Paulus Vennebusch

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Interview mit Paulus Vennebusch

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Seit 1994 schreibe ich, in erster Linie für Fernsehen und Bühne. Noch als Germanistikstudent begann ich bei der damals erst wenige Woche alten Kult-Show „RTL Samstag Nacht“ (mit Olli Dittrich, Wigald Boning Esther Schweins u.a.) als Autor. Später wurde ich dort Chef-Autor und betreute mit meinem Team jede Woche das Ensemble und die zahlreichen Stargäste (u.a. Mel Brooks, Christoph Waltz, Iris Berben, Til Schweiger u.v.a.). Danach war ich für viele unterschiedliche Show- und Unterhaltungsformate („SAT 1 Wochenshow“ mit Anke Engelke, Bastian Pastewka u.a., „Die Dreisten Drei“, „Dittsche“, „Zimmer frei“, „Was guckst du?“ u.v.a.) als Autor tätig. Heute arbeite ich regelmäßig mit verschiedenen Comedians und Moderatoren zusammen, u.a. mit Olli Dittrich, Guido Cantz, Max Giermann, Kaya Yanar und Ingo Appelt. „Giganten der Zärtlichkeit“ ist mein erster Roman. Zunächst schrieb ich ihn „nur für mich“. Als ich fertig war, suchte ich dann doch nach einem Verlag und kam bald bei Piper unter. Es hat lang gedauert, bis ich neben der Fernseh- und Bühnenarbeit zum Medium Buch kam, aber jetzt weiß ich: Bücher schreiben ist toll! Ich arbeite bereits an einem zweiten Roman.

Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Im komischen Bereich bin ich besonders von Robert Gernhardt (1937-2006) geprägt. Gernhardt schrieb für die satirische Zeitschrift „Pardon“, war 1979 Mitbegründer der „Titanic“, schrieb für Otto Waalkes, und fiel vor allem als komischer Zeichner, Dichter und Schriftsteller auf. Ich schrieb 1995 meine Magisterarbeit über ihn und beschäftigte mich dabei vor allem mit der Komik in seinem Werk. Einer von Robert Gernhardts literarisch-komischen Kunstgriffen war es, sich parodierend fremder Tonfälle zu bedienen. Dieser Kunstgriff prägt auch die Erzählweise in „Giganten der Zärtlichkeit“.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Die Ideen stammen aus dem „wahren Leben“ – und ich versuche dann, sie literarisch zu überhöhen bzw. sie zu parodieren. Bei „Giganten der Zärtlichkeit“, der Biografie von Deutschlands erfolgreichstem (aber völlig fiktivem) Musik-Duo, war es so: Mir fiel eines Tages zufällig das volkstümliche Schlager-Duo „Die Amigos“ auf – zwei Brüder, die trotz geschmacklosen Bühnenkostümen, grottenschlechten Liedern und einem hochpeinlichen Auftreten Millionen von Schallplatten verkaufen! Außerhalb ihres treuen (und zugegeben großen) Anhänger-Kreises ernten sie allerdings nur Spott und Hohn, selbst aus den Reihen des volkstümlichen Schlagers. Ihr Erfolg bezieht sich also lediglich auf eine klar abgesteckte Parallelwelt, der Rest der Welt ignoriert sie oder aber biegt sich vor Lachen. Eine Diskrepanz, die neben allem Komischen auch tragische Elemente hat. Diese Diskrepanz fand ich faszinierend und versuchte mir ein Duo auszudenken, dass selbst diese bizarre Realität noch toppt. So entstanden „Die Papi's“. Den maßlos übertrieben huldigenden und zugleich hölzernen Erzähl-Stil schaute ich mir von den üblichen, billigen Star-Biografien ab, die selbst dem peinlichsten Fettnäpfchen noch Glamour zu verleihen versuchen.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Ich bin bei www.lovelybooks.de aktiv! Außerdem gibt es eine das Buch begleitende und ergänzende Homepage: "http://www.die-papis.de/"www.die-papis.de. Dort kann man Fotos, Termine, Fan-Artikel und die unvergleichliche Musik von „Die Papi's“ zu bewundern. Zusätzlich sind die beiden literarischen Figuren Jürgen Schober und Manfred Trenk mit eigenen Profilen bei Facebook vertreten. Bei Facebook gibt es auch den 1. Fan-Club von „Die Papi's“. Dort können Leser und Freunde des Projekts mit den Figuren chatten. Und ich, der Autor, bin selbstverständlich auch über Facebook zu erreichen. In der echten Welt habe ich vor, Lesungen zu machen, vielleicht sogar in Kombination mit Live-Musik (ich habe einige der schrecklichen Hits von „Die Papi's“ Wirklichkeit werden lassen). Mal sehen, was passiert ...