Pavel Kohout

 4 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Meine Frau und ihr Mann, Sternstunde der Mörder und weiteren Büchern.

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Pavel KohoutSternstunde der Mörder
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Sternstunde der Mörder
Sternstunde der Mörder
 (3)
Erschienen am 03.07.2002
Pavel KohoutDer Fremde und die Schöne Frau
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Der Fremde und die Schöne Frau
Der Fremde und die Schöne Frau
 (2)
Erschienen am 29.08.2011
Pavel KohoutDie Schlinge
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Die Schlinge
Die Schlinge
 (1)
Erschienen am 24.09.2009
Pavel KohoutDie lange Welle hinterm Kiel
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Die lange Welle hinterm Kiel
Die lange Welle hinterm Kiel
 (1)
Erschienen am 24.10.2011
Pavel KohoutMein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel
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Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel
Pavel KohoutTango mortale
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Tango mortale
Tango mortale
 (0)
Erschienen am 18.03.2015
Pavel KohoutMeine Frau und ihr Mann
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Meine Frau und ihr Mann
Pavel KohoutDie Einfälle der heiligen Klara
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Die Einfälle der heiligen Klara

Neue Rezensionen zu Pavel Kohout

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Rezension zu "Die Einfälle der heiligen Klara" von Pavel Kohout

Satirisch, klug, witzig
Beaglevor 3 Jahren

Klára ist fünfzehn Jahre alt und lebt mit ihren Eltern und der tauben Großmutter in der Stadt S. am Fluss S. Es ist das Jahr 1966 und in der Tschechoslowakei führt man ein bescheidenes Leben unter den Kommunisten.
 
Bis eines Tages alle Schüler der Klasse 8a die gestellten Prüfungsaufgaben richtig hatten. Ein Skandal! Wie konnte das geschehen? Der Direktor und der Mathematikprofessor sind ratlos. Kurzerhand berufen sie eine Befragung aller 42 Schüler durch. Alle halten dicht, doch Urbanová, die Tochter des Polizeihauptmanns, verpetzt, was eigentlich auch ihr geholfen hat: Auf die Frage, welche Aufgaben wohl in der Prüfung drankommen, wusste Klára die Antwort. Es ist ihr eingefallen.
 
Doch auch dies kann nicht sein. Es muss sich um Zufall gehandelt haben, oder gar um Einbruch in das Lehrerzimmer. Aber, es finden sich keine Spuren. Daher beschließt der Mathematikprofessor, die Prüfung zu wiederholen und lässt vor Beginn die Nummern ziehen, die die Aufgaben beziffern. Das Spiel wiederholt sich, wieder haben fast alle Schüler die richtigen Lösungen, bis auf Urbanová, da diese zur Strafe ausgegrenzt wurde.
 
Dadurch wird klar: Klára kann hellsehen! Ein Wunder, das vor allem die religiösen Bewohner von S. an die heilige Klára, die Schutzheilige der Stadt erinnert. Schon bald sagt sie die Lottozahlen voraus und die Stadt fürchtet daraufhin einen Skandal, da sich um das Postamt die Gewinner scharen. Und dem Bürgermeister sagt sie eine Überschwemmung samt Erdbeben voraus. In der Stadt beginnt man zu bangen.
 
Pavel Kohout hat mit diesem Buch eine wunderbare Satire auf die Gutgläubigkeit der Menschen und über den Starrsinn im Kommunismus geschrieben. "Die Einfälle der heiligen Klára" ist ein witziges Werk, ausgezeichnet karikaturiert und man wird nach dem lesen noch lange an die Charaktäre denken.

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Rezension zu "Ende der großen Ferien" von Pavel Kohout

Rezension zu "Ende der großen Ferien" von Pavel Kohout
Beaglevor 6 Jahren

Es gibt Bücher, mit deren Protagonisten man sich derart anfreundet, dass das Ende der Geschichte dem Ende einer langen Beziehung gleichkommt. Genauso erging es mir mit den Helden aus Pavel Kohouts Roman „Ende der großen Ferien“.

Wir schreiben das Jahr 1983 in der ehemaligen Tschechoslowakei. Die Menschen sind betrübt, sie haben sich einem Regime ergeben, das sie klein hält, sie bespitzelt und ihnen keine freien Wahlen oder eine eigene Meinung zugesteht. Doch manche von ihnen haben sich in diesem Sommer dazu entschlossen, dem Land den Rücken zu kehren und auf abenteuerlichem Wege in den ersehnten Westen zu fliehen. Und so beginnen Schicksale, die schon bald in neuen Bekanntschaften und nicht erahnten Katastrophen enden. Doch allen gemeinsam ist das stete Hoffen auf ein besseres Leben.

Milan ist in Prag ein gefeierter Schauspieler am Theater und auch im Fernsehen. Doch er möchte sich nicht immer wieder hin buckeln müssen, um seine Rollen zu bekommen. Auch sehnt er sich danach, endlich andere Helden geben zu können. Zusammen mit seiner Frau Dora und dem Sohn Petik wollen sie die geplante Reise dazu nutzen, in Kroatien über die Grenze zu gelangen. Doch auch der 2. Versuch, den Grenzübergang legal nach Österreich zu überqueren scheitert und so beschließen sie, zu Fuß durch einen Eisenbahntunnel zu fliehen. Sie haben nur 2 Stunden Zeit, dann kommt der nächste Zug und würde ihnen in dem schmalen Gang keine Chance lassen. Milans Berechnungen zufolge können sie es leicht schaffen, aber die Realität holt sie ein und Dora kann den herannahende Zug in letzter Minute stoppen. Petiks schwaches Herz hat die Aufregung allerdings nicht überlebt.

Lydia war einst eine erfolgreiche Pianistin, die auch im Ausland auftrat und, nachdem sie die Anti-Charta nicht unterschrieb, in künstliche Vergessenheit versetzt wurde. Der junge Gärtner Vaclav hat ihr neuen Mut eingeflöst, in ihrer Beziehung ist sie zum ersten Mal seit langer Zeit wieder glücklich. Als sie mit einer Reisegruppe in einem kleinen, österreichischen Bergdorf übernachten, fliehen sie nachts durch das Fenster und suchen im Pfarrhaus Zuflucht. Am nächsten Tag schon gesellen sich Josef, ein alternder Zauberkünstler und die wortreiche, junge Bobina zu ihnen. Bobina war geflüchtet, als das Verschwinden der beiden gemeldet wurde und sie nicht, wie geplant, nach Wien zum einkaufen konnte. Eine Kurzschlusshandlung, bei der sie ihr gesamtes Gepäck einbüßte. Josef, der in der selben Nacht türmen wollte, geriet während der Fahrt zurück nach Budweis langsam in Panik. Er wollte nicht zurück in sein Heimatland, doch der Stuhl, den Vaclav zur Sicherheit unter die Türklinke geschoben hatte, hatten seine Pläne zunichte gemacht. Als der Bus an der Grenze der österreichische Passkontrolle unterzogen wird, platzt er mit einem Mal heraus, wie dreckig es doch sei, im Kapitalismus zu leben, wie sehr er sich danach gesehnt hat, seine Heimat wieder zu sehen. Er nimmt einen Ziegelstein und wirft ihn in das Glas des Zollamtes. Da er dortbleiben muss, bis der Schaden beglichen ist, sieht er lächelnd dem Bus hinterher, der langsam in Richtung Tschechoslowakei verschwindet, bis er in seine Jacke greift und ein dickes Bündel Schillinge hervorzieht.

Der Zahnarzt Bohdan und seine Frau Terezie haben die Flucht seit langem geplant, nachdem ein Amerikaner in Bratislava ihnen davon erzählte, in den USA werden immer Zahnärzte gesucht. Der Doktor genießt ein hohes Ansehen, weshalb es ihm gestattet ist, einmal im Jahr ins westliche Ausland zu reisen. Doch, anstatt nach Sizilien zu fahren, bleiben sie in Österreich. Da ihre beiden Kinder nichts von der Flucht gewusst oder auch nur geahnt hatten, rebelliert die 17-jährige Magda, da sie in Bratislava ihre erste Liebe zurücklassen musste. Die Familie gerät immer wieder in schwere Konflikte.

An der Grenze zwischen der Tschechoslowakei und Österreich verrichtet der Korporal Anton Vagner seinen Dienst. Es ist eine ruhige Gegend inmitten von Wäldern, doch vor ein paar Wochen musste er genau hier einen Flüchtling erschießen. Als er einen Arbeiter dabei beobachtet, wie er die Wiese nahe des Grenzflusses mäht, ist er sich sicher, dass auch dieser Mann in den Westen fliehen möchte. Seine anfängliche Angst und Skepsis schlägt aber schon bald in Sympathie um und so beschließt er, gemeinsam mit ihm den Schritt zu wagen. Doch, als Anton ihm zuruft, jetzt sei der rechte Augenblick und ins Wasser springt, schreit der Mann die ganze Kompanie zusammen, da jemand geflohen sei.

In einer Pension in einem Dorf nahe St. Pölten treffen die ehemaligen Landsleute wieder zusammen, um gemeinsam auf das Asyl zu warten. Doch schon hier zeigt sich, dass die erhofften Träume nicht immer der Wahrheit, sondern nur einem Wunschdenken entsprungen sind.

Gekonnt und mit viel Witz erzählt Pavel Kohout von Menschen, die im Westen das große Glück erhoffen, aber dann in einer schäbigen Pension inmitten ihrer Landsleute landen. Es sind die Hoffnungen und Träume, die der Geschichte eine Feinfühligkeit verleihen, denn es gelingt dem Autor, das Menschliche nicht außer Acht zu lassen. Ebenfalls brillant verknüpft er die Lebenswege der vielen Figuren, ohne, dass man beim Lesen den Überblick verliert. Neben den oben beschriebenen Hauptfiguren gibt es nämlich noch eine Reihe daneben, die aber dennoch über eine Statistenrolle hinausragen.

Ein großartiger Roman, der leider nur noch antiquarisch erhältlich ist.

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Rezension zu "Meine Frau und ihr Mann" von Pavel Kohout

Rezension zu "Meine Frau und ihr Mann" von Pavel Kohout
Beaglevor 8 Jahren

Der Ich-Erzähler erklärt uns die Welt näher, in der er wohnt. Seine Eltern waren bei seiner Zeugung schon beinahe fünfzig Jahre und sie sind gläubige Christen, ein Umstand, der in der Tschechoslowakei zur Zeit des kalten Krieges nicht alltäglich ist. Sie sind sogar so fanatisch, dass sie ihre eigene Religionsgemeinschaft gründen, zu der aber nur die Familie angehört.

Der Sohn wächst mehr als behütet auf. Immer wieder versucht der Vater, ihn von allen Möglichen Pflichten zu entbinden. So ist er zum Beispiel für die Schule zu sensibel und soll zuhause unterrichtet werden und für das Militär zu schwächlich. Aber alles nützt nichts, er muss trotzdem zur Schule und auch die Pflichtzeit beim Militär bleibt ihm nicht erspart. Anfangs wachen seine Eltern noch abwechselnd Nacht für Nacht unter dem Fenster der Kasserne, doch dann kann er sich schließlich profilieren und darf zuhause übernachten.

Nach der Militärzeit erhält er einen guten Beruf in einer Firma, die eines Abends ein Fest zu Ehren der Oberen gibt, bei dem er die Gäste empfangen soll. Bei dieser Gelegenheit bittet ihn sein Chef, der sich die Sekretärin aufgerissen hat, die zuerst angegrabene Musikerin nach Hause zu fahren. Sogleich fällt die Frau, die er schon zu diesem Zeitpunkt als MEINE FRAU bezeichnet, über ihn her. Er, der mit seinen 25 Jahren noch Jungfrau ist und sich über seine Ehre ausgesprochen stark macht, fällt sogleich in Ohnmacht.

Pavel Kohout erzählt eine Satire, die aber nur zeitweise humorvoll ist, was dem Buch, durch seinen eigenartigen Charakter, einen langwierigen Eindruck aufbürdet.

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