Per Petterson

 4 Sterne bei 196 Bewertungen
Autor von Pferde stehlen, Im Kielwasser und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Per Petterson

Per Petterson, geboren 1952 in Oslo, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern Norwegens. Er absolvierte eine Lehre zum Bibliothekar und arbeitete als Buchhändler, Übersetzer und Literaturkritiker. 2011 erschien in Deutschland sein erster Roman "Ist schon in Ordnung". Für seine Folgeromane erhielt Petterson zahlreiche Preise, darunter den bedeutendsten norwegischen Literaturpreis, den Brage-Preis, sowie den Norwegischen Buchhändlerpreis.

Alle Bücher von Per Petterson

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Cover des Buches Pferde stehlen (ISBN: 9783596510733)

Pferde stehlen

 (117)
Erschienen am 01.06.2009
Cover des Buches Im Kielwasser (ISBN: 9783596181308)

Im Kielwasser

 (21)
Erschienen am 01.08.2009
Cover des Buches Nicht mit mir (ISBN: 9783596034130)

Nicht mit mir

 (16)
Erschienen am 22.06.2017
Cover des Buches Ist schon in Ordnung (ISBN: 9783596197576)

Ist schon in Ordnung

 (14)
Erschienen am 26.06.2014
Cover des Buches Ich verfluche den Fluss der Zeit (ISBN: 9783596187690)

Ich verfluche den Fluss der Zeit

 (14)
Erschienen am 14.07.2011
Cover des Buches Sehnsucht nach Sibirien (ISBN: 9783596143993)

Sehnsucht nach Sibirien

 (5)
Erschienen am 01.02.2002
Cover des Buches Männer in meiner Lage (ISBN: 9783446263772)

Männer in meiner Lage

 (2)
Erschienen am 19.08.2019
Cover des Buches Pferde stehlen (ISBN: 9783899037920)

Pferde stehlen

 (4)
Erschienen am 01.02.2008

Neue Rezensionen zu Per Petterson

Neu

Rezension zu "Nicht mit mir" von Per Petterson

Gelungenes Buch!
Tausendléxivor 9 Monaten

Zwei Freunde treffen sich eher zufällig nach dreißig Jahren wieder. Jim und Tommy waren in ihrer Jungend dicke Freunde. Jim lebte mit seiner religösen Mutter alleine . Tommy dagegen, mit seiner Schwester Siri und den jüngeren Zwillingsmädchen, mit ihren Eltern. Einem sehr gewalttätigen Vater und der Mutter Tya, die eines Nachts einfach verschwand.


> Scheiße. Haben sie dich gefeuert.< Das hätte ich besser nicht gesagt, ein Hammer fiel und traf auf einen Riegel, der Riegel verkantete und bewegte sich nicht mehr vor und nicht zurück, und es war zu spät, um umzukehren. Langsam stand er auf. Ich blieb stehen. Ich atmete schnell mit offenen Mund, ein und aus, ich war zwei Jahre lang gerannt, seit meine Mutter verschwunden war. Jetzt blieb ich stehen. ( Seite 34 )


Zwischen Tommy und seinem Vater kommt es zu einem unerbittlichen und folgenschweren Kampf. Daraufhin verschwindet der Vater ebenfalls. Tommy ist mit seinen Geschwistern allein. Mit seiner jüngeren Schwester Siri, versucht er ein normales Familienleben zu gestalten. Doch die Behörden schalten sich ein und die Kinder werden in Pflegefamilien verteilt. Siri kommt in ein Pfarrhaus, die Zwillinge zu einem kinderlosen Ehepaar im Ort. Noch bevor Tommy einer Familie zugeteilt wird, schaltet sich der alleinstehende Nachbar Jonsen ein. Er nimmt den Jungen zu sich und die zwei kommen recht gut miteinander aus. Tommy Elternhaus steht einsam und verlassen, die Türen und Fenster mit Brettern vernagelt.


Drinnen war alles unverändert. Es war vier Jahre her, aber es fühlte sich länger an. Sie waren nicht mehr dieselben. Tommy nicht. Es war allerhand passiert. Die Zeit war passiert. Er war damals dreizehn gewesen, jetzt war er siebzehn, fast achtzehn. Es waren die längsten Jahre der Welt. ( Seite 87 )


Tommy ist ein wohlhabender, aber unglücklicher Investment – Banker. Jim ist Bibliothekar, angelt lieber statt zur Arbeit zu gehen. Dieses plötzliche Wiedersehen wirbelt beider Leben durcheinander.


Aber das hier war meine Chance, davon war ich überzeugt. Wenn du sie verpasst, dachte ich, bist du erledigt. Dann würde alles so bleiben wie es war. Das ging nicht. Sonst war ich erledigt.                 ( Seite  240 )


Fazit: Per Petterson glückt es außerordentlich, eher ganz gewöhnliche Lebensgeschichten, faszinierend zu erzählen. Er ist ein sehr präziser Beobachter und blickt hinter die Fasaden, der vermeintlichen heilen Welt. Emotionen und Geschehnisse werden punktuell platziert und treffen auffallend den Lesernerv. Verschiedene Ereignisse werden von den Protagonisten unterschiedlich wahrgenommen. Und genau dies, scheint der springende Punkt zu sein, der uns von Per Petterson aufgezeigt wir. Jeder Mensch begibt sich in seine eigenen Wahrnehmungen. Diese klaffen bei gemeinsamen Erlebnisse oftmals empfindlich auseinander. Was richtig und was falsch ist, steht wohl niemanden wirklich zu, zu beurteilen. Es ist immer der besondere Moment, der die Wertigkeit in ein sensibles Licht aufkeimen lässt.

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W

Rezension zu "Männer in meiner Lage" von Per Petterson

Ein berührender Roman
WinfriedStanzickvor einem Jahr


 

In der Nacht des 7. April 1990 geht die norwegische Fähre „Scandinavian Star“ mit 500 Passagieren an Bord auf dem Weg von Oslo nach Frederikshavn in Flammen auf und 159 Menschen kommen dabei ums Leben.

 

Der norwegische Erfolgsschriftsteller Per Petterson („Pferde stehlen“) lässt den Ich-Erzähler seines neuen Roman „Männer in meiner Lage“ von diesem Unglück betroffen sein, indem er die Handlung seines neuen Romans in das Jahr 1992 verlegt. Arvid Jansen, der in dem vorliegenden Buch seine Geschichte erzählt, hat bei dem Unglück nicht nur seine beiden Eltern, sondern auch einen Bruder verloren, nachdem sein anderer Bruder schon kurz vorher gestorben war.

 

Er ist verheiratet mit Turid und hat mit ihr drei reizende Töchter. Turid hat ihn verlassen und die Mädchen mitgenommen. Arvid ist Schriftsteller und lebt weiter in der ehedem gemeinsamen Wohnung. Doch obwohl er ein Stipendium bekommen hat, von dem er noch einige Zeit leben kann, ist an Schreiben nicht zu denken. Er leidet wie ein Tier unter dieser Trennung und auch der katastrophale Tod seiner Eltern und seiner Brüder holt seine Seele mit Macht ein

 

Mit vielen Rückblicken lässt Per Petterson  Arvid auf eine sehr poetische Weise erzählen, wie er sein Leben versucht in der Griff zu bekommen und die Beziehung zu seinen geliebten Töchtern nicht abreißen zu lassen. Eine Tages entdeckt er in Unterlagen, die er in der Wohnung findet, dass seine Frau Turid schon sehr lange geplant hatte, sich von ihm zu trennen und lieber ein anderes Leben mit neuen Freunden (Arvid nennt sie die „Farbenfrohen“), die Trennung aber nach dem Schiffsunglück zunächst verschoben hatte.

 

Das macht für Arvid Jansens alles nicht einfacher. Er stürzt ab und es scheint bei seinem sozialen Abstieg zunächst keinen Weg zurück zu geben, bis er unter Schmerzen wieder die Kurve bekommt und langsam die Verantwortung besonders für seine älteste Tochter Vigdis erkennt und auch übernimmt, die unter der Trennung am meisten leidet und irgendwann zu ihm in die Wohnung zurückkommt. Mit einer eindrucksvollen Sprache voller „Zweideutigkeit, Melancholie, Galgenhumor und Zärtlichkeit“ (Aftenposten) lotet Per Petterson den existentiellen Schmerz und die Konflikte eines Mannes aus, der so kräftig im Leben zu stehen schien, drei erfolgreiche Bücher geschrieben und den lukrativen Auftrag für ein viertes in der Tasche hat, und der dennoch zunächst nicht verhindern kann, dass all diese menschlichen Verluste und Abschiede ihn zusammenbrechen lassen und für immer zu zerbrechen drohen.

 

Seine oft zufälligen Begegnungen mit anderen Frauen sind nicht befriedigend und er sehnt sich zurück zu seiner Familie, weiß aber nicht, wie er sie wieder zusammenbringen kann.

 

Per Petterson hat einen tiefgehenden und ernsten Roman geschrieben über einen verzweifelten Mann und wie er, wie vielleicht viele andere „Männer in meiner Lage“ verzweifelt, voller Schmerz und dennoch mutig versucht, dem Leben und der Zukunft zugewandt sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Behutsam, fast liebevoll und warmherzig ohne sentimental zu werden nähert er sich seinem Protagonisten und lässt ihn auf eine Weise ehrlich zu sich und zum Leser sein, die an vielen Stellen betroffen macht.

 

Auch wenn der Roman in Oslo und Umgebung spielt und man viel darin über das Leben und die Menschen in Norwegen lernt, kann das Schicksal Arvid Jansens stellvertretend für all jene Männer stehen, die die Bedrohung ihrer Beziehung zu lange übersehen und dann, wenn es zu spät ist, nicht wissen, wie ihnen geschieht.

 

Ob er seine Ehe retten kann, soll hier offen bleiben, aber man darf verraten dass er seine Verantwortung wieder entdeckt, zu alter männlicher und menschlicher Stabilität zurückfindet und auch seinen neuen Roman fertigstellen kann.

 

Ein berührender Roman, der trotz allem Schmerz, den er beschreibt, so etwas wie begründete Hoffnung auf das Leben macht.

 

„Männer in meiner Lage“ ist ein Roman, wie ihn Per Petterson seit „Pferde stehlen“ so überzeugend und gekonnt nicht mehr geschrieben hat.

 

 

 

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J

Rezension zu "Pferde stehlen" von Per Petterson

ich bin wohl etwas zu jung
judipudivor 2 Jahren

Bevor ich mehr sage nur schonmal vorab: ich glaube ich bin noch 2, 3 Jahre zu jung für das Buch (20) und zudem lese ich oft lieber Bücher mit weiblicher Hauptrolle (ich kann mich dann besser reinlesen). Dementsprechend hat das Buch mich nicht mega umgehauen, schlecht war es jedoch auch nicht. 

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Zusätzliche Informationen

Per Petterson wurde am 18. Juli 1952 in Oslo (Norwegen) geboren.

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von 7 Lesern aktuell gelesen

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