Paulus Hochgatterer

 3.6 Sterne bei 154 Bewertungen
Autor von Die Süße des Lebens, Das Matratzenhaus und weiteren Büchern.
Autorenbild von Paulus Hochgatterer (©www.corn.at/Deuticke)

Lebenslauf von Paulus Hochgatterer

Psychologischer Grenzgänger: Der am 16. Juli 1961 geborene Hochgatterer ist gebürtiger Niederösterreicher und studierte Medizin und Psychologie an der Universität Wien. Er promovierte 1985 und leitet seit 2007 die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums in Tulln.

Er wurde bereits vielfach für seine Romane, Erzählungen und Krimis ausgezeichnet, die offenbar von seiner Arbeit als Psychiater inspiriert werden. Seine Geschichten drehen sich oft um psychische Krankheiten und gesellschaftliche Außenseiter. 

Zu einigen seiner Auszeichnungen gehören der Deutsche Krimi-Preis 2007, der Europäische Literaturpreis 2009 und der Österreichische Kunstpreis 2010.

Hochgatterer lebt mit seiner Familie in Wien.

Alle Bücher von Paulus Hochgatterer

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Cover des Buches Die Süße des Lebens (ISBN: 9783552062146)

Die Süße des Lebens

 (46)
Erschienen am 01.11.2012
Cover des Buches Das Matratzenhaus (ISBN: 9783552061125)

Das Matratzenhaus

 (32)
Erschienen am 08.02.2010
Cover des Buches Fliege fort, fliege fort (ISBN: 9783552064034)

Fliege fort, fliege fort

 (23)
Erschienen am 23.09.2019
Cover des Buches Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war (ISBN: 9783552063495)

Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war

 (13)
Erschienen am 24.07.2017
Cover des Buches Caretta Caretta (ISBN: 9783216304841)

Caretta Caretta

 (16)
Erschienen am 22.09.1999
Cover des Buches Wildwasser (ISBN: 9783216303233)

Wildwasser

 (11)
Erschienen am 13.05.1997
Cover des Buches Über Raben (ISBN: 9783216306296)

Über Raben

 (7)
Erschienen am 12.03.2002
Cover des Buches Eine kurze Geschichte vom Fliegenfischen (ISBN: 9783552060159)

Eine kurze Geschichte vom Fliegenfischen

 (2)
Erschienen am 12.08.2003

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Neue Rezensionen zu Paulus Hochgatterer

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Rezension zu "Die Süße des Lebens" von Paulus Hochgatterer

Der Deutsche-Krimi-Preis ist eindeutig wertlos
mariameerhabavor 3 Monaten

Mir ist nicht verständlich, wie dieses Buch den deutschen Krimipreis gewinnen konnte. Wie irgendwer der Meinung war, dass dieses Buch lobenswert wäre. Ich kann nicht glauben, dass ein Verlag das wirklich rausgebracht hat und dass ich für diesen Müll zwölf Euro ausgegeben habe.

Es ist ein Krimi, der einen brutalen Anfang hat, das wirklich interessant war. Es gab Polizeiarbeit, Zeugenbefragungen und Beweismittelsicherung, doch der ganze Fall löst der Kommissar dadurch, dass er nach zwei Wochen einen Namen auf der Tafel entdeckt, den er vorher überlesen hat. Er hat es überlesen! Überlesen! Der verdammte Name des Täters stand auf der Tafel und der gewissenhafte Kommissar hatte das Pech, den Namen zu überlesen und plötzlich wurde der Mord aufgeklärt. Und ich musste mir die ganze Zeit irgendeinen Blödsinn lesen, der mit dem Fall überhaupt nichts zu tun hat und auch gar kein Gewicht besitzt. Ich hätte bloß die ersten dreißig Seiten lesen und danach die letzten zwanzig Seiten und ich hätte nichts verpasst. Absolut nichts!

Alles, was dazwischen ist, ist bloß da, um die Seiten aufzufüllen und verdammt, das ist so viel! Es tauchen echt viele Figuren auf, deren Lebensgeschichte in ihren ganzen Facetten erzählt wird, um dann spurlos wieder aus der Geschichte zu verschwinden, ohne einen bleibenden Eindruck auf den Mord zu hinterlassen.

Der Autor bringt Kinder ins Spiel, zersetzt ihre Psychologie und verwendet das für einen Effekt, der nicht aufblühen kann, weil bei so vielen Figuren dieser Effekt untergeht und sogar als sich eine Polizistin über die Verletzung eines Kindes aufregt, sogar als sie zusammenbricht und nach Mitleid schreit, wirkt alles plastisch, aufgedruckt, vor allem Falsch. Es gelingt dem Autor nicht, mit Kindern Gefühle auszulösen und wenn ein Autor mit dieser einfachen Methode nicht dazu in der Lage ist, dann versagt er in meinen Augen.

Dann sind die Dialoge ineinander geschrieben. Mit Absätzen geht der Autor so gierig um, als wollte er Seiten sparen. Stattdessen schadet er mit riesigen Absätzen dem Lesefluss und dem Leserspaß und die Dialoge gehen in den ganzen Ecken und Kanten der Geschichte unter, weil ich oft nicht in der Lage war, den Dialog der passenden Figur zu zuordnen. Hinzu kommen die vielen abgehackten Sätze, die stichwortartig aufgebaut sind und dafür sorgen, dass sich keine Nähe zu den Figuren aufbauen.

Der Arzt taucht irgendwann auf und ich dachte, er würde eine große Rolle spielen, ein Held werden, bei der Mordermittlung helfen, denn schlussendlich erfahre ich echt viel von seinem langweiligen Leben, doch auch er ist nur da, um Seiten zu füllen. Es sind einfach so viele bla-bla-bla-Sätze, die einen mit unnützen Informationen und Handlungen überschütten, aber im späteren Verlauf eben keine Rolle spielen, als würde sich der Autor über seine Leser lustig machen. Als hätte der Autor einfach alles aufgeschrieben, was ihm so in den Sinn kam, weil er es für spannend hielt.

Man erlebt einen Mord, einen grauenhaften Mord, der für Spannung sorgt und ich dachte der Spannungsbogen würde langsam angespannt werden. Als ich bei Seite 100 angelangt bin, gab es nichts von Spannung. Es heißt ja, man reden um den heißen Brei, aber dieser Autor redet nicht drum herum, sondern nimmt eine völlig andere Richtung und versucht gewaltsam dem Leser nicht über den Mord Nachdenken zu lassen.

Da wird so sehr ins Detail gegangen mit Randinformationen, die gar keine Rolle spielen. Der Spannungsbogen zerbricht auf fast jeder Seite und macht das Lesen zu einer richtigen Qual.

Sex wird als Koitus beschrieben, als wenig routiniert und mit einem einzigen Gedanken dazwischen: "das sind die wunderbarsten Brüste der Welt." Noch plumper hätte er den Akt nicht beschreiben können.

Wenn der Kommissar an seine Tochter denkt, denkt er bloß, sie wäre fett, unförmig, irgendein Gemüse. Er denkt nicht über ihre Persönlichkeit nach, über ihre Erfolge oder Misserfolge, über ihre Zukunft, sondern beschränkt sich auf ihr Aussehen, fixiert sich daran und so einer soll mir sympathisch werden? So einer bekommt die Hauptrolle und ich soll mit ihm mitfühlen?

Ich war wirklich neugierig darauf, wie er das Buch abschließt, wie er den Fall löst, wie er all diese Informationen verarbeitet. Er schafft es nicht. Das Ende ist wie ein Schlag ins Gesicht, ein gehobener Mittelfinger, der aus dem Nichts auftaucht und einem in diese Nase gebohrt wird. Nichts von all den Informationen hat eine tragende Rolle. Keine der Figuren ist wirklich wichtig. Wieso muss ich so viel über einen Kinderpsychologen lesen, wenn es im späteren Verlauf sowieso keine Rolle spielt? Wenn die ganze Polizeiarbeit sich darauf beschränkt, dass die hochgelobten Kommissare nicht in der Lage sind, eine verdammte Tafel zu lesen und irgendwann am Schluss einen Namen entdecken, als wäre er nie dort gewesen.

Das Buch ist schlecht. Schlecht geschrieben, schlecht erzählt und mit einem Spannungsbogen, der sich nicht spannt. Alles, was der Autor macht, ist zwischen den Mord und der Aufklärung irgendetwas zu schreiben, um so die gewünschte Anzahl an Seiten zu erreichen, wobei er das auch nicht wirklich gut kann. Gefühle werden nicht erzeugt, eine Atmosphäre gibt es nicht, die Figuren bleiben plastisch und größtenteils unbedeutend, die Bilder zerbrechen an den holprigen Sätzen, die eindeutig von der Feder eines Amateurs stammt. Er kann nicht schreiben. Er kann das eindeutig nicht und das er auch noch dafür belohnt wird, ist bloß peinlich. Immerhin habe ich durch das Buch gelernt, dass der deutsche Krimipreis ein absoluter Witz ist.

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Rezension zu "Fliege fort, fliege fort" von Paulus Hochgatterer

Ein Buch zum zwei mal lesen.
_yvee_vor 9 Monaten

Dieser Roman war für mich mal etwas ganz anderes. Anfangs fiel es mir etwas schwer mich hinein zu finden, aber es wurde in der Geschichte alles Stück für Stück klarer. Zur Geschichte vermag ich nichts zu verraten, man muss es einfach selbst lesen. Es geht sehr viel um psychologische Aufarbeitung der betreffenden Protagonisten. Auf jeden Fall sehr spannend und anspruchsvoll, ich werde den Roman noch ein zweites mal lesen.

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Rezension zu "Fliege fort, fliege fort" von Paulus Hochgatterer

Ein großer Roman mit beeindruckenden Figuren
WinfriedStanzickvor 9 Monaten



Schon in seinen beiden hervorragenden Romanen „Die Süße des Lebens“(2006) und  „Das Matratzenhaus“ (2010) hatte der in Wien lebende und dort als Kinderpsychiater arbeitende Schriftsteller Paulus Hochgatterer ein Ermittlerduo vorgestellt, wie es unterschiedlicher nicht sein könnte.


Da ist zum einen Raffael Horn, ein in einer Klinik arbeitender Kinderpsychiater. In diese Person und ihre Ansichten politischer und psychologischer Natur hat Hochgatterer vermutlich sehr viel Eigenes hineingelegt. Horn schaut ohne Illusionen auf sein Leben und seine Tätigkeit:

„Das Leben geht immer schlecht aus. Als Psychiater bin ich in Wahrheit mit nichts anderem beschäftigt als damit, den Menschen vorzumachen, dass es nicht so ist. Ich bin ein Gaukler, dachte er. Dass das Leben immer schlecht ausgeht, ist Grund genug, verrückt zu werden oder sich aufzuschneiden oder sich Heroin in die Venen zu hauen, aber das darfst du nicht laut sagen.“ („Die Süße des Lebens“)


Dabei wird er nie zynisch, sondern er trägt zutiefst menschliche Züge, sowohl in seinen beruflichen, als auch in seinen privaten Beziehungen. Er macht sich keine Illusionen, nicht über die Politik seines Heimatlandes Österreich und der Notablen seiner Stadt Furth , in die er nach seiner Facharztausbildung in Wien zusammen mit seiner Frau gezogen ist, und auch nicht über seine Beziehung zu seinen Kindern.


Zum anderen ist Teil des Duos der Kriminalkommissar Ludwig Kovacs, der, geschieden, in einer lockeren, von seiner Seite aus hauptsächlich sexuell orientierten Beziehung mit Marlene, der Betreiberin eines Secondhand-Shops lebt, mit der er sich in der Regel einmal in der Woche zu einem Essen und anderen Bedürfnisbefriedigungen trifft. In seinen einsamen Nachtstunden blickt er durch ein Fernrohr in die Weite des Universums, und versucht dabei seine Gedanken und Gefühle zu ordnen.


Beide sind mittlerweile älter geworden. Horn spricht oft laut aus, was er denkt und schlägt sich mit seinem renitenten Sohn Tobias herum, den Hochgatterer in den vielsträngigen Handlungsverlauf des Buches einbezogen hat, und Kovacs steht kurz vor seinem Ruhestand und lässt sich von nichts und niemand aus der Ruhe bringen


Obwohl sie sich auch in diesem Buch nicht persönlich begegnen, sind Horn und Kovacs in ihren jeweiligen Tätigkeiten konfrontiert mit den gleichen Phänomenen, bei denen etliche ältere Menschen auf mysteriöse Weise zu erheblichem körperlichem Schaden kommen. Sie haben zunächst nur eines gemeinsam: sie schweigen eisern über den wirklichen Tathergang. 


Unerklärlich scheinen all diese Vorkommnisse, die der Autor beschreibt. In Furth am See hat sich einiges geändert. In der sogenannten „Burg“, einem ausrangierten und halb verfallenen ehemaligen Kinderheim, hat der Staat ein Quartier für alle unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge des Landes eingerichtet, das nicht nur von der Bevölkerung, sondern auch von der Polizistin Petra Lindström, die zu dem Referat von Kovacs gehört, als „Lager“ bezeichnet wird. Es wird bewacht von einem privaten Sicherheitsdienst, schwarz gekleideten jungen Männern, die sich „Aktion 18“ nennen, ein klarer Hinweis auf die rechtsradikale Gesinnung dieser Truppe.


Etliche dieser Flüchtlinge besuchen auch das örtliche Jugendzentrum „Come In“, in der aus dem ersten Roman bekannte Benediktinerpater Joseph Bauer in einem Betreuerteam mitarbeitet.


All diese Menschen werden von Paulus Hochgatterer in eine Handlung eingeführt, in  der der Leser lange keine roten Faden sehen kann, sich aber an der meist in wunderbar formulierter indirekter Rede gehaltenen Sprache des Autors erfreut. Wie er die Personen in Horns und Kovacs jeweiligen Abteilungen beschreibt und ihre Beziehungen untereinander, steht in einem wohltuenden Gegensatz zu der dunklen und bedrohlich erscheinenden Welt, in der sie leben und ihren Dienst tun.


Immer wieder in ihre privaten Angelegenheit involviert, die Hochgatterer sensibel und warmherzig beschreibt, versuchen sie die spärlichen Anhaltspunkte, die ihnen zur Verfügung stehen, miteinander zu verbinden. 


Als dann noch ein Mädchen spurlos verschwindet, sind sie gezwungen, in eine ganz alte, offenbar längst vergangene Geschichte einzutauchen, die zu tun hat mit der „Burg“ und dem, was darin einst vor sich gegangen ist.


Der Roman bietet Unterhaltung und Spannung auf einem sehr hohen sprachlichen und literarischen Niveau. In einer Danksagung nennt er seinen Roman „ein Buch über den Sieg der Imagination des Individuums über die Diktatur der gleichgerichteten Einigkeit.“


Paulus Hochgatterer hat erneut vieles von dem, was ihn als politischen Zeitgenossen in Österreich bewegt und beschäftigt, sehr gelungen in seine beiden Hauptfiguren gelegt und einen offenen, den Leser teilweise verstörenden Roman geschrieben, in der er Verbrechen an Kindern thematisiert, die am Rande der Gesellschaft leben. Hochgatterer erzählt auch durch seine besondere Technik undramatisch, und erzielt beim Leser dadurch eine Wirkung, die ihn aufs Tiefste berührt.


Ein großer Roman mit beeindruckenden Figuren.

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Cover des Buches Fliege fort, fliege fort

Die Sommer-Idylle in Furth am See trügt: mehrere ältere Menschen werden brutal angegriffen – und dennoch schweigen alle. Als ein Kind verschwindet, tauchen Psychiater Horn und Kommissar Kovacs in die dunklen Geheimnisse der Vergangenheit ein. Für eine gemeinsame Leserunde verlosen wir 25 Exemplare von Paulus Hochgatterers "Fliege fort, fliege fort" – Spannung auf höchstem literarischen Niveau!

Liebe Leserinnen und Leser,

in unserer Leserunde zu "Fliege fort, fliege fort" erwartet euch Spannung auf höchstem literarischen Niveau: Begleitet Psychiater Raffael Horn und Kommissar Ludwig Kovacs dabei, wie sie langsam in eine scheinbar längst vergessene Geschichte eintauchen, die dunkler nicht sein könnte ...

Unter allen, die an der Leserunde teilnehmen und mitdiskutieren möchten, verlosen wir 25 Exemplare. Verratet uns einfach bis 26. September, warum ihr gerne an der Leserunde teilnehmen wollt – habt ihr vielleicht sogar schon ein Buch von Paulus Hochgatterer gelesen?

Wir sind gespannt auf eure Antworten und freuen uns auf eine gemeinsame Leserunde mit euch!

Euer Hanser-Team

351 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Paulus Hochgatterer wurde am 16. Juli 1961 in Amstetten (Österreich) geboren.

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