Pere Estupinya

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Sex - die ganze Wahrheit

Sex - die ganze Wahrheit

 (2)
Erschienen am 21.04.2014

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Rezension zu "Sex - die ganze Wahrheit" von Pere Estupinya

Umfassende Betrachtung
michael_lehmann-papevor 5 Jahren

Umfassende Betrachtung

Auch wenn Vorsicht angezeigt ist, wenn einem ein Autor „die ganze Wahrheit“ meint, mitteilen zu können (und das gelingt auch Estupinya in diesem Buch natürlich nicht in dieser absoluten Form), so bietet das Buch doch einen sehr breiten, wenn auch oft sehr komprimierten, Blick auf das, was sich nach dem aktuellen Status Quo der Wissenschaft über den Sex sagen lässt. Und dies in sehr flüssiger, sehr verständlicher Sprache.

Im Aufbau des Buches teilt Estupinya seine Betrachtungen auf 18 „Orte“ des Sex auf. Die im ersten thematischen Teil des Buches innerhalb des Menschen verortet werden (Zellen, Genitalien, Gehirn, Psyche) und sodann auf dieser gut vorbereiteten Basis zunächst „nach außen“ sich verlagern.

Wobei „Sex im Bett“ oder „Sex in der Natur“ oder andere Betrachtungswinkel einen hohen Wiedererkennungswert beim Leser natürlich auslösen, aber auch Randbereiche auftauchen, auf die man zunächst nicht spontan gekommen wäre (Sex in der Arztpraxis).

In der letzten Gruppierung der Themen werden die „Orte“ dann abstrakter gefasst.
„Kraft der Gedanken zum Orgasmus“ gehört hier ebenso in die Darstellung, wie Pornographie oder das ein oder andere, gesellschaftlich eher weit an den Rand gerückte, mit Einfühlungsvermögen dargelegte Kapitel, wie „Sex aus Lust und Liebe im Rollstuhl“, „Kenntnisse erweitern im SM-Club“, aber auch eine sehr interessante und wichtige Beschäftigung mit „Sexuelle Identität jenseits von XX und XY“.

„Sünden im Denken zu unterdrücken erzeugt mehr in Worten und Werken“ wirkt dabei wie ein Leitsatz durch das Buch.

Wobei Estupinya hier weniger die Moral im Blick hat, sondern vor allem verdeutlichen will, dass das Sexuelle im Menschen vorhanden ist, auf verschiedene Weisen, teils mehr, teils weniger gesellschaftlich sanktioniert sich bemerkbar macht und es allemal konstruktiver ist, sich diesen inneren Gelüsten, Sehsüchten und Fantasien zu stellen (man muss ja nicht alle ausleben und sollte bestimmte Bereiche hier auch eher behandeln lassen als ihnen freien Lauf zu gewähren (Kinderpornographie, Gewalt gegen Unbeteiligte u.a.), als diese in sich selbst beständig an den Rand der Wahrnehmung zu drängen.

Diese Auseinandersetzung, dass zunächst alles an sexueller Fantasie und Trieb in Ruhe gesagt, angesprochen, betrachtet werden darf, dazu verhilft dieses Buch in seiner unaufgeregten Form doch sehr.
Vielleicht wird dann irgendwann in der Breite der Leserschaft und der Gesellschaft wirklich klar, dass nicht „Homosexualität“ schädlich ist, sondern „Homophobie“.

Insgesamt gilt für dieses Buches, dass Estupinya hier keinen „Ratgeber“ irgendeiner Form mit „Praxis-Anweisungen, Instrumenten oder Methoden“ vorlegt, sondern eine sehr sachliche, verständliche und umfassende Darlegung dessen, was an „der Physiologie der sexuellen Reaktion“ bekannt ist oder zumindest mit hoher Sicherheit vermutet wird.

Insofern ist das Buch ein „Ausklärungsbuch“ auf breitem Niveau und keine Darstellung oder Hilfestellung für sexuelle Erweiterungen des Lebens. Da, wo Störungen der Lust vorliegen, z.B., wird hier keine „schnelle Hilfe“ formuliert, sondern sachlich mögliche Ursachen beschrieben, die dann in entsprechend professioneller Begleitung angegangen werden können (so gewünscht).

Wobei im Buch immer wieder durchaus weiterführende Fragen zu den wichtigen Themen gestellt werden.
„Ob man etwas begehren kann, was man schon hat?“, Ist eine dieser Frage im Bereich der Monogamie, der Funktion von Swinger-Clubs oder der Arbeit an der eigenen Beziehung bei nachlassendem Verlangen.

Ebenso ergibt sich aus der Vielzahl und Breite der Themen, dass die einzelnen Aspekte von Estupinya eher komprimiert dargeboten werden. Eine Vertiefung zu einzelnen Interessen des jeweiligen Lesers muss dann an anderem Orte weitergeführt werden.

Eine empfehlenswerte Lektüre 

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