Penny Rimbaud

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Shibboleth - My Revolting Life

Shibboleth - My Revolting Life

 (1)
Erschienen am 01.10.2004

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Rezension zu "Shibboleth - My Revolting Life" von Penny Rimbaud

Rezension zu "Shibboleth - My Revolting Life" von Penny Rimbaud
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Die britischen Crass waren eine der wichtigsten und einflussreichsten Bands der Punk- und Hardcore-Bewegung.
Sie richteten sich gegen musikalischen Mainstream, Sexismus, Tierversuche und die reaktionäre Politik von Margaret Thatcher. Crass haben wie keine andere Band zur Politisierung der Szene beigetragen.
In seinem Buch erzählt der Crass-Schlagzeuger Penny Rimbaud erstmals die viel bewegte Geschichte seiner Band.
"Shibboleth" gibt einen intimen, radikal offenen Einblick in die Entstehungsjahre des britischen Punk.
Doch "Shibboleth" ist mehr als nur eine Bandgeschichte. Es erzählt in poetischer Sprache vom Lebensweg eines Menschen, der sich nicht hat anpassen wollen und für den Rebellion gegen bestehende Verhältnisse noch immer zur höchsten Form menschlichen Glücks gehört.
"I don't want your revolution, I want anarchy und peace."

Rezension:
Crass waren in meinen Augen die wichtigste Band in Sachen AnarchoPunk und sind es weiterhin bis heute, obwohl sich die Band 1984 auflöste. Auch die konsequente Bejahung des D.I.Y Prinzips und die Verweigerung in der Musikindustrie mitzuspielen macht sie sympathisch. Sie haben mein Leben in frühen Jahren maßgeblich beeinflusst. Von daher war ich schwer begeistert, dass die Autobiografie von Penny Rimbaud auch in deutsch rauskommt, denn anders als diverse Altpunks, die z.B. in "I'm A Celebrety ... Get Me Out Of Here“ ihren letzten Funken Würde und Glaubwürdigkeit verlieren, hat Penny was zu sagen.
Penny nimmt kein Blatt vor den Mund, schreibt in einer sympathischen, bildlichen Sprache ohne überheblich zu wirken oder die negativen Seiten abzuschwächen oder seine Gefühle zu verbergen. Wenn er über seinen Freund Wally schreibt, ein politischer Hippie (Yippie), der 1975 starb, dann merkt man ihm seine Trauer und seinen Frust darüber an.
Natürlich bekommt tiefe Einblicke in die Geschichte von Crass und auch in die frühe Punkszene, die Crass bzw. Penny nie als unpolitische Musikbewegung verstanden hat, wie es heute zu viele Menschen hinbiegen wollen. Punk war mehr als Musik – Punk war eine Möglichkeit etwas in Bewegung zu bringen und Widerstand gegen eine politische und gesellschaftliche Sackgasse zu leisten. Die Thematisierung von Sexismus, Tierrechten und das Hinterfragen der eigenen Handlungen war in den Texten allgegenwärtig. Bei Crass ging es nie wirklich um die Musik an sich, vielmehr wollten sie ihre Texte und Gedanken vermitteln und nutzen dazu Musik als Medium.
Trotz Enttäuschungen Rückschlägen hat Penny nie aufgegeben zu kämpfen und das ist selten. Dieses Jahr wird er 65 Jahre alt. Er lebt noch immer in der alten Crass Kommune, seinem Haus, für das er jahrelang gegen alle Intrigen und Schwierigkeiten gekämpft hat und letztendlich hat er diesen Kampf gewonnen. Er gibt Lesungen, arbeitet hier und da mit ehemaligen Crass Leuten zusammen und lebt einfach sein Leben.
Punk als Widerstand. Wie der Untertitel des Buches schon sagt

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