Peggy Parnass Kindheit – Wie unsere Mutter uns vor den Nazis rettete

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Inhaltsangabe zu „Kindheit – Wie unsere Mutter uns vor den Nazis rettete“ von Peggy Parnass

GEGEN DAS VERGESSEN! In diesem besonderen Buch für Jugendliche und Erwachsene erzählt Peggy Parnass die bewegende Geschichte ihrer Kindheit im Dritten Reich. Die brasilianische Künstlerin Tita do Rêgo Silva hat großartige farbenprächtige Holzschnitte dafür geschaffen. Die Schauspielerin, Kolumnistin, Gerichtsreporterin und Autorin Peggy Parnass erzählt in diesem bewegenden Memoire ihre Kindheitsgeschichte: 1939 wurde sie mit ihrem vierjährigen Bruder mit einem Kindertransport nach Stockholm geschickt. Ihre Eltern sah sie nie wieder. Sie wurden in Treblinka von den Nazis ermordet. Die leuchtenden Farbholzschnitte der brasilianischen Künstlerin Tita do Rêgo Silva stehen im Kontrast zum Inhalt und verleihen ihm damit eine noch größere Intensität. Neuausgabe im kleineren Format – die großformatige Originalausgabe erschien 2012 in limitierter Auflage in einem Hamburger Kunstverlag und wurde von der Stiftung Buchkunst als eines der »schönsten Bücher« 2013 ausgezeichnet.

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  • Juwel in meinem Bücherregal

    Kindheit – Wie unsere Mutter uns vor den Nazis rettete
    catbooks

    catbooks

    23. May 2015 um 19:54

    “Kindheit”, ein Buch über die NS-Zeit, über die ich (leider) meistens ungern etwas lese. Ich bin dabei immer so gefühlsduselig und könnt immer sofort weinen, weil diese Zeit und das was die Menschen dort leben mussten, fürchterlich und traurig zugleich ist. Ich weiß, man sollte nicht die Augen vor diesen Themen verschließen und sich damit auch auseinandersetzen, daher habe ich bei diesem Buch auch eine Ausnahme gemacht… Peggy Parnass schildert in ihrem Buch “Kindheit” ihre Erlebnisse in der NS-Zeit und den Transport nach Stockholm. Sie schafft es mit wenigen Worten eine gewaltige Stimmung aufzubauen, die mich sofort mitgerissen hat und der ich mich nicht entziehen konnte. Sie beschreibt, wenn teilweise auch nur mit wenigen Worten, treffend das physische und psychische Leid von sich selbst und ihrer Familie. Ihre Worte sind ehrlich, gefühlvoll, traurig, mutig und hoffnungsvoll. Ich habe immer wieder mit den Tränen kämpfen müssen. Trotz der Ungerechtigkeit, die Peggy Parnass und ihre Familie erfahren hat, ist es bewundernswert, dass sie trotzdem noch immer eine recht klare Sichtweise auf die Dinge hat. Sie verurteilt nicht, auch wenn der Hass ihr tief in den Knochen steckt. Absolut bewundernswert! “Stimmt, nicht mal diese beiden Male konnt ich kotzen.” “Lieber Gott, mach mich dumm, Denken tut so weh.” Die Illustrationen der Künstlerin Tita do Rêgo Silva geben dieser wahren Geschichte die nötige Hoffnung und Geborgenheit, ohne die man diese harte Zeit nicht überleben kann. Die Holzschnitte sind ganz wundervolle Arbeiten, die perfekt zu dem Erlebten und mit Sicherheit auch zu der Persönlichkeit von Peggy Parnass passen. :) “Kindheit” ist ein kleines Juwel in meinem Bücherregal! ♥ ♥ ♥ Bitte lesen, verschenken und weitergeben, denn diese Geschichte sollte, wie die anderen auch, nicht in Vergessenheit geraten!

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  • Ein Buchschatz!

    Kindheit – Wie unsere Mutter uns vor den Nazis rettete
    Damaris

    Damaris

    13. October 2014 um 13:38

    "Kindheit" ist ursprünglich ein Kapitel aus dem Buch von Peggy Parnass "Unter die Haut". Mit ihrer Freundin und Künstlerin Tita do Rêgo Silva hat die Autorin eine wunderschöne, illustrierte Version dieses Kapitels veröffentlicht. Die Erstausgabe wurde 2013 von der Stiftung Buchkunst als eines der schönsten Bücher Deutschlands prämiert - und war sofort vergriffen. Die aktuelle Version wurde vom Verlag Fischer KJB - Die Bücher mit dem blauen Band neu verlegt. Somit ist dieser Buchschatz wieder frei erhältlich. Die eigentliche Geschichte ist sehr kurz, sehr aufwühlend und sehr direkt. Die Autorin beschreibt ihre Kindheit und das, was vor und nach dem Kindertransport nach Schweden passierte, in gedichtartiger Form und kurzen Absätzen. Einige Abschnitte erinnern gar nur an Stichpunkte. Dennoch ist die Erzählung sehr eindringlich, beschreibt physisches und psychisches Kinderleid, aber auch wenige schöne Momente im Leben der Autorin. Der Mord an Millionen von Juden und "unpassenden" Menschen ist die größte Gräueltat der Nazis. Durch das beherzte, vorausschauende Eingreifen mancher Eltern, konnten viele Kinder im Ausland gerettet werden, während sie selbst ermordet wurden. Die Folgen für Körper und Seele der Kinder sind gravierend. Seitdem ich vierzehn bin hab ich mich selbst ernährt. Damals zum Teil auch meinen Bruder mit. Sagen wir mal, dass ich bis dahin Kind war, obwohl das natürlich Quatsch ist. Meine Erinnerungen wechseln von Tag zu Tag, ganz nach Verfassung. Entweder nur eine Aneinanderreihung von Albträumen. Oder so, dass es mir vor Sehnsucht und Verlangen das Herz zerquetscht und mir die Tränen in die Augen treibt. - S. 8 Manche Ereignisse von Peggys Kindheitsgeschichte sind sehr deutlich geschildert, andere dagegen nur angedeutet. Den Lesern, vor allem denen, die die geschichtlichen Hintergründe kennen, ist aber stets klar, was passiert. Der Einblick in Peggys Kinderseele reicht tief. Trotz dem Hass auf alle Ungerechtigkeiten, Unfreundlichkeiten und Misshandlungen, die Peggy und ihrem Bruder widerfahren sind, hat sich die Autorin eine erstaunlich klare Weitsicht auf die damaligen Dinge bewahrt. Bewundernswert! Das persönliche Fazit "Kindheit: Wie unsere Mutter uns vor den Nazis rettete" gehört zu den Büchern, denen ein Platz im Buchregal sicher sein sollte, nicht nur wegen dem geschichtlichen Hintergrund. Ich war während des Lesens sehr nachdenklich, manchmal den Tränen nah, blieb danach aufgewühlt zurück. Das ist, mit den wenigen Worten der Autorin erzählt, große Erzählkunst. Mit ihrer direkten, schnörkellosen Art schreibt sich Peggy Parnass ins Herz des Lesers. Die Farbdrucke, sie erinnern etwas an 70er-Jahre-Kunst, schmücken das Buch auf fast jeder zweiten Seite und heben die Geschichte mit der gesamten Gefühlspalette hervor. Ein Buchschatz!

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  • Emotional intensiv

    Kindheit – Wie unsere Mutter uns vor den Nazis rettete
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    07. October 2014 um 13:28

    Emotional intensiv Wie verarbeitet ein Mensch, das die Mutter einen gerettet hat, sich selbst aber nicht retten konnte? Dass 1939, als Kind, die Trennung geschah, Peggy mit ihrem kleinen Bruder in Sicherheit gebracht wurde, die Eltern im Konzentrationslager dann aber ermordet wurden? „Natürlich habe ich gleich ja gesagt….wie immer….wenn ein Thema mich reizt. Erst hinterher viel mir ein, dass ich nie Kind war……Seitdem ich 14 bin, habe ich mich selbst ernährt“. Gut aber, dass Peggy Parnass „ja“ gesagt hat und gut, dass sie in Do Rego Silva eine kongeniale Grafikerin an ihre Seite gezogen hat, welche die einzelnen Momente in leuchtende Lithographien zu bannen versteht. Die Mutter, Putzfrau und dennoch „Hände wie Lilien“, das sind erste Erinnerungen. Das Lachen, die klugen Worte, der Klang der Stimme. Einfach und schlicht erzählt, berichtet Parnass mit dennoch poetischem Klang der Worte. Eine Mutter, wich und nachgiebig und dennoch mitten im Leben stehend. Die ihren „Pudl“ (Pole, Zocker, Jude, Mann, Charmeur mit warmen Humor) in Schutz nahm, die Harmonie versuchte, herzustellen. Kleine Erinnerungsstücke aus der lebendigen Familiengesichte, die auch heute noch Kinder erleben werden und können. Vom „schlafen im großen Bett“ bis zur rasenden Eifersucht auf „das kleine Bübchen“, das plötzlich mit dazugehört. Unterbrochen schon bald von dem, was Kinder eben nicht erleben sollten, was sie nicht verdient haben. „Als Pudl und wir alle verhaftet waren“. „Ich weiß nicht, wie Kiesinger und andere sie übersehen konnten“, denn Peggy hat sie gesehen, oft und öffentlich. Die, die mit blutenden Verbänden aus der Haft zurückkamen, die vielfachen Zeichen der Gewalt gegen Juden, die Parnass aus Kindersicht her schildert, treffend, prägnant und einfach in der Sprache. „Dann fiel der Unterricht aus, weil eine Lehrerin, die wir alle nicht mochten, verhaftet worden war“. So fing es an, so wurden die Zeichen deutlicher, so wurde ein lebendiges Leben grau und grauer. Und die dazugehörende Grafik fasst dies in bedrohlichen Rottönen im Bild bestens ins sich zusammen. Und wie die ganzen Orden Puls aus dem ersten Weltkrieg einfach nicht halfen. Noch schlimmer, wie Peggy miterlebt hat, wie fassungslos ihr „Pudl“ war, als er den Häschern all die Orden zeigte und wieder zeigte und das keinen interessierte. Oder wie die „Milchfrau Mutti ohrfeigte“. Und dann die Trennungen. So schlicht erzählt mit diesem „Hätte ich mich bloß noch mal umgedreht“. Und auch der zweite Teil der Geschichte, das Ankommen in Stockholm, das „Waise“ sein, diese herzzerbrechende Geschichte mit dem Feuerwehrauto und später dann die Konfrontationen auf ihre ganz eigene Weise mit jenen, die ihre Rolle schon spielten in diesem brutalen Drama der „kleinen Weltgeschichte“ im Alltag jener Tage. Ein Buch, das einerseits klar und prägnant formuliert, das die Emotionen so treffend und dabei schlicht in Worte zu fassen versteht. Das für Kinder in Sprache und Bild geeignet ist und dennoch den Erwachsenen dazu brauchen wird, um zu erklären und aufzufangen. Das für Erwachsene das, was geschah, ganz dicht und eben nicht distanziert durch Fußnoten oder sachlich-nüchterne Sprache oder breite Erläuterung von Hintergründen intensiv erlebbar macht, wie das Geschehen Menschen zerbrach und Stärke finden ließ.

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