Pete Dexter Paperboy

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Inhaltsangabe zu „Paperboy“ von Pete Dexter

Moat County, Florida, 1965. Kurz nach Sonnenaufgang wird Sheriff Thurmond Call auf dem Highway gefunden, ausgeweidet wie ein Alligator, dem man ans Leder will. Die Einwohner des Countys verlangen Gerechtigkeit, und bald schon ist ein Schuldiger gefunden: Hillary Van Wetter, der unberechenbare, gewalttätige Spross einer Familie, die seit Jahrhunderten in den Sümpfen Floridas haust, soll für den Mord auf den elektrischen Stuhl. Doch es gibt Hoffnung für Hillary Van Wetter. Eine Frau namens Charlotte Bless fühlt sich zu Mördern hingezogen, auch wenn sie diese nie persönlich kennengelernt hat. Sie will Hillary aus der Todeszelle holen und verspricht zwei Reportern von der Miami Times die Story des Jahres, sollten sie den Fall neu aufrollen. Die von der Polizei vorgebrachten Beweise gegen Van Wetter waren nie stichhaltig – genau wie dessen vermeintliches Alibi. Aber die Suche nach dem Schuldigen entwickelt sich rasch zu einem tödlichen Spiel. Denn manchmal wird aus einer Lüge die Wahrheit.

Erstaunlich gut....

— Boris

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Bruderlüge

Die Wendungen waren unvorhersehbar &spannend, es war auch toll geschrieben, aber es wirkte leider alles sehr konstruiert & unwahrscheinlich.

Caillean79

Kreuzschnitt

Eine gut ausgedachte Geschichte mit einigen überraschenden Wendungen.

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  • Rezension zu Paris Trout

    Paris Trout

    KruemelGizmo

    Buchrückseitentext: Das Südstaatennest Cotton Point, Georgia zu Beginn der fünfziger Jahre. Die Brüchigkeit der Kleinstadtidylle wird offenkundig,  als der weiße Ladenbesitzer Paris Trout ein schwarzes Mädchen brutal erschießt. Trouts Weigerung, sein Unrecht einzusehen, entlarvt ihn als skrupellosen Unmenschen. Jedoch wagt keiner der Anwohner, sich ihm in den Weg zu stellen. Als Anwalt Harry Seagraves versucht, Trout zur Verantwortung zu ziehen, kommt es zur Katastrophe.  Paris Trout, ein weißer Ladenbesitzer der auch Geld verleiht, erschießt bei dem Versuch Geld einzutreiben ein 14-jähriges schwarzes Mädchen. Trout glaubt sich im Recht und ist der festen Überzeugung das ihn niemand verurteilen wird, sein Anwalt Harry Seagraves sieht die Sache nicht ganz so optimistisch. Und tatsächlich verliert Trout den Prozess und wird verurteilt. Während der Vorbereitung zum Prozess und Währenddessen wird immer klarer das mit Trout etwas nicht stimmt. Er entwickelt eine Paranoia gegenüber seinen Mitmenschen und gegenüber dem Staat und misshandelt seine Frau. Die Einwohner von Cotton Point tun nichts, teilweise aus Ignoranz und verstecktem Rassismus und teilweise aus Angst vor ihm. Keiner will sehen wie sich die Lage immer weiter zuspitzt und auf eine Katastrophe zusteuert.  Zum Buchrückseitentext ist zu sagen das nicht Harry Seagraves ihn zur Verantwortung zieht, sondern er ist sein Anwalt und versucht den Prozess, zwar widerwillig, zu gewinnen.  Das Buch glänzt vor allem durch die Charkteren der verschiedenen Protagonisten, denen in den einzelnen Kapiteln ihr Leben um und mit den Ereignissen viel Raum gegeben wird. Vorallem die Ermordung des Mädchens und die Misshandlungen an der Ehefrau werden ungeschönt, klar und für mich aus einer kalten Distanziertheit beschrieben. Eines der Themen ist natürlich auch der Rassismus, der hier oft nur unterschwellig zu Tage kommt, dafür aber nicht weniger verwerflich ist und vielleicht auch deswegen gefährlicher ist.  Zwischendurch war ich allerdings immer wieder ein wenig irritiert, da ich das Gefühl hatte das Buch wird nicht linear erzählt und fragte mich wieviel Zeit den verstrichen ist, oder liegen die Ereignisse sogar davor? Vor allem zum Schluss kam dues sehr zum tragen und störte mich doch dann richtig.  Zum Schreibstil ist zu sagen, das er flüssig zu lesen ist und einen durch die Seiten fliegen lässt. Alles in allem ein gutes Buch mit Ecken und Kanten das von mir 4 Sterne bekommt.

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    • 11
  • Die Rolle der Presse

    Paperboy

    Igelmanu66

    Florida, 1965. Der Sheriff einer kleinen Stadt wird brutal ermordet. Zu Lebzeiten war er dafür bekannt, dass er „in Ausübung seines Amtes eine selbst für die Verhältnisse von Moat County unangemessen hohe Anzahl von Schwarzen umgebracht hatte“. Sein letztes Opfer war allerdings ein Weißer gewesen, den er bei einer Verhaftung auf offener Straße zu Tode getreten hatte. Dessen Vetter, der für seine Aggressivität und Gewalttätigkeit bekannte Hillary Van Wetter wird kurz danach verhaftet und nach kurzem Prozess zum Tode verurteilt. 1969. Hillary Van Wetter sitzt seit 4 Jahren in der Todeszelle. Dort nimmt eine Frau namens Charlotte Bless Kontakt zu ihm auf. Schon seit Langem fühlt sie sich zu Mördern hingezogen, schreibt ihnen Briefe ins Gefängnis. Von Van Wetter ist sie so fasziniert, dass sie sich mit ihm verlobt, obwohl sie ihn noch nie zuvor gesehen hat. Von seiner Unschuld überzeugt, engagiert sie zwei bekannte Reporter. Sie sollen den Fall aufrollen, Verfahrensfehler aufdecken und so letztlich für Hillarys Freilassung sorgen. Soweit die Ausgangssituation. Worum es sich im Buch jedoch in erster Linie dreht, ist die Rolle der Presse. Die beiden erwähnten Reporter sind ein gewisser Yardley Acheman und sein Partner Ward James, der von seinem jüngeren Bruder Jack begleitet wird. Dieser Jack ist gleichzeitig der Erzähler. Der Vater der beiden ist Herausgeber der „Moat County Tribune“, der „einzigen liberalen Zeitung in den ländlicheren Teilen des Staates“. Alle vertreten sie die Presse und sind dabei doch total verschieden. Der eine sammelt Fakten und recherchiert bis ins kleinste Detail. „Er hielt seinen Schreibtisch sauber und überprüfte zwanghaft jedes Detail. …. Eine Story besaß für meinen Bruder ihre eigene Autorität, und mithilfe dieser Autorität konnte er sogar vertrauliche Themen angehen, denen er sich aus eigenem Antrieb niemals genähert hätte.“ Der andere will in erster Linie eine gute Story schreiben. „Yardley Acheman fand im Blutbad jener Nacht, …, seine Berufung, in der Ungeheuerlichkeit des Entsetzlichen. Er wurde rot vor Aufregung, wenn er davon erzählte…“ Und der Vater? Er will ein guter Pressemann sein, sorgt sich aber gleichzeitig ungemein um sein örtliches Ansehen. „Die Zeitung war liberal, wenn auch auf eine hoffnungslose und harmlose Art, die keinem Menschen wehtun wollte.“ Schnell finden sich Anhaltspunkte auf grobe Fehler während der Verhaftung und des Verfahrens. Und jeder der beiden Reporter hat nun seine Gründe, den Fall aufzurollen. Aber welche Rolle kann die Presse in einem Fall wie dem um Hillarys Schuldfrage haben? Welchen Einfluss darf sie überhaupt haben und welche Position wird sich am Ende durchsetzen? Meine Güte, was für ein spannendes Buch! Ich habe es glücklicherweise an einem freien Tag begonnen – so brauchte ich es nicht aus der Hand zu legen. Bis zum Schluss ist unklar, wie die ganze Sache ausgehen wird. Für jeden der Protagonisten gibt es Höhen und Tiefen und ich fragte mich, wie es mit ihnen wohl weitergehen wird, wer am Ende mit seinem Weg erfolgreich sein wird. Ob Hillary nun schuldig war oder nicht und ob man auch mit guten Absichten möglicherweise Schaden anrichten kann… Wirklich empfehlenswert und total interessant, sich mal so mit der Rolle der Presse zu beschäftigen. Der Autor weiß, wovon er schreibt. Der Umschlagtext informiert darüber, dass Pete Dexter über fünfzehn Jahre als Zeitungsreporter in Philadelphia arbeitete. „Nachdem er im Zuge einer kontroversen Berichterstattung angegriffen und krankenhausreif geschlagen wurde, gab er seinen Beruf auf." Warum „nur“ 4 Punkte? Es gab ein paar Kleinigkeiten, die mich gestört haben. So wurde bei der Beschreibung des sozialen Umfelds von Hillary ganz tief in die unterste Schublade der gängigsten Vorurteile gegriffen und kein Klischee ausgelassen. Da wurden Kinder verprügelt, Frauen mussten sich ihren Männern total unterordnen und die Männer wurden in ihren Wohnungen häufig komplett nackt angetroffen. Das war für meinen Geschmack ein wenig zu dick aufgetragen und weniger wirkt auf mich meist glaubwürdiger. Das war’s aber schon. Vielen Dank, liebe Anne fürs Leihen.

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    • 2

    Arun

    15. July 2014 um 19:39
  • Der Mensch ist des Menschen Wolf...

    Paperboy

    parden

    21. August 2013 um 15:39

    DER MENSCH IST DES MENSCHEN WOLF... Ein psychopathischer Mörder, der seine Unschuld beteuert. Eine Femme fatale mit der Neigung, sich in Schwerverbrecher zu verlieben. Und zwei Reporter auf der Suche nach der perfekten Story. "Paperboy" ist eine packende Geschichte über Gewalt, Verrat und Heuchelei - erzählt vom "letzten lebenden Großmeister des Roman noir" (STERN). 1965 wid Sheriff Thurmond Call tot aufgefunden - brutal ermordet und am Straßenrand liegengelassen. Bereits eine Woche nach dem Mord wird der Täter gefasst und kurz darauf zum Tode verurteilt: Hillary Van Wetter, unberechenbar und gewalttätig, wartet seither in der Todeszelle des Gefängnisses auf die Vollstreckung des Urteils. Die eigentliche Erzählung beginnt jedoch im Jahr 1969, geschildert aus der Sicht des jungen Jack James. Seitdem er an der Universität sein Schwimm-Stipendium verloren hat und anschließend exmatrikuliert wurde, arbeitet er als Lieferjunge für seinen Vater bei der ortsansässigen Zeitung. Seinen Bruder Ward, ebenfalls Reporter bei einer Zeitung, verschlägt es mit einem Kollegen wieder in die heimatliche Stadt. Gemeinsam mit Charlotte Bless, die zu vielen Schwerverbrechern in brieflichem Kontakt steht und nun versucht, die Unschuld Hillarys zu beweisen um ihn anschließend zu heiraten, sind sie einem Justiz-Skandal auf der Spur.Vermeintliche Beweise gegen Van Wetter sind verschwunden, einem möglichen Alibi des Verurteilten ist nie nachgegangen worden und etwaige Entlastungszeugen wurden nicht vor Gericht geladen. Ohne Zweifel bietet sich hier das Potential für eine große Zeitungsreportage... Dreh- und Angelpunkt ist der Fall Hillary Van Wetter und der anstehende Zeitungsartikel. Im Kern der Erzählung stehen jedoch vor allem die beiden Brüder James, die sich rund um die Recherchen zu dem Verbrechen verändern. Jack, der fast neutrale Beobachter des Geschehens, entwickelt sich allmählich vom Halbwüchsigen zum Erwachsenen, während Ward, akribisch und überaus geduldig in seinen Recherchen, sich der mögilchen Folgen ihres Anliegens erst im Laufe der Zeit bewusst wird. Während sein Kollege den Zeitungsartikel einfach nur zum Abschluss bringen will, wachsen bei Ward zunehmend die Zweifel daran, das Richtige zu tun und etwas Wesentlichs übersehen zu haben... So tritt die Frage nach Schuld oder Unschuld zunehmend in den Hintergrund, der Journalismus selbst gerät in den Fokus. Welche Art der Berichterstattung ist vertretbar - etwa die, die Jacks und Wards Vater vertritt, indem er versucht niemand Wichtigem auf die Füße zu treten? Oder die, für die der Kollege Wards steht, der alles für eine gute Story gibt und dabei auch keine Skrupel zu kennen scheint? Oder aber die Art Wards, der sich vom Hundertsten ins Tausendste recherchiert und dabei womöglich nie zum Punkt kommt? Dieses Buch ist weit mehr als ein Krimi. Es ist gleichzeitig Gesellschaftsportrait und Entwicklungsroman, stellt dabei mehr Fragen als es Antworten gibt. Etwas gerät ganz und gar in Schieflage und aus dem Gleichgewicht, und gemäß dem Spruch "Homo homini lupus" - "Der Mensch ist des Menschen Wolf" - treibt das Geschehen ganz allmählich aber unaufhaltsam auf den Abgrund zu. Die Erzählung ist klar und ruhig, dem Stil einer Berichterstattung nicht unähnlich, vieles wird nur angedeutet und arbeitet im Untergrund weiter. Obwohl Emotionen selten auf dem Papier selbst erscheinen, tauchen sie zwischen den Zeilen auf. Eine Spannung, die sich im Nacken festsetzt und einen während des Lesens nicht mehr loslässt, stets der Bedrohung gewahr, nur nicht ahnend, welcher Art sie ist und wohin sie führen wird. Und trotz der vermeintlich nüchternen Darstellung des Geschehens berührt die Geschichte auf ihre Art. Damit sie nicht verloren gehen, möchte ich hier einige Sätze zitieren, die fast nebenher etwas anklingen lassen und subtil berühren: "... kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht versucht hatte, zu viele Dinge zusammenzuhalten, deren Bestimmung es war, auseinanderzufallen." (S. 199) "... gäbe es nicht diese Stille, die nur zwischen zwei Menschen herrschen kann, eine ganz andere Stille als jene, auf die man unter Wasser trifft." (S. 226) "Etwas an der Art, wie mein Bruder trank, brachte mich auch zum Trinken. Wenn wir beide zusammen tranken, ging er nicht alleine irgendwohin." (S. 292 f.) Ein Roman, der mir wieder einmal verdeutlicht hat, dass es nicht immer der große Thrill sein muss, dass Spannung zwischen den Zeilen entstehen kann und auch vermeintlich ruhige Erzählungen überaus fesselnd sien können. Eine Geschichte, die noch lange nachhallt, erzählt, wie der STERN so richtig meint, vom "letzten lebenden Großmeister des Roman noir". Sicher nicht mein letzes Buch von Pete Dexter. Überaus empfehlenswert! © Parden ------------------------------------------ Dieser Roman wurde 1996 erstmals veröffentlicht. Anlässlich der Verfilmung des Buches (ab Juli 2013 als DVD) wurde der Roman im Liebeskind-Verlag neu aufgelegt. Dem Verlag danke ich hiermit sehr herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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  • Rezension zu "Paperboy" von Pete Dexter

    Paperboy

    Monsignore

    17. March 2013 um 13:59

    Sechzehn Schwarze hat Sheriff Call im Laufe seiner Dienstjahre umgebracht, meist in aller Öffentlichkeit und ohne je zur Rechenschaft gezogen zu werden. Dann wird er selbst ermordet aufgefunden. Ein Weißer wird verhaftet – ein gewalttätiger Psychopath – und zum Tode verurteilt; er beteuert seine Unschuld. Es ein klassischer „roman noir“, der den Leser in den Süden der USA der 1960er Jahre führt – die Story wird nüchtern, abgeklärt, lakonisch und knapp erzählt. Kein Wort zuviel, die Sätze wie Messer geschliffen. Zwei Reporter, die vom Pulitzer Prize träumen, rollen den Fall wieder auf, eine Femme fatale, die sich gerne in Schwerstverbrecher verliebt, taucht auf, die Ereignisse spitzen sich schnell zu. Die New York Times schrieb zu recht, dass dieser Roman lange nachwirkt.

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  • Rezension zu "Paperboy" von Pete Dexter

    Paperboy

    JimmySalaryman

    04. March 2013 um 19:13

    Dexter hat eine fatalistische Story erschaffen, eine Familiengeschichte, und auch eine Geschichte über die Medien, den Prozess der Wahrheitsfindung. Seine Sprache ist nüchtern, klar, oldschool. Paperboy entfacht eine Sog-Wirkung, ich hatte das Buch in einem Tag durch. Fesselnd und durch und durch amerikanisch.

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