Per Olov Enquist Die Ausgelieferten

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Inhaltsangabe zu „Die Ausgelieferten“ von Per Olov Enquist

Im Mai 1945 setzten sich 3000 deutsche Soldaten und 167 Balten, die der Waffen-SS angehörten, nach Schweden ab. 1946 lieferte Schweden die Mehrzahl dieser Flüchtlinge in die Sowjetunion aus, mit ungewissem Schicksal. Anhand von privaten Dokumenten, Augenzeugenberichten und Gesprächen geht Per Olov Enquist einem politischen Trauma auf den Grund und vollzieht die schwierige Grenzziehung zwischen Schuld und Unschuld, Politik und Gewissen.

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  • Rezension zu "Die Ausgelieferten" von Hans-Joachim Maass

    Die Ausgelieferten

    Thaila

    29. April 2011 um 15:04

    Wie weit muss eigentlich eine Epoche in der Vergangenheit liegen, mit der sich ein Roman beschäftigt, so dass dieser als historischer gilt? Per Olov Enquists Die Ausgelieferten widmet sich in seinem Roman der schwedischen Auslieferung baltischer Soldaten, die in der Wehrmacht gekämpft hatten, an die Sowjetunion kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Als Enquist sein Buch schreibt, liegt dieses Ereignis gerade mal 20 Jahre zurück (der Roman ist 1969 geschrieben, wurde aber erneut aufgelegt und erschien erst dieses Jahr auf deutsch) und ragt als "schwedisches Trauma" in die Gegenwart hinein. Andererseits thematisiert Enquist intensiv Fragen nach der Möglichkeit Historie zu erkennen und darüber zu schreiben. In diesem Sinne ist sein Buch ein postmoderner Roman, und doch kein postmoderner Roman. Mit an Erbsenzählerei grenzender Genauigkeit versucht Enquist sich der historischen Ereignissen zu nähern. Die Lektüre des Romans erschien mir dadurch gelegentlich etwas zäh, auch wenn ich den Ansatz nicht uninteressant finde. Der Autor beschreibt, was die Quellen hergeben, Wetter, Alltägliches aus den Tagebüchern der Protagonisten, zufällig erscheinende Zeugenaussage und verweist damit immer wieder auf eines der großen Schwierigkeiten historischen Erzählens: Was wähle ich aus? Was erscheint mir wichtig? Nun soll aber nicht der Eindruck erscheinen, dass dieser Roman belanglos sei. Das Thema ist gut gewählt, geht es doch um das Selbst- und Fremdbild Schwedens als humanitärer Staat, das nicht nur durch die Auslieferung der Balten in Frage gestellt wird. Ausführlich setzt Enquist sich auch mit der mangelnden Bereitschaft Schwedens auseinander, in den 30er und 40 Jahren verfolgte Juden aufzunehmen. Die Ausgelieferten ist ein komplexer historischer Roman, der mit der Zeit "wächst". Es lohnt sich in jedem Fall den etwas zähen Einstieg zu überwinden.

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