Percival Everett Ausradiert

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Inhaltsangabe zu „Ausradiert“ von Percival Everett

Thelonious 'Monk' Ellison ist Schriftsteller und Afroamerikaner. Aus einer wohlhabenden Akademikerfamilie stammend, spielt Hautfarbe für ihn keine Rolle. So werden seine Bücher zwar von der Kritik gelobt, zugleich wirft man ihm aber vor, nicht schwarz genug zu schreiben.

Angesichts seines kommerziellen Versagens hadert er mit dem Erfolg vermeintlich authentisch schwarzer Ghettoliteratur. Wütend schreibt er unter einem Gangsta-Pseudonym seinen eigenen Ghettoroman, der begeistert aufgenommen und ein Bestseller wird.

Während der öffentliche Druck auf Monk wächst, durchlebt er persönliche und familiäre Krisen, die ihn zwingen, seine Identität zu behaupten.

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  • Rezension zu "Ausradiert" von Percival Everett

    Ausradiert

    nr-verlag

    11. March 2013 um 12:24

    Thelonious Ellison ist Schriftsteller, Literaturprofessor, stammt aus einer wohlhabenden Akademikerfamilie – und er ist schwarz. Doch Hautfarbe spielt für ihn keine Rolle, sondern er findet die Themen seiner Bücher in der griechischen Mythologie oder in Künstlerkreisen zur Zeit des Nationalsozialismus. Kurz: Seine Werke sind so anspruchsvoll, dass er allein damit seinem Agenten das Leben schon schwer genug macht, mehr aber noch mit seiner Weigerung, massentauglich und „schwarz“ zu schreiben. Verärgert über den Erfolg und die allgemeine Begeisterung, die ein schwarzer Ghettoroman erfährt, während er bei ihm körperliches Unbehagen und regelmäßige Zornesausbrüche hervorruft, verfasst er selbst eine Parodie und lässt diese über seinen Agenten an mehrere Verlage schicken. Doch die erwartete Empörung bleibt aus. Obwohl er von sich behauptet, Slangausdrücke nicht richtig anwenden zu können und die Lebensumstände der Unterschicht bestenfalls aus zweiter Hand zu kennen, wird sein Roman als authentische schwarze Literatur gefeiert, und zwingt seinen Verfasser in Situationen, die er nicht vorausgesehen hatte. Everett streut in die Rahmenhandlung seines Romans immer wieder mit der Erzählung zusammenhängende Textfragmente ein: Notizen und Ideen zu Geschichten, einen wissenschaftlichen Vortrag zur „Einordnung des experimentellen Romans“, den Lebenslauf Thelonious Ellisons für die Stellenbewerbung an einer Universität und schließlich die komplette Romanparodie. Diese Texte heben sich durch unterschiedliche Schrifttypen vom erzählenden Rahmen des Romans ab. Eine freundliche Geste des Verlags, doch eigentlich unnötig, da der Autor die jeweiligen Stile vollendet beherrscht und der Leser allein dadurch schon weiß, woran er ist. „Ausradiert“ vermittelt einen hintergründig humorvollen Einblick in den Literaturbetrieb und macht dabei deutlich, wie Vorurteile, Ausgrenzung und Rassismus auch auf sehr subtile Weise ihre Wirkung entfalten können. Auch Everetts Fähigkeit, zum Teil gegensätzliche sprachliche Stile überzeugend einzusetzen – was das Lesen ganz nebenbei auch noch kurzweiliger gestaltet –, verdient hohe Anerkennung. Für die deutsche Ausgabe darf dabei die Leistung des Übersetzers keinesfalls unbeachtet bleiben. Obwohl zeitgenössische u.s.-amerikanische Literatur eigentlich nicht so mein Ding ist: Diese Buch zu lesen war ein unerwartetes Vergnügen.

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  • Rezension zu "Ausradiert" von Percival Everett

    Ausradiert

    fredgoetzis

    10. June 2009 um 10:59

    Habe das Buch in einer Nacht ausgelesen - toll! Everett erzählt die Geschichte eines schwarzen Schriftstellers, der nicht nur für seine Familie zu intellektuell ist, sondern auch noch für die Literaturbranche zu "weiß" schreibt. Mehr aus Widerwillen als aus Kalkül schreibt er deswegen unter einem Pseudonym eine Art "Parodie" auf die sogenannte Ghettoliteratur...und das Buch wird sofort von Randomhouse unter Vertrag genommen. Finanzieller Erfolg stellt sich ein, mit dem der Schriftsteller jedoch nicht viel anfangen kann, außer, daß er damit seine familiären Probleme einfacher lösen kann. So verstrickt er sich immer mehr in die von ihm geschaffene Kunstfigur - bis zum fulminanten Ende... Ein ironisches Portrait einer Literaturbranche, die nur mehr durch Kategorisieren, Emotionen und "Schubladen" erfolgreich ist. Als direkt Betroffene habe ich mich köstlich amüsiert über protokollierte Romanplots, Dialogskizzen, Sprachregister und mehr...sehr empfehlenswert!

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