Per Petterson Im Kielwasser

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Inhaltsangabe zu „Im Kielwasser“ von Per Petterson

Fast sechs Jahre ist es her, dass Arvids Vater bei einem Schiffsbrand ums Leben kam, zusammen mit seiner Frau und den beiden jüngsten Söhnen. Nur Arvid, 43, Schriftsteller, und sein älterer Bruder sind übrig geblieben. Doch Arvid findet keinen Weg, die alte Vertrautheit mit dem Bruder wiederzuerlangen, zu sehr ist er in seiner Trauer befangen. Nach und nach legt er die Geschichte seiner Familie frei und erfährt dabei, dass auch der Vater zu etwas imstande war, das er ihm nie zugetraut hätte: Leidenschaft und tiefe Verzweiflung. »Ein beeindruckendes Vaterbuch.« Frankfurter Allgemeine Zeitung Per Petterson: ausgezeichnet mit dem Nordischen Literaturpreis 2009

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  • Rezension zu "Im Kielwasser" von Per Petterson

    Im Kielwasser
    wiebeke

    wiebeke

    18. March 2012 um 17:19

    Ich war neugierig auf das Buch und ich war neugierig auf Arvid- auch der Anfang des Buches macht neugierig: Da war etwas mit diesem Gesicht! Mit wessen Gesicht? Arvid kennt das Gesicht - mag es aber nicht! Ich als Leserin erlebe in diesem Buch einen über vierzigjährigen Arvid, er ist mir aus dem Roman vertraut, in dem der den Fluss der Zeit verflucht, da war Arvid jünger. Arvid ist Schriftsteller geworden er "schreibt sich hinein in eine mögliche Zukunft" wie er sagt. Vor allem wirbelt Arvid im Kielwasser, ist traumatisiert von dem Schiffsunglück vor 6 Jahren, bei dem er seine Eltern und 2 seiner Geschwister verlor. Jetzt verliert er beinahe auch noch seinen einzigen noch lebenden älteren Bruder, der in diesem Roman versuchte sich umzubringen. Er ist stabil als Arvid ihn im Krankenhaus besucht. Auch er wird geschieden! Arvid hat also genug "Probleme" - wie sein irakischer Mitbewohner erkennt. Er versucht mit Verlust umzugehen ( und da gibt es viel aufzuarbeiten, denn er "wurde" ja auch noch geschieden und muss seine Töchter "kidnappen" wenn er sie sehen möchte). Und vor allem spürt er in diesem Kielwasser seinem Vater - als Übervater und als Mensch sowie als Mann- nach. Wie war ihr Verhältnis zueinander? Per Petterson schreibt atemlos, mit sich überschlagenden Gedanken und mit ausgefeilt beschriebenen Empfindungen wird ein Wirbel von Situationen und Emotionen geschildert - mitreißend und langatmig zugleich. Es geschieht nicht viel. Arvid bleibt ein bedauernswerter Zeitgenosse, ein labiler, sentimentaler, hypochondrischer junger Mann. Der Schluss ist glücklicherweise nicht hoffnungslos. Der Roman ist gut aufgebaut,- stimmig, sehr gut geschrieben, auch komisch und - wie ich erfahren habe - durch das Schiffsunglück ein sehr persönlich erlebtes Schicksal des Autors. Aber dennoch, ist Arvid nicht mein Typ.

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  • Rezension zu "Im Kielwasser" von Per Petterson

    Im Kielwasser
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. November 2009 um 20:20

    Man sagt, die Familie gibt den stärksten Halt. Schließlich ist Blut dicker als Wasser. Und nicht umsonst spricht man von Blutsbande. Oft erscheint jedoch das Umfeld zu den vertrauten Personen als schwierig, mit einem Potenzial an zahlreichen Konflikten bestückt, weil der eine missverstanden wird, der zweite einen anderen Weg geht und der dritte in diesem Tumult schweigt. Familiengeschichten bieten somit einen weiten Einblick in das wahre Gefühlsleben der Menschen und reichlich Stoff für die Literatur. Der norwegische Autor Per Petterson hat mit seinem Roman „Im Kielwasser“ eine solche Familiengeschichte geschrieben, die reich an Missverständnissen, Geheimnissen und Stummheit ist und trotz oder besser gesagt gerade wegen ihrer Kürze so unheimlich intensiv wirkt. TRAUER Arvid lebt zurückgezogen in einer kleinen Mietswohnung in Oslo. Der 43-jährige Schriftsteller hat niemanden in seiner Nähe, dem er wirklich vertraut ist. Noch Jahre nach dem Tod seines Vaters, der bei einem Bootsbrand mit Frau und den kleineren Kinder tragisch ums Leben kam, trauert Arvid der Familie hinterher, die er selbst nie richtig hatte. Seine Frau, an die er sich nicht erinnern kann oder will, hat sich scheiden lassen, seine beiden Töchter muss er heimlich sehen. Eigentlich bedeutet Familie und Halt für ihn nur der ältere Bruder, der erfolgreich in einem Architektenbüro arbeitet. Beide haben jedoch kaum eine Verbindung zueinander. Doch als Arvids Bruder nach einem missglückten Selbstmordversuch im Krankenhaus liegt, nachdem er von seiner Frau Randi ebenfalls die Bitte um Scheidung erhalten hat, versucht Arvid, sich dem großen Bruder anzunähern. Doch das ist schwerer als erahnt. In dieser Zeit aus Trauer, Schrecken und Einsamkeit kommen immer wieder die Erinnerungen an den Vater, der ein großes Geheimnis in Form eines Fotos verborgen hält, das deutlich zeigt, dass er nicht so kühl ist, wie auf seine Söhne stets gewirkt hat, sondern vielmehr auch die Gabe zu Leidenschaft und Verzweiflung in sich trägt. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der traurigen Gegenwart bringt Arvid allerdings auch eine neue Liebe zu der mysteriösen Frau Grinde, die eigentlich einen schlechten Ruf in der Nachbarschaft hat und sich indes als einfühlsames Wesen zeigt. ANNÄHERUNG ZWEIER BRÜDER Ja, die Geschichte hat wenige Personen und eigentlich auch wenig Handlung. Doch wie bereits in seinem Roman „Pferde stehlen“ beweist der norwegische Autor Per Petterson, dass er der Meister ist im Schreiben von langsamen, aber umso intensiven Geschichten. Den Kniff, den der Skandinavier nimmt, ist ein recht simpler. Er lässt alles aus der Sicht von Arvid, jenem einsamen und melancholischen Schriftsteller erzählen, der noch immer seinen Vater vermisst. Damit nutzt er eine Person als Erzähler, der nicht nur gut mit der Sprache umgehen kann, er kann auch gut beobachten, sowohl das Äußere um sich herum als auch das eigene Innenleben, die Gefühle wie Trauer, Zorn, Freude oder auch Liebe. Auch wenn Petterson um die beiden Brüder einige Personen gruppiert - jene Frau Grinde aus der Nachbarschaft, Randi, die Frau von Arvids Bruder oder einen Kurden, der mit der Familie im selben Hauseingang von Arvid wohnt – liegt der Fokus deutlich auf den beiden Männer, die irgendwie trotz einer gemeinsamen Kindheit im Erwachsenenalter wenig miteinander zu tun haben. Jeder lebt sein Leben für sich, jeder trauert um den Vater, die Mutter, die jüngeren Brüder. Obwohl mit der Scheidung von Arvids Bruder eigentlich eine weitere Gemeinsamkeit besteht, lehnt Arvids Bruder die Annäherung ab, als Arvid nach dem Selbstmordversuch ihn im Krankenhaus besucht. Diese Annäherung, diese neue Entwicklung in der „alten“ Familie wird immer wieder durchbrochen von den Erinnerungen Arvids an seine Kindheit, an den vor Stärke und Lebenswillen strotzenden Vater, der im Gegensatz zu seinen Söhnen als einfacher Arbeiter in einer Schuhfabrik tätig war. Er war der Mittelpunkt der Familie, die zu großen Teilen nach dem Unglück ausgelöscht wurde. Was dieses Buch so unendlich wertvoll macht, ist die Gabe, die kleinsten Verästelungen der Gefühle darzustellen und zwischen der grauen Trauer auch Humor in einigen Szenen zu offenbaren, der hell erstrahlt. So kann man trotz der Nachdenklichkeit schmunzeln bei jenen Begegnungen zwischen Arvid und seinem kurdischen Nachbarn Naim oder bei einem Treffen zwischen Arvid und seiner pfiffigen Tochter. Überhaupt erscheint gerade in den speziellen Begegnungen sehr viel Magie und Leidenschaft vor allem in jener, als Frau Grinde und Arvid sich in ihrer Wohnung annähern, sowohl körperlich als auch seelisch. Wer stille, aber trotzdem aufwühlende Geschichten mag, die nahezu in Zeitlupe und mit der Freude an der Darstellung von kleinsten Gefühlsregungen erzählt werden, wird „Im Kielwasser“ lieben. Der Roman ist im Übrigen erneut ein Beweis, dass die Literatur aus dem hohen Norden ernst genommen werden muss und eine Intensität ausstrahlen, die man in der deutschen Gegenwartsliteratur oft vermisst. ZAHLREICHE PREISE Per Petterson ist in Deutschland eigentlich nur wenigen bekannt. Vielleicht jenen, die sich etwas mit der norwegischen Gegenwartsliteratur beschäftigen. Dabei ist er hierzulande mit seinem Roman „Pferde stehlen“ bekannt geworden und hat sehr gute Kritiken erhalten. Petterson, im Juli 1952 in Oslo geboren, lernte vor seiner Karriere als Autor den Beruf des Bibliothekars und war zudem als Buchhändler, Übersetzer und Kritiker tätig. Für einen seiner ersten Romane, „Sehnsucht nach Sibirien“ wird er für den Nordischen Literaturpreis und den International IMPAC Dublin Literary Award nominiert. International wird der Norweger schließlich bekannt mit „Pferde stehlen“ - Für diesen Roman wird er in England mit dem Independent Foreign Fiction Prize ausgezeichnet, der es zudem 2007 in die Top Five der Belletristik im Time-Magazine schafft. Doch damit nicht genug. Insgesamt acht internationale Literaturpreise erhielt der Skandinavier für dieses Buch. Heute lebt Petterson in der Provinz Akershus im Süden des Landes. Sein neuestes Buch trägt den Titel „Ich verfluche den Fluss der Zeit“, der im Juli dieses Jahres im Hanser-Verlag erschienen ist und erneut Arvid als Protagonisten in den Mittelpunkt stellt.

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  • Rezension zu "Im Kielwasser" von Per Petterson

    Im Kielwasser
    Die Buchprüferin

    Die Buchprüferin

    13. September 2009 um 10:32

    Da Per Petterson ein langsamer Schreiber ist, hat er vier Jahre an „Im Kielwasser“ gesessen. Das erfahren wir aus dem Interview, das dem Roman vorgeschaltet ist und das ich mir erst nach dem Roman zu Gemüte geführt habe. Nun hat der Mann also vier Jahre seines Lebens in diese hundertachtzig Seiten investiert, und dann machen sie mir in den drei Tagen, die ich lese, keinen Spaß. Gut, nicht jeder Roman ist zum Spaßhaben da, aber dazu, sich zu langweilen, ja nun auch nicht. Als ich Arvid dabei zusehe, wie er – sechs Jahre nach dem grauenvollen Tod fast seiner ganzen Familie auf einer brennenden Fähre – versucht, sich in seinem Leben zu orientieren, finde ich diese Vorgaben zunächst äußerst spannend, weil so drangvoll und schrecklich. Ich leide mit bei der Gedächtnislücke, die ihn mit zwei angebrochenen Rippen irgendwo auf einer Straße hinterlässt, ich besuche mit ihm die Nachbarin, telefoniere mit seinem Bruder und erinnere mich an seinen Vater. Doch irgendwo dazwischen verlässt es mich, das Spannende, meine Teilnahme erschöpft sich auf dem Weg. Ich habe das Gefühl von zu viel Belanglosigkeit. Und das verstehe ich ehrlich gesagt nicht ganz. Die Sprache des Romans ist gut, der Ton hat was; und es ist nicht so, als ob gar nichts passieren würde. Ich weiß nicht, vielleicht hat sich die Langsamkeit des Autors doch irgendwie auf sein Buch durchgeschlagen, trotz aller 180-Seiten-Kürze. Vielleicht ist deshalb das Romantempo eines, das mir einfach nicht ganz liegt. Und selbst das verstehe ich nicht, schließlich habe ich schon extrem ruhige Bücher gelesen und sie zutiefst genossen. Jedenfalls habe ich das deutliche Gefühl, dass ich das dem Buch nicht anlasten darf. Es ist gut, das merke ich; es passt nur nicht zu mir. Oder nicht zu mir in diesem Moment. Darum diese Rezension, darum aber auch vier Sterne. Gewissermaßen für jedes Jahr einen.

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  • Rezension zu "Im Kielwasser" von Per Petterson

    Im Kielwasser
    Gruenente

    Gruenente

    26. December 2008 um 20:29

    Tolles Buch.
    Arvid kann den od seines Vaters nicht überwinden. Der Unglücksfall ist schon 6 Jahre her, aber er kommt nicht darüber hinweg.
    Da macht sein Bruder auch noch einen Selbstmordversuch.

    Ich weiss nicht warum es mir so gut gefiel. Passieren tut nicht viel.
    Aber die Sprache wunderbar. Präzise, kurz und kanpp. Dann wieder poetisch. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen!