Per Olov Enquist Der Besuch des Leibarztes

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Inhaltsangabe zu „Der Besuch des Leibarztes“ von Per Olov Enquist

Zwei Jahrzehnte vor Ausbruch der französischen Revolution kommt der Arzt und Aufklärer Struensee aus Altona an den Hof des dänischen Königs Christian VII. Ein kleinwüchsiger, kranker Kinderkönig, der mit der dreizehnjährigen englischen Prinzessin Caroline Mathilde verheiratet wurde, die weinte, als sie nach Dänemark reiste. 'Die Königen ist einsam. Nehmen sie sich ihrer an!' befiehlt der König seinem Leibarzt. Und die drei werden Figuren einer unaufhaltsamen und bewegenden Tragödie.

Sehr besonders, aber atemberaubend toll! Voller Emotionen und Poetik.

— Obsidiark

Abgebrochen - mir ist die Sprache zu sperrig

— kornmuhme

Es ist was faul im Staate Dänemark: Hervorragender historischer Roman über Macht und Aufklärung.

— Gulan

Parabel über Macht - spannend erzählt

— sKnaerzle

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    Der Besuch des Leibarztes

    Giselle74

    03. October 2017 um 10:37

    Es ist relativ selten so, daß ein Buch mich so packt, daß ich es in einem Zug lesen muß, weil jede Pause eine Qual wäre. Enquists "Der Besuch des Leibarztes" ist so ein Buch. 1768 kommt der junge Struensee als Leibarzt an den Hof des dänischen Königs Christian VII. Dieser leidet unter Persönlichkeitsstörungen und so übernimmt Struensee nach und nach die Regierungsgeschäfte und leitet eine sanfte Revolution ein. Seine Liebe zur Königin Caroline Mathilde wird ihm allerdings bald zum Verhängnis... Enquist macht Politik und Machtströmungen sicht- und verstehbar. Was läßt Struensees an sich sinnvolle Pläne wirklich scheitern? Wer ist dafür verantwortlich und warum? Was passiert, wenn durch die Regierungsunfähigkeit eines absoluten Herrschers ein Machtvakuum entsteht? Und wie sind die Menschen beschaffen, die sich dann letztendlich durchsetzen? Ein unglaublich spannendes Buch, eine bestechende Analyse der Macht der Krone und auch der Liebe - geschrieben mit viel Stil, einem klaren Blick und durchaus Verständnis für die Beweggründe unterschiedlicher Seiten. Wer sich für Geschichte weitab "Der Wanderhure" interessiert, wer Liebesgeschichten erträgt, die kein glückliches Ende nehmen, wer sich an Sprache und Stil eines Autors erfreuen kann, für den kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen. Für mich persönlich ist dieses Buch große Literatur - sprachlich und inhaltlich großartig!

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  • Rezension zu 'Der Besuch des Leibarztes' von Per Olov Enquist

    Der Besuch des Leibarztes

    Obsidiark

    20. January 2017 um 16:41

    KlappentextZwei Jahrzehnte vor Ausbruch der französischen Revolution kommt der Arzt und Aufklärer Struensee aus Altona an den Hof des dänsichen Königs Christian VII. Ein kleinwüchsiger, kindlicher, kranker König, der mit der dreizehnjährigen englsichen Prinzessin Caroline Mathilde verheiratet wurde, die weinte, als sie nach Dänemark reiste. ''Die Königin ist einsam, nehmen Sie sich ihrer an!'' befiehlt der König seinem Leibarzt. Und die drei werden Figuren in einer unaufhaltsamen und bewegenden Tragödie.Nachdem ich den Film ''Die Königin und der Leibarzt'' gesehen habe musste ich unbedingt mehr über diese Geschichte erfahren und habe mich dann dafür entschieden es mal mit diesem Buch zu versuchen. Und ich wurde mehr als positiv überrascht!Der Schreibstil ist sehr besonders, die Sätze sind unglaublich lang und die einzelnen Bestandteile sind manchmal unzusammenhängend, aber obwohl das wirklich schrecklich klingt hatte ich solchen Spaß das Ganze zu lesen. Außerdem lässt sich das Buch wie ein Bericht lesen, was mir so auch noch nie begegnet war.Die Charakter waren allesamt ganz ganz toll ausgearbeitet. Vor allem aber waren sie realistisch, jeder hatte seine Stärken, aber eben auch seine Schwächen und diese wurden nicht verherrlicht! Auch machen die Protagonisten eine sehr schöne Entwicklung durch und man erfährt auch die Beweggründe der Antagonisten und in welchen Situationen ihrer Vergangenheit ihre Handlungen wurzeln. Die politischen Abläufe sind sehr schön dargestellt. Man kann immer folgen und trotzdem mitbangen.Die Sprache in dem Buch war so unglaublich poetisch! So oft musste ich innehalten und über einen Satz nachdenken, oder hab mir auch öfters mal eine Passage rausgeschrieben. Außerdem denke ich, dass ich das Buch nochmal lesen werde, einfach da ich mir sicher bin, dass man da noch so viel rausholen kann.Insgesamt ist das Buch einfach nur magisch. Es geht um Politik und Liebe und zeigt auch die Abgründe in den Menschen!

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  • "Die Ungeduld der guten Menschen ist schlimmer als die Geduld der Bösen."

    Der Besuch des Leibarztes

    Kopf-Kino

    »Sie sind ja ein Fremder am Hof.« Es war keine Frage. Es war eine Feststellung. Es sollte ihn einordnen. Und da hatte er, wie eine Selbstverständlichkeit, ganz und gar natürlich, die absolut richtigen Worte gesagt: »Ja, wie Sie, Majestät.« 'Der Besuch des Leibarztes' erzählt die Geschichte des deutschen Arztes und Aufklärers Johann Friedrich von Struensee, der zwei Jahrzehnte vor der Französischen Revolution an den dänischen Königshof kommt. Dort befindet sich Christian VII., der geistesgestörten Kinderkönig, inmitten einer Danteschen Hölle: Unfähig zur Machtausübung ist der sowohl hochsensible als auch intelligente 16-Jährige den intriganten Machenschaften seiner Beamten, Ministern und Aufsehern hilflos ausgeliefert. Rasch gewinnt Struensee mit seinem sanftmütigen und schweigsamen Charakter Christians Vertrauen, was den Neidern und nach Macht strebenden Höflingen ein Dorn im Auge ist. Viele wollen Struensee mit seinen aufklärerischen Gedanken und Reformideen beseitigen. Als Christian VII. eines Tages seinem Leibsarzt befielt, er solle sich der einsamen und stets traurigen Königin Caroline, Christans sehr junge, aus England stammende Ehefrau, annehmen, nimmt das Unheil seinen Lauf. Die Tragödie beginnt. Wenn Struensee aus der Geschichte Karl XII. vorlas, sollte er auf einen Stuhl neben dem Bett des Königs sitzen und seine linke Hand halten, während er mit der anderen Hand in dem Buch blätterte. War der König dann eingeschlafen, mußte Struensee vorsichtig seine Hand losmachen und ihn mit seinen Träumen allein lassen. Langsam begann Struensee zu verstehen. Mir war die Lebensgeschichte Struensees bereits bekannt, ehe ich Enquists Buch las, wollte jedoch so viel wie nur möglich über diese faszinierende Persönlichkeit der Aufklärung erfahren. Allzu viel (neues) Wissen zu erlangen, versprach ich mir demnach nicht, dafür aber einen gut recherchierten, historischen und unterhaltsamen Roman – und genau bei Letzterem lag mein Problem. Enquist schien sich nicht entscheiden zu können, ob er einen historischen Roman oder eine Sachbuchbiographie schreiben wollte. Für ein Sachbuch fehlten mir definitiv die Quellenangaben, welche mich sehr interessiert hätten, da sich der Autor angeblich auf verschiedene Quellen bezieht. Für eine reine Biographie wurde hierfür zu viel Fiktion beigemischt und die für meinen Geschmack zu pornographischen Szenen waren demnach absolut Fehl am Platz. Für einen rein historischen Roman war mir die Grundstimmung zu kühl, zu distanziert, die Liebesgeschichte unbegründet und somit unerklärlich, die Sprache ein wenig zu hölzern, von sachlich bis emotionslos. Gewiss ist eine gute Mischung von beiden Erzählformen machbar - meiner Meinung nach schaffte dies der Autor zu selten, um mich zu überzeugen. Zum Schreibstil möchte ich noch hinzufügen, dass Enquists Sprache überwiegend gehoben, stellenweise jedoch vulgär ist. Interessant fand ich die sprachliche Experimente, wenn Gesagtes oder Gedachtes expressionistisch mit Satzzeichen verdeutlicht wurde. Die Eindrücklichkeit, die Enquists gewählte Form der Wiederholung erzeugen sollte, langweilte mich leider irgendwann. Stilistisch fand ich das Gesamtwerk ein wenig überfrachtet, die Kunstgriffe manchmal zu gewollt, zu aufgesetzt. Vom Lesefluss stellenweise keine Spur. Schade. Das Buch an sich ist komplex gestaltet, Enquist wählte viele Sichtweise, die jedoch stets durch die Augen des auktorialen Erzählers betrachtet werden. Sozialpsychologisch wusste mich Enquist, besonders in Bezug auf Christian VII.; zu überzeugen. Der Autor durchleuchtet dessen Krankheitsverlauf sehr eindrücklich und nachvollziehbar. Die Schlussfolgerung, ob der Kindskönig das Opfer der 'schwarzen Pädagogik', die sowohl aus schwerer körperlichen als auch seelischen Misshandlungen während der Kindheit und Jugend bestand, und deren Auswirkungen war, oder Christans Veranlagung zur Geisteskrankheit verstärkten, überlässt der Autor dem Leser. Mir schauderte. Allein schon wegen der Charakterisierung Christans VII lohnte es sich meiner Meinung nach, dem Buch eine Chance zu einzuräumen. Die Gefühlswelt der anderen Figuren, besonders die des Protagonisten, blieben leider unerwähnt. Die groß auf dem Schutzumschlag angekündigte Liebesgeschichte wurde auf eine rein sexuelle heruntergestuft – kaum ein Wort oder eine Geste, die die Liebe bezeugt hätte. Einzig der König konnte mein Herz ob seines Schicksals berühren, wobei jeder, dem Struensees und Carolines Werdegang vertraut ist, deren Leidensweg schmerzlich vermissen wird. Die beinahe rührende Beziehung zwischen Struensee und Christan VII. jedoch fing der Autor mit sehr gelungenen Textpassagen ein: Der König und Struensee waren allein im Wagen. Christian schlief. Er hatte den Kopf in Struensees Schoß gelegt, ohne Perücke, in eine Wolldecke gehüllt, und während sie langsam durch den dänischen Schneesturm in Richtung Nordosten fuhren, saß Struensee ganz still da und dachte daran, dass das Heilige ist, was das Heilige tut, während er gleichzeitig mit der Hand über Christians Haar strich. Die europäische Reise sollte bald beendet sein, und etwas anderes sollte beginnen, von dem er nichts wußte und nichts wissen wollte. Christian schlief. Er wimmerte leise, aber das Geräusch war nicht zu deuten: es klang, als träume er etwas Schönes oder Entsetzliches; man verstand es nicht. Vielleicht war es ein Traum von der Wiedervereinigung der Liebenden. Schade fand ich, dass die recht kurze Zeit der Aufklärung, die mich persönlich sehr interessiert hätte, eher schmückendes Beiwerk waren. Hierfür muss ich mir wohl ein anderes Buch suchen. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch keineswegs schlecht. Mir fehlte die Tiefe und Menschlichkeit, um ein unterhaltsamer Roman zu sein, und die Sachlichkeit, die ein Sachbuch voraussetzt. Das Thema ist hochinteressant, kam meiner Meinung nach jedoch nicht über die guten Ansätze heraus. Somit kann ich keine absolute Empfehlung aussprechen, möchte das Buch aber gleichzeitig niemanden madig reden. Wer Interesse hat, möge sie bitte stillen. Geschmäcker sind verschieden.

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  • Rezension zu "Der Besuch des Leibarztes" von Per Olov Enquist

    Der Besuch des Leibarztes

    literat

    05. November 2010 um 17:51

    Ein absolut lesenswertes Buch. Anfangs ist die Sprache noch recht ungewohnt, der Autor bezieht sehr genau Stellung und ist parteiisch. Und das von Anfang an. Man weiß von Anfang an, dass der "Gute" verlieren wird und Guldberg am Ende gewinnt. Wobei geschichtlich gesehen, hat Guldberg für die Aufklärung nur noch einige Jahrzehnte Aufschub erreicht, aber die mit dem aufklärerischen Gedankengut infizierten Menschen ließen nicht mehr alles mit sich machen. Der Autor hat sehr viel Sach- und Fachkenntnis, das ist aus jeder Zeile zu lesen. Sehr beeindruckend, hat mich auf jeden Fall neugierig auf weitere Bücher des Autors gemacht.

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  • Rezension zu "Der Besuch des Leibarztes" von Per Olov Enquist

    Der Besuch des Leibarztes

    Lumi

    17. September 2010 um 13:38

    Mit "Der Besuch des Leibarztes" hat Per Olov Enquist einen historischen Roman geschaffen, der sich mit dem dänischen König Christian VII. und seinem Leibarzt Struensee beschäftigt. Da König Christian VII. schwerwiegende psychische Probleme hat, ist er alleine nicht in der Lage, seine Amtgeschäfte wahrzunehmen, was einige seiner Untergebenen natürlich nicht weiter stört, hoffen sie es doch für sich selbst ausnutzen zu können. Doch als Struensee als Leibarzt an den Hof kommt und neben einem großen Einfluss auf den König auch noch die Liebe seiner Frau, der Königin Caroline Mathilde, gewinnen kann, beginnt man am Hof unruhig zu werden. Schließlich ist es bekannt, dass Struensee einigen äußerst fortschrittlichen Ideen nicht abgeneigt ist, die man am Königshof eher ungern sieht. Und so endet es, wie es enden muss und wie es historisch auch belegt ist mit der Hinrichtung Struensees. Es sind jedoch nicht vorangig diese historischen Ereignisse, die in "Der Besuch des Leibarztes" im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die Liebesbeziehung zwischen Struensee und Caroline Mathilde sowie die fortschreitende psychische Erkrankung des Königs und deren Gründe. Doch während ich es äußerst spannend fand, einen Einblick in die Psyche des kranken Königs Christian VII. zu bekommen, hat mich die Beschreibung der Beziehung zwischen Königin und Leibarzt leiden oft ziemlich gelangweilt. Die Beschreibungen waren mir persönlich zu langatmig und für den Verlauf der Geschichte unerheblich. Wer Spaß an Liebesromanen im historischen Umfeld hat, wird hier vielleicht seine Freude haben, ansonsten kann ich den Roman trotz vieler guter Ansätze und Ideen und der wirklich briliianten Schilderung des Seelenlebens des Königs leider nur eingeschränkt empfehlen.

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  • Rezension zu "Der Besuch des Leibarztes" von Per Olov Enquist

    Der Besuch des Leibarztes

    lollebolle

    12. April 2010 um 18:53

    Hochklassiger historischer Roman ( ja, sowas gibt's). Erzählt die tragische Geschichte eines Königs als Marionette skrupelloser Politiker und der Bemühungen seines Leibarztes, das Schlimmste zu verhindern.

  • Rezension zu "Der Besuch des Leibarztes" von Per Olov Enquist

    Der Besuch des Leibarztes

    Jerron

    22. September 2009 um 00:19

    Eine Art historischer Tatsachenbericht über den jugendhaften dänischen König Christian VII, der vom Hofstab von klein auf systematisch in die Geistestkrankheit getrieben wird, um eine willenlose Marionette zu haben. Der deutsche Friedrich Struensee wird nun als Leibarzt angeheuert und wird zum königlichen Berater und eigentlichen Herrscher Dänemarks, der versucht, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele aufklärerische Reformen einzuleitet - ohne sich im geringsten darum zu kümmern, was das Volk davon hält. Die Geschichte seines Scheiterns, die gezeichneten Charaktere, die Schilderung der dekadenten Verhältnisse bei Hofe... einfach nur geil!

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  • Rezension zu "Der Besuch des Leibarztes" von Per Olov Enquist

    Der Besuch des Leibarztes

    schmiddey

    31. August 2009 um 15:57

    Ein Roman, der einem die Geschichte von Dänemark unter Graf von Struensee nicht nur erzählt und mitteilt, sondern mitfühlen lässt. Der bizarre wie auch bemitleidenswerte König und der Aufklärer Struensee, der dazu eine Beziehung mit der Königin hat und ein Gegenspieler namens Guldberg. Ein wirklich fantastisches Buch, das unbedingt gelesen werden will.

  • Rezension zu "Der Besuch des Leibarztes" von Per Olov Enquist

    Der Besuch des Leibarztes

    ChaosQueen13

    18. August 2009 um 13:14

    Das Buch "Der Besuch des Leibarztes" würde ich gar nicht nur als Roman oder historischen Roman beschreiben sondern es ist auch eine Art Sachbuch vermischt mit der Geschichte und politischen Struktur Dänemarks im 18. Jahrhundert. Enquist versteht es, seine Leser zu navigieren und ihnen Fakten lebendig darzulegen. Die Geschichte wird kühl und sehr sachlich erzählt. Johann Friedrich Struensee tritt in die Geschichte Dänemarks, indem er als Leibarzt des psychisch labilen jungen Königs Christian VII anheuern läßt. Er ergreift die politische Chance, die Regierungsgeschäfte auch selbst auszuführen - Zug um Zug entsteht ein Plan demokratischer Reformen in Dänemark. Er verliebt sich in die Königin Caroline und sie haben ein Kind, geduldet von König Christian, der doch vor allem mit sich selbst beschäftigt ist. König Christian mag Struensee und beginnt, beide fast als Eltern anzusehen - seine Mutter reagiert auf ihn allenfalls kalt, wenn nicht sogar abweisend. Einer der vielen bewegenden Passagen in diesem Buch, die Einordnung von Christians psychischen Problemen. Trotz der Tatsache, daß von der ersten Seite des Buches klar ist, wie das Folgende tragisch endet, wird die Handlung nicht langweilig. Eine dramatische Liebesbeziehung zwischen Johann Friedrich Struensee und der Königin Caroline Mathilde, die ein trauriges Ende nimmt, er wird geköpft und gevierteilt. Aufmerksam wurde ich durch Per Olov Enquist durch "Ein anderes Leben" und war von seiner Art und Weise wie er schreibt, total begeistert, auch dieser Roman, sehr empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Der Besuch des Leibarztes" von Per Olov Enquist

    Der Besuch des Leibarztes

    SINN und SINNLICHKEIT

    25. June 2009 um 14:50

    Gut geschrieben: präzise, analytisch, klar.
    Inhaltlich bestürzend: wie Menschen kaltblütig ihrer Gefühle und Beziehungen beraubt und den Interessen der Mächtigen geopfert werden.

  • Rezension zu "Der Besuch des Leibarztes" von Per Olov Enquist

    Der Besuch des Leibarztes

    Wolkenatlas

    22. May 2009 um 10:34

    Leben, lieben und sterben im Königreich Dänemark In seinem gefeierten Roman „Der Besuch des Leibarztes“ erzählt Per Olov Enquist die Geschichte des deutschen Aufklärers Johann Friedrich Struensee (1737-1771), der sich als Leibarzt des psychisch labilen jungen Königs Christian VII anheuern ließ, der mit der Königin Caroline Mathilde eine Liebesbeziehung einging, der am Ende geköpft und gevierteilt wurde und der posthum damit die Aufklärung in Dänemark erst entzündet hat. Per Olov Enquist hat genau recherchiert und seinen Roman auf beeindruckende Art und Weise komponiert. Kühl wird diese Geschichte erzählt, mittels Rückblenden, Vorgirffen, Collagen und variierten Wiederholungen schafft der allwissende Erzähler, der weniger erzählt sondern quasi wie einen Bericht erstattet ein großartiges Bild der beteiligten Personen und Dänemarks am Ende des 18. Jahrhunderts. Faszinierend und gleichzeitig schockierend erlebt man den herbeigeführten psychischen Verfall des jungen Kronprinzen, der zum Zeitpunkt seiner Krönung keinen anderen Weg als die Flucht in Apathie sieht. Ausgestattet mit einer Königin, die er weder liebt noch vor der Hochzeit kannte, freut ihn nur das Theater und so fühlt er sich in seiner Rolle als König bald auch wie ein Schauspieler, dem nur noch der richtige Regisseur fehlt. Johann Friedrich Struensee übernimmt in seiner Eigenschaft als Leibarzt diese Rolle und beginnt, durch unzählige Dekrete (über sechshundert) die Aufklärung wild durchzupeitschen. Da Struensee einfach zu idealistisch unterwegs ist und auch in seiner Beziehung zur Königin nicht besonders sorgfältig im Verbergen von Beweisen ist, ist klar, dass da Feinde nicht weit sein können. Schon bald engt dieser Kreis der Feinde, allen voran Struensees Gegenspieler Guldberg, der auch Informator von Christians debilem Halbbruder ist, Struensee konsequent ein und beendet seine Tätigkeit mit einem Putsch. Enquist meditiert vor der Kulisse Dänemarks unter anderem über die Frage, ob man um Gutes tun kann, ohne zu den Mitteln des Bösen zu greifen. Dass dieses Buch ein großes Buch geworden ist, verdankt es u.a. auch der Tatsache, dass Per Olov Enquist nie moralisiert, er unterlässt es durchgehend, Partei zu ergreifen. Dadurch entstand ein Roman in historischem Ambiente, der jedoch mit modernen (wenn auch historischen) und höchst lebendigen Figuren gespickt ist und einer packenden Handlung, die auf wohltuende Weise von schwülstiger Epik befreit ist. Mit wuchtiger Symbolik und feinen Anspielungen auf den in diesem Kontext unvermeidlichen Hamlet, Bibelzitaten und einer glasklaren Prosa; schafft Per Olov Enquist mit „Der Besuch des Leibarztes“ ein wahres Meisterwerk der Literatur. Absolute Empfehlung.

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  • Rezension zu "Der Besuch des Leibarztes" von Per Olov Enquist

    Der Besuch des Leibarztes

    literat

    28. January 2009 um 20:36

    Ein absolut lesenswertes Buch. Anfangs ist die Sprache noch recht ungewohnt, der Autor bezieht sehr genau Stellung und ist parteiisch. Und das von Anfang an. Man weiß von Anfang an, dass der "Gute" verlieren wird und Guldberg am Ende gewinnt. Wobei geschichtlich gesehen, hat Guldberg für die Aufklärung nur noch einige Jahrzehnte Aufschub erreicht, aber die mit dem aufklärerischen Gedankengut infizierten Menschen ließen nicht mehr alles mit sich machen. Der Autor hat sehr viel Sach- und Fachkenntnis, das ist aus jeder Zeile zu lesen. Sehr beeindruckend, hat mich auf jeden Fall neugierig auf weitere Bücher des Autors gemacht.

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