Die saure Traube macht ihrem Namen alle Ehre. Sie vergisst keine Stichelei, keine Ungerechtigkeit oder Beleidigung. Schon die kleinsten Dinge regen sie auf und machen sie richtig zornig. Doch so war es nicht immer. Früher war die Traube sogar sehr süß, lebte friedlich mit ihrer Familie auf einem gemeinsamen Rebstock und versuchte aus allem das Beste zu machen. Doch dann wurde sie von ihren Freunden schwer enttäuscht (zumindest dachte die Traube das zuerst) und ein heftiger Groll stieg in ihr auf. Seit dem Tag geht die Traube verbittert und grimmig durchs Leben und lässt alle ihren Unmut spüren. Ein Tag soll jedoch alles verändern. Die saure Traube kommt zu spät zu einem Treffen mit ihrem besten Freund Lenny. Dieser ist ziemlich verärgert darüber, hört sich die Entschuldigung der Traube gar nicht an und verhält sich richtig unfair. Da erkennt die Traube, dass sich Lenny genauso verhält wie sie die ganze Zeit. Sie beschließt, etwas zu verändern – sie möchte wieder eine süße Traube sein!
Die Bilderbücher von Jory John und Oswald sind aus meinem Regal nicht mehr wegzudenken. Mich konnte bisher jeder Band ihrer coolen Bilderbuchreihe begeistern. Und die saure Traube bildet da keine Ausnahme.
Schon das farbenfrohe Cover mit der keck dreinblickenden Traube ist ein Hingucker und fällt einem direkt ins Auge. Die Geschichte dahinter begeistert ebenfalls vom ersten Moment an und ist nicht nur für Kinder überaus lehrreich. Denn in der sauren Traube, die uns die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt, wird sich sicherlich jeder in irgendeiner Weise wiederfinden. Ob ihre Enttäuschung und Verärgerung darüber, dass sie von ihren Freunden (vermeintlich) hängen gelassen wurde. Ihr immer großer werdender Groll, der sie zu einem ziemlich sauren Zeitgenossen macht – sehr zum Leidwesen ihrer Mitfrüchte. Und ihr Aha-Moment, dank dem sie wieder lernen wird, das Leben zu genießen und fröhlich und gelassener durch die Welt zu gehen – jeder wird die hier beschriebenen Situationen bestimmt schon einmal erlebt haben. Manchmal passiert irgendetwas, dass einem ziemlich die Laune verhagelt. Doch anstatt immer tiefer in seinem Groll zu versinken und anderen die Schuld dafür zu geben, sollte man Dinge, die einen belasten, sofort klären und sein eigenes Verhalten reflektieren. Die Geschichte der sauren Traube lehrt uns, dass Missgeschicke und Fehler passieren – niemand von uns ist perfekt. Wichtig dabei ist nur, dass wir die Fehler auch bei uns selbst suchen und nicht nur bei anderen und den Mut besitzen, offen darüber zu sprechen. Darüber hinaus erinnert sie uns auch daran, wie viel schöner das Leben ist, wenn man es von der Sonnenseite aus betrachtet und anderen stets freundlich, rücksichtsvoll und höflich begegnet. Dieses Buch regt zum Nachdenken an und bietet viele tolle Gesprächsanlässe und Denkanstöße zum Thema Gefühle. Gleichzeitig kommt es aber auch unheimlich witzig daher, mit seinen köstlichen Wortspielen und Bildern. Vor allem optisch ist auch dieser Band für mich ein echtes Highlight!
Die Illustrationen von Pete Oswald sind jedes Mal ein ganz besonderer Genuss. Ausdrucksstark, bunt und voller Witz und Charme setzen sie das Erzählte perfekt in Szene und zaubern einem immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht. Es gibt auf sämtlichen Seiten einfach so viele lustige Details zu entdecken. Die Großeltern unserer kleinen Traube zum Beispiel, die mittlerweile Rosinen sind, hihi.
Fazit: Das US-amerikanische Bestseller-Duo Jory John und Pete Oswald hat uns weiteres ein wunderbares Bilderbuch ab 3 Jahren gezaubert, an dem sich Jung und Alt gleichermaßen erfreuen. „Die saure Traube“ ist eine humorvolle und lehrreiche Geschichte mit wertvollen Botschaften und großartigen Illustrationen. Ein zuckersüßes Plädoyer für mehr Freundlichkeit und Gelassenheit im Leben. Ich kann auch diesen Band nur wärmstens empfehlen, ich bin mal wieder begeistert! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.
Pete Oswald
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Pete Oswald
Der kluge Keks
Die saure Traube
Der böse Kern
Das gute Ei
Die faule Kartoffel
Die coole Bohne
Der große Käse
Aber Dino muss brüllen!
Neue Rezensionen zu Pete Oswald
Manche Bilderbücher schaffen es, Kinder sofort zum Schmunzeln zu bringen – und Erwachsene gleichzeitig zum Nachdenken. Die coole Bohne von Jory John und Pete Oswald gehört genau in diese Kategorie. Wir kennen das Erfolgsduo bereits von anderen Titeln der Reihe, die wir auf unserem Blog schon vorgestellt haben – und bei uns zu Hause sind die Bücher längst echte Lieblingsbegleiter. Umso größer war die Freude, nun auch die Welt der coolen Bohne(n) zu entdecken und zu schauen, welche Botschaft dieses Geschichte bereithält.
Gedanken zum Bilderbuch
Auf dem Cover begrüßt uns eine Bohne, die gleichzeitig freundlich und richtig pfiffig aussieht – mit großen Augen und einem schelmischen Gesichtsausdruck. Im Hintergrund erkennt man einen Schulhof, was darauf hindeutet, dass es hier um typische Alltagssituationen geht, die viele Kinder kennen: dazugehören, bewundert werden und den eigenen Platz in einer Gruppe finden. Insgesamt wirkt das Cover verspielt und humorvoll, sodass man direkt Lust bekommt, aufzuschlagen und loszulesen.
In der Geschichte geht es um die „coolen Bohnen“ in der Schule – Bohnen, die jeder kennt und bewundert. Früher gehörte unsere kleine Bohne noch ganz selbstverständlich dazu, doch mit der Zeit verändert sich etwas: Die anderen wirken immer lässiger und souveräner, während sie sich selbst zunehmend unbeholfen und uncool fühlt. Die innere Kritik wird lauter und das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören, immer stärker. Also versucht sie alles, um endlich auch wieder cool zu sein – doch nichts klappt so richtig und das Selbstvertrauen sinkt immer weiter. Besonders schön finde ich dabei, wie die Geschichte die Perspektive kippt: Als die kleine Bohne einen richtig miesen Tag erwischt, sind es ausgerechnet die „Coolen“, die helfen – ganz selbstverständlich und in verschiedenen Alltagssituationen. Der Wendepunkt zeigt eindrucksvoll, dass Coolness nichts mit Überheblichkeit zu tun hat. Durch die Unterstützung gewinnt die kleine Bohne neuen Mut und fühlt sich wieder als Teil der Gruppe. Dadurch entsteht ein starker Aha-Moment: Vielleicht bedeutet cool sein gar nicht, perfekt auszusehen oder bewundert zu werden – vielleicht ist es viel cooler, freundlich zu sein, anderen beizustehen und niemanden stehen zu lassen.
Was ich an dem Schreibstil des Autors mag (auch schon bei seinen anderen Büchern): Jory John erzählt die Geschichte mit viel Tempo, Witz und einem feinen Gespür für kindliche Gedanken. Die Sätze sind kurz und pointiert und wirken beim Vorlesen richtig lebendig. Besonders angenehm finde ich, dass der Ton nie belehrend wirkt, sondern warmherzig und augenzwinkernd bleibt – so nimmt das Buch Kinder ernst und vermittelt seine Botschaft ganz nebenbei, ohne dabei mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen.
Und dann sind da natürlich die Illustrationen von Pete Oswald: farbenfroh, voller Energie und mit diesen typisch witzigen Details, die man oft erst beim zweiten oder dritten Durchblättern vollständig wahrnimmt. Die ausdrucksstarke Mimik der Bohnen, die kleinen Gags am Rand und die vielen liebevollen Mini-Anspielungen machen das Bilderbuch zu einem echten Hingucker. Besonders schön ist, dass die Bilder nicht nur die Handlung begleiten, sondern die Geschichte mit viel Humor erweitern. (Und ja: Die „Ray-Bean“-Spielerei ist herrlich und sorgt garantiert auch bei Vorlesenden für ein Grinsen.)
Fazit
Die coole Bohne ist ein warmherziges, sehr lustiges Bilderbuch ab 3 Jahren, das auf kindgerechte Weise zeigt, wie schnell man sich selbst kleinreden kann – und dass echte Coolness nichts mit Auftreten, sondern viel mit Herz zu tun hat. Für uns reiht sich der Band nahtlos in die großartige Reihe ein: stark erzählt, wunderbar illustriert und mit einer Botschaft, die im Kita- und Grundschulalltag absolut relevant ist. Ein echtes Wohlfühlbuch mit Mehrwert – und für uns gesellt sich damit ein weiterer starker Band zu unserer Lieblingsreihe.
Das gute Ei lebt gemeinsam mit elf anderen Eiern in einem recycelten Eierkarton in einem Supermarkt. Es war immer schon ein sehr gutes Ei und stets darum bemüht, es jedem recht zu machen und anderen zu helfen. Es rettet Kätzchen von Bäumen, trägt die Einkäufe nach Hause, gießt die Pflanzen, hilft beim Streichen...Die anderen Eier hingegen halten sich überhaupt nicht an Regeln, machen Radau und ständig Blödsinn. Das gute Ei räumt und putzt ihnen hinterher und versucht für Frieden zu sorgen. Irgendwann ist es völlig erschöpft und bekommt vor lauter Stress sogar Risse auf seiner Schale. Vom Arzt erfährt es, dass es sich viel zu viel Druck gemacht hat. Da beschließt das gute Ei, fortzugehen, um zu sich selbst zurückzufinden und auf das zu hören, was es braucht. Mit der Zeit verheilt seine Schale wieder und es fasst den Entschluss, zu den anderen Eiern zurückzukehren. Dieses Mal weiß es, was zu tun ist. Es wird natürlich gut zu den anderen sein, aber auch zu sich selbst und immer daran denken, dass man nicht perfekt sein muss.
Nachdem mir Jory John und Pete Oswald bereits mit „Der kluge Keks“ und „Die coole Bohne“ bewiesen haben, dass sie ein Garant für tolle Bilderbücher sind, konnte ich es kaum erwarten, das gute Ei kennenzulernen. Schon das Cover verzauberte mich auf Anhieb und dahinter ging es ganz genauso weiter.
Das US-amerikanische Bestseller-Duo hat ein weiteres entzückendes Bilderbuch geschaffen, an dem man auch Erwachsener seine helle Freude hat. Tatsächlich würde ich diesen Band nicht als ein reines Kinderbuch bezeichnen. Die Themen Achtsamkeit und Selbstfürsorge sind wohl eher für Erwachsene und etwas ältere Kinder relevant; Dreijährige werden damit vermutlich noch nicht so viel anfangen können. Dennoch halte ich die Altersangabe für angemessen. Die Botschaft, die hier einfühlsam vermittelt wird, kann man Kindern gar nicht früh genug mitgeben, besonders in der heutigen stressigen Zeit. Und über die gewohnt hinreißenden Illustrationen von Pete Oswald werden sich garantiert auch schon die Kleinsten freuen.
„Das gute Ei“ ist – wie alle Bände aus dieser Reihe – eine wunderbare Mischung aus Humor, Spaß und Tiefgang. In dem guten Ei werden sich bestimmt so einige wiederfinden. Denn viele von uns halten sich oft nicht für gut genug, möchten es immer allen recht machen und setzen sich selbst viel zu sehr unter Druck. Sich Zeit für sich selbst nehmen, auf seine eigenen Bedürfnisse hören, sich selbst und einander so akzeptieren wie man ist – all das sollte man beherzigen, egal ob Jung oder Alt.
Die Illustrationen von Pete Oswald sind wie gewohnt ein besonderes Vergnügen. Ausdrucksstark, bunt und voller lustiger Details setzen sie das Erzählte perfekt in Szene und zaubern einem immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht. Vor allem das gute Ei ist unheimlich knuffig gezeichnet, einfach zum Verlieben.
Fazit: „Das gute Ei“ ist eine witzige und lehrreiche Geschichte ab 3 Jahren, die uns daran erinnert, dass niemand von uns perfekt sein muss und wie wichtig es ist, auf sich selbst zu achten. Das ideale Geschenk für alle kleinen und großen Perfektionisten. Ich kann auch dieses Bilderbuch von Jory John und Pete Oswald nur empfehlen, ich bin mal wieder begeistert! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.
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