Ein kleines Wunder würde reichen

von Penny Joelson 
4,6 Sterne bei46 Bewertungen
Ein kleines Wunder würde reichen
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Wunderbar gefühlvolle Geschichte über ein starkes Mädchen mit schwerer Zerebralparese - ergreifend, mutmachend, besonders.

S

Anders - und doch sehr faszinierend!

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Inhaltsangabe zu "Ein kleines Wunder würde reichen"

'Ich kann mich nicht bewegen, und ich kann nicht sprechen. So ist es schon mein Leben lang. Manche Leute reden über mich, als sei ich gar nicht da. Das hasse ich. Andere weihen mich in ihre Geheimnisse ein…'

Jemma kennt ein schreckliches Geheimnis: In ihrer Nachbarschaft ist ein Mord passiert, und sie weiß, wer es getan hat. Denn die Leute erzählen ihr Dinge, weil Jemma nichts weitersagen kann. Sie ist vollständig gelähmt und kann sich weder bewegen noch sprechen. Aber Jemma entgeht nichts. Als sie mit dem furchtbaren Geheimnis konfrontiert wird, ist sie völlig hilflos. Jemma weiß, dass ihr nur ein kleines Wunder helfen kann. Und sie ist fest entschlossen, alles für dieses Wunder zu tun.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783841440235
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:FISCHER FJB
Erscheinungsdatum:23.05.2018

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    miahs avatar
    miahvor 8 Tagen
    Kurzmeinung: Wunderbar gefühlvolle Geschichte über ein starkes Mädchen mit schwerer Zerebralparese - ergreifend, mutmachend, besonders.
    Ein kleines Wunder würde reichen

    Inhalt:
    Jemma ist 14 Jahre alt und hat eine schwere Zerebralparese. Sie kann sich nicht bewegen. Sie kann nichts alleine machen. Sie kann nicht sprechen. Aber sie ist klug und sie hört gut zu. Das vergessen die Leute manchmal, sodass Jemma ihre Geheimnisse kennt. Sie weiß zum Beispiel, wer den Nachbarsjungen ermordet hat.

    Meine Meinung:
    Jemmas Geschichte hat mich sehr berührt. Zu Beginn hat sie keine Möglichkeit, mit anderen zu kommunizieren. Sie ist darauf angewiesen, dass ihre Eltern und ihre Pflegerin Sarah intuitiv wissen, was sie gerade braucht. Ihr Schicksal ist schwer. Sie ist ein kluges Mädchen, das gefordert und gefördert werden möchte, ihre Wünsche und Gefühle aber nicht äußern kann.

    Die Handlung findet hauptsächlich bei Jemma zu Hause statt. Ihre Eltern sind ihre Pflegeeltern. Zusammen mit dem autistischen Finn und dem Wildfang Olivia gibt es jeden Tag jede Menge Herausforderungen. Ich war beeindruckt von den Eltern, die diese drei ganz unterschiedlichen Kinder aufgenommen haben und jeden Tag ihr bestes geben, um allen gerecht zu werden. Das ist manchmal gar nicht so leicht.

    Jemma hat eine eigene Pflegerin. Sarah ist immer an  Jemmas Seite und kümmert sich auch nachts um sie. Die ersten 100 Seiten geht es hauptsächlich um Jemmas Alltag. Ich hätte mir allerdings gewünscht, Jemma auch in der Schule zu begleiten, um zu sehen, wie ihr es ihr dort ergeht. Das hat sich die Autorin aber gespart. Es ist immer nur die Rede davon, dass Jemma in die Schule gebracht wird und dann wieder nach Hause kommt.

    Mir hat die Perspektive sehr gefallen. Die gesamte Handlung wird aus der Sicht von Jemma erzählt. Der Leser ist also ganz nah bei ihr und weiß alles, was Jemma denkt und fühlt. Damit weiß der Leser mehr als alle Personen um Jemma herum. Es zeigt sich, wie schwer ihr Alltag manchmal ist. Wenn Jemma Schmerzen hat, muss sie darauf hoffen, dass ihre Pflegerin Sarah ihr das anmerkt. Ihre Umgebung muss ständig improvisieren und quasi raten, was für Jemma in dem Moment das richtige ist. Andere entscheiden immer für sie. In jeder Szene habe ich mir gewünscht, dass alles so wird, wie sie es gerade wirklich braucht und war mit ihr enttäuscht, wenn etwas anders kam.

    Ab etwa der Hälfte des Buches wird es sogar spannend. Jemma wird nicht nur mit einem Geheimnis konfrontiert, das ihr schwer zu schaffen macht, sondern es warten noch weitere Herausforderungen und Überraschungen auf sie. Insbesondere der Teil über die unterstützte Kommunikation hat mir sehr gefallen. Es ist schön zu sehen, dass vielen Menschen geholfen werden kann, zu kommunizieren, auch wenn sie körperlich stark beeinträchtigt sind. Hier zeigt das Buch ganz deutlich, wie frustrierend viele Situationen für Jemma sind, weil sie nicht sprechen kann.

    Die Sprache ist klar und flüssig. Dadurch lässt sich das Buch schnell lesen. Ich habe mich mit Jemma gefreut, mit ihr mitgelitten und war zu Tränen gerührt. Das Buch regt zum Nachdenken an, macht Mut und Hoffnung. Jemma ist eine starke Persönlichkeit, die sich von ihrer körperlichen Beeinträchtigung nicht unterkriegen lässt und dafür kämpft, eine Stimme zu bekommen. Man sollte niemals aufgeben, egal wie aussichtslos die Situation erscheint. Das habe ich von Jemma gelernt.

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    LarryCoconarrys avatar
    LarryCoconarryvor einem Monat
    Kurzmeinung: Das Locked-In Syndrom aus der Perspektive der Betroffenen.
    Absolut wissenswert!

    Das Locked-In Syndrom ist ein Krankheitsbild, das die meisten zwar vom Hören können, aber nicht über das Ausmaß der Krankheit bescheid wissen. 

    Dieses Buch schafft es über die Krankheit zu informieren und gleichzeitig den Leser zu unterhalten. Die Geschichte zeigt die Problematik, die Höhen und Tiefen, aber auch die Hoffnung von Verbesserung durch neuste Technologien für die Betroffenen. 


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    EmmyLs avatar
    EmmyLvor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine nicht alltägliche, spannende Geschichte mit einer ungewöhnlichen, starken Protagonistin.
    Berührende, authentische Geschichte mit einer ungewöhnlichen Protagonistin

    Seit ihrer Geburt leidet Jemma unter einer schweren Zerebralparese. Sie ist Quadriplegikerin. In ihrem Fall bedeutet es, dass sie unter anderem keine Kontrolle über Arme und Beine hat. Sie kann nicht sprechen, nicht selbstständig essen, sich nicht bewegen. Sie sitzt im Rollstuhl und braucht für alles Hilfe. Aber ihr Gehirn funktioniert normal. Ihr Geist ist rege, sie hört und verarbeitet alles und nimmt regen Anteil an den Geschehnissen in ihrer Familie. Jemma wohnt mit zwei weiteren Pflegekindern zusammen in einer Pflegefamilie. Zur Entlastung der Mutter wurde für Jemma eine Pflegerin eingestellt. Da Jemma hilflos in ihrem Körper gefangen ist, reden manche Menschen über sie, als wäre sie nicht anwesend. Ihr werden aber auch Geheimnisse anvertraut. Eines Tages gesteht jemand Jemma einen Mord. Das ist ein Geheimnis, was Jemma auf keinen Fall bewahren möchte. In ihrer Hilflosigkeit niemanden informieren zu können, wird sie krank und hofft schließlich auf ein großes Wunder.

    Die Geschichte wird von Jemma in der Ich-Form im Präsens erzählt. Ihre detaillierten Schilderungen der Tagesabläufe mit begrenztem Sichtfeld aus handlungsunfähiger Perspektive sind so anschaulich, dass sich der Leser schnell in vollkommener Paralyse wiederfindet. Ich konnte während des Lesens die Frustration der Protagonistin über den eigenen Körper nachvollziehen. Interessant und schmerzlich sind auch der gedankenlose Umgang und das feindselige Verhalten mancher Mitmenschen. Aus der dargestellten Perspektive war es für mich doppelt frustrierend. Jemma kann hören, lesen, komplexe Informationen verarbeiten und sich weder mitteilen noch beteiligen. Trotz allem macht sich Jemma beherzt auf die Jagd nach einem Mörder. Natürlich erhält sie dabei überraschende Hilfe und manchmal passieren eben doch kleine Wunder.

    Bis ich das Buch in der Hand hielt hatte ich mich noch nie mit einem solchen Krankheitsbild beschäftigt. Der Autorin ist ein beeindruckendes Porträt dieser lebensbestimmenden Behinderung gelungen. Eine nicht alltägliche, spannende Geschichte mit einer ungewöhnlichen, starken Protagonistin.

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    101Elena101s avatar
    101Elena101vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt mit einer einfühlsamen Protagonistin, die trotz ihrem Schicksal unglaublich stark und mutig ist!
    Manchmal reicht nur ein Wunder

    Inhalt:

    Seit ihrer Geburt kann Jemma ihre Gliedmaßen nicht kontrollieren, sich nicht bewegen und nicht reden. Manchmal vergessen die Menschen sogar, dass sie da ist und unterschätzen ihre Intelligenz, sodass sie ihr ihre Geheimnisse erzählen, denn Jemma kann sie ja nicht verraten. Als in der Nachbarschaft ein Mord geschieht weiß sie allein, wer der Mörder ist. Doch wie kann sie sich verständlich machen. Jemma fühlt sich hilflos trotz ihres Wissens und weiß, dass nur noch ein kleines Wunder helfen kann.

     

    Meine Meinung:

    Solange man vollkommen gesund ist, kann man sich nicht vorstellen, wie es sein muss bei voller Intelligenz und Bewusstsein im eigenen Körper gefangen zu sein. Die 14-Jährige Jemma kennt es ihr ganzes Leben nicht anders und wir Leser begleiten ihre Sicht der Dinge in diesem Buch, was sich interessant gestaltet. Zudem wird man ohne große Vorreden sofort in die Geschichte entlassen, was mir Grundsätzlich immer gefällt.

    Der Schreibstil passt sich den Gedanken eines Mädchen diesen Alters an und ist somit nicht anspruchsvoll, auch wenn Jemma für ihr Alter erwachsener wirkt als man erwarten würde.

    Durch die permanente Sichtweise Jemmas kann der Leser hautnah miterleben, was die Protagonistin fühlt und wie frustrierend es ist, im eigenen Körper gefangen zu sein, wenn man sich unbedingt mitteilen möchte. Jemma ist jedoch so eine starke Persönlichkeit, dass sie trotz allem auch Gutes an ihrem Leben findet: Sie ist ein von Grund auf freundlicher Mensch, der ihre Familie liebt und einfühlsam, sowie verständnisvoll ihre Stimmungen und Sorgen erkennt. Sie hört ihnen gut zu und beobachtet die Menschen um sich herum genau, sodass ihr nichts entgeht. Von dieser Aufmerksamkeit kann sich der Leser gut eine Scheibe abschneiden.

    Der Nebenstrang mit dem Mord in der Nachbarschaft peppt das Ganze noch etwas auf, auch wenn es zwischendurch immer mal wieder kleine Hänger gibt, wenn gerade handlungstechnisch wenig geschieht. Durch den Schreibstil und die kleinen Kapitel lässt sich das Buch aber insgesamt binnen einem Tag durchlesen.

    Als Jugendbuch ist das gewählte Thema und vor allem die Perspektive der Protagonistin klasse, da es zum Nachdenken anregt. Man überdenkt automatisch während der Lektüre seine Einstellungen und Vorurteile, sowie, wie man sich selbst gegenüber Menschen mit solch einer Behinderung verhalten würde. Außerdem stellt man sich die Frage: Wie würde ich damit umgehen, wenn ein Familienmitglied oder sogar ich persönlich unter Zerebralparese leiden würde?

    Hinzu kommt ein authentisches Ende und schon haben wir ein gehaltvolles Buch, das gleichzeitig unterhält und nachhaltig auf den Leser einwirkt.

     

    Fazit:

    Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt mit einer einfühlsamen Protagonistin, die trotz ihres Schicksals unglaublich stark und mutig ist!

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    lenasbuecherwelts avatar
    lenasbuecherweltvor 2 Monaten
    LL rezensiert

    Als ich von „Ein kleines Wunder würde reichen“ las, wurde ich sofort neugierig. Ein solches Thema bringt immer viel Potenzial mit, gleichzeitig habe ich es auch schon oft erlebt, dass die Umsetzung total in den Sand gesetzt wurde.

    „Ein kleines Wunder würde reichen“ ist klar und einfach geschrieben, durch die kurzen Kapitel liest sich das Buch schnell weg. Die Geschichte um Jemma war tatsächlich sehr interessant, sie hat durchaus Spaß in ihrem Leben und dennoch wünscht man sich als Leser nichts mehr, als dass sie sich endlich irgendwie ausdrücken kann. Zu diesem Wunsch kommt hinzu, dass Jemma im Besitz wertvoller Informationen zu einem Mordfall ist.

    Die Geschichte ist hauptsächlich kein Krimi, sondern ruhiger Natur. Das hat mich allerdings nicht gestört. Während dem Lesen wurde man unheimlich zum Thema Behinderung sensibilisiert und lernt seine eigene Kommunikationsfähigkeit zu schätzen. Schön ist, dass das Buch auch für jüngere Leser konzipiert ist und diese ebenfalls in ein solches Thema eintauchen können. Persönlich hätte ich mir noch ein bisschen mehr Tiefe besonders bei den Nebencharakteren gewünscht, diese waren mir zu eindimensional gestaltet.

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    Adoras avatar
    Adoravor 2 Monaten
    Kurzmeinung: sehr emotionales Buch. Pageturner durch und durch. Leider viel zu kurz :(
    Ein kleines Wunder würde reichen

    Man kann sich gar nicht vorstellen wie es ist, wenn man sich nicht bewegen und nicht auf sich aufmerksam machen kann. Aber genau so geht es Jemma. Seit sie denken kann sitzt sie im Rollstuhl, kann sich weder bewegen noch sprechen. Sie lebt in einer Pflegefamilie und mit ihrer Pflegerin Sarah kommt sie sehr gut klar. Die Leute wissen, ihr kann man Geheimnisse erzählen, ohne, dass sie sie weitertratschen kann.  In der Nachbarschaft wurde ein Junge getötet und Jemma weiß wer es getan hat. Aber wie soll sie die Person, die ihr sogar regelmäßig über den Weg läuft überführen?


    Ich habe die Lektüre des Buches sehr genossen und konnte mich gut in die Charaktere einfühlen. Der Schreibstil war einfach und somit schnell lesbar. Ich war schon ein bisschen traurig, als die Story dann vorbei war. Ich hätte gerne noch viel mehr von Jemma gelesen. Was mir im Buch etwas gefehlt hat, war ihr Schulalltag. Man hat immer nur mitbekommen, wie sie in die Schule gefahren ist oder wieder nach Hause kam. Und vom Schwimmunterricht. Ich hätte mir gewünscht, dass man wenigstens einen Schultag mit Jemma erlebt. Ich hätte gerne gewusst wie ihre Klassenkameraden mit ihr umgehen etc. Genau deshalb habe ich einen Stern abgezogen aber ansonsten ist das Buch einfach nur großartig und auf jeden Fall lesenswert.

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    Schmiesens avatar
    Schmiesenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: So ergreifend, so authentisch - ein Wechselbad der Gefühle. Lest dieses Buch, denn es schafft tiefes Verständnis.
    Ein kleines Buchwunder

    "Ich bin gerne weit oben - über der Welt - und gucke hinunter. In meinem Rollstuhl fühle ich mich oft so klein, muss zu allen aufsehen."


    Jemma kennt ein schreckliches Geheimnis: Sie weiß, wer der Mörder des Nachbarjungen Ryan ist. Doch Jemma kann niemandem mitteilen, was sie weiß, denn aufgrund einer Zerebralparese kann sie sich weder bewegen noch sprechen. Irgendwie muss sie es schaffen, sich mitzuteilen, denn auch ihre geliebte Pflegerin Sarah ist in Gefahr. Nur ein kleines Wunder kann ihr jetzt noch helfen.

    Es gibt sie noch: Jugendromane, die Verständnis schaffen, Augen öffnen, lehrreich sind. In diesem Buch lässt Penny Joelson Jemma sprechen, ein Mädchen mit einer schweren Behinderung, das geistig vollkommen klar und außerordentlich fit ist. Dem Leser kann sie sich in Gedanken mitteilen, ihrer Umwelt leider nicht. Erschreckend authentisch vermittelt Penny Joelson, wie es sich anfühlt, in sich selbst eingeschlossen zu sein, nicht einmal mitteilen zu können, dass man gerne Ketchup mag. Jemma gerät oft an ihre Belastungsgrenzen, denn die Geheimnisse, die sie bewahrt, bringen sie in Gefahr und erdrücken sie innerlich. 

    In Jemmas Pflegefamilie leben noch zwei weitere eingeschränkte Kinder, nämlich der stark autistische Finn und die cholerische Olivia. Es ist anrührend, mit welcher Hingabe die Pflegeeltern sich um diese drei schweren Problemfälle kümmern, aber wiederum auch sehr realistisch dargestellt, wie die beiden an ihre Grenzen kommen. Der Umgang in der Familie ist liebevoll, wird aber immer wieder unterbrochen von schlimmen Geschehnissen. Penny Joelson lässt diese bedrückenden Seiten allerdings nie Überhand nehmen, sondern baut auch immer wunderbare Lichtblicke ein. So kann Jemma beispielsweise ihre Zwillingsschwester Jodi kennenlernen, die ihr ein ganz neues Lebensgefühl gibt. Dazu möchte ich eine wunderschöne Stelle zitieren:
    "Ich hatte gedacht, es würde mich stören, dass Jodi hübsch ist und ich nicht, aber wenn ich das Bild betrachte, sehe ich nur die Ähnlichkeit zwischen uns. Jodi ist so, wie ich hätte sein sollen - wie ich innerlich wirklich bin. Wenn ich sie sehe, habe ich das Gefühl, auch schön zu sein. Das gibt mir Kraft."
    Das ist nur ein Beispiel dafür, was für eine goldene Seele Jemma doch hat und wie berührend dieser Roman ist.

    Besonders fasziniert hat mich das Thema der unterstützten Kommunikation , welche Jemma gegen Ende des Buches das Kommunizieren ermöglicht. Die Autorin vermittelt gekonnt das Gefühl, wie sich plötzlich Jemmas ganze Welt verändert - und auch die ihrer Familie. Niemand muss mehr für sie entscheiden, sie kann um etwas bitten oder etwas ablehnen, sich etwas wünschen oder ein Problem mitteilen. Was für uns alltäglich und leicht ist, gleicht für Jemma einem Wunder. Die Autorin schreibt dazu in ihrem Nachwort:
    "Ich träume davon, dass eines Tages jeder, der das Potential zum Kommunizieren hat, auch die Möglichkeit dazu bekommt." 
    Jetzt, da ich Jemma kennenlernen durfte und mein Verständnis für Menschen mit einer solchen Behinderung vertieft wurde, wünsche ich mir das auch von ganzem Herzen.

    Penny Joelson ist es gelungen, ein Jugendbuch zu schreiben, das jeder gelesen haben sollte. Leute, so geht Inklusion, so geht Verständnis, so geht Liebe! Lest dieses Buch.


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    DisasterRecoverys avatar
    DisasterRecoveryvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch vereint Schicksalsschlag, Leben in Pflegefamilien und Krimi. Ein bisschen Durchhaltevermögen ist gefragt bis es spannend wird.
    Jemma

    Ausgehend vom Klappentext, wusste ich ungefähr, was mich hier mit Jemma erwarten würde. Aber um ehrlich zu sein, hatte ich keinen Schimmer wie schlimm es wirklich ist. Jemma ist wie in sich selbst gefangen. Ihr Verstand ist hellwach, aber ansonsten ist sie völlig hilflos. Sie kann sich nicht bewegen, keinen Milimeter und sprechen kann sie auch nicht. Gesichtsausdrücke zu deuten, ist bei ihr ebenfalls schwierig, da ihr Gesicht stellenweise etwas schief ist.

    Was ich aber so gar nicht verstanden habe war, dass es nicht möglich ist, ein einfaches Ja/ Nein abzufragen. Jemma kann ja blinzeln und ich dachte zumindest darüber wäre das machbar. Ich fand das etwas frustrierend.

    Jemma geht es den Umständen entsprechend gut, solange sie von Menschen umgeben ist, die es gut mit ihr meinen und sich um sie kümmern. Leider sind aber nicht alle Menschen nett. Es gibt jemanden, der Jemma permanent in eine sehr bedrohliche Situation bringt und zwar auf widerwärtige Weise. Niemand bekommt etwas davon mit und so konnte ich nur hilflos zuschauen.

    Die Geschichte braucht etwas Anlauf, bis sie sich schließlich Richtung Krimi entwickelt. Sehr interessant fand ich die Stellen, an denen Jemma mit ihrer Schwester konfrontiert wird.

        "Jodi ist so, wie ich hätte sein sollen - wie ich innerlich wirklich bin. Wenn ich sie sehe, habe ich das Gefühl, auch schön zu sein. Das gibt mir Kraft." (S. 221)


    Im weiteren Verlauf wirkte die Story auf mich etwas schleppend. Es gab aus meiner Sicht zu wenig Fortschritte, sowohl bei Jemma als auch bei einer vermissten Person. Als Leserin hat mir das ein wenig Durchhaltevermögen abverlangt.

    Auf den letzten 50 Seiten nimmt das Buch dann ordentlich an Fahrt auf. Das liegt zum einen daran, dass Jemma erhebliche Fortschritte macht und zum anderen daran, dass der Fall um die verschwundene Person aufgeklärt wird.

    Fazit:
    Wie wichtig die Fähigkeit zu kommunizieren ist, zeigt die Autorin mit Hilfe der Geschichte von Jemma deutlich auf. Dies gilt für jeden von uns, aber ganz besonders für Menschen mit Behinderungen/ Benachteiligungen.
    Das Buch vereint Schicksalsschlag, Leben in Pflegefamilien und Krimi. Zwischendurch ist etwas Durchhaltevermögen nötig, bevor es dann zum Schluss richtig rasant und spannend wird.

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    SharonBakers avatar
    SharonBakervor 3 Monaten
    Authentisch, ehrlich & berührend ...

    Jemma ist in ihrem Körper gefangen, sie kann sich weder bewegen noch sprechen. Sie ist auf Hilfe angewiesen und das bekommt sie von ihren Adoptiveltern, die sich für Kinder mit Behinderung liebevoll aufopfern. So gibt es in diesem Haushalt nicht nur Jemma, sondern auch Finn, der Autist ist und Olivia, die zwischen Hyperaktivität und Wutausbrüchen hin und her pendelt. Aber auch Sarah ist ein Bestandteil der Familie, obwohl sie als Pflegerin nur für Jemma da ist, kümmert sie sich rund um alles mit. Für Jemma ist Sarah ein wichtiger Teil ihres Lebens und liebt es, wenn diese ihr Geheimnisse anvertraut. Nur eins kann Jemma gar nicht leiden, Sarahs Freund Dan. Der gern abends mal vorbei kommt, den Charmeur gibt und nur Jemma sein wahres Gesicht zeigt. Immer wenn sie allein sind, schenkt er ihr besondere Bosheiten und traut ihr sogar ein fruchtbares Geheimnis an, weil er genau weiß, dass sie es keinen erzählen kann. Was würde Jemma doch dafür geben, allen zu offenbaren, was für ein Mensch Dan doch ist. Und dann verschwindet Sarah. Wo ist sie? Steckt Dan dahinter? Jemma will unbedingt helfen, aber wie?

    Als ich damals den Klappentext gelesen hatte, war ich sofort neugierig. Wie wird sie die Figur beschreiben, wie sieht ihr Leben aus und welches Wunder wird es wohl geben. Ich bewundere Menschen, die ganz leicht und ungezwungen mit behinderten Menschen umgehen können. Leider gehöre ich nicht dazu und schwebe immer in einem Zustand der Hilflosigkeit und der Hemmung dahin. Es ärgert mich immer maßlos, wenn ich nur danebenstehe und nicht weiß, was ich machen soll, aber diese Schamgrenze will einfach nicht weichen. Total frustrierend, um so interessanter trotzdem einen Weg zu finden, doch in den Kopf eines behinderten Mädchens schauen zu dürfen und dort tut sich Unglaubliches auf. Wie mir nun dieses kleine Wunder gefallen hat, erzähle ich euch nun.

    Jemma ist vierzehn Jahre alt und leidet an Zerebralparese und ist Quadriplegikerin. Das bedeutet, das sie keine Kontrolle über ihre Arme und Beine hat, oder überhaupt irgendetwas. Sie kann ohne fremde Hilfe nichts machen und das Schlimmste, wie ich finde, sie kann sich nicht verständlich machen, da sie nicht sprechen kann. Jede Möglichkeit, des Zwinkerns oder des Fingers bewegen, haben sie durch und so ist Jemma in sich eingeschlossen. Aber das bedeutet nicht, dass sie ein unglückliches Mädchen ist, die keine Tagesbeschäftigung hat. Sie geht zur Schule, liebt es gute Bücher vorgelesen zu bekommen, schaut gern Quizsendungen und versteht ihren autistischen Bruder wohl besser, als jeder anderer. Aber wenn man etwas auf dem Herzen hat, kann Jemma es nicht mitteilen und sie würde so gern einiges los werden. Vor allem da ein Brief für sie ins Haus flattert, der ihre Welt umwirbelt und ihr Leben unglaublich bereichert. So ist sie auch nicht mehr ganz abgeneigt zu dem College zu fahren und einen Professor zu treffen, der sich mit erweiterten Sprachmöglichkeiten auskennt. Obwohl Jemma erst Angst hatte, das ihre Eltern sie abgeben möchten. Aber dann verschwindet Sarah und Jemma will unbedingt mitteilen, wer der Täter ist.

    Ich kann gar nicht in Worte beschreiben, wie sehr mich Jemmas Schicksal berührt hat und wie herausragend ich diese Pflegeeltern empfand. Immerhin kümmern sich diese beiden nicht nur um ein behindertes Kind, nein sie haben mehr oder minder drei. Für jedes Kind muss man das richtige Wort haben, die Situationen richtig einschätzen können und jeden die Aufmerksamkeit schenken, die es benötigt. Ich wäre mit einem schon völlig überfordert und wüsste gar nicht, wo mir der Kopf steht. Diese Arbeit müsste viel mehr honoriert werden. Tja und dann auch Jemma, die in ihrem Körper eingeschlossen ist und der neuen Pflegerin nicht sagen kann, dass sie nur körperlich behindert ist und nicht geistlich. Dass sie durchaus auf dem Niveau einer Vierzehnjährigen denken kann und nicht gern Bilderbücher anschaut oder Kinderlieder hört. Was muss das für ein Gefühl sein, dem ohnmächtig entgegen zu stehen. Unglaublich tapfer dieses Mädchen, kämpferisch und sympathisch.

    Die Autorin setzt ganz klar, die Behinderung in den Vordergrund. Räumt mit Vorurteilen auf, lässt einen in die Welt der Kinder schauen und öffnet so die Wahrnehmung des Lesers. Auch die technischen Möglichkeiten lässt sie nicht unerwähnt und allein das, ist schon unglaublich lesenswert. Aber dabei belässt sie es nicht, sondern strickt noch einen Nachbarschaftsmord und eine Entführung mit rein. Das hält die Geschichte unglaublich am Laufen, man steckt mit Jemma zusammen im Körper und möchte so gern und kann nicht. Dieser Kampf ist authentisch geschrieben, ohne zu übertreiben und mach aus dieser Geschichte eine wahre kleine Heldin.

    Ein kleines Wunder würde reichen ist eine Geschichte über ein Mädchen, was kämpft und über sich selbst hinauswächst. Authentisch, ehrlich und so unglaublich Horizont öffnend. Dieses Buch ist eine Wucht!

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    Benni_Cullens avatar
    Benni_Cullenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ich kann gar nicht in Worte fassen, was ich für diese Geschichte empfinde - einfach lesen, es ist wahnsinnig emotional und spannend zugleich
    Emotional und spannend zugleich!

    Ich hatte wirklich keine Ahnung, was mich bei diesen Buch erwartet. Denn es klang zwar emotional, aber auch mysteriös und auch ein klein wenig thrillerlastig. Umso überraschter war ich dann, dass all das zutrifft – denn irgendwie hatte ich gedacht, dass ein so schmales Buch all das gar nicht wirklich richtig gut in sich vereinen kann. Doch ich habe mich wirklich getäuscht und habe gerade Schwierigkeiten all meine Gedanken auf den Punkt zusammenzufassen – denn dazu ging einfach zu viel in mir vor. Aber ich versuche alles und gebe mein Bestes, um alles irgendwie gut darzustellen 😀

    Die Geschichte ist eigentlich schnell zusammengefasst: Jemma ist gelähmt und kann sich nicht bewegen – gar nicht. Allerdings beschäftigt sich die 14-Jährige natürlich genau mit den Themen, mit denen sich alle Teenager in ihrem Alter beschäftigen. Und so lebt Jemma ihr ganz eigenes, aber dennoch lebenswertes Leben… bis ihr auf einmal ein Mord gebeichtet wird und sie nicht weiß, wie sie dies den Menschen in ihrer Umgebung mitteilen soll. Doch sie gibt nicht auf und versucht alles, um ihre Lieblingsmenschen zu retten – koste es, was es wolle. Hinzu kommt auch noch, dass sich wie aus dem nichts Jemmas Schwester meldet von der sie gar nichts wusste. Ihr Leben steht damit Kopf, doch letztendlich will sie nur eins: Glücklich sein.

    Es fällt mir gerade unglaublich schwer nicht Tränen zu vergießen, wenn ich an Jemma zurückdenke. Nicht, weil ich nicht abgeschlossen habe oder es besonders traurig geendet hätte, sondern einfach nur, weil ich es so wahnsinnig schade finde, dass ich nichts mehr von ihr höre. Denn ab der ersten Seite habe ich die süße Maus sofort in mein Herz geschlossen und wollte einfach wissen, wie es ihr geht, was sie macht und was sie denkt. Und plötzlich war Jemma nicht nur irgendeine Protagonistin, sondern ein Teil meiner Familie – oder vielmehr wurde ich zu einem Teil ihrer Familie. Denn wir erhalten direkten Einblick. Nicht nur in Jemmas Gedankenwelt, sondern auch in die Strukturen ihrer Familie. Und das hat einfach mein Herz geöffnet. Für die Geschichte, für die Thematik und für die Figuren. Eine solche emotionale Bindung zu den Figure hatte ich schon lange nicht mehr und wirkt bei mir immer sehr lange nach – wenn nicht gar für immer.

    Und neben dieser Emotionalität gibt es dann einfach noch den unglaublich spannenden Plot. Denn neben dem ungeklärten Mordfall, der wirklich total spannend erzählt wird und dessen Aufdeckung im Zentrum der Handlung steht, geht es dann auch noch um die Annäherung an Jemmas Schwester. Diese beiden Komponenten greifen Hand in Hand und ergeben so ein wirklich spannendes, emotionales und stimmiges Gesamtpaket. Die Autorin führt beide Erzählstränge einzeln ein und führt sie bis zum Ende nicht zusammen. Das war wirklich großartig ausgearbeitet und war so durchdacht, aber auch emotional, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte. Ich war so stolz auf Jemma und ihre Entwicklungen, besonders aber darauf, wie sie mit den einzelnen Situationen umgegangen ist.

    Und hier kommen wir nun zum wichtigsten Thema der Geschichte: Jemmas Lähmung. Wir erhalten allerlei Einblicke, wie weit die Forschung ist, was medizinisch alles getan wird und wie der Alltag von Betroffenen aussieht. Das ist beeindruckend, ergreifend und interessant, wenn man das so sagen kann. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie Jemma sich fühlen musste und bewunderte sie dafür, dass sie so positiv damit umging, denn offensichtlich hat sie es nicht immer leicht. Umso beeindruckter war ich dann, von ihr und ihrer Geschichte zu lesen. Und genau das liebte ich an dem Buch: Es brachte mich zum Nachdenken. Wie klein meine eigenen Probleme sind. Und wie glücklich ich mich schätzen kann. Aber auch, was ich tun würde, wenn ich in ihrer Situation wäre. Diese Gedanken zogen sich durch die komplette Geschichte und ich dachte auch noch nach Beenden immer wieder darüber nach.

    Mein Fazit:
    Nein, ich habe es nicht geschafft, darzustellen, wie sehr mich diese Geschichte beeindruckt hat, denn dafür gibt es einfach nicht die richtigen Worte. Und dafür bin ich auch immer noch viel zu emotional – und das, obwohl ich es schon vor gut zwei Monaten beendet habe. Aber so ist es nunmal: Manchmal berühren einen Geschichten so sehr, dass man einfach nie wirklich darüber sprechen kann. Für mich ist nur eins ganz klar: Bitte, bitte lest dieses Buch. Neben all den gehypten Titeln, den Fantasy-Romanen und all den unterhaltenden Lektüren, ist es so wichtig, auch mal so eine Geschichte zu lesen und darüber zu reflektieren. Es würde mir total viel bedeuten, wenn nur einer nach dieser Rezension zum Buch greift – denn Jemma hat wirklich jeden Leser verdient. Dafür gibt es 5 Punkte und eine Träne musste dann doch raus. Danke, Jemma. Dafür und für so vieles mehr. Ich hab dich lieb.

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