Peadar O´Guilín

 4.2 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Das Ende des Himmels, Die Kuppel: Roman und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Peadar O´Guilín

Das Ende des Himmels

Das Ende des Himmels

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Erschienen am 20.08.2012
Die Kuppel: Roman

Die Kuppel: Roman

 (1)
Erschienen am 09.07.2012
Das Ende des Himmels: Roman

Das Ende des Himmels: Roman

 (0)
Erschienen am 20.08.2012

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Rezension zu "Das Ende des Himmels" von Peadar O´Guilín

Zwischen Nanotechnik und Kannibalismus
HelmuthSantlervor 5 Jahren

Die Fortsetzung von “Die Kuppel” hebt mit einer Entscheidung an, die Stolperzunge, jetzt der Häuptling der Menschen, unendlich schwerfällt: Er muss seinen Stamm im Stich lassen, um sich im “Großen Dach” auf die Suche nach der Liebe seines Lebens zu machen – die zugleich die einzige Person ist, die der grauenvollsten Bedrohung, der sich die Wilden je gegenübersahen, etwas entgegenzusetzen hat. Der Vormarsch der Wühler, die ihre Opfer halb vergraben bei lebendigem Leib als Wirtskörper für ihre Larven quälen, ist mit den Mitteln der Primitiven nicht aufzuhalten.

Stolperzunge gelangt auch ins Dach, wo er sofort zum Gejagten wird; Freund und Feind sind kaum zu unterscheiden, zumal in einer für ihn völlig fremdartigen Welt, in der höchstentwickelte (Nano-)technik wie reine Magie anmutet. Das unerträgliche Menschengewimmel, das allgegenwärtige Leiden und Hungern in der heillos übervölkerten, den Planeten umschließenden künstlichen Behausung spricht indes eine andere Sprache: Das Dach hat selbst mit existenziellen Problemen zu kämpfen, ein System nach dem anderen versagt … und Indrani, Stolperzunges geliebtes Weib, entpuppt sich als Schlüsselfigur für das Gelingen eines letzten, verzweifelten Plans.

Nachdem Teil 1, Die Kuppel, eine grausame, steinzeitliche Welt zum Inhalt hatte, spielt die Fortsetzung fast ausschließlich im ultimativen Techno-Himmel – und die große Botschaft lautet: Ob Kannibale oder ewig lebender, nanotechnisch modifizierter Elitesuperkrieger, das menschliche Naturell ist unbehelligt von äußeren Einflüssen gerade so, wie es eben ist. Zivilisation schützt vor Grausamkeit nicht, sondern vervielfacht lediglich die Mittel, sie auszuüben … Viele Fragen, die nach der Lektüre von Die Kuppel offen blieben, werden beantwortet: Was genau ist das Dach und wie funktioniert es? Woher kommen die ganzen fremdartigen, einander zu Tode hetzenden Wesen auf der Oberfläche?

Die Jagd auf Stolperzunge und Indrani, die ihrerseits nach Antworten suchen, ergibt einen stimmigen, gut geschriebenen SF-Thriller, der die Qualität von Teil 1 sogar übertrifft. Insofern darf der Abschlussband der Bone World Trilogy for young adults, in dem die beiden so unvereinbar scheinenden Welten nolens volens ihre Gemeinsamkeiten werden ausloten müssen, mit einiger Spannung erwartet werden. Behält der irische Autor seine Schreibgeschwindigkeit bei, ist damit allerdings frühestens 2014 zu rechnen.

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Rezension zu "Das Ende des Himmels" von Peadar O´Guilín

Rezension zu "Das Ende des Himmels" von Peadar O Guilin
Chrischanvor 6 Jahren

Fortsetzung zu "Die Kuppel"
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Stolperzunge, seines Zeichens Jäger, ist in einer erbarmungslosen Welt aufgewachsen. Umgeben von schrecklichen Kreaturen versucht er zusammen mit dem kleinen Stamm Menschen in dieser Welt zu überleben. Als ein sonderbarer Gegenstand vom Himmel fällt und man aus diesem Gegenstand eine menschliche Frau birgt, gerät Stolperzunges Welt ins Wanken. Denn sie ist nichts weiter als ein Terrarium mit planetaren Ausmaßen.
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Stolperzunge hat es geschafft. Nachdem Indari bereits zu ihrem Stamm im "Dach" zurückgekehrt ist, gelangt auch der Jäger in die im unverständliche Welt weit oberhalb seines Stammesgebietes. Auf der Suche nach seiner Frau und einer Möglichkeit seinen eigenen Stamm vor den erbarmungslosen "Wühlern" zu retten, schickt er sich an, diese fremdartige Umgebung zu erkunden. Dicht gedrängt leben hier Milliarden von Menschen und schnell wird dem "Wilden" von der Planetenoberfläche klar, dass diese Welt alles andere ist als das Paradies, das er sich vorgestellt hat.
Ein sonderbares Virus, offenbar von Aliens geschaffen, zerstört die "Dachwelt" Ebene für Ebene. Immer mehr Zonen müssen aufgegeben werden und die Regierenden sind nicht in der Lage, der fortschreitenden Verfall aufzuhalten. Lediglich Indari scheint eine Information zu besitzen, die alle, sowohl die Dachmenschen als auch jene auf der Oberfläche, retten könnte. Und so beginnt für Stolperzunge und Indari eine wilde Verfolgungsjagd, an deren Ende die Aufdeckung eines unglaublichen Geheimnisses steht.
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Peadar O'Guilín ist es tatsächlich gelungen. Nachdem der erste Teil eher langweilig und eintönig war, entspinnt er in "Das Ende des Himmels" einen Plot, der sehr viel spannender und abwechslungsreicher ist. Diesmal beschränkt sich der Autor nicht darauf, seinen Protagonisten über alle möglichen Monster stolpern zu lassen. vielmehr kann man Stolperzunge auf einem zielgerichteten Handlungsstrang folgen, angereichert mit ein paar interessanten Nebensträngen, die aber nicht auswuchern. Auf diese Weise erfährt man zum Beispiel, woher eigentlich die ganzen Bestien auf der Oberfläche stammen. Nach und nach wird dem Leser das Ausmaß der Welt rund um Stolperzunge und Indari enthüllt.
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Zwar gibt es auch in dieser Fortsetzung sprachliche wie inhaltliche Ungereimtheiten und Stolpersteine und auch die ein oder andere Länge, allerdings sind es deutlich weniger als im ersten Teil. Und so wird es nach dem ersten Drittel richtig spannend, teilweise fühlt man sich an Science-Fiction-Klassiker aus der Feder von Arthur C. Clarke erinnert. Unerwartete Wendungen ziehen den Leser mit sich, Kapitel sind hin und wieder an recht spannenden Stellen beendet, sodass man weiter lesen will. Man bekommt eine ziemlich genaue Vorstellung einer zukünftigen Epoche der Menschheit - denn O'Guilíns erzählte Zeit liegt doch recht weit in der Zukunft. Lediglich das Ende, genauer gesagt der Epilog, ist dann wieder zu plakativ und vorhersehbar gestaltet. Da hätte man mehr draus machen oder noch besser weniger machen sollen.
Einer der Höhepunkte der Geschichte ist die Tatsache, dass Stolperzunge stets ein Fremder, ein Wilder in der zivilisierten Dachwelt ist. Und es gelingt dem Autor sprachlich wie inhaltlich, diese Fremdheit und Differenz beider Welten gut bis sehr gut darzustellen.
Letztlich zeigt Peadar O'Guilín, dass er in der Lage ist, solide Sci-Fi-Geschichten zu schreiben. Hätte er den ersten und zweiten Teil zusammengelegt und einen Roman daraus gemacht, wäre ein gutes Buch daraus geworden. So hat man einen wirklich zähflüssigen und einen leichtgängigen Teil und muss sich leider durch den zähen erst durchkämpfen, um den leichtgängigen genießen zu können.

©Christian Hesse, Oktober 2012

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