Penelope Lively

 3.6 Sterne bei 41 Bewertungen
Autorin von Familienalbum, Wechselspiele und weiteren Büchern.
Penelope Lively

Lebenslauf von Penelope Lively

Penelope Lively wurde am 17. März 1933 in Kairo geboren. Während ihrer Schulzeit wechselte sie auf ein Internat in England, wo sie später auch ihr Geschichtsstudium aufnahm. Im Alter von 37 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Buch, dem zahlreiche weitere - in erster Linie Kinderbücher und Romane für Erwachsene - folgten. Besonders bekannt ist Lively für ihren überaus erfolgreichen Roman "Moon Tiger", für den sie den Booker Prize erhielt. Neben der Schriftstellerei war Penelope Lively auch für längere Zeit als Radiomoderatorin tätig.

Alle Bücher von Penelope Lively

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Familienalbum

Familienalbum

 (12)
Erschienen am 09.06.2014
Wechselspiele

Wechselspiele

 (6)
Erschienen am 02.02.2009
Wenn eins zum andern kommt

Wenn eins zum andern kommt

 (4)
Erschienen am 27.04.2015
Das Photo

Das Photo

 (2)
Erschienen am 27.02.2007
Ein Spuk kommt selten allein

Ein Spuk kommt selten allein

 (1)
Erschienen am 01.01.1990
Hinter dem Weizenfeld

Hinter dem Weizenfeld

 (0)
Erschienen am 01.01.2002
Kleopatras Schwester

Kleopatras Schwester

 (0)
Erschienen am 01.03.1998

Neue Rezensionen zu Penelope Lively

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G

Rezension zu "Family Album" von Penelope Lively

Rezension: «Family Album» Penelope Lively
Gilbertvor 2 Jahren

            Penelope Lively gilt als Autorin, die sich mit der Familie im Wandel der Zeit beschäftigt. Aus der Schilderung des Familienbildes der älteren Generation (Eltern: Alison und Charles) und jener der jüngeren Generation (6 Kinder) lässt sich ein erstes Thema herauskristallisieren, dem sich Lively inhaltlich widmet und das in einer ironischen Kritik an der antiquierten Rollenverteilung sichtbar wird. Die Mutter Alison ist die Hauptvertreterin dieses alten Familienbildes, sichtbar an ihrer Liebe zur Grossfamilie und den überkommenen Bräuchen, wie dem traditionellen Sonntagsbraten. Die sechs Kinder verkörpern das heutige, neue Familienbild und ein zeitgenössisches Rollenverständnis, dass Frauen berufstätig sind und dass Konkubinat, Kleinfamilie oder gar keine Kinder mehr zu haben, normal ist.

            Eine zweite Problematik betrifft das soziale Phänomen der Entfremdung zwischen den Generationen, bzw. dass die Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen. Dies ist eine weitere Zeiterscheinung und passt ebenfalls in diesen Problemkreis der Familie im Wandel der Gesellschaft.

            Leider geht Lively nicht auf die Ursachen dieser Problemkreise ein, sondern schneidet mit dem «Familiengeheimnis», dem Höhepunkt des Buches, sogar noch eine dritte Problematik an, jene des Fremdgehens, bzw. der ehelichen Treue oder Untreue (Charles und das Au-Pair-Girl Ingrid zeugen ein uneheliches Kind, das stillschweigend wie ein eigenes Kind von Alison und Charles grossgezogen wird).

            Mich hätte es fasziniert, im Buch etwas über die Gründe all dieser sozialen Probleme und Veränderungen in der Gesellschaft zu erfahren. Allein gelassen ist der Leser einerseits gezwungen, den Inhalt nicht zu individualisieren und vom Buch zu abstrahieren. Er muss den Inhalt verallgemeinern und ihn als eine soziale Tatsache und Wahrheit erkennen und sich die Antwort auf die Frage nach den Ursachen der Prozesse, die zu einem solchen gesellschaftlichen Wandel geführt haben, selber zu geben. Ich habe zu den oben geschilderten Veränderungen die folgende Erklärung:             Die Eltern hängen einer ländlichen Lebensweise an, die der spätviktorianischen, bzw. der edwardianischen gleicht (Ende des 19. und anfangs des 20. Jh.), während die Kinder als Vertreter einer zeitgemässen, städtischen Lebensweise Ende des 20. Jh. geschildert werden. Die Oberflächlichkeit der sozialen Beziehungen und die Atomisierung (Vereinzelung) in der Gesellschaft sind aber gerade Phänomene, die mit zunehmender Urbanisierung (Verstädterung) sichtbar werden.

Ein anderer Begriff für die heute zunehmende Individualisierung, v.a. im urbanen Kontext, ist die Ego-Gesellschaft. Liegt der Grund der Entfremdung zwischen den Eltern und den sechs Kindern sowie die Kinderlosigkeit der sechs Nachkommen Alisons und Charles vielleicht darin, dass heute egoistische Werte und das Ausnutzen menschlicher Beziehungen das urbane Gesellschaftsleben dominieren? Lebt doch die Mehrheit der Menschen in postindustriellen Dienstleistungsgesellschaften in Städten, wo die oben genannten Dynamiken zum Tragen kommen. Gemeinsinn, Solidarität und Mitmenschlichkeit kommen ja je länger je weniger zum Tragen und indem der Anteil normaler Arbeitsverhältnisse rückläufig ist und prekäre Beschäftigungen deutlich zunehmen, ist auch zunehmende eine deutliche Kinderfeindlichkeit zu erkennen. Damit wären die Fragen zu den beiden Hauptthemen des Buches beantwortet, denn Kinder fallen der Ego-Gesellschaft lästig und Erziehung ist nicht mehr angesagt.

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Saphir610s avatar

Rezension zu "Wechselspiele" von Penelope Lively

Lebenswege mit Brüchen
Saphir610vor 3 Jahren

Die Geschichte von drei Generationen von Frauen, beginnend mit Lorna. Sie trifft ihre große Liebe 1935 und verlässt ihre gut bürgerliche Familie, um mit ihrem Mann, ein Künstler, in einem Cottage, ohne jeglichen Komfort, zu leben. Matt schmückt das Cottage mit seinen Zeichnungen. Das Glück ändert sich, als Matt eingezogen wird. Der gute Freund von Matt und Lorna begleitet sie weiter. Lornas Tochter Molly wächst bei ihm auf. Sie bekommt später auch eine Tochter, Ruth. Die Geschichten von Lorna, Molly und Ruth werden von der Autorin klar und unsentimental geschildert, obwohl so viele Gefühle vorhanden sind, und die auch gerade durch diesen Schreibstil so intensiv auf den Leser wirken. Auf jeden Fall leben die drei Frauen nicht unbedingt so, wie es die Gesellschaft in der jeweiligen Zeit erwartet. Ruth schließt am Ende den Kreis, besucht das damalige Cottage. Drei sehr interessante Geschichten, die die Lebenswege der Frauen erzählen, auch die Liebesgeschichten, und dazu die Beschreibungen der Natur, der Gesellschaft. Je weiter ich gelesen habe, desto weniger mochte ich damit aufhören. Ein sehr ansprechender Schreibstil, der mich gefangen genommen hat. Ich kann diesen Roman und die Autorin nur empfehlen.

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Rena1986s avatar

Rezension zu "Wenn eins zum andern kommt" von Penelope Lively

Wenn eins zum anderen kommt
Rena1986vor 3 Jahren

Eigentlich müsste meine Rezension in diesem Falle sowohl positiv als auch negativ ausfallen, „Wenn eins zum anderen kommt“ hat mich einfach mit gemischten Gefühlen zurück gelassen. Die Idee hinter der Geschichte gefällt mir gut, was passiert wenn jemandem etwas geschieht? Hat es dann nur Auswirkungen auf diese Person oder wie weit ziehen die Kreise? Leider hapert es hier irgendwie an der Umsetzung. Die Schreibweise wirkt zwar sehr flott, aber irgendwie auch abgehetzt, ich fühlte mich ständig von einem zum anderen Teil der Geschichte weiter gereicht. Auch wenn die Charaktere im Grunde ein Klischee nach dem anderen bedienen hat es mir Anton, der Syrische Gastarbeiter ganz besonders angetan. Mit seiner Art zu sprechen und die Dinge an zu gehen hat er mich oft zum schmunzeln gebracht. Außerdem gefällt mir die eigentliche Hauptprotagonistin Charlotte sehr gut, eine pensionierte Lehrerin mit einer großen Leidenschaft für Bücher und Geschichten. Welchem Buchliebhaber kann so jemand schon unsympathisch sein?Leider plätschert die Geschichte nur so vor sich hin und zieht sich manchmal wie Kaugummi und das, obwohl das Buch nicht mal 300 Seiten hat.


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Penelope Lively wurde am 17. März 1933 in Kairo (Ägypten) geboren.

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