Peer Meter

 4.2 Sterne bei 92 Bewertungen
Autor von Haarmann, Gift und weiteren Büchern.
Autorenbild von Peer Meter (© Sabine von Bassewitz)

Lebenslauf von Peer Meter

Der deutsche Schriftsteller Peer Meter wurde 1956 in Bremen geboren. Nach seiner Ausbildung zum Verlagskaufmann gründete er eine Verlagsdruckerei und 1976 den Comic-Verlag Com-Mix, wo auch seine ersten Comics erschienen. Für seine Graphic Novels wurde er 2010 und 2012 für den Max-und-Moritz-Preis nominiert. Seine bekanntesten Werke sind „Haarmann“ und „Gesche Gottfried“, die spektakuläre historische Kriminalfälle behandeln. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Niedersachsen.

Neue Bücher

Beethoven

Erscheint am 12.03.2020 als Hardcover bei Carlsen.

Alle Bücher von Peer Meter

Cover des Buches Haarmann (ISBN:9783551791078)

Haarmann

 (38)
Erschienen am 30.09.2010
Cover des Buches Gift (ISBN:9783941099418)

Gift

 (22)
Erschienen am 01.03.2010
Cover des Buches Gift (ISBN:9783866158702)

Gift

 (9)
Erschienen am 12.03.2011
Cover des Buches Gesche Gottfried (ISBN:9783837810127)

Gesche Gottfried

 (5)
Erschienen am 10.03.2010
Cover des Buches Böse Geister (ISBN:9783943143423)

Böse Geister

 (8)
Erschienen am 01.03.2013
Cover des Buches Vasmers Bruder (ISBN:9783551729699)

Vasmers Bruder

 (9)
Erschienen am 25.02.2014
Cover des Buches Beethoven (ISBN:9783551731203)

Beethoven

 (0)
Erscheint am 12.03.2020
Cover des Buches Die Verhöre der Gesche Gottfried (ISBN:9783000403002)

Die Verhöre der Gesche Gottfried

 (0)
Erschienen am 18.01.2013

Neue Rezensionen zu Peer Meter

Neu

Rezension zu "Gift" von Peer Meter

Sparsam
sursulapitschivor 6 Monaten

Ich habe noch nie ein Graphic Novel gelesen und wollte das unbedingt einmal ausprobieren. Faszinierend, dass es etwas Comic-Ähnliches tatsächlich mit seriösen oder gar historischen Inhalten gibt.

„Gift“ erzählt von Gesche Gottfied, der berühmten Massenmörderin, die 1830 in Bremen lebte, von der ich schon einiges gehört habe und dachte, man könnte mit diesem Buch vielleicht etwas tiefer in die Thematik einsteigen.
Hier schickt man eine Journalistin nach Bremen am Tag von Gesches Hinrichtung. Eigentlich wollte sie etwas über die Stadt schreiben, kommt aber nicht am aktuellen Tagesthema vorbei. Gesche Gottfried ist in aller Munde.

Die skizzenhaften Kohlezeichnungen haben mir sehr gefallen. Sie geben eindrucksvoll die Atmosphäre eines historischen Bremens wieder, sind düster und dramatisch und sehr gut gemacht.
Die Story selbst war mir zu dürftig. Mal davon abgesehen, dass ich wohl doch eher ein Mensch bin, der Sprache liebt und knappe, einfache Texte bedauerlich findet, hält sich das Geschehen weitgehend an die historischen Fakten und wagt nicht den Versuch, zu interpretieren oder auszuschmücken. Und die historischen Fakten sagen, dass da eine grundsätzlich gut angesehene Frau wahllos über Jahre hinweg Menschen vergiftet hat, sogar ihre Kinder. War sie verrückt? Haben missgünstige, abergläubische Menschen sie diffamiert, um einen handfesten Grund für die Auswirkungen einer Choleraepidemie zu bekommen? Diese Möglichkeiten werden angeführt, aber nicht vertieft. Gesche selbst lernt man kaum kennen und das wäre der eigentlich interessante Aspekt solch einer Geschichte gewesen.

Dieses Buch kann man vielleicht als Ausflug in ein Museum sehen. Man bekommt Historisches serviert, verschiedene Aspekte eines Themas aufgezeigt, interpretieren muss man selbst. Bei einem Buch wünsche ich mir den fantasievolleren Umgang mit einem Thema. 

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Rezension zu "Gift" von Peer Meter

Mord und Gesellschaft des Biedermeier
Ambermoonvor einem Jahr

Bremen 1831. Den Auftrag im Gepäck, eine Reisebeschreibung über die Hansestadt zu verfassen, trifft eine junge Schriftstellerin an der Weser ein. Doch ihr schlägt eine Atmosphäre des Misstrauens entgegen, denn die Stadt kennt dieser Tage nur ein Thema: die unmittelbar bevorstehende Hinrichtung der mehrfachen Giftmörderin Gesche Gottfried. Ungewollt verbindet sich das Schicksal der jungen Frau mit dem der Gesche Gottfried.

Im März 1828 wurde in Bremen ein Kriminalfall aufgedeckt, der die Stadt aufs tiefste und nachhaltigste erschüttern sollte und der in seiner Beispiellosigkeit ungeheures Aufsehen erregte. Bereits in den ersten Verhören gestand die 43-jährige Gesche Margarethe Gottfried, von 1813 bis 1827 fünfzehn Menschen vergiftet zu haben, darunter ihre Ehemänner, ihre Eltern und ihre Kinder. Ausgehend von diesem historischen Drama entwickeln Peer Meter (Szenario) und Barbara Yelin (Zeichnungen) eine Geschichte voller Spannung und Intensität.... (Klappentext)

☠☠☠☠☠

">>Mir war gar nicht schlimm dabei zumute. Ich konnte die Mäusebutter ohne die mindesten Gewissensbisse und mit völliger Seelenruhe geben. Es war mir als wenn eine innere Stimme mir sagte, ich müsse es tun.<<"
(S. 63)

Gesche Gottfried trieb zur Zeit des Biedermeier in Bremen ihr Unwesen. Sie vergiftete fünfzehn Menschen mit Arsen. Darunter ihr Bruder, ihre Eltern, Ehemänner, Kinder, Nachbarn und deren Kinder und Freundinnen. Diese vergiftete sie über Jahre hinweg, während sie diese gleichzeitig pflegte. Sie war die letzte in Bremen öffentlich hingerichtete Mörderin.

Bis man sie als Täterin überführte war Gesche Gottfried eine rechtschaffene Bürgerin - unbescholten, hilfsbereit und wurde sogar als "Engel von Bremen" bezeichnet, wobei andere Stimmen wiederum ihren raschen Männerwechsel anprangerten. Was sie zu diesen Taten trieb ist bis heute unklar. Der Autor Peer Meter und die Illustratorin Barbara Yelin versuchen mit dieser Graphic Novel hinter diesen Schleier des Ungewissen zu blicken.

Erzählt wird jedoch nicht aus er Sicht von Gottfried, sondern aus der von einer damals noch jungen Schriftstellerin, welche eigentlich für den Brockhaus-Verlag an einer Bremer-Reisebeschreibung arbeitete. Dies führte sie natürlich in besagte Stadt und zwar einen Tag vor der Hinrichtung von dieser Giftmörderin. Natürlich ist dieses Ereignis Gesprächsthema Nr. 1 in Bremen und weckt somit die Neugierde der Schriftstellerin.Und während man diese bei ihrer eher unfreiwilligen Recherche begleitet und dabei mit dem Anwalt der Angeklagten, dem Pfarrer, etc., redet, taucht man in die damalige Zeit des Biedermeier ein. IN dieser Zeit herrschte noch das Patriarchat und da wir eine aufstrebende Schriftstellerin begleiten, sehen wir auch die Schwierigkeiten mit denen Frauen damals zu kämpfen hatten.
Auch vom Fortschritt der Psychologie wollte man damals nichts hören, ergo war die Gesche Gottfried in aller Augen eine kaltblütige und habgierige Mörderin, während die junge Schriftstellerin, deren Namen wir nie erfahren, die These einer psychischen Erkrankung vertritt und auch die Gesellschaft mitverantwortlich macht.

">>Eine Frau sollte die Schuld des Lebens nicht durch Tun, sondern durch Leiden abtragen. Durch die Wehen der Geburt und durch die Unterwürfigkeit unter den Mann, dem sie eine geduldige und aufheiternde Gefährtin sein soll.<<
>>In Bremen herrschen ja tolle Ansichten. Da wundert es mich nicht, wenn in dieser Stadt Frauen dahin kommen ihre Männer zu vergiften!<<"
(S. 70)

Diese Geschichte erhält durch die Illustrationen im Bleistiftzeichenstil an Intensität. Passend zu diesem historischen Ereignis in schwarz-weiß und eher düster gehalten, erinnern manche Zeichnungen an die Kameraführung eines Noir-Films. Manchmal stehen die Illustrationen ganz für sich allein, ohne Begleittext oder Sprechblase. Sie laden zum näheren Betrachten ein und ziehen einen noch tiefer in diese düsteren wahren Geschehnisse von damals.

">>Leider ja, gnädiges Fräulein. Als mein Nachbar, der Paul Thomas Zimmermann, im Freundeskreis erzählte, dass er beabsichtigte die Gottfried zu heiraten, wurde er von ihnen gewarnt, dass sein Leben bei der Person in Gefahr schwebe. Sie hat den Paul dann auch gleich nach der Verlobung vergiftet.<<"
(S. 41)

Im Anschluß an die Graphic Novel befindet sich noch ein kurzer historischer Überblick von Peer Meter zu beteiligten Personen und Prozessakten.

Zu dieser Serienmörder-Trilogie im Graphic Novel-Stil gehören weiters noch:

  • "Haarmann"
  • "Vasmers Bruder"

Fazit:
Die Kombination von historischem Kriminalfall und atmosphärischen Illustrationen konnte mich gänzlich mitreißen. Die Geschichte selbst ist traurig und grauenvoll zugleich, denn damals lief einiges schief, vor allem betreffend der damaligen Gesellschaft und deren Werten. Viele Morde hätten verhindert werden können, wenn man damals nicht so borniert gewesen wäre.

© Pink Anemone (inkl. Bilder aus dem Buch, Autoren-Info und Link zu einer Bloggerkollegin, welche sich in Bremen auf die Spur von Gesche Gottfried machte)

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Rezension zu "Gift" von Peer Meter

Eine runde Sache!
katzenminzevor 2 Jahren

„Wie kommt es, dass jede Hinrichtung uns mehr beleidigt als Mord?“
S. 190

Eine junge londoner Schriftstellerin ist beauftragt einen Reisebericht über Bremen zu verfassen. Als sie in der Hansestadt ankommt erfährt sie, dass dort am nächsten Tag eine Giftmörderin hingerichtet werden soll. Sie ist entsetzt. Zum einen über die Hinrichtung einer Frau als solches aber auch über ihre Taten. Wie kommt man dazu seine Eltern, seine Ehemänner, ja sogar seine eigenen Kinder zu vergiften? Und wieso wird eine Frau, die doch offenbar psychisch krank ist, mit dem Tode bestraft?

Schnell zieht auch unsere junge Erzählerin die Aufmerksamkeit auf sich. Eine allein reisende Frau? Ohne die Führung eines Ehegatten und auch noch mit beruflichen Ambitionen? Das sorgt für Unverständnis und Misstrauen. Vielleicht will sie gar ein Buch über die Mörderin schreiben! So muss sich die Schriftstellerin mit harschen Vorurteilen herumplagen und nebenbei das Gefühlschaos in Zaum halten, dass die Verurteilte Gesche Gottfried bei ihr auslöst.

Peer Meter hat eine wunderbare Erzählweise gefunden. Genauso fremd wie die Schriftstellerin kommt man als Leser in die Stadt und erfährt nach und nach mehr über Gesche Gottfried. Meter lässt verschiedene Leute zu Wort kommen, die mit dem Fall direkt zu tun hatten und versorgt den Leser so mit allerlei Informationen. Die Teile in denen die Gottfried selbst vorkommt sind besonders stimmungsvoll. Aber auch die Geschichte um die junge Erzählerin ist spannend! Beides zusammengenommen hat mich die Novel kaum aus der Hand legen lassen.

Und dann die Zeichnungen! Barbara Yelin hat hier wirklich großartige Arbeit geleistet. Das Highlight ist natürlich die farbige Kohle- oder Pastellzeichnung auf dem Cover. Eigentlich ist das Portrait recht schlicht und skizzenhaft, aber gleichzeitig sehr intensiv! Auch die Zeichnungen innen sind ganz in Kohle gehalten und haben etwas skizzenhaftes. Das mochte ich sehr gerne. In passenden Situationen sind die Figuren etwas überzeichnet, was ich hier sehr niedlich fand. Die ernsteren Szenen sind schlicht gehalten und spiegeln die bedrohliche Stimmung wieder. Es erstaunt mich fast, wie sehr mir die Zeichnungen letztlich gefallen haben, weil ich beim ersten durchblättern eher skeptisch war. Davon ist aber nichts mehr übrig geblieben.

Wie auch schon bei Peer Meters "Haarmann" ist die Geschichte mit Originaltexten aus den Verhörprotokollen gespickt. Und es gibt am Ende einige kurze Informationen zu den historischen Persönlichkeiten, die in Buch auftauchen. Das rundet die Geschichte wunderbar ab. Für mich war es ein spannendes und erstaunlich nachdenkliches Leseerlebnis mit eindrucksvollen Bildern, Köpfchen und Gefühl. Ganz toll!

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