Pearl S. Buck

 4 Sterne bei 413 Bewertungen
Autorin von Die gute Erde, Die Frauen des Hauses Wu und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Pearl Sydenstricker Buck † 6. März 1973 in Danby. Sie erhielt 1938 den Literatur-Nobelpreis.

Alle Bücher von Pearl S. Buck

Cover des Buches Die gute Erde (ISBN: 9783423144377)

Die gute Erde

(84)
Erschienen am 21.08.2015
Cover des Buches Die Frauen des Hauses Wu (ISBN: 9783596903986)

Die Frauen des Hauses Wu

(54)
Erschienen am 21.06.2012
Cover des Buches Das Mädchen Orchidee (ISBN: 9783293306240)

Das Mädchen Orchidee

(44)
Erschienen am 01.05.2019
Cover des Buches Ostwind - Westwind (ISBN: 9783423142328)

Ostwind - Westwind

(40)
Erschienen am 01.07.2013
Cover des Buches Die Welt voller Wunder (ISBN: 9783423146036)

Die Welt voller Wunder

(12)
Erschienen am 10.11.2017
Cover des Buches Das geteilte Haus (ISBN: 9783423144391)

Das geteilte Haus

(9)
Erschienen am 21.08.2015
Cover des Buches Söhne (ISBN: 9783423144384)

Söhne

(10)
Erschienen am 21.08.2015
Cover des Buches Der Drachenfisch (ISBN: 9783473543922)

Der Drachenfisch

(7)
Erschienen am 01.12.2012

Neue Rezensionen zu Pearl S. Buck

Cover des Buches Die Frauen des Hauses Wu (ISBN: 9783596903986)
Andrea-Karminrots avatar

Rezension zu "Die Frauen des Hauses Wu" von Pearl S. Buck

Andrea-Karminrot
Umbruch

Der Klassiker "Die Frauen des Hauses Wu" ein Roman, wurde schon vor langer Zeit (1949) von Pearl S. Buck geschrieben.
Die Autorin Pearl S. Buck wurde in Amerika geboren. Dazu reisten Bucks amerikanische Eltern aus China zur Geburt ihrer Tochter nach West Virginia und schon im Herbst wieder zurück in das Kaiserreich China. Das Mädchen wuchs in China und Amerika auf, pendelte später immer wieder zwischen den Kontinenten hin und her. Sie hatte somit ihr Leben lang eine besondere Beziehung zu China und ihren Bewohnern. 1932 erhielt sie den Pulitzer-Preis für den Roman The Good Earth (Die gute Erde). Sie schreibt noch viele weitere Romane, Sachbücher, Biografien, erhielt 1938 einen Nobelpreis und noch verschiedene andere Preise. 1946 schrieb sie Pavilion of Women - Die Frauen des Hauses Wu.

Madame Ailian Wu feiert ihren Geburtstag, sie wird 40 Jahre alt. Das ist schon ziemlich alt um noch Kinder zu bekommen, weshalb sie dafür sorgt, dass eine Zweitfrau in den Haushalt des Hauses Wu einzieht. Ihr Mann ist anfangs nicht besonders davon begeistert, aber er fügt sich den Wünschen seiner Frau, die in einen eigenen Teil des Hauses zieht um dem "jungen" Glück nicht im Weg zu sein oder sich vor ihrem Mann zu "schützen". Immerhin hat sie ihm schon vier wundervolle Söhne geschenkt. Madame Wu hält alle Fäden des reichen Haushaltes in ihren wunderschönen und zarten Händen. Sie spricht mit silberglockenklarer, leiser Stimme und manipuliert ihr Gegenüber. Keiner widerspricht ihr, alle machen wie sie es vorschlägt.

Doch dann holt sie einen Ausländer in ihr Haus, der ihrem vorletzten Sohn unterrichten soll. Ein Mann wie ein bärtiger Riese, der so sanftmütig wie ein Lamm wirkt. Sie beginnt selber an dem Unterricht teilzunehmen und fängt an die Welt mit anderen Augen zu sehen und zu verstehen. Madame Wu ist in einer Zeit erzogen worden, in dem Frauen das machen, was man schon immer von ihnen erwartet hat, dem Mann untertan zu sein, Kinder zu gebären und den Haushalt still und leise zu führen. Aber nun beginnt eine neue Zeit, eine Zeit des Umbruchs, die sogar die elegante Madame trifft.

Die Frauen des Hauses Wu machen deutlich wie man in seiner Tradition gefangen sein kann. Wie sehr man an den alten Gepflogenheiten festhalten kann und selber gar nicht merkt, wie sehr man sich dadurch knechtet. Madame Wu stellt eines Tages fest, dass sie ihren Mann noch nie geliebt hat. Sie hat ihm Kinder geboren und sich immer wieder für ihn schön gemacht. Sie hat mit ihm lange wichtige Gespräche geführt und doch schien es nie, dass sie etwas für ihn empfindet. Erst als sie den ausländischen Priester kennenlernt, begreift sie was ihre Gefühle eigentlich bedeuten.

Ich habe das Buch in einer Lesegruppe gelesen und die Meinungen dort gingen etwas auseinander. Für mich scheint es einfach nur ein Buch darüber zu sein, dass eine Frau plötzlich entdeckt, das ihr vorheriges Leben nicht perfekt war. Dass sie durch Gespräche und Austausch ihren eigenen Kosmos erweitert, verändert und vielleicht ein großes Stück verbessert hat. Ich mochte die Hausherrin und fand es verständlich, dass sie ab einem bestimmten Moment, sich in ihren eigenen Teil des Hauses zurückzog. Auch fand ich die Veränderung sehr gut beschrieben, die Madame Wu durchlebte. Sie wurde weicher und ließ die Moderne zu. Sie öffnete sich für die Welt da draußen, wenn auch erst sehr zögerlich und gab Aufgaben an andere ab. Traditionen sind schön und gut, aber irgendwann muss man eben auch mal die Tür und sein Herz öffnen.

Es ist eine Entwicklung und man darf wirklich nicht vergessen, wann dieses Buch geschrieben wurde und in welcher Zeit und in welchem traditionsreichen Land dieser Roman spielt. Dafür ist es schon wirklich ein großer Schritt in die Freiheit der Frau.

 

Cover des Buches Die gute Erde (ISBN: 9783423144377)
Maselis avatar

Rezension zu "Die gute Erde" von Pearl S. Buck

Maseli
1. Teil eines packend geschriebenen Familienepos

Der Roman „Die gute Erde“ von Pearl S. Buck, erschienen 1931, zählt zu den Klassikern der Weltliteratur. Darin erzählt wird das Schicksal zweier Familien auf dem chinesischen Lande: über den  sozialen Abstieg der reichen Stadtfamilie Hwang und den Aufstieg Wang Lungs, der sich vom kleinen Bauern zum mächtigen, gutmütigen und gerechten Großgrundbesitzer hochgearbeitet.

Der guten Erde hast du es zu danken, dass du etwas Besseres bist als ein Bauernbursche.

Meine persönlichen Leseeindrücke 

Für „Die gute Erde“ erhielt Pearl S. Buck 1932 den Pulizer Preis und wurde 1938 von der Schwedischen Akademie bis heute als einzige Amerikanerin mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Wang Lung, die Hauptromanfigur, ist ein tapferer Bauer, der nicht über sehr viel verfügt, aber er ist gesund und kräftig und kennt ein paar traditionelle Anbaumethoden. Mit einem unbändigen Wille ausgestattet, sein Schicksal als Herausforderung zu begreifen und es als solches anzugehen, wird er sich von einem einfachen Bauern, der weder lesen noch schreiben kann, zu einem Großgrundbesitzer mausern. Pearl S. Buck, die in China aufgewachsen ist, kennt die Nöten und Sorgen der Landbevölkerung, weiß wie der Bauernstand und die reichen Familien in den Städten lebten, und kann von Hunger, Schicksalsschlägen aber auch glücklichen Momenten erzählen. Das lese ich gerne und entspannt interessiert, doch auf den großen Wow-Moment warte ich vergeblich. 

Die Romanfiguren sind alle gefällig und glaubhaft dargestellt, Familienkonstellationen, -traditionen und -dynamiken, in ein chinesisches Gewand gewickelt. Ähnliches kennen wir auch in Europa und den USA. Neu war hier wohl der direkte Einblick in die fernöstliche Kultur des einfachen Bauernstandes, die im Westen noch wenig bekannt war. Wenn ich mir eine Lieblingsromanfigur aussuchen sollte, dann wäre dies O-Lan. Sie ist eine Frau, die sich ihrem Schicksal vollkommen ergeben hat, und dennoch verbirgt sich in ihr so viel mehr. Ohne sie wäre der Aufstieg Wang Lungs niemals möglich gewesen, dennoch blieb ihr das einzige verwehrt, dass sie sich vielleicht wirklich gewünscht hätte, nämlich die Zuneigung ihres Mannes. Sie hat mich sehr berühren können, ich habe mich innerlich gegen die Sitten aufgebäumt, die in ihrer ruhigen fast achtlosen Brutalität die Frauenrolle demütigt und diskreditiert.

Es ist viel vom Schicksal zu lesen, das sich in vielen Formen zeigt: an erster Stelle steht die gute Erde, die nicht immer gut ist und alle 5 – 7 Jahre die Menschen in den Hungertod treibt, da ist der Getreidehändler, dessen Zeichen er nicht lesen kann und auf dessen Verträge er seine Unterschrift nicht setzen kann und deshalb seinen Söhnen eine schulische Bildung zukommen lässt, da steht Bauer Wang Lung eine Frau bedingungslos und ehrfürchtig zur Seite, die ihm Söhne schenkt und mit ihrem wirtschaftlichen Geschick maßgeblich an seinem Erfolg beteiligt ist und da sind vor allem seine Söhne, an die er die Bauerntradition nicht weitergibt, sondern sie zu Gelehrten heranziehen lässt, und die bald körperliche Arbeit scheuen lernen.

Die Kritik, dass der Roman „Die gute Erde“ wenig literarisch sei (William Faulkner), kann ich nicht teilen, dennoch ist er aus meiner heutigen Sicht nicht der große literarische Wurf. Er ist packend geschrieben, bietet einen für damalige Zeiten faszinierenden Blick auf das unbekannte Leben der chinesischen Landbevölkerung und die chinesische Gesellschaftsstrukturen. Und diese ist für unser heutiges Verständnis schwer zu ertragen. Am meisten hadere ich mit der gesellschaftlichen Stellung der Frau, mit der Selbstverständlichkeit, mit der die Frau als Gegenstand betrachtet, schon als Kind gekauft, verkauft, zur Prostitution gezwungen oder versklavt wird, ganz nach dem Belieben der männlichen Familienoberhäupter.

Da fiel ihm der neue Esser ein, der heute ins Haus gekommen war, und es bedrückte ihn schwer, dann nun die Zeit der Töchter gekommen war, der Geschöpfe, die nicht ihren Eltern gehören, sondern für andere Familien geboren und großgezogen werden.

Tapfer meistert Wang Lung seine Herausforderung. Mit weit über 60 Jahren gilt er in der Stadt nicht mehr als ein Bauer, sondern als ein Grundbesitzer. Doch am Ende seines Lebens blickt er nicht als glücklicher Mann in die letzten ihm verbleibenden Tage auf Erden. Es zieht ihn wieder zurück an den Ort, an dem er geboren wurde und aufwuchs, seine ersten Tage als Bauer verbrachte, seine Frau heimführte und seine Kinder geboren wurden. Seine Söhne, die in den feinen Gewändern das müßige Leben der Gelehrten führen, verlieren jeden Bezug zur guten Erde, auf deren Ertrag sich ihr Reichtum gründet. 

Und von diesem Tage an wurden die Knaben nicht mehr „Der Ältere“ und „Der Jüngere“ genannt, sondern der Lehrer gab ihnen richtige Namen. Und zwar nannte er, nachdem er sich nach dem Beruf des Vaters erkundigt hatte, den älteren Nung En und den jüngeren nannte er Nung Wen, und das erste Wort bieder Namen bedeutete: „Einer, dessen Wohlstand von der Erde kommt.“

Warum Wang Lung dieses Wissen und diese Bindung schlussendlich nicht vermittelt hat, bleibt mir verborgen. Es werden die weiteren Romane der Trilogie zu erzählen wissen, wie es mit dem Schicksal der Großgrundbesitzerfamilie weitergeht.

Fazit

Der Roman „Die gute Erde“ von Pearl S. Buck erzählt vom gesellschaftlichen Aufstieg des kleinen Bauern Wang Lung auf dem Lande zum Großgrundbesitzer in der Stadt, und ist der 1. Teil eines packend geschriebenen Familienepos „Haus der Erde“. 

Wenn die Götter sich einmal von einem Menschen abgewendet haben, so ist es, als ob sie ihm nie wieder die Gnade zuwenden wollen.

Cover des Buches Die gute Erde (ISBN: 9783423144377)
dunkelbuchs avatar

Rezension zu "Die gute Erde" von Pearl S. Buck

dunkelbuch
Die Geschichte des Bauern Wang Lung, der sich mit Fleiß, Sparsamkeit und Verzicht großen Reichtum erwirbt.

Seine Frau O-lan, eine frühere Sklavin, steht ihm dabei mehr als treu zur Seite. 

Die Erzählung zeigt uns eine absolut patriarchalische Gesellschaft, in der Frauen keinen Wert haben, das zeigt sich in seinem Verhalten gegenüber O-lan auf oftmals grausame Weise. (Aus meiner Sicht wie ein A-loch)

Wang Lung ist eine sehr ambivalente Person, einerseits sehr gefühlvoll z.B. zu einer seiner Töchter die er liebevoll kleine Närrin nennt, anderseits das rohe Verhalten zu seiner Frau, auch wird er im weiteren Verlauf immer überheblicher.

Weder Hungersnöte noch Überschwemmungen können Wang entmutigen, auf seine »gute Erde« zu vertrauen. 

Doch die Freude über sein Glück wird ihm zusehends durch seine drei Söhne genommen, die keineswegs in seine Fußstapfen treten wollen.

Während der Lektüre werden teile der Kultur beleuchtet - die Versklavung oder der Verkauf der Töchter, die Ehrerbietung gegenüber Älteren, das Durchfüttern der Verwandtschaft in der größten Not und das Bandagieren der Füße bei Mädchen, für den Lotosfuß. 

Ein sehr emotionales Buch.

Ich bin nicht zu 100% begeistert, andere Bücher der Autorin konnten mich mehr erreichen.

Gespräche aus der Community

Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur" ab 05.05.2023

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, mit eigenem Exemplar teilzunehmen. 

249 Beiträge
Lesepowers avatar
Letzter Beitrag von  Lesepower

Gefällt mir sehr gut. Ich hoffe das es bald losgeht.

Im Rahmen der "Preisträger-Runde" innerhalb der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur" wollen wir "Die gute Erde" von Pearl S. Buck lesen.

Wikipedia sagt folgendes:

"Die gute Erde (englischer Originaltitel: The Good Earth) ist ein Roman von Pearl S. Buck. Das Buch, das 1931 erstmals erschien, wurde 1932 mit dem Pulitzer-Preis und 1935 mit der William Dean Howells Medaille ausgezeichnet. Die gute Erde ist der erste Teil einer Roman-Trilogie, zu der auch die Bücher Söhne und Das geteilte Haus gehören."

Wir freuen uns natürlich über jeden Mitleser - solange man sein eigenes Buch dabei hat, ist jedermann und jederfrau willkommen!
97 Beiträge
Hallorins avatar
Letzter Beitrag von  Hallorin

Zusätzliche Informationen

Pearl S. Buck wurde am 25. Juni 1892 in Hillsboro (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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