ein absolut genialer Protagonist mit hohem Wiedererkennungswert. Jahrelang lebt er mit seiner Mutter in Montana, er liebt seinen geregelten Tagesablauf, ist immer vorsichtig. Und dann macht er sich auf nach Ägypten um seinen Vater zu suchen- er taucht ein in eine völlig neue Welt, ohne dass er jemanden kennt. Es ist wunderbar mit anzusehen welche enorme Entwicklung er im laufe des Buches durchmacht, wie er über sich hinauswächst. Kennt ihr die Fernsehserie Monk? Irgendwie erinnerte mich Khosi immer an ihn, nur jünger und lieber. Schreibstil: Ein Schreibstil ganz nach meinem Geschmack- der Autor beschreibt manche Gedankengänge so ausschweifend und doch war es einfach niemals langweilig. Es machte spaß in Khosis Gedankenwelt zu hüpfen, die er einem so einfach näherbrachte. Es war sehr flüssig zu lesen, auch wenn das Buch in keinem einfachen, geradlinigen Stil geschrieben ist. Auch hier gibt es für mich wieder einen hohen Wiedererkennungswert. Fazit: Ein außergewöhnlich humorvolles Buch mit einer kräftigen Prise Ernsthaftigkeit, Mut und mit etwas Liebe. Mein persönliches MUST-READ 2013!

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    • 2
  • Auf der Suche nach seinen Wurzeln - und sich selbst

    Die Sphinx von Montana

    Moonwishes

    09. November 2013 um 21:10

    Khosi führt ein langweiliges und sich immer wiederholendes Leben. Doch plötzlich kommt sein Vater - den er noch nie zuvor zu Gesicht zu bekommen hat - zu seiner Mutter, lässt die Scheidungspapiere unterzeichnen und ist wieder verschwunden. Khosi wollte er noch nicht einmal sehen. Daraufhin beginnt Khosi sich auf die Suche zu begeben, wer sein Vater ist und reist nach Kairo, der Heimatstadt seines Vaters. Dort erlebt er das eine oder andere Abenteuer. Der Schreibstil war locker, leicht und witzig. Die Geschichte unheimlich amüsant. Ich hatte mit diesem Buch wunderbare Stunden erlebt und kann das Buch wirklich empfehlen. Manche bezeichnen es als ein Buch über das Erwachsen-werden, aber ich finde es muss nicht unbedingt so sein. Es ist einfach ein Buch über eine Suche mit einigen Abenteuern. Einer Suche, die mich manchmal zum lachen brachte und manchmal zum nachdenken. Eine Suche, diemich persönlich sehr berührte, in all seinen Facetten.

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  • Leserunde zu "Die Sphinx von Montana" von Pauls Toutonghi

    Die Sphinx von Montana

    Eltragalibros

    Nach "Tschick" der neue Erfolgsroman über das Erwachsenwerden! Halbägypter und Museumsführer Khosi führt ein langweiliges Leben, bevor er sich eines Tages dazu entschließt, von der Ödnis des Mittleren Westens in die Exotik Ägyptens zu ziehen, um seiner Familiengeschichte auf den Grund zu gehen. Der Vater, den er nie kennengelernt hat, taucht plötzlich in seiner Heimatstadt auf, fordert die Scheidung von seiner Mutter und verschwindet wieder. Khosi trifft eine Entscheidung, die der Beginn eines ganz großen Abenteuers wird. Viel ist nicht los in Khosis jungem Leben. Im ver­schlafenen Nest Butte in Montana, dessen Geschichte er als Museumsführer täglich herunterleiert, erlebt Khosi wenig Aufregendes - bis unerwarteter Besuch ihn wachrüttelt: Khosis ägyptischer Erzeuger, den er nie kennengelernt hat, schaut vorbei, lässt sich von Mutter Amy die Scheidungspapiere unterschreiben und ist schon wieder fort, ohne seinen Sohn getroffen zu haben. Mit einem Mal erscheint die Familiengeschichte in völlig neuem Licht. Was ist damals wirklich passiert? Kurz entschlossen macht sich Khosi auf, dem Rätsel der Eltern und seiner eigenen Geschichte auf den Grund zu gehen: Er fliegt nach Ägypten. Auf einer tollkühnen Suche nach dem Vater irrt er durch Kairo, muss obskure Gelder überbringen und sich getarnt in die väterliche Verwandtschaft einschleusen; er begegnet dem Geist seines Urgroßvaters und dem bildschönen Scheidungsgrund des Vaters. Als auch noch Mutter Amy in Kairo auftaucht, steht ein heikles Familientreffen bevor… Leseprobe Auf urkomische und mitreißende Weise erzählt der Autor Pauls Toutonghi in seinem Roman nicht nur die Geschichte einer multikulturellen und zugleich verrückten Familie, sondern auch über das Erwachsenwerden mit Mitte zwanzig. Wenn ihr gemeinsam mit dem sympathischen Helden Khosi auf abenteuerliche Ägyptenreise gehen wollt und Zeit und Lust auf den gemeinsamen Austausch in der Leserunde mit abschließender Rezenson habt, dann bewerbt euch bis zum 21. August 2013. Wir verlosen für euch mit dem Rowohlt•Berlin Verlag insgesamt 20 Hardcover-Exemplare. Verratet uns dazu eure lustigste Familiengeschichte! Über den Autor: Pauls Toutonghi wurde 1976 als Sohn eines ägyptischen Vaters und einer lettischen Mutter geboren und lebt in Portland, Oregon. Seine Texte wurden in der «New York Times» und der «Boston Review» veröffentlicht, für seine Kurzgeschichten erhielt er unter anderem den renommierten Pushcart Prize. Sein Debütroman erschien ebenfalls bei Rowohlt•Berlin unter dem Titel "Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war" (2009). Der Blog des Autors

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    • 275
  • Selbstreflektierend, mit multikultureller Färbung und feinem Humor

    Die Sphinx von Montana

    SinjeB

    29. October 2013 um 21:00

    Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln - selbstreflektierend, mit multikultureller Färbung und feinem Humor Zum Inhalt: Mit Mitte zwanzig ist Khosi Saqrs Leben geordnet und ereignislos. Das Kupferbergbaustädtchen Butte im US-amerikanischen Montana hat außer seiner glorreichen Tagebauvergangenheit und dem berühmten Motorrad-Stuntman Evel Knievel nichts zu bieten. So geht Khosi seinem Job im Museum nach, pflegt einen Ordnungsfimmel und hat ein Auge auf seine Mutter Amy, die, an der Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson erkrankt, Medikation und Diät unterliegt, aber keinesfalls hilflos ist. Eines Tages aber erscheint sein Vater unangekündigt in Butte. Selbst wenn Khosi, Verwandten sei Dank, immerhin des Arabischen mächtig ist, ist sein Vater für ihn so fern wie das Land am Nil, aus dem jener stammt. Nachdem der Ägypter die Amerikanerin Amy schon so früh verlassen hat, dass Khosi keine Erinnerung an ihn blieb, steht er nun vor ihrer Tür und verlangt die Scheidung. Nur eine Unterschrift auf einem Papier. Kein Interesse, den Sohn kennenzulernen. Verärgert erwacht Khosi aus seinem Trott und beschließt, entgegen den Einwänden seiner Mutter nach Kairo zu reisen, um die Puzzleteile seiner zerrütteten Familie zu Wurzeln zusammenzufügen. Doch dort erwarten ihn einige Überraschungen ... Meine Meinung:  Nachdem ich in diesem Jahr mein Faible für Geschichten über das Erwachsenwerden und das Finden der eigenen Wurzeln wiederentdeckt habe, passte Pauls Toutonghis Roman von vornherein ins Schema. Brian Reas Umschlagillustration (die vom Originalumschlag der amerikanischen Ausgabe übernommen wurde) nimmt treffsicher Bezug auf die bikulturelle Herkunft des Hauptcharakters und Ich-Erzählers Khosi Saqr. Je nachdem, wie man die Abbildung dreht, siedelt man ihn entweder in Ägypten oder in Montana an, loslösen lässt er sich jedoch von keiner der beiden Regionen, denn Khosi hängt zwischen beiden fest. Durch ihre braunen und sandigen Nuancen wirkt die Illustration allerdings etwas ältlich und erinnert mich an alte Abenteuererzählungen weit vor meiner Zeit, was nicht so recht zu dem jungen Charakter des Khosi passen will und auch in gewissem Maße dazu beitrug, dass ich mir Khosis Vater immer wesentlich älter vorstellte. Mit dem deutschen Titel "Die Sphinx von Montana" bin ich ebenfalls noch nicht vollständig im Reinen, weil ich vergeblich nach der Sphinx suche, dennoch ist er für den deutschen Leser greifbarer als der Originaltitel "Evel Knievel Days". Letzterer bietet einen unverkennbaren Bezug zur Geschichte, in der letztendlich sogar der Geist des seligen Evel Knievel bemüht wird, nur dürfte ich wahrscheinlich  nicht der einzige Nichtamerikaner sein, der mit dem 2007 verstorbenen Stuntman nichts anfangen kann. Den unterhaltsamen Lesestunden tut dies jedoch keinen Abbruch. Pauls Toutonghi präsentiert Khosis Geschichte mit einem angenehm augenzwinkernden Ton. Obwohl der junge Mann sich zweifellos Einiges aufhalst, beispielsweise die "Überwachung" seiner Mutter übernimmt, wenngleich sie weder gebrechlich noch unmündig ist, so legt er doch eine Selbstreflexion an den Tag, die mit erfrischendem Sarkasmus überzeugt und nicht selbstmitleidsgeschwängert daherkommt. Dabei zeichnet er scharfsinnig ein klares Bild seiner Umgebung; zunächst von Butte, das er nüchtern, fast in Reiseführerton beschreibt und damit seinen eigenen ereignislosen Alltag nur noch unterstreicht.  Als sein Vater plötzlich in seinem Leben auftaucht und sich stehenden Fußes wieder verabschiedet, kommt auch Leben ins Geschehen. Die Figuren verlassen ausgetretene Pfade, agieren neu, und vor allem Khosi darf nun Neues erleben und erkunden, ob das Land seines Vaters ihm das Gefühl des In-der-Luft-Hängens, des Daseins als halber Mensch, nehmen kann.  Während des Ägyptenaufenthalts, der den meisten Raum von Toutonghis Roman einnimmt, kommt es immer wieder zu überraschenden Begegnungen und Missverständnissen, die der Autor glaubwürdig und authentisch zu vermitteln weiß. So muss sich Khosi immer wieder selbst ertappen, dass sein Arabisch, das er fernab des Landes diszipliniert erlernt hat, arg angestaubt ist und mitunter für ein Schmunzeln sorgt. Während er an ägyptische Speisen gewöhnt ist, die seine Mutter mit viel Liebe zuzubereiten lernte, sorgt Kairo dennoch für Kulturschockmomente, die Khosi trotz seiner binationalen Herkunft zum Touristen degradieren. Auch das Kennenlernen des Vaters ähnelt einem Kulturschock. Sehr langsam lernen wir Khosis Erzeuger kennen, und mir fiel es sehr schwer, mich für ihn zu erwärmen. Umso mehr, da Khosi deutlich zum Sympathieträger avancierte, mit all seinen Eigenheiten, aber vor allem seiner Wärme im Umgang mit seiner Mutter und seinem Streben nach Ehrlichkeit, das ihn immer beflügelt, die Dinge richtig stellen zu müssen, auch wenn er damit Gefahr läuft, das Chaos noch zu vergrößern.  Während ich mit Khosis Vater auch auf Seite 318 noch nicht warm geworden war, war mir seine Mutter Amy von Anfang an sympathisch. Selbst wenn sie mitunter einen gluckenhaften Eindruck vermittelt, dominiert eine innige Beziehung zu ihrem Sohn, und so bleibt sie über den gesamten Roman hinweg eine feste Größe, die auch aus dem ägyptischen Geschehen nicht wegzudenken ist. Im Übrigen ist "Die Sphinx von Montana" angefüllt mit unzähligen ägyptischen kulinarischen Genüssen, denn Khosis Mutter ist eine begnadete Köchin, die, obwohl Amerikanerin, manches Nationalgericht besser zubereitet als Einheimische, selbst wenn sie die Mehrheit der Speisen aufgrund ihrer Stoffwechselstörung nicht einmal probieren kann. Über den knurrenden Magen beim Lesen darf man sich daher nicht wundern.  Im Mittelteil der Geschichte hatte ich zugegebenermaßen einen Hänger und musste die Lektüre kurz aussetzen. Nicht nur hatte ich dann das Gefühl, die Geschichte käme zum Stagnieren, sondern sie war mir auch kurzfristig etwas zu skurril. Das amüsierte Grinsen, das ich zu Beginn der Geschichte noch mit mir herumtrug, hielt in diesem Part des Romans nicht an. Im Endspurt klären sich jedoch auch die Ereignisse auf, sodass sich das Durchhalten auf jeden Fall lohnt. Im letzten Drittel schließlich spart Toutonghi nicht an Spannung, indem er seinen Protagonisten nicht schont. Doch für Khosi lohnt es sich. Und für den Leser auch.  Fazit: Coming-of-Age-Roman um einen schrägen, aber liebenswerten Protagonisten auf der Suche nach den fehlenden Puzzleteilen seiner Herkunft, scharfsinnig, humorvoll und dramatisch erzählt, wenn auch nicht immer vor Überzeichnung und Längen gefeit.

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  • Die Sphinx von Montana (Pauls Toutonghi)

    Die Sphinx von Montana

    LieLu

    25. September 2013 um 16:39

    Rowohlt Verlag Der Autor Pauls Toutonghi wurde 1976 als Sohn eines ägyptischen Vaters und einer lettischen Mutter geboren. Heute lebt er in Oregon in Portland. Seine Texte wurden vor allem in der New York Times und der Boston Review veröffentlicht. Bei Rowohlt Berlin erschien sein Debütroman «Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war» (2009). Die Sphinx von Montana Khosi wächst zusammen mit seiner Morbus Wilson kranken Mutter in einem verschlafenen Nest namens Butte, in Montana auf, ist aber ägyptisch-amerikanischer Abstammung. Seine Mutter führt noch immer eine Catering-Firma mit ägyptischen Spezialitäten, welche auf Rezepten des Vaters und dessen Familie beruhen. Da seine Mutter eine Lebensmittelunverträglichkeit durch die Krankheit entwickelt hat, muss Khosi alles möglichen Speisen verkosten. Seine ägyptische Herkunft merkt er täglich, denn er sieht nicht nur anders aus, als die meisten Kinder in Montana, er kennt auch seinen ägyptischen Vater nicht. Dieser kommt urplötzlich zu Besuch, ohne dass Khosi etwas davon mitbekommt. So schnell ist er auch schon wieder verschwunden. Obwohl seine Mutter es nicht für richtig hält, fährt Khosi nach Ägypten, um seinen Vater zu suchen. Durch zufällige Umstände oder den Geist des Zufalls findet Khosi die Verlobte dessen, der er von sich erzählt. Leider hat sein Vater keinen Bedarf daran, seinen Sohn vorzustellen. Stattdessen soll er der Sohn eines Freundes sein. Khosi willigt ein. Fazit Ein interessantes Buch, welches mit Humor und Charme und schwerwiegenden Krankheiten und Wurzelfindungen erzählt. Mit den Protagonisten wurde ich nicht ganz so warm, jedoch gefiel mir der Schreibstil sehr gut. Ereignisse wie das Auftauchen des Ururgroßvaters als Geist wiederum, fand ich nicht besonders passend, da es dem Roman einiges an Ernsthaftigkeit nahm. Auch die Langatmigkeit an einigen Stellen, tun dem Werk leider einen kleinen Abbruch. Dies steigerte sich jedoch im Verlauf des Buches und man begann mehr hinter die Ereignisse zu steigen. Für mich stieg in diesem Zusammenhang auch die Spannung wieder. Besonders schön finde ich die vielen kleinen Details zu Ägypten, die vom Autor in den Stoff des Buches eingewebt werden. So hat der Leser immer ein klares Bild vor Augen, wo er sich gerade befindet und kann auch Khosi und dessen Gefühle besser verstehen. Ein Buch über eine amerikanisch-orientalische Familiengeschichte mit viel Charme, Humor, Emotion und Gefühl. Ein Sohn auf der Suche nach seinem Vater und seinen Wurzeln. http://immer-mit-buch.blogspot.de/

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  • Toll erzählte, durchgedrehte Geschichte!

    Die Sphinx von Montana

    mamamal3

    22. September 2013 um 11:02

    Der junge, gerade erwachsen gewordene Khosi hat es nicht leicht! Seine Mutter, Amerikanerin vergisst immerzu ihre Medikamente und wird dann völlig verwirrt. Also kümmert er sich um sie, ihren Partyservice und jobbt auch noch 'nebenbei'. Doch plötzlich taucht sein Vater auf- er hatte die Mutter mit Khosi vor vielen Jahren verlassen und war nach Ägypten in seine Heimat zurückgekehrt. Ein geheimnisvoller, alter, goldener Armreif liegt auch noch auf dem Komposthaufen und gibt Rätsel auf! Seine beste Freundin Natasha wird bald heiraten, doch Khosi und sie verbindet doch noch viel mehr,... Da beschließt er, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und seine Familie in Kairo auf eigene Faust kennenzulernen! Wären da nicht diese blöden, zwanghaften Handlungen, ohne die Khosi weder das Bett, noch das Haus verlassen kann! Der Autor entführt den Leser gekonnt in eine fremde Welt. Gerade der Wortwitz und die Ironie in den Dialogen macht das Lesen dieses Buches zu einem besonderen Genuss! Über eine Fortsetzung würde ich mich sehr freuen!! :-)

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  • Ein ägyptischer Schatz!

    Die Sphinx von Montana

    Tigerlili

    18. September 2013 um 21:56

    Hallo, in dem Buch „Die Sphinx von Montana“ von Paul Toutonghi, geht es um einen jungen Halbägypter namens Koshi, welcher sich auf die Suche nach seinem ägyptischen Vater begibt. Aus der Sicht von Koshi wird auf wundervolle und vor allem humorvolle Art von dessen Gedankengängen, Erlebnissen und auch tragischen Momenten erzählt. Dabei überzeugt Koshi vor allem durch seine etwas verschrobene und dennoch authentische (vielleicht auch etwas autistische) Wahrnehmung und Art und Weise die Situationen zu interpretieren und zu meistern. Dieses Buch mag auf den ersten Blick nicht direkt den Leser einladen in die wunderbare Welt von Koshi einzutauchen – dennoch sollte man dies in jedem Fall tun! Das Buch liest sich wirklich herrlich, ist immer wieder für Überraschungen gut und auch der humorvolle Leser kommt auf seine Kosten. Auch gibt es immer wieder Passagen, in denen kleine Lebensweisheiten oder besondere Einstellungen zum Leben enthalten sind. Man könnte diese Absätze schon fast als ein wenig philosophisch bezeichnen – ohne dabei aufdringlich, oder gar unverständlich zu sein. Als Fazit kann ich jedem dieses Buch empfehlen, vor allem aber dem Leser der gern in die Erfahrungswelt einer anderen Person abtaucht und dessen Erleben, Fühlen und Denken kennen lernen möchte.

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  • Die Suche nach dem Glück

    Die Sphinx von Montana

    Ayanea

    12. September 2013 um 17:09

    *Die Suche nach dem Glück*   Die Sphinx von Montana ist ein Roman, der die Suche eines jungen Mannes nach seinem Vater erzählt. Khosi ist 23 und lebt in Montana, genauer gesagt in Butte zusammen mit seiner Mutter. Als auf einmal sein lang verschollener Vater in Butte erscheint, um die Unterschrift der Mutter auf den Scheidungspapieren zu erhalten, da er angibt schwer krank zu sein, begibt sich Khosi auf die Spuren seines Vaters und reist ihm nach in das fremde Ägypten.   Gleich vorweg: der Schreibstil dieses Romans ist wirklich einzigartig und hat Wiedererkennungswert. Der Autor umschreibt mitunter traumhafte Szenarien und kann es mit witzigen Wortwendungen oder Dialogen ein Lächeln auf die Lippen des Lesers zaubern. Besonders ausgefeilt sind dabei auch die Charaktere im Buch.   Da hätten wir natürlich Khosi, die Hauptfigur. Er wird regiert von diversen Zwangsneurosen, ist sehr korrekt und höchst intelligent. Manche Gespräche zwischen ihm und seinem Vater sind einfach zum Schreien komisch. Sein Vater wiederrum ist ein äußerst schwacher Charakter. Er ist spielsüchtig und hat seine Familie aufgrund von Spielschulden verlassen. Sehr herzlich scheint er jedenfalls nicht zu sein. Die Mutter von Khosi ist einfach eine treue Seele.  Sie ist an Morbus Willson erkrankt und dementsprechend mitunter etwas neurotisch. Auch hier gibt es einige Szenen, die den Unterhaltungsgrad des Lesers in unermessene Höhen treibt. Der etwas andere Charakter ist das Land Ägypten. Der Autor versteht es glänzend das fremde Land dem geneigten Leser näher zu bringen. Ich war selbst schon zweimal in Ägypten und hatte in einigen Passagen richtige Wiedererkennungseffekte. Man meint förmlich die Düfte der Speisen, die Gerüche auf den Straßen und den Staub der sich eigentlich überall befindet in der Lunge zu haben.   Dieses Buch zu lesen war also mitunter ein kleines Highlight und ich vergebe gerne 3,5 Sterne. Wieso es nicht mehr wurden? Nun, einige Stellen fand ich nicht ganz nachvollziehbar. Die Reaktionen der Mutter gerade zum Ende hin. Auch haben sich für mich einige Stellen etwas in die Länge gezogen und ich verlor mitunter das Interesse am Geschehen.   Dennoch kann man dieses Buch wirklich lesen- es wird dem Leser einige humorvolle Stunden bescheren.

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  • Die Sphinx von Montana von Pauls Toutonghi hat Lieblingsbuchpotential!

    Die Sphinx von Montana

    Toirse

    12. September 2013 um 14:45

    Erster Eindruck: Tolles Cover! Man hat gleich ein Ägypten-Gefühl. Der Einband ist auch sehr schön, ein dunkles rot. Und ein Lesebändchen ist auch dabei ^^ Den Klappentext finde ich auch sehr gelungen. Inhalt: Khosi lebt in Montana. Und sortiert die Bleistifte im Museums Shop nach Länge. Auch sonst macht er viele Sachen anders als die Meisten. Als sein ägyptischer Vater nach Montana kommt und sich von seiner Mutter die Scheidungspapiere unterschreiben lässt ohne auch nur einmal mit Khosi zu sprechen trifft er eine Entscheidung: Er wird nach Ägypten gehen. Seinen Vater suchen und herausfinden was damals wirklich passiert ist. Meine Meinung: Einfach wunderbar dieses Buch. Sowohl Khosi als auch alle anderen Figuren in diesem Buch scheinen fast lebendig. Jeder hat seine eigenen Probleme, Angewohnheiten und kleine Macken. Oder auch mal größere Macken. Wie Khosi. Meine Diagnose wäre: OCD(Zwangsstörung) und Minimum Asperger Syndrom, wenn nicht sogar ausgewachsener Autismus. Aber er stürzt sich trotzdem ins Abenteuer. Dazu kommt dann noch ein unglaublicher Schreibstil. Die Begeisterung des Autors für seine Geschichte ist fast schon fassbar. Man liest dieses Buch nicht, man erlebt es. Mit all seinen Höhen und Tiefen.  Und man bekommt Hunger auf ägyptisches Essen. Khosis Mutter hat nämlich einen Catering Service. Und in der Familie von Khosis Vater wird essen und gemeinsam kochen auch großgeschrieben. Auch wenn die Creme Brulée mit Hasch-Beigabe sicher nicht so abgesegnet worden wäre… Fazit: Ganz klar: Dieses Buch kommt auf die Liste meiner Lieblingsbücher. Ein wunderbarer Coming-Of-Age-Roman, der ganz nebenbei  auch noch eine Momentaufnahme des Ägyptens kurz vor der Revolution ist. Wie die New York Times schon schreibt: „Die Sphinx von Montana ist in einer Sprache erzählt, die süchtig macht, und strotzt vor lebendigen Figuren.“ Von mir gibt es deshalb 5 Sterne.

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  • Toll erzählte, verrückte Familiengeschichte

    Die Sphinx von Montana

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. September 2013 um 22:48

    In „Die Sphinx von Montana“ sucht Khosi seine väterlichen Wurzeln im ägyptischen Kairo, welches in völligem Gegensatz zu dem beschaulich langweiligen Städtchen Butte in Montana liegt. Dort ist Khosi aufgewachsen. Von seiner alleinerziehenden Mutter , die in Erinnerung an den Mann, der sie und Khosi im Stich gelassen hat, einen Partyservice für ägyptische Spezialitäten betreibt, obwohl sie diese selbst zumeist nicht essen darf, da sie die Speisen nicht verträgt. Khosi ist ihre engste Bezugsperson und ihr Verkoster, der schon mal unter Vorspiegelung falscher Tatsachen aus der Schule geholt wird, um dann das Essen zu probieren, mit dem sie auf ihn wartet. Das sind nicht die einzigen Flunkereien in dem Buch von Pauls Toutonghi. Khosi findet seinen Vater und muss feststellen, dass dieser ein Glücksspieler und Lügner ist, der wieder heiraten möchte und die Verlobung unter Beschönigung der Wahrheit erreicht hat. Nun taucht sein Sohn aus Amerika auf und bringt alles durcheinander. Das Chaos ist perfekt und am Ende ist doch alles anders als am Anfang. Fazit: Eine gut geschriebene Lektüre, die mich nett unterhalten hat. Die Figuren waren allesamt toll geschildert und manchmal fand ich Sätze, die einem wie (wahrscheinlich)das Essen von Khosis Mutter auf der Zunge zergehen und in den höchsten Tönen schwärmen lassen. Witzig war auch die Parallele, dass sowohl Khosis ägyptische Familie als auch mein Opa auf die Kraft von Hühnerherzen schwören. Mit genau der Geschichte habe ich mich beworben, ohne zu wissen, dass es im Buch eine Rolle spielt. Leider fand ich den Schluss doch recht schnell im Gegensatz zum langsamen Aufbau der Geschichte. – Also bis es wirklich nach Ägypten geht und Khosi seinen Vater trifft, mit dem er dann ja auch noch einiges erlebt, bevor es zu einem weiteren Zwischenfall kommt. – Die Figuren waren nett und lösten sowohl Sympathie als auch Antipathie aus, doch bevor der Funke richtig überspringen konnte, war das Buch schon zu Ende. Dennoch für Leute, die etwas Besonderes und im Grunde gut Erzähltes wollen, durchaus empfehlenswert. Vielen Dank, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte. Es hat mich sehr gefreut.

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  • Eine Familiengeschichte?

    Die Sphinx von Montana

    Lisabeth

    10. September 2013 um 16:16

    Wer den Gedanken an eine Diät mit sich herumträgt, der sollte wohl vorerst auf die Lektüre dieses Romans verzichten, denn die Zubereitung von Speisen spielt häufiger eine Rolle und dies kann durchaus zu einem latenten Hungergefühl führen. Worum es aber eigentlich geht? Der Leser begleitet den jungen und pedantisch ja fast schon zwanghaft auf seine Ordnungen und liebgewonnen Strukturen bestehenden Khosi bei der Suche nach seinem Vater. Khosi lebt in Butte in Montana, mit seiner Mutter, einer begnadeten Köchin. Als  sein ägyptischer Erzeuger, den er nie kennenlernte, kurz vorbeischaut, um sich von Mutter Amy die Scheidungspapiere unterschreibe zu lassen, ohne seinen Sohn getroffen zu haben, beschließt Khosi ihm zu folgen und fliegt nach Kairo, um dem Rätsel der Eltern und seiner eigenen Geschichte auf den Grund zu gehen. Der Roman überzeugt durch seine liebenswerten, einzigartigen und skurrilen Protagonisten, die einem schnell ans Herz wachsen. Ach, was habe ich mit Khosi mitgefiebert und gelitten, ihm so sehr gewünscht, dass sich sein Wunsch nach einer "kompletten" Familie erfüllt....verstärkt wurden diese Gefühle, durch die hin und wieder in den Nebensätzen erscheinenden Verweise auf noch folgende Ereignisse... Besonders gelungen die vielfältigen informativen Details, die der Autor so nebenbei in die Handlung einfließen lässt, die interessante Einblicke in die ägyptische Kultur und Lebensweise ermöglichen, den Leser in das pulsierende Leben Kairos mitnehmen. Hierzu trägt gewiss zudem der sehr anschauliche und zudem humorvolle Schreibstil des Autors sein Übriges bei, der mir bei der Lektüre das ein oder andere Schmunzeln entlockte. Ein wundervoller Roman, eine ungewöhnliche Familiengeschichte, sehr überzeugend und demnach von mir eine Leseempfehlung.

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  • Rezension zu "Die Sphinx von Montana" (P. Toutonghi)

    Die Sphinx von Montana

    Anchesenamun

    10. September 2013 um 12:18

    Zum Inhalt: Khosi Saqr, Mitte 20, lebt mit seiner an Morbus Wilson erkrankten Mutter Amy in dem beschaulichen Örtchen Butte (Montana). Sein Leben wird von Routine und Zwangshandlungen bestimmt, Überraschungen und Chaos haben in Khosis Leben keinen Platz. Deshalb liebt er auch seinen Job als Museumsführer, der tagtäglich den gleichen Trott verspricht. Khosis ägyptischer Vater verließ die Familie, als er noch klein war. Doch eines Tages kehrt der Vater zurück, um Amy die Scheidungspapiere zu überreichen, angeblich weil er todkrank ist und seine Angelegenheiten bereinigen möchte. Noch bevor Khosi auf ihn treffen kann, ist er schon wieder abgereist. Um seinen Vater noch einmal kennenzulernen, bevor dieser das Zeitliche segnet, beschließt Khosi Hals über Kopf, nach Kairo zu fliegen. Dort angekommen, wird er schnell von dieser chaotischen Stadt absorbiert. Er trifft auf seinen Vater, schleicht sich inkognito in seine ägyptische Familie ein und gerät schneller in die ominösen Machenschaften seines Vaters, der sich ein Gewirr aus Lügengeschichten zusammengesponnen hat, als ihm lieb ist... Meine Meinung: Mit „Die Sphinx von Monanta“ legt Pauls Toutonghi, selbst Halbägypter, ein schönes Buch vor über einen jungen Mann, der auf der Suche nach seinen Wurzeln ist. Die Sprache – in diesem Fall die deutsche Übersetzung – ist niveauvoll und eloquent, und das Buch liest sich sehr flüssig und schnell. Ich persönlich bin durch die Seiten regelrecht geflogen. Anfänglich fand ich das Buch jedoch nicht sonderlich spannend. Das Leben in Butte fand ich ziemlich eintönig und langweilig. Abgesehen von Khosis Zwangshandlungen, den kleinen Austickern seiner Mutter und dem kurzen Intermezzo zwischen Khosi und seiner besten Freundin bietet das Leben dort nichts Interessantes. Auch die Geschichte von Butte mit dem Kupferabbau und der Verehrung des aus Butte stammenden Stuntman Evel Knievel (eine reale Figur) konnte mich nicht wirklich faszinieren. Da ich ein Faible für Ägypten habe, ging für mich der Spaß erst richtig los, als Khosi endlich in Kairo war. Die meisten Figuren sind dem Leser auf Anhieb sehr sympathisch. Der etwas schräge Khosi, der sich liebevoll um seine kranke Mutter kümmert, mit einem tollen Sinn für Humor und viel Selbstironie. Die Mutter mit ihrem schrägen, krankheitsbedingten Verhalten, deren größte Leidenschaft, das Kochen ägyptischer Speisen, eine große Rolle in diesem Buch spielt, und die später wie eine Löwin an der Seite ihres Sohnes steht, um zu verhindern, dass er nochmal von seinem Vater verletzt wird. Die ägyptische Familie mit ihren resoluten Charakteren, die immer wieder für Schmunzler sorgen. Lediglich der Vater muss das ganze Buch über um die Sympathie des Lesers kämpfen. So ganz ist es ihm auch bis zum Schluss nicht gelungen, dass ich ihn mochte. Er hat zu viele krasse Lügen erzählt, bleibt eine zwielichtige Gestalt und hat Khosi und Amy zu lange alleine gelassen, als dass ich ihn zum Schluss als vollständig geläutert und vertrauenswürdig einstufen konnte. Die Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte sehr stark weiter. Allen voran Khosi, der sich nach und nach von seinen Zwangshandlungen befreit, u. a. auch deshalb, weil er vor lauter neu gewonnener Action in seinem Leben schlicht und ergreifend vergisst, diese Zwangshandlungen konsequent beizubehalten. Auch seine Mutter macht große Fortschritte und beginnt letzten Endes damit, sich langsam mit ihrer Vergangenheit auszusöhnen. Nicht gefallen hat mir allerdings das Erscheinen des Geistes von Khosis Ururgroßvater. Zwar waren die Dialoge zwischen Khosi und dem Geist recht amüsant, aber ich konnte nicht so recht einordnen, wozu dies dienen sollte, und es machte die Geschichte unrealistischer. Letzten Endes konnte der Autor aber auch hierfür eine zumindest halbwegs befriedigende Erklärung finden. In einer Zeit, in der fast nur noch Trilogien und Buchreihen veröffentlicht werden, kann man sich hier über eine abgeschlossene Geschichte freuen – die dennoch Platz bieten würde für eine Fortsetzung. Ich bin gespannt, ob wir nochmal etwas von Khosi hören bzw. lesen.

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  • Famlienbande

    Die Sphinx von Montana

    ioreth

    07. September 2013 um 23:50

    Der leicht zwangsgestörte Khosi wuchs in Amerika ohne seinen Vater auf. Dieser hatte Frau und Kind sitzen lassen und sich nach Ägypten aus dem Staube gemacht. Doch eines Tages besucht er die Mutter um eine ordentliche Scheidung durchzubringen und verschwindet wieder ohne ein Wort mit Khosi zu wechseln. Nun will der es aber wissen, was für ein Mensch ist das, der sich offenbar nicht für seinen Sohn interessiert? Also reist Khosi selbst nach Ägypten um seinen Vater zu suchen. Er lernt die legendäre arabische Gastfreundschaft ebenso kennen wie Verbrechen und Koruption. er findet auch seinen Vater, doch der ist in ein dichtes Netz aus Lügen gewebt und es ist schwer seine Motive aufzudecken. Ein wunderbares Buch. Toutonghi gelingt es meisterhaft dem Leser seine Figuren, jede mit ihren eigenen Ticks und Spinnereien nahezubringen. Wer nie eine arabische Familie getroffen hat wird sich unweigerlich fragen ob die Frauen in dieser Familie nicht alle einem Klieschee entsprungen sind, aber wer auch nur einmal ähnliche Charactere getroffen hat lacht garantiert Tränen. Das ganze Buche über wird die Balance zwischen gnadenlos komisch und einfühlsam traurig gehalten. Immerhin haben Khosi und seine Mutter einiges an Problemen, die verlorene Liebe, eine seltene Krankheit der Mutter und Khosis zwanghaftes Verhalten. Trotzdem schafft Toutonghi es den Leser immer wieder auf Schönes und Lustiges stoßen zu lassen. Lesenswert, besonders für alle diesich gern in fremde Kulturen und Küchen träumen.

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  • Die Sphinx von Montana

    Die Sphinx von Montana

    nataliea

    "Die Sphinx von Montana" erzählt die Geschichte von Khosi, der mit 23 Jahren erwachsen wird und die Freuden des Lebens kennen lernt. Dieser Roman ist eine amerikanisch-orientalische Familiengeschichte mit viel Gefühl und Humor. Khosi lebt in einem verschlafenen Nest in Montana und führt ein recht langweiliges Leben. Er hat einige zwanghafte Angewohnheiten, ist Museumsführer und unsterblich in seine beste Freundin Natasha verliebt. Nicht minder seltsam ist seine Mutter. Vor zwanzig Jahren hat sein ägyptischer Vater sie verlassen. Trotzdem führt sie ein Catering mit ägyptischen Köstlichkeiten, die auf den Rezepten der väterlichen Familie beruhen. Allerdings muss Khosi alles vorkosten, da die Mutter aufgrund einer Krankheit auf fast alle Lebensmittel allergisch reagiert. Khosis Verwandlung beginnt, als er nach Ägypten aufbricht, um seine Familiengeschichte zu hinterfragen und vor allem seinen Vater kennen zu lernen. Seine Reise birgt allerdings etliche Hindernisse wie das Verhalten seines Vaters und eine Krankheit. Aber auch skurrile Erlebnisse wie der Geist seines Ururgroßvaters prägen Khosi. Sämtliche Situationen, seien es skurrile wie auch brenzlige, bringen den Leser zum Mitfiebern und auch zum Schmunzeln. Die Protagonisten leben förmlich vor dem inneren Auge und sind trotz ihres schrulligen Charakters sehr sympathisch. Und nicht nur der amerikanische Teil der Familie ist sonderbar und verschroben, sondern auch der Ägyptische. Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht verständlich. Dieses Buch ist herrlich originell, actionreich und mit liebenswerten Protagonisten. Es hat richtig Spaß gemacht. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen und habe es regelrecht verschlungen. Eine sehr unterhaltsame Komödie, die wirklich lesenswert ist!

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    • 3
  • Die Sphinx von Montana

    Die Sphinx von Montana

    Samtpfote

    07. September 2013 um 16:21

    Beschreibung: Viel ist nicht los in Koshis jungem Leben. In dem verschlafenen Nest Butte in Montana, dessen Geschichte er im Stadtmuseum täglich herunterleiert, verbringt Koshi wenig aufregende Tage bis unerwarteter Besuch ihn wachrüttelt: Koshis ägyptischer Erzeuger, den er nie kennenlernte, schaut vorbei, lässt sich von Mutter Amy die Scheidungspapiere unterschreiben und ist schon wieder fort, ohne seinen Sohn getroffen zu haben. Mit einem Mal erscheint die Familiengeschichte in völlig neuem Licht. Was ist damals wirklich passiert? Kurz entschlossen macht sich Koshi auf, dem Rätsel der Eltern und seiner eigenen Geschichte auf den Grund zu gehen: Er fliegt nach Ägypten. Auf einer tollkühnen Suche nach dem Vater irrt er durch Kairo, muss obskure Gelder überbringen und sich getarnt in die väterliche Verwandtschaft einschleusen; er begegnet dem Geist seines Urgroßvaters und dem bildschönen Scheidungsgrund des Vaters. Als auch noch Mutter Amy in Kairo auftaucht, steht ein heikles Familientreffen bevor... Spielerisch und hochkomisch erzählt Pauls Toutonghi von einer Vatersuche zwischen der Ödnis des Mittleren Westens und der Exotik Ägyptens: Ein warmer, charmanter Roman über das Erwachsenwerden mit Mitte zwanzig und das Glück, eine verrückte Familie zu haben.   Meine Meinung: Koshi ist ein junger und intelligenter Mann, welcher ab und zu ein sehr seltsames Verhalten an den Tag legt. Seine penible Art und seine vielen Rituale lassen sofort darauf schliessen, dass Koshi zwangsgestört ist. Wie er jedoch damit klar kommt und wie er mit seiner Mutter und seinen Freunden umgeht, zeigt, dass er ein toller Mensch sein muss. Diesen Protagonisten muss man einfach mögen. Ausserdem macht er sich täglich sehr viele Gedanken zu seinem Leben und zu gewissen Dingen, die wir als alltäglich hinnehmen und wird so zu einer extrem interessanten Person. Die Beziehung zu seiner Mutter finde ich sehr schön dargestellt. Sie lebt ein nicht immer einfaches Leben und die beiden, Mutter und Sohn sind immer gegenseitig umeinander besorgt, aber trotzdem ist eine tiefe und ehrliche Liebe und Vertrautheit zwischen ihnen spürbar, was mir sehr gefallen hat. Koshis beste Freundin Natasha ist da eine eher kompliziertere Gestalt und auch die Freundschaft zu ihr scheint nicht ganz unproblematisch zu verlaufen. Trotzdem ist sie eine Person, die Koshi auch schon seit der Kindheit kennt und die deshalb zu einer Vertrauten von ihm geworden ist. Auch Koshis Vater gefiel mir als Person sehr gut. Er ist der typische Idiot, der seine Familie verlassen hat, passt aber trotzdem nicht ganz ins Raster des Versagers, des Sitzen-Lassenden und des Verräters. Irgendwie sind seine Beweggründe verstrickter, seine Geschichte ist schwieriger und seine sich nach und nach etnwickelnde Beziehung zu Koshi ist voller Misstrauen und Schuldzuweisungen. Die politische Haltung des Buches hat mir gut gefallen. Das Buch spielt mitten in einer schwierigen politischen Zeit ind Ägypten und verurteilt trotzdem nicht, was alles so abgeht. Natürlich wird Koshi im Verlauf des Buches zu einem politisch denkenden und handelnden Menschen, aber trotzdem urteilt das Buch nicht, es zeigt nur auf, lässt teilhaben und lässt seine Protagonisten dann schon irgendwie mit den vorherrschenden Bedingungen klar kommen. Ich muss das Buch unbedingt weiter empfehlen, es hat mir wirklich ausserordentlich gut gefallen und es regt zum Nachdenken an. Ausserdem ist der Erzählstil sehr bildhaft, ironisch und einfach toll zu lesen. Wer so schöne und liebevolle Worte findet, um Menschen und ein Land zu beschreiben, der muss einfach ein toller Geschichtenerzähler sein.   Fazit: "Die Sphinx von Montana" hat sich als kleiner Schatz entpuppt, als Buch, welches zwar nicht "lies mich" schreit, aber trotzdem unbedingt gelesen werden muss.   Zusätzliche Infos: Autor: Pauls Toutonghi Fester Einband: 317 Seiten  Verlag: Rowohlt, Berlin Sprache: Deutsch Originalsprache: Originalsprache Übersetzt von: Eva Bonné ISBN 978-3-87134-745-0

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