Perihan Magden Zwei Mädchen

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Inhaltsangabe zu „Zwei Mädchen“ von Perihan Magden

Behiye ist rebellisch, wütend, intelligent und unglücklich – auch wenn sie letzteres niemandem anvertrauen würde, ihrer überängstlichen Mutter nicht und schon gar nicht dem herrischen Bruder, der sie am liebsten in einer untergeordneten Frauenrolle sähe. Bis die 16jährige auf Handan trifft, die Schöne, die Strahlende, die Süße, der man alles verzeiht. Die Teenager sind voneinander fasziniert, es entspinnt sich eine ungestüme, intensive Freundschaft, mitten in der Metropole Istanbul. Jetzt scheint alles möglich. Sie wollen ein anderes Leben, als ihre Mütter es führen, und sie wollen weg aus diesem Land.

Aber ihre Beziehung ist gefährdet. Handans Mutter, dem Wesen nach selbst noch ein Kind, wird eifersüchtig. Der junge Erim, stolzer Besitzer eines Mitsubishi Lancer, interessiert sich mehr für Handan, als Behiye es für richtig hält. Und schließlich wird ein gefährliches Spiel in Gang gesetzt, das zunehmend außer Kontrolle gerät.

Eine rasante, wilde Geschichte von Freundschaft und Rebellion in Istanbul, vom Leben Jugendlicher in der modernen Türkei. Perihan Magdens Kultroman, von Kutlug Ataman verfilmt, ist in ihrer Heimat ein Bestseller.

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  • Rezension zu "Zwei Mädchen" von Perihan Magden

    Zwei Mädchen

    Greta

    03. May 2010 um 14:53

    "cigdem nimmt die ratschläge entgegen und schneidet sie mit ihrer kleinen schere in form. sie macht vögel daraus. passt sie ihrer eigenen meinung an. ohne behiyes ratschläge aber käme sie nicht zurecht. sie braucht diese bestätigung. dann vergisst sie sie wieder. besser gesagt: sie übersetzt sie in ihre eigene meinung." . "sie schauen auf den dahintreibenden müll. auf den mannigfaltigen bosporusmüll. sogar der ist schön. behiye zeigt handan einen bottich, der nicht weit vom ufer dahinschwimmt. einen perfekten bottich aus rotem plastik. ganz allein ist er auf der reise. nein, er verunstaltet das meer nicht. er verschönert es. der typische bosporusmüll. auch dieser bottich ist eben istanbulmüll. er verschönert das wasser des bosporus. istanbulisiert es. heute verschönert alles alles. so ist das heute."

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  • Rezension zu "Zwei Mädchen" von Perihan Magden

    Zwei Mädchen

    ZwergPinguin

    29. January 2010 um 19:48

    Behiye und Handan. Zwei Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihre einzige Gemeinsamkeit: sie leben beide in Istanbul. Als Behiye Handan kennenlernt, ist sie sofort beeindruckt von deren Schönheit, Unverdorbenheit und Kindlichkeit. Eine solche Art ist ihr fremd, stammt sie doch aus einer Familie, die so gewöhnlich ist und in der sie sich -ganz unverstandener Teenager- nicht wohl fühlt. Ihr Bruder ist ein dominanter Macho und ihre Mutter übermäßig besorgt und ziemlich hilflos im Alltag: sie kann nicht kochen, und bringt nur Chaos und Zerstörung in die Küche angesichts dessen sie völlig verzweifelt und machtlos ist…. Der Vater ist zwar da, spielt aber keine wesentliche Rolle. Überhaupt verlässt die Erzählung dieses Familienelend recht schnell und zieht zusammen mit Behiye bei ihrer neuen Freundin Handan ein. Die beiden kennen sich zwar erst seit wenigen Tagen, doch hält eine eigenartige Faszination sie in Bann. Handan – der perfekte Gutmensch für Behiye, die schöne kleine Schwester, die beste Freundin und das Objekt ihrer Liebe. Handan geht es nicht anders, sie bewundert Behiye, ihre Lebensart, ihre Direktheit, ihren Mut zu tun, was immer sie will. Dabei stammt auch Handan keineswegs aus besseren Verhältnissen. Der Vater hat die kleine Familie verlassen, die Mutter hält sich mehr schlecht als recht mit Prostitution über Wasser…. sie sind ständig pleite und doch: Mutter und Tochter lieben große Shoppingtouren, bringen sich lieber neue Klamotten mit als den Kühlschrank zu füllen. Dass Behiye kochen kann und dies auch mit Hingabe für Handan tut, bringt ihr die Duldung der von Handans Mutter Leman ein. Aber das Verhältnis zwischen beiden bleibt angespannt. Behiye ist ein Eindringling und zugleich auch noch der Beweis für Lemans Unfähigkeit, alltägliche Dinge wie Einkauf und Putzen zu regeln. Diese Spannungen und die tatsache, dass Behiye beim Abhauen von Daheim dem Bruder eine größere Summe Geld gestohlen hat, bringen sie und Handan in immer größere Schwierigkeiten…und es ist klar, dass die Situation auf Dauer unmöglich so bleiben kann. Der deutsche Mittelschichtsleser mag befremdet sein: einerseits über die Verhältnisse in denen gelebt wird und andererseits über die eigenwillige Sprache. Eine Sprache, die aus vielen kurzen Sätzen besteht, die sich mit leichten Wortvariationen mehrfach wiederholen bevor die Handlung weitergetragen wird: ********** Sie hat ihre Mutter aus vollem Hals angeschrieen. Und Schreien ist am gefährlichsten. Schreien ist am gefährlichsten. Am gefährlichsten ist Schreien. Aber jetzt ist es passiert. (S. 29) ********** Ich ersticke. Ich werde ersticken. Ich halte dieses ständige Sachenkaputtmachen und das Geheule danach keinen Tag, keine Stunde, keinen Augenblick mehr aus. Ich halte es nicht mehr aus. “Mutter, ich halte das nicht mehr aus.” Das Weinen schwillt an. Es schwillt an. (S. 31) ********** Beide Ausschnitte stammen aus einer Szene zu Beginn, als Behiye noch zu Hause ist und ihre Mutter mal wieder eine Art Nervenzusammenbruch in der Küche hatte… aber diese Art zu schreiben (wie man mir sagte typisch türkisch) zieht sich durch das ganze Buch und ist offenbar gewollt, wirkt aber anfangs etwas befremdlich. Ich fragte mich zunächst, wiesoe Orhan Pamuk die Autorin als eine der originellsten Schriftstellerinen unserer Zeit bezeichnen konnte, wie es auf dem Klappentext vermerkt ist, wo ich sie sprachlich erst auf einem eher niedrigen Niveau ansiedeln wollte und nur nicht wusste, ob das an der Autorin oder am Übersetzer lag. Wie auch immer, der Stil ist uns Deutschen vielleicht fremd, aber zur Beruhigung sei gesagt, man liest sich ein und gewöhnt sich daran! Und schließlich steigert sich die Spannung zunehmen, dass man auf solche “Nebensächlichkeiten” nicht mehr so achtet, da der Inhalt im Vordergrund steht. Abzug gibt es, weil meiner Meinung nach die Mordfälle im Buch nicht so richtig aufgeklärt werden. Da es immerhin drei (?) sind, die jeweils mit einer Leichenfund-Szene eingeführt werden, die mit der Haupthandlung nicht einmal die Figuren gemein hat, hätte ich schon gern gewusst, was es damit auf sich hat. Ich habe zwar auch so meine Theorien dazu, aber wie beim Film liegen mir offene Enden nicht so sehr am Herzen und ich bekomme gern eine Lösung präsentiert – speziell bei Mordfällen… nun muss ich mich auf meine Theorie beschränken. Ein paar Worte noch zu den Personen im Buch: sie waren mir eigentlich alle recht unsympathisch. Die Mädchen: einerseits völlig naiv und weltfremd, dazu diese unbegreifliche Anziehung zwischen den beiden…. wie Schwestern? beste Freundinnen? Lesben? Vielleicht ganz gut, dass das so detailliert nicht beschrieben wurde, so kann man sich das aussuchen, was einem am besten zu passen scheint. Die Mütter: lebensunfähig und offenbar nicht in der Lage, sich um den jeweiligen Haushalt zu kümmern. Da habe ich von den türkischen Frauen in meiner Umgebung aber ein deutlich besseres Bild. ;-) Klar, beide lieben ihre Kinder, aber das allein reicht ja irgendwie auch nicht. Ein Wunder eigentlich, dass Handan noch nicht verhungert ist! Die Väter: glänzen durch Abwesenheit oder Bedeutungslosigkeit. Die Jugendlichen: außer Behiyes Freundin aus Kindertage, Cigdem, spielen sie eigentlich keine Rolle und werden auch recht oberflächlich dargestellt. Sie hängen im Einkaufszentrum rum, kümmern sich um ihre Handys und die eigene Coolness, aber herzlich wenig um einander. Cigdem ist da noch am ehesten sympathisch, läuft Behiye aber wie ein Hund hinterher, obwohl sie auch wie ein solcher behandelt wird…. Stellt sich die Frage, muss man nicht mindestens eine Figur halbwegs sympathisch finden, um ein Buch zu mögen? Das dachte ich eigentlich immer. Und es hat sich auch oft genug bewahrheitet. Hier allerdings mache ich eine Ausnahme. Das Buch las sich nach den Anfangsschwierigkeiten sehr gut, es ist spannend und bringt auch eine ganze Menge rüber. Es wirft Fragen auf, die einen dazu bringen, sich mit der Kultur und der erzählten Geschichte auseinanderzusetzten. Schon wenn man sich fragt, warum ist das Buch eigentlich ein Kultbuch geworden? Was begeistert die Leute daran? Teiel ich diese Begeisterung? …. dann kommt man aus den Fragen nur schwer wieder heraus. Und es ist definitiv hilfreich für das Verständnis, wenn man sich “drüben” auf der anderen Kulturseite ein bißchen auskennt.

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  • Rezension zu "Zwei Mädchen" von Perihan Magden

    Zwei Mädchen

    Anja_Lev

    22. June 2009 um 10:47

    Zwei höchst unterschiedlich Mädchen, beide 16,die rebellische, nach außen harte Behiye und die freundliche, hübsche Handan freunden sich im Istanbul des 21. Jh. an. Schon nach kürzester Zeit - der ganze Roman umfasst nur enen Zeitraum von 19 Tagen - sind die beiden Mädchen unzertrennlich. Besonders Behiye empfindet mehr als Freundschaft für die Andere, sie sorgt für Handan, öffnet sich einerseits ihretwegen, trennt sich aber auch von ihrer Familie und bricht alle Verbindungen ab. Scheinen zunächst beide Mädchen äußerst glücklich, steuert die Geschichte doch auf eine Katastrophe zu, als Handan versucht, ihre strikte Zweierbeziehung etwas zu öffnen, auch Jungs zu treffen und mit anderen etwas zu unternehmen. Magdens Stil ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, zieht den Leser aber zunehmend tiefer in die Geschichte und macht das Buch unglaublich spannend. Ich war stets zwischen dem Verständnis für Behiye und dem Entsetzen über die Extremität Ihrer Haltung hin- und hergerissen, und konnte das Buch kaum aus der Hand halten, aus Angst ebenso wie aus Neugier auf das Schicksal der beiden Mädchen.

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