Pelle Sandstrak Herr Tourette und ich

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Inhaltsangabe zu „Herr Tourette und ich“ von Pelle Sandstrak

Pelle erstarrt, wenn eine Möwe über ihm kreist, klaut Schmuck, nur um ihn berühren zu können, rastet aus, flirtet manisch, ticst und zwangshandelt. Ein Klassenclown, gefürchteter Gegner beim Sport, manchmal ganz einfach ein netter Junge. Ein rasendes Leben, voller Verzweiflung - und irgendwann Resignation. Er steht einen Zentimeter vor dem Abgrund, als all das einen Namen bekommt: Tourette-Syndrom. Das Besondere an seinem Buch ist nicht nur die mit großem Talent beschriebene Innenansicht eines Touretters. Es ist der Witz, mit dem Pelle seine Leser in die absurdesten Situationen führt, es ist die wilde Mischung aus Lachen und Anteilnahme, die er auslöst.

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    Herr Tourette und ich
    EmmaZecka

    EmmaZecka

    31. July 2016 um 22:31

    Dieses Buch fiel mir in einem Einkaufszentrum in die Hände. Da ich dank dem Film "Vincent will Meer" schon eine ungefähre Vorstellung hatte, was das Tourette Syndrom ist, hatte mich der Klappentext sehr angesprochen. Immerhin war der Spielfilm ja doch eine fiktive Geschichte. Hier sollte ich Einblicke in eine Biografie bekommen.Anfangs hatte ich Mühe mich in dem Schreibstil und somit auch in der Geschichte einzufinden. Sandstrak begann mit seiner Erzählung ganz von vorne. Die ersten Zwänge fingen bereits in den Kindertagen an. Gerettet hatte mich die Tatsache, dass er sehr genau beschrieb, wie er in Situationen handelte, in denen Tics oder Zwänge auftraten. So habe ich in den Kapiteln, in der die Kindheit behandelt wurde, nicht abgeschaltet.Je älter er wurde, desto mehr kam der Bezug zu seiner Gefühlsebene. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich inzwischen genug Einblicke und Vorstellungen von seinen Tics hatte. Jetzt erfuhr ich das, was ich mir schon dachte: Ihm waren seine Tics, je älter er wurde, immer peinlicher. Die Zwänge wurden immer größer.Als ich fast über die Hälfte des Buches gelesen hatte, begann ich mich zu fragen, ob es noch schlimmer kommen konnte. Schon seit einigen Seiten hatte ich das Gefühl, dass Sandstrak an den Tiefpunkten seines Lebens angekommen war. Ich fragte mich, ob er in dieser Biografie seine "Rettung" und die genaue Behandlungsmethode, mit der man ihm helfen konnte, überhaupt beschrieb.Ich wurde nicht enttäuscht. Pelle Sandstraks Biografie ist ein Buch mit Höhen und Tiefen. Anfangs noch vor die Frage gestellt, welche Krankheit er denn eigentlich habe, lernt er letztendlich einerseits mit ihr umzugehen, andererseits bestimmte Verhaltensmuster zu besiegen.(Warum ich das Buch erst ab 16 empfehlen kann, ist einfach, klingt vielleicht etwas plump. Bei der Altersbegrenzung gehe ich meist von mir aus. Mich hätte solch eine Biografie einfach nicht früher angesprochen).

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  • Rezension zu "Herr Tourette und ich" von Pelle Sandstrak

    Herr Tourette und ich
    Callso

    Callso

    09. July 2012 um 10:18

    „Bericht eines glücklichen Menschen“ , so heißt es als zweiter Buchtitel. Anhand des Tourette-Schicksals erschließt sich das mit dem Glück erst sehr, sehr spät. Vorher kämpft man sich durch über 400 Seiten, in den die Krankheit ordentlich Spuren hinterlässt. Auf den ersten 100 Seiten lacht man noch über den jungen Pelle, seine Originalität und die Leichtigkeit, mit der berichtet wird. Aber aus dem Lachen wird zunehmend Verzweiflung, Verwunderung und auch ein gutes Stück Hoffnungslosigkeit. Das Leben des Protagonisten verläuft immer mehr in einer Sackgasse. Gefangen von Ritualen, kein Einkommen, keine sozialen Kontakte. Er verwahrlost, wäscht sich nicht, in seiner Wohnung sammeln sich die Urin-Beutel (!) und er verliert ein Job nach dem Nächsten. Beklemmend. Alleine für das Überwinden von Türschwellen braucht er zumeist Stunden… Ein Buch das bewegt, das freilich auch seine Längen hat. In den letzten Seiten neigt sich alles zum Guten, dies wird mir hingegen etwas zu flott abgehandelt. Sprachlich hat Pelle Sandstrak alles sehr originell (und unkonventionell) verpackt, so dass man sehr gut reinkommt in das Buch. Das Werk ist ob seiner Höhen und Tiefen schwer zu bewerten, auf alle Fälle sehr lesenswert. Ich habe mich für gute drei Sterne entschieden.

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  • Rezension zu "Herr Tourette und ich" von Pelle Sandstrak

    Herr Tourette und ich
    WildRose

    WildRose

    08. October 2010 um 20:50

    Ein unglaublich aufrichtiger und vielschichtiger ERfahrungsbericht, geschrieben von einem Mann, der mit dem Tourette-Syndrom leben muss. Ich muss sagen, dass ich nicht nur die Geschichte an sich sehr spannend und berührend fand, sondern dass mir auch der Schreibstil sehr gefallen hat.

  • Rezension zu "Herr Tourette und ich" von Pelle Sandstrak

    Herr Tourette und ich
    hai_blub

    hai_blub

    05. January 2010 um 14:29

    Tolles Buch, man wird in die Gedanken- und Gefühlswelt eines Betroffenen eingeladen zu einer Zeit, in welcher das Tourette Syndrom noch nicht bekannt war, bzw. erst gerade erforscht wurde. Diie Unfähigkeit, sich aus den Zwängen zu befreien und das dadurch immer schwierig werdende Alltagsleben lässt der Autor den Leser hier sehr gut miterleben. Absolut lesenswert !

  • Rezension zu "Herr Tourette und ich" von Pelle Sandstrak

    Herr Tourette und ich
    Babscha

    Babscha

    29. September 2009 um 20:53

    Pelle Sandstrak ist elf Jahre alt, als er merkt, dass mit ihm irgend etwas nicht stimmt. Harmlose Sinneseindrücke wie ein über die Stadt fliegendes Flugzeug, wiederkehrende Geräusche im Klassenzimmer und der Anblick der Farbe Rot lösen in ihm unkontrollierbare Panik- oder Wutattacken aus, die seinen Kopf nahezu bersten lassen und denen er nur mit Flucht und absolutem Rückzug in sich selbst begegnen kann. Gleichzeitig gerät sein Leben mit ständig zunehmender Tendenz in den Griff von Tics, zumeist aggressiven ungewollten Verbalangriffen gegen seine Umwelt und –am allerschlimmsten- einen unaufhörlichen Druck zur Ausführung von ritualisierten und zwanghaften Handlungen. Seine verzweifelten und mit erschreckender Aggression gegen seinen eigenen Körper ausgelebten Versuche, dieser ganzen Situation Herr zu werden und seine psychotischen Ausbrüche zu unterdrücken oder zu verheimlichen, scheitern. Nach Jahren der Qual, einer nicht abgeschlossenen Schullaufbahn, dem Verlust diverser Jobs und zuletzt völliger sozialer Isolation und Verwahrlosung eskalieren die Dinge so sehr, dass sein Körper rund um die Uhr und ohne Pause Zwangshandlungen ausführen muss. Das Überschreiten einer Türschwelle, Duschen oder der Kleidungswechsel werden nahezu unmöglich, dauern Stunden und können nur in völlig ritualisierter Form ausgeführt werden, womit Pelle am Ende jeder Mobilität beraubt wird. Nichtsdestotrotz gibt er sich nie auf und glaubt immer an eine Besserung, irgendwann, irgendwie. Und wider aller Erwartungen erfährt er eines Tages durch Zufall den Grund dafür, warum er so ist, wie er ist: er leidet am Tourette-Syndrom und: er ist nicht allein. Mit Hilfe von spezialisierten Therapeuten und eiserner Willensanstrengung gelingt es ihm im Laufe vieler Jahre, zu einem halbwegs normalen und lebenswerten Leben zurück zu kehren. Der 1965 geborene Autor gewährt dem Leser in seinem Buch in schonungslos drastischer, absolut offener und ehrlicher Form tiefe Einblicke in die unglaubliche Welt eines Touretters, die kaum vorstellbar und von üblichen „Zwangsneurosen Normalsterblicher“ Lichtjahre entfernt ist. Gleichzeitig schafft es Sandstrak, den Leser mit seinen streckenweise absolut schrägen und wortwitzigen Schilderungen des permanenten Zusammenpralls von Tourette mit Umwelt immer mitzunehmen auf seiner Reise ins Ungewisse. Ein fesselndes Buch, an dem man dran bleibt und das man in dieser Form noch nicht gelesen hat. Sehr schön sind die vielen integrierten Fotos des Autors aus den einzelnen, im Buch erzählten Stationen seines Lebens. Unbedingte Leseempfehlung.

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