Pete Dexter

 4.1 Sterne bei 104 Bewertungen
Autor von Deadwood, Paperboy und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Pete Dexter

Pete Dexter wurde 1943 in Pontiac, Michigan geboren und ist ein US-amerikanischer Romancier und Drehbuchautor. Er wurde 1988 für den Roman Paris Trout mit dem National Book Award ausgezeichnet. Dexter lebt heute auf Whidbey Island vor der Küste des Staates Washington.

Alle Bücher von Pete Dexter

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Pete DexterDeadwood
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Deadwood
Deadwood
 (38)
Erschienen am 29.08.2011
Pete DexterPaperboy
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Paperboy
Paperboy
 (18)
Erschienen am 21.01.2013
Pete DexterGod's Pocket
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God's Pocket
God's Pocket
 (16)
Erschienen am 25.07.2012
Pete DexterTrain
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Train
Train
 (10)
Erschienen am 23.02.2012
Pete DexterUnter Brüdern
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Unter Brüdern
Unter Brüdern
 (8)
Erschienen am 16.02.2015
Pete DexterParis Trout
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Paris Trout
Paris Trout
 (8)
Erschienen am 01.06.2010
Pete DexterBruderliebe.
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Bruderliebe.
Pete DexterPaperboy: Roman
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Paperboy: Roman
Paperboy: Roman
 (0)
Erschienen am 04.02.2013

Neue Rezensionen zu Pete Dexter

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Babschas avatar

Rezension zu "Unter Brüdern" von Pete Dexter

Solide Gangsterstory
Babschavor 8 Monaten


Es ist 1961. Peter Flood ist gerade acht, als vor seinen Augen seine kleine Schwester durch einen tragischen Verkehrsunfall ums Leben kommt. Sein Vater, ein aufrechter irischer Gewerkschaftsboss aus Philadelphia, kann nur mit Mühe davon abgehalten werden, den Verursacher, einen korrupten Cop im Dienste der Mafia, zu lynchen. Die Dinge spitzen sich zu, die Mutter verkraftet den Verlust der Tochter nicht und landet in der Psychiatrie, der Vater kommt später unter ungeklärten Umständen ums Leben und Peter ist jetzt gezwungen, unter einem Dach mit seinem Onkel und dessen Sohn, beide miese, gestörte Charaktere, zu wohnen und dort aufzuwachsen. Bis sein Onkel nach Jahren durchdreht und sich offen mit der Mafia anlegt. Damit ist der Anfang vom Ende für alle Beteiligten eingeläutet.



Dexter legt hier einen tiefschwarzen, abgründigen Roman vor, der sowohl als realitätsnahe Chronik der damaligen Zeiten auf den Straßen amerikanischer Metropolen wie auch als mitnehmendes Familiendrama funktioniert. Kammerspielartig und nüchtern setzt der Autor seine ganz überwiegend abstoßenden Charaktere, aber auch die wenigen aufrechten Streiter wie Peter und seine Freunde im Sportclub, in Szene und lässt sie komplett von der Leine. Überzeugend insbesondere die Figur von Peter, dem es trotz offensichtlicher Chancen nicht gelingt, sein Leben später in die eigenen Hände zu nehmen und sich aus dem ihn umgebenden Sumpf von Korruption und Verbrechen endlich zu befreien. Zu tief sitzt seine lebenslang empfundene  Schuld am damaligen Tod der Schwester.



Spannendes, gradliniges Werk, das auch ein Vierteljahrhundert nach Erscheinen durchaus überzeugt.     

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Giselle74s avatar

Rezension zu "Deadwood" von Pete Dexter

Das wahre Gesicht des Wilden Westens
Giselle74vor einem Jahr

Dies ist die wahre Geschichte von "Colorado Charley" Charles Utter. Zumindest könnte sie so stattgefunden haben, denn laut Autor hielten sich die Hauptpersonen des Romans zur beschriebenen Zeit in Deadwood auf. Deadwood, eine Goldgräberstadt im Dakota-Territorium, schmutzig, brutal und gefüllt mit Abenteurern jeglicher Art.

Da wären z.B. Wild Bill Hickok, ein Revolverheld, der seine besten Zeiten hinter sich hat, Calamity Jane, immer auf der Suche nach einem Mann oder Menschen, die sie pflegen kann, China Doll, eine chinesische Prostituierte und eben Charley Utter, Reisegefährte und Freund Wild Bills. Sie alle treffen in Deadwood aufeinander, im Guten wie im Schlechten und mancher verläßt das Buch nicht lebend. Ein Buch, das den Wilden Westen so beschreibt, wie er war, ohne falsche Western-Romantik und Gefühlsduseleien, sondern beruhend auf historischen Quellen.

Nun schreibt Pete Dexter beileibe keinen langweiligen Geschichtsroman, "Deadwood" ist spannend, anrührend und hat auch sonst alle Zutaten, die ein fesselndes Buch braucht. Man taucht ein in diese andere Welt voller Staub, Alkohol und Gesetzlosigkeit und bedauert es fast, daß diese Zeit und auch das Buch irgendwann ein Ende hatten... Ich kann nur mit Nachdruck empfehlen, diesen Roman zu lesen!

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Gulans avatar

Rezension zu "Unter Brüdern" von Pete Dexter

Streets Of Philadelphia.
Gulanvor 3 Jahren

“Ich meine, mir ist egal, ob jemand ein Großmaul ist oder ein stilles Wasser, solange ich weiß, auf welcher Seite er steht.“ Der Onkel schaut Peter wieder an. Fragend.
Peter gibt keine Antwort.
„Wenn's hart auf hart kommt, brauchst du dir über einen Mann, der dein Feind ist, nicht groß Gedanken zu machen. Gedanken machst du dir über den, von dem du nicht weißt, ob er dein Feind ist.“ Er blickt Peter an. „Ich sag dir das, weil ich's gut mit dir meine. Das ist der Mann, der dich ans Messer liefert – der Verräter.“
„Ich bin kein Verräter“, sagt Peter.
Sie sind zu Hause angekommen. Sein Onkel stellt den Wagen ab. Er lächelt. „Das hätte ich auch niemals von dir gedacht.“ (S.116-117)

Peter Flood ist acht Jahre alt, als ein tragischer Unfall seine Familie zerstört. Er wächst fortan bei seinem Onkel Phil auf, dem Boss der Dachdeckergewerkschaft. In Philadelphia des Jahres 1961 sind die irisch kontrollierten Gewerkschaften Teil eines großen korrupten Netzwerks. Immer wieder versuchen die Italiener, die die Geschäfte auf der Straße kontrollieren, den Iren die Gewerkschaften streitig zu machen. Im Laufe der Jahre eskaliert der Bandenkrieg zusehends und Peter ist inzwischen alt genug, um in diesem Sog von Gewalt und Korruption zu verschwinden.

Autor Pete Dexter war zunächst Zeitungsreporter in Philadelphia, bevor er Anfang der 1980er Schriftsteller und Drehbuchautor wurde. 1988 gewann er mit „Paris Trout“ den „National Book Award“. Im Münchener Liebeskind Verlag erscheinen seit einigen Jahren alle seine Romane, teilweise in Erst- oder Neuübersetzung. Im Februar 2015 ist dort „Unter Brüdern“ erschienen, das Original stammt aus dem Jahre 1991.

Dexter erzählt die Geschichte im Präsens und in mehreren zeitlichen Sprüngen, beginnend im Jahr 1961 und endend im Jahr 1986. Dem ersten Teil stellt er eine (fiktive) Zeitungsmeldung aus dem Jahr 1986 voran, die praktisch das Ende des Buches vorweg nimmt. Und obwohl der Leser weiß, wie alles enden wird, wird er dennoch unaufhaltsam in diese düstere, deprimierende Geschichte hineingezogen. Keine Gewaltorgie, natürlich fließt zwar auch Blut, aber Dexter erzählt in nüchternem Stil eine subtile Geschichte von Familienbande und dem organisierten Verbrechen.

Im Zentrum steht Peter Flood. Er wächst aufgrund äußerst tragischer Umstände bei seinem Onkel auf. Sein Cousin Michael ist nur ein Jahr jünger als er. Sein Onkel ist ein gerissener und krimineller Gewerkschaftsboss. Die beiden Jungen wachsen wie Brüder auf und doch sind sie völlig unterschiedlich. Peter ist ein empathischer und intelligenter Junge, aufgrund der Ereignisse still und in sich gekehrt. Michael hingegen ist zwar selbstbewusst, aber schwächlich, egoistisch und eher verschlagen als clever. Er eifert seinem Vater nach und ist von Macht, Gier und Gewalt fasziniert. Als Onkel Phil bei einem Mordanschlag stirbt, übernimmt Michael seinen Platz an der Gewerkschaftsspitze und Peter wird sein Handlanger. Obwohl er im Gegensatz zu seinem Cousin klare Moralvorstellungen hat, bleibt er in den Zwängen der familiären Bande und wird Teil der schmutzigen Geschäfte.

Michael starrt seinen Cousin an, als wäre von ihm geohrfeigt worden. Doch sein Zorn legt sich schnell. Er lächelt. Als Peter ihn lächeln sieht, muss er an einen Samstagvormittag denken, an dem sein Onkel die beiden Jungs miteinander ringeln ließ. Peter war doppelt so stark wie Michael und drückte dessen Handgelenke so lange zu Boden, bis seinem Onkel langweilig wurde. Eine Stunde später schlug Michael mit dem Hammer auf seinen Cousin ein. Peter schlief gerade auf der Couch. Die Wunde musste genäht werden. Michael war vielleicht zwölf Jahre alt. Peter erinnert sich an die Fahrt ins Krankenhaus. Er drückte ein Handtuch gegen seinen Kopf. Auf dem Heimweg hielt sein Onkel plötzlich an und kaufte ihnen beiden ein Fahrrad, und Michael lächelte so wie jetzt. „Ihr seid Brüder“, sagte der Onkel. Seitdem hat Peter Angst, in der Nähe seines Cousins zu schlafen. (S.212)

Pete Dexter hat hier einen beeindruckenden Roman noir geschrieben. Sachlich und mit klarer Sprache schildert er das tragische Leben des Peter Flood, das ohne Ausweg einem traurigen Ende entgegenstrebt. Und ganz nebenbei und ohne ins Detail gehen zu müssen erzählt er vom brutalen Kampf der Gewerkschaften mit der Mafia um Macht und Einfluss.

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