Paulus Hochgatterer Das Matratzenhaus

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Inhaltsangabe zu „Das Matratzenhaus“ von Paulus Hochgatterer

Es ist Frühling im österreichischen Furth am See. Doch während in den Gastgärten die Sonnenschirme aufgestellt werden, ziehen bereits dunkle Wolken auf: Kommissar Ludwig Kovacs bekommt gleich mehrere Fälle auf den Tisch. Ein junger Mann stürzt von einem Baugerüst in den Tod, ein Kindergarten wird brutal verwüstet und ein misshandeltes Kind taucht bei der Polizei auf. Dann werden noch mehr Kinder Opfer von massiven Prügelattacken. Sie weigern sich, über den oder die Täter zu sprechen ...

abgebrochen

— BertSieverding
BertSieverding

Schwieriges Thema.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein ungewöhnlicher Krimi - erfordert Konzentration, belohnt aber mit einer faszinierenden, doch auch grausamen Geschichte... Lohnt sich!

— emilyerdbeer
emilyerdbeer

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    Das Matratzenhaus
    emilyerdbeer

    emilyerdbeer

    09. April 2013 um 16:03

    ... entwirft Paulus Hochgatterer in seinem Kriminalroman 'Das Matratzenhaus'. Zum Inhalt: Eine rätselhafte Serie von Kindesmisshandlungen versetzt die Bewohner der Kleinstadt Furth am See in Unruhe. Das ungewöhnliche Ermittlerduo aus 'Die Süße des Lebens', Psychiater Dr. Raffael Horn und Kommissar Ludwig Kovacs, sucht fieberhaft nach dem Täter. Doch der Fall eskaliert... Ich muss zugeben, dass ich nach diesem Klappentext etwas völlig anderes erwartet habe, als ich schließlich bei der Lektüre bekommen habe, aber ich muss auch ganz klar sagen, dass es das Buch nicht schlechter gemacht hat, nur eben zwischendurch etwas verwirrend... Ich habe lange Zeit vergeblich darauf gewartet, dass sich Raffael Horn und Ludwig Kovacs in diesem Buch über den Weg laufen und gemeinsam weiter ermitteln – das ist nicht der Fall! Auch wer gerne Krimis liest, bei denen sich die Geschichte an den 'harten' Fakten entlang hangelt, wird sich hier wundern. Aber es lohnt sich, sich darauf einzulassen. Die Geschichte entfaltet sich langsam, es gibt diverse Nebenschauplätze, die den eigentlichen Kriminalfall häufiger mal vergessen lassen. Auch die vielen perspektivischen Wechsel mit denen Paulus Hochgatterer gerne arbeitet, verlangen dem Leser ab, mit einer guten Portion Konzentration dabei zu bleiben. Für mich ein Pluspunkt – ich mag es, wenn ein Autor mich durch seinen Stil zum Mitdenken 'zwingt'. Es gibt viel zu entdecken im 'Matratzenhaus', es gibt viele Ansätze, die zum Nachdenken anregen. Sei es die psychiatrische Betreuung im Krankenhaus, in dem Raffael Horn arbeitet. Seien es die Probleme, denen Angehörige psychiatrisch Erkrankter ausgesetzt sind und wie unterschiedlich sie damit umgehen. Sei es der Umgang mit Kindern, der doch eines der Hauptthemen in diesem Buch ist. Und sei es vor allen Dingen der überraschende Schluss, der den Leser dazu zwingt, die Geschichte für sich nochmal komplett zu durchdenken, um sie zu einem Ende zu bringen... Paulus Hochgatterer serviert hier keine Geschichte auf dem Silbertablett, aber das ist auch der Reiz daran. Er zeigt vielmehr ein weichgezeichnetes Bild und überlässt es dem Leser, ob dieser daraus ein scharfes Bild machen möchte oder nicht. Wer mal Lust auf einen Kriminalroman der anderen Art hat und bereit ist, sich mit dem Gelesenen zu beschäftigen, der wird hier fündig. Leseempfehlung von mir :)

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  • Rezension zu "Das Matratzenhaus" von Paulus Hochgatterer

    Das Matratzenhaus
    hexhex

    hexhex

    26. July 2012 um 16:17

    Ein ungewöhnlicher Krimi. Kinder werden geschlagen und mißhandelt. Es gibt so viele Handlungsstränge, dass die Aufklärung des Falles fast Nebensache ist. Und auch am Schluss wird die Lösung dem Leser irgendwie nur nebenbei präsentiert. Es hat mir Spaß gemacht, das Buch zu lesen, obwohl ich Probleme mit den vielen Personen und deren Gedanken hatte. Motiviert mich aber nicht, mehr von diesem Autor zu lesen.

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  • Rezension zu "Das Matratzenhaus" von Paulus Hochgatterer

    Das Matratzenhaus
    mehrsonntag

    mehrsonntag

    05. December 2011 um 18:20

    Paulus Hochgatterer schafft es in seinem Matratzenhaus wieder, nach der "Süße des Lebens" ein heimatliches Idyll namens Furth im Wald in seinen Grundfesten zu erschüttern und mit der aus der Süße des Lebens bereits eingeführten Personenriege ein dramatisch feinfühliges Gerüst zu zimmern, an dessen Aufbau und Einsturz der Leser teilhat. Die bittere Ironie tropft einem aus quasi jeder Seite entgegen. Die Innenwelten der Bewohner des beschaulichen und religiös angehauchten Städtchens präsentieren sich in tiefgründigen Gedankengängen und offenbaren die Unperfektheit des Lebens und der Menschen. Wer schlägt Kinder? Menschen, die bei offener Klotür pinkeln. "Eine gut gepflegte Zwangsstruktur ist der Motor der europäischen Gesellschaft. Das Trimmen des Rasens, das Formulieren von Nahrungsmittelstandards und das Einsperren der Menschen in das Korsett eines uniformen lebenslangen Lernens; etwas mehr infantile Oralität in Italien, mehr aggressiver Narzissmus in Frankreich und in Österreich diese freundliche Variante der Bösartigkeit, die in Wahrheit nichts anderes darstellt als die Abwehr der Gewissheit einer permanenten Erektionsschwäche. 'Bei und vögelt man nicht so gerne, bei und geht man lieber in die Kirche oder auf Elternsprechtage und hintennach macht man andere Leute fertig'" Die Suche nach einer "schwarzen Glocke" beschäftigt Kovacs, der nebenbei seine eitrige Wunde am Arm, die er sich bei der Inspektion eines Tatorts zuzog, mit Chili, Kreuzkümmel und einer Mischung aus verschiedensten bunten orientalischen Gewürzen verarzten lässt. "Andere haben Liebhaber, ich habe Frauen, die mir den Arm verbinden." Der Psychologe Horn, der sich mit der Erziehung seiner postadoleszenten Kinder überfordert fühlt, bereichert die Handlung immer und immer wieder mit widerspenstigen Gedanken und Äußerungen, die einem teilweise das Lachen im Hals stecken bleiben lassen und ist doch so sympathisch, wie man es sich von einer Romanfigur nur wünschen kann. "Es gibt Tage, an denen war es besser, nicht gesehen zu werden." Menschlichkeit wird groß geschrieben im "Matratzenhaus", die fieberhafte Suche nach Tätern und Opfern beschäftigt Leser und Handelnde über die Maßen. Wunderbare Wortspielereien - ein Krimi, der im eigentlichen Sinne keiner ist, ein Sittengemälde, auf das man lieber nicht blicken möchte, aus Furcht, sich selbst darin zu entdecken. Das Unausgesprochene ist immer das Wirksame. Großartig. Großartig.

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  • Rezension zu "Das Matratzenhaus" von Paulus Hochgatterer

    Das Matratzenhaus
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    17. February 2010 um 12:49

    Frühling in Furth am See Nachdem Paulus Hochgatterer in seinem vielbeachteten Roman „Die Süße des Lebens“ schon ein skurriles Duo, bestehend aus Kommissar Kovacs und dem Psychoanalytiker Horn eingeführt hat, das sich um die psychische und physische Sicherheit in der Stadt Furth am See kümmert, lässt er mit „Das Matratzenhaus“ einen weiteren Roman mit diesen Figuren folgen. Und wieder schafft es Paulus Hochgatterer, einen Krimi zu schreiben, der eigentlich kein Krimi ist. „Das Matratzenhaus“ ist große, feine Literatur, psychologisch fein und eindringlich beobachtet, mit einem weit gestreckten Spannungsbogen, der, je weniger Hochgatterer dem Leser gegen Ende des Romans direkt mitteilt, immer stärker wird. Zur Handlung: in Furth am See wird ein Kind geschlagen, während es in der Schule sein sollte, aber nicht war. Schnell wird klar, dass es sich hier nicht um eine „gsunde Watschn“ eines Erziehungsberechtigten des Kindes handelt. Der Erstklässler spricht von einer schwarzen Glocke und lässt das Gefühl von Zugehörigkeit zu etwas Besonderem durchklingen. Da sich ähnliche Fälle vermehrt wiederholen, begeben sich Horn und Kovacs auf die Suche nach der Wahrheit, bzw. nach dem Täter. Zeitgleich beschäftigen die beiden Herren, die einander in diesem Buch nie über den Weg laufen, weitere Fälle, wie zum Beispiel der mysteriöse Todessturz eines musikalischen Maurers, der versuchte Selbstmord eines anderen Musikers, Söhne und Töchter, Ehefrauen und Geliebte, Patienten und Kollegen, sowie der immer stärker durchschimmernde Verdacht der Kinderpornografie und des Menschenhandels. Das imaginäre Furth am See scheint nebenbei eine auf eine Stadt projizierte Wahrnehmung vieler österreichischer Eigenarten zu sein, ein Bild, das Paulus Hochgatterer äußerst sympathisch und trotzdem ehrlich zeichnet. Eine Stadt, die obschon mit Morgen- und Frühverkehr geplagt, mit einem Hubschrauberlandeplatz am Krankenhausdach und diversen Schulen ausgestattet möglicherweise für österreichische Verhältnisse eine größere Stadt ist, mit allen anderen Attributen aber auch eine, im weiteren Sinne, Kleinstadt ist. Die beiden Hauptprotagonisten Horn und Kovacs sind in ihrer jeweils unterschiedlich ausgerichteten Misanthropie und anderen Eigenarten sehr sympathische Vertreter ihrer Berufsgattung, die trotz oberflächlicher Klischees, denen sich Paulus Hochgatterer wohl bewusst bedient, originell und überzeugend in Erinnerung bleiben. Das die Auflösung des Falles der „Schwarzen Glocke“ zusätzlich ein noch schlimmeres Verbrechen aufdeckt, ist ein Schlag in die Magengrube, der lange nach dem Zuklappen des Buches nachhallt. „Das Matratzenhaus“ ist, wie schon der Vorgänger „Die Süße des Lebens“ ein Stück großer Literatur und eine absolute Leseempfehlung, speziell für die Leser, die mit einer Krimihandlung ohne Krimibanalitäten und der primitiven Aufklärung eines Falles, bzw. eines effekthascherischen Plots gut leben können und die Krimis eigentlich nur dann lesen, wenn sie von Autoren wie Antonio Munoz Molina, Georges Simenon, Patricia Highsmith, Raymond Chandler oder eben Paulus Hochgatterer geschrieben werden.

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