Die Welt voller Wunder

von Pearl S. Buck 
4,5 Sterne bei6 Bewertungen
Die Welt voller Wunder
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Der Roman lehrt uns, die Wunder des Lebens wahrzunehmen & festzuhalten. Ebenso, loszulassen. Einfühlsam, ruhig, warmherzig & klug. Wunderbar

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Die Welt durch Ranns Augen neu kennenlernen. Sein Motto "Staunen - Nachdenken - Wissen" gilt auch für den Leser. Die Welt ist voller Wunder

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Inhaltsangabe zu "Die Welt voller Wunder"

Der lang verschollene letzte Roman der Nobelpreisträgerin

Dass Rann Colfax etwas Besonderes ist, merken seine Eltern schon kurz nach seiner Geburt: Er ist hochbegabt – und wächst deshalb ohne Freunde auf. Sein Vater beschließt, mit Rann um die Welt zu reisen, damit er neue Eindrücke gewinnt und seinen Horizont erweitern kann. Doch noch bevor die Reise stattfindet, stirbt der Vater ? und Rann muss sich allein aufmachen in die weite Welt, wo er die Unwägbarkeiten des Lebens kennenlernt und schließlich auch die Liebe.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423146036
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:10.11.2017

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    Naibenaks avatar
    Naibenakvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Der Roman lehrt uns, die Wunder des Lebens wahrzunehmen & festzuhalten. Ebenso, loszulassen. Einfühlsam, ruhig, warmherzig & klug. Wunderbar
    Eine einfühlsame Hommage an die Wunder des Lebens.

    Rann Colfax ist ein hochbegabtes Kind, ja fast schon ein Genie. Mit drei Jahren will er rechnen und lesen lernen, beginnt alles aufzusaugen, was ihm an Wissen vermittelt wird. Die Mutter steht dem immer etwas skeptisch gegenüber, aber insbesondere der Vater, selbst Hochschulprofessor, erkennt in Rannie den aufgeschlossenen und wissbegierigen Jungen, der immer mehr verlangt und dabei aus dem Staunen über das Leben und seine Wunder nicht herauskommt. Er ist es, der Rannie einer besonderen und ganz persönlichen Förderung unterzieht und der schließlich mit ihm eine Weltreise plant. Kurz vor Reiseantritt stirbt jedoch der Vater und Rann – inzwischen siebzehnjährig - will sich allein auf diese Reise begeben. Eine Reise, die ihm viel Unbekanntes zeigt und ihn verändern wird. Eine Reise, bei der der stets einsame Rann auch die Liebe kennenlernt.

    „, Du wirst oft verletzt sein, denn du liebst die Schönheit und Ordnung in allem, was du tust, aber die Menschen sind nun einmal nicht immer schön und ordentlich. Sie werden nicht immer so sein, wie du es dir wünschst. Sei also zufrieden, wenn sie zumindest ehrlich sein können zu dir und du die Möglichkeit hast, sie verstehen zu lernen, so wie sie sind. Du darfst dich davon aber nicht aufsaugen lassen und musst der Mensch sein, der du selbst zu sein wünschst. Auf diese Weise wird eines Tages jemand – irgendwo – deines Weges kommen und die beweisen, dass alles Schöne auch gut ist, und wenn dieser Mensch dir begegnet, wirst du ihn erkennen, denn du wirdt zuvor schon viele andere kennengelernt haben und bereit sein für die dauerhafte Beziehung, die, für sich genommen, die tiefste Zufriedenheit für den Menschen bedeutet.'“ (S.320/321, Brief des Vaters an Rann)

    Dieser Roman der Nobelpreisträgerin (1938) Pearl S. Buck (1892-1973) wurde im Jahre 2013 erstmals veröffentlicht. Das lang verschollene Manuskript wurde erst 2012 zufällig entdeckt. Es handelt sich um den wohl letzten Roman der Autorin vor ihrem Tod. Für mich ist es der erste Roman von ihr, den ich gelesen habe. Und ich bin sehr beeindruckt von ihrer warmherzigen, ruhigen, leichtfüßigen und eindringlichen Schreibweise. Ich mag die leisen Tönen, die angeschlagen werden und sich zu einem wunderbaren orchestralen Werk entwickeln., wenn auch einem bis zum Schluss gedämpften. Hier gibt es keinen Paukenschlag, sondern kontinuierliche Aufs und Abs - wie das Leben so spielt und fließt. Dieses Dahinfließen hat allerdings auch manches Mal zur Folge, dass es eher vor sich hin „plätschert“ und dadurch einige Längen aufweist. Das ist allerdings nicht weiter dramatisch und nur ein kleiner Kritikpunkt.

    Die Geschichte dieses Wunderkindes wird aus seiner Sicht erzählt und so merke ich als Leser bald, wie unheimlich schwierig es ist, mit solchen Begabungen das Leben zu meistern. Man sollte meinen, das fällt dann besonders leicht. Aber genau dem ist nicht so, denn insbesondere die Frage nach dem Platz im Leben und nach seiner Bestimmung mit eben jenen besonderen Begabungen ist eine, die sich Rann am meisten stellt. Und soziale Kontakte zu knüpfen ist ebenfalls nicht ganz einfach für den Einzelgänger, obwohl er doch sehr aufgeschlossen scheint und im Grunde seines Herzens nach Nähe sucht. Umso wichtiger scheint es, die liebenden, sanftmütigen Eltern stets im Hintergrund zu wissen. Als Halt. Und als Energiequell.

    „Ja, sein Geist war ein Warenlager, ein auf Leben programmierter Computer, Minute um Minute, Stunde um Stunde, Tag und Nacht. Er vergaß nichts, sei es nützlich oder nutzlos. Nützlich! Aber wofür? Wen kümmerte die Frage, wen kümmerte die Antwort. Es reichte, so zu sein, wie er war, er selbst, in jedem Augenblick lebendig allem und jedem zugewandt.“ (S.337)

    Auch die tiefe Verbundenheit der Autorin zu China (sie verbrachte dort ihre Kindheit) kommt eindrücklich zum Ausdruck in diesem Roman, Kulturunterschiede werden liebevoll aufgezeigt und lassen mich manches Mal staunen.

    Fazit: Mein erster Roman von Pearl S. Buck, der mich beeindruckt und mir sehr gefallen hat! Einfühlsam, warmherzig, klug – eine wunderbare Hommage an die Wunder des Lebens.

    „,Eines Tages blicke ich auf dieses ganze Leben vielleicht wie auf eine Seite aus meiner gesamten Existenz zurück […] mit der Einsicht, dass es Wahrheiten gibt, deren Ursachen wir nicht ergründen können... Vielleicht ist das überhaupt das Wichtigste – dass die Welt für uns immer voller Wunder ist.'“ (S.367)

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    Buecherwurm1973s avatar
    Buecherwurm1973vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Die Welt durch Ranns Augen neu kennenlernen. Sein Motto "Staunen - Nachdenken - Wissen" gilt auch für den Leser. Die Welt ist voller Wunder
    Die Welt voller Wunder

    Randolf Colfax ist von Geburt an mit einer übernatürlichen Neugier, Instinkt und Intelligenz gesegnet. Alles will er wissen und lernt rasend schnell. Sein Vater wird sein wichtigster Förderer. So kommt es, dass er mit der Schule nicht viel anfangen kann und recht einsam ist.  Rann, wie er genannt werden möchte,  ist zu jung für das College. Sein Vater beschliesst, dass eine Bildungsreise rund um die Welt das Beste wäre. Doch es kommt anders. Er stirbt an Krebs.  Daraufhin versucht Rann seinen Weg selbst zu finden. Er bricht alleine auf diese Reise auf und geht erst einmal nach New York. Dort lernt er seinen Grossvater kennen. Dieser alte weise Mann rät ihm eine Leidenschaft zu finden, dann würde er seinen Weg schon finden.

    Er reist weiter nach England. Auf der Überfahrt stürzt er sich in eine Affäre mit einer jungen Witwe. Diese führt ihn in die körperliche Liebe ein. Bald fühlt er sich ausgenützt und unterfordert. Er setzt seine Reise fort und fährt nach Paris. Dort verliebt er sich in die Halbchinesin. Sie führt ihn in die Familie ein und er lernt von ihrem Vater viel über die fernöstliche Kultur.

    Rann wird als Soldat in den Koreakrieg einbezogen. Seine Beobachtungen und Erfahrungen schreibt er nieder und veröffentlicht sie als Roman. Dieser wird ein Bestseller. Bald muss Rann erkennen, dass es auch da nicht alle mit ihm gut meinen.

     

    Als ich anfing zu lesen, war ich hin und hergerissen. Zuerst war ich begeistert. Von der Beschreibung wie sich wohl ein Baby kurz vor der Geburt fühlen muss und dann zur Welt kommt. So liebevoll und zärtlich. Dann war ich wiederum genervt. Akribisch schildert sie wie der kleine Rannie seine Welt neugierig und staunend erkundet. Ich hatte manchmal das Gefühl, die Beschreibung dauern länger als  Rann etwas gelernt hat. Später ändert sich irgendwie der Schreibstil und ich habe es genossen die Welt durch die Augen dieses  Jungen zu erkunden. Man fängt automatisch an über die menschlichen Werte und über die Welt von heute zu reflektieren. 

    Das Manuskript wurde in einer Lagerhalle in Texas gefunden. Dort wurden einige Utensilien der Autorin entdeckt. Die Familie von Pearl S. Buck hat das Manuskript erworben. Ihr Adoptivsohn hat den Text redigiert.  Daher kann ich die Kritik in vielen Buchbesprechungen nicht verstehen. Da heisst es öfters, das Buch sei altbacken und altmodisch. Nun die Autorin ist 1973 gestorben. Das war nun mal eine andere Zeit. Ein Klassiker nennt man auch nicht altmodisch. Ein Roman ist immer ein Zeitdokument.

    Als einzige Kritik lasse ich gelten, dass der Roman unrealistisch in Bezug auf das Vermögen von Randolf Colfax ist. Ihm fliegt das Geld nur so zu. Er braucht sich niemals finanzielle Sorgen zu machen. Es ist eine fiktive Geschichte. Mich stört es daher nicht.

    Ich wünsche dem Buch viele Leser, die mit dem Protagonisten die Welt auf eine kindliche, naive Art erkunden wollen. 

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    HibiscusFlowers avatar
    HibiscusFlowervor 3 Jahren
    Das Leben, die Liebe, Konflikte und Kulturunterschiede

    Der Klappentext des Verlages:
    Dass Rann Colfax etwas Besonderes ist, merken seine Eltern schon kurz nach seiner Geburt: Er ist hochbegabt. Durch seine Intelligenz und Aufgewecktheit macht sich der Junge jedoch wenig Freunde und wächst als Einzelgänger auf. Also beschließt sein Vater, mit dem Sohn um die Welt zu reisen, damit dieser neue Eindrücke gewinnen und seinen Horizont erweitern kann. Doch noch bevor die Reise stattfinden kann, stirbt der Vater. Wissensdurst und Neugier treiben Rann allein in die weite Welt. Auf Stationen in England, New York, Korea und Paris lernt er die Unwägbarkeiten des Lebens kennen - und schließlich auch die Liebe.

    Der Grund, warum ich dieses Buch lesen wollte:
    Das Manuskript zu diesem Roman wurde im Winter 2012 zufällig in einer verlassenen Lagerhalle in Texas entdeckt. Die Finderin gab das kostbare Stück an Bucks Adoptivsohn Edgar Walsh, der sich um den Nachlass der Schriftstellerin kümmert. Er vermutet, dass seine Mutter diesen letzten Roman kurz vor ihrem Krebstod im Jahr 1973 beendete. Nachdem Walsh den Text sorgfältig ediert hatte, erschien der Roman in Amerika erstmals im Oktober 2013 und liegt jetzt erstmals auf Deutsch vor: ein sensationeller Fund!

    Randolf Colfax, von seinen Eltern Rannie genannt, gibt sich schon als Baby der Beschäftigung des Lernens hin. Vom Instinkt angetrieben geht er dazu über, sich Wissen anzueignen und versetzt damit sich und auch seine Eltern in Staunen.

    "Du verstehst nicht, welche Verantwortung eine Intelligenz wie die seine uns auferlegt." (S. 57)

    Während Rannies Vater schon sehr früh bewusst ist, dass die Intelligenz seines Sohnes diesen einerseits ausgrenzen, jedoch andererseits ein Leben voller Wunder haben lassen wird, liegt es seiner Mutter Susan am Herzen, dass ihr Sohn nicht als einsames Kind aufwächst.
    Mit der Einschulung wird sehr schnell klar, wie deutlich Rannie sich von den anderen Kindern unterscheidet und dass seine stetige Neugier auf einer normalen Schule nicht befriedigt werden kann. Aber auch hier setzt sein Vater alles daran, seinen Sohn sowie andere hochbegabte Kinder individuell zu fördern.
    Als es, durch den vorzeitigen Tod des Vaters, nicht zu der geplanten Weltreise kommt, begibt sich Rannie mit dreizehn Jahren auf das College, wo er sich allerdings eingezwängt und geknebelt fühlt.

    "Manchmal kam es ihm so vor, als wäre er allein in einer Wüste, in einer Wüste, die er sich selbst erschaffen hatte, nur weil er so war, wie er war." (S. 84)

    Einzig in Prof. Shape findet er einen Mentor und Freund, bei dem er sich verstanden fühlt, aber auch einen Grund, sein Zuhause zu verlassen und sich mit fünfzehn Jahren auf Reisen zu begeben.

    "Er wollte das Leben kennenlernen; wollte das Leben nutzen, um zu lernen...Das Staunen war seine Grundhaltung, das Staunen über all die Wunder, die er um sich herum sah und hörte." (S. 130/131)

    Egal ob New York, England, Paris - jeder Ort, an dem er verweilt, ist sein Zuhause. Dabei lebt er intensiv im Augenblick und nimmt die Tage, wie sie kommen...ohne Pläne und mit unerwarteten Begegnungen.

    "Die Welt besteht aus sehr vielen verschiedenen Menschen,..., und während du, und nur du ganz allein, dafür verantwortlich bist, zu was für einen Menschen du wirst, musst du doch so viele Menschen kennenlernen, wie nur möglich, denn sie sind die Grundlage des Lebens, so wie wir es heutzutage kennen." (S. 320)

    Dauerhaft Sympathie für Randolf Colfax aufzubringen, gestaltete sich gar nicht so einfach für mich; was ich zum einen seiner Andersartigkeit und zum anderen dem, trotz vorhandener Einschnitte, ohne Schwerfälligkeiten auskommenden Verlauf zuschreibe.
    Im Gegensatz dazu haben weitere Charaktere, denen weniger Platz eingeräumt wurde, einen - für mich - starken Eindruck hinterlassen, der sich erst nach dem Auslesen in meinen Gedanken zu diesem Buch ausgebreitet hat. Unter anderem gehört Rannies Mutter Susan zu diesen Figuren, bei denen mich die Gefühle und ihr Denken beschäftigt hat. Bedingungslos schenkt sie ihm ihre Liebe, obwohl er sie schon sehr früh auf Abstand hält und ihr dadurch so einiges an der Mutter-Kind-Beziehung genommen wurde. Ein stetiges Loslassen verbunden mit dem Wunsch, dass ihr Sohn das findet, was er sucht/braucht und sie ihm nicht geben kann - so habe ich es empfunden. Aber auch die quirlige Stephanie Kung, die Halb Chinesin Halb Amerikanerin ist und in Paris lebt, hinterlässt deutliche Spuren...im Buch und beim Leser.

    Auf eine Einteilung in Kapitel wurde verzichtet und somit besteht dieses Buch ausschließlich aus zwei Teilen. Während Teil Eins, beginnend im Mutterleib, die Entwicklung von Rannie und dessen Reise beschreibt, zeigt der zweite Teil auf, welche Erkenntnisse ihm die stetige Suche nach Antworten sowie Wahrheiten gebracht haben und macht selbst vor einer Tragödie nicht halt.
    Das Leben, die Liebe, Konflikte und Kulturunterschiede sorgen bei diesem Roman für eine durchaus unterhaltsame Lesezeit, bei der ich mich zwischen "Absolut gefangen" und einem durch Klischees ausgelöstes "War zu erwarten" befunden habe.
    Was mir besonders gefallen hat, ist, dass sich die Verbundenheit der Autorin zu China dezent und dennoch ausdrucksstark in dieser Geschichte wiederfindet. Es hat den Anschein, als wäre es ihr ein ausgesprochenes Anliegen gewesen und daher unentbehrlich auch wenn die Erlebnisse von Randolf Colfax im Vordergrund stehen.

    Pearl S. Buck: wurde 1892 in Hillsboro, West-Virginia, geboren. Sie wuchs als Tochter eines amerikanischen Missionarsehepaares in China auf, studierte Literatur in den USA und kehrte 1914 nach China zurück, wo sie ihren Mann John L. Buck kennenlernte und 1918 heiratete. Ihrem ersten Roman "Ostwind - Westwind" folgte ihr bekanntestes Werk "Die gute Erde", für das sie den Pulitzer-Preis erhielt. Nach der Scheidung von John L. Buck heiratete sie ihren Verleger Richard J. Walsh, ließ sich mit ihm in Pennsylvania nieder und verstarb 1973 in Danby, Vermont. Sie wurde 1938 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet und veröffentlichte 80 Werke sowie fünf Romane unter dem Pseudonym John Sedges.

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    Sokratess avatar
    Sokratesvor 4 Monaten
    C
    Conventvor 5 Monaten
    C
    chricavor 7 Monaten

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