Peter-J Lang Retro 2032: Sie vergaßen das Gestern

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Inhaltsangabe zu „Retro 2032: Sie vergaßen das Gestern“ von Peter-J Lang

Das politische Europa hat sich aufgelöst, der Norden hat sich vom Süden und Osten abgespalten. Sämtliche Grenzen werden streng bewacht. Flüchtlingsströme sind zum Erliegen gekommen. Die Politik folgt den Interessen der globalen Wirtschaft, angeführt von wenigen multinational agierenden Konzernen. Diverse Freihandelsabkommen haben Europa mit Gentechnik überschwemmt und Sozialstandards pulverisiert. Faschisten der nächsten Generation verstecken sich hinter Maßanzügen und jovialen Masken. Sie regieren die Welt, spalten die Gesellschaft in eine kleine, wohlhabende Oberschicht und eine völlig verarmte Mehrheit ohne jegliche Perspektiven. Zwei Frauen aus Köln werden in einem geheimen Labor zu gentechnischen Experimenten missbraucht. Sie planen ihre Flucht. Eine Familie aus dem gescheiterten Portugal und eine deutsch-amerikanische Enthüllungsjournalistin treffen in Brasilien zufällig aufeinander. Im Darknet finden all diese Menschen zusammen und Gründen GeneLeaks, eine Gruppe von Oppositionellen mit klaren Zielen. Auf abenteuerliche Weise gelingt ihnen die Reise nach Deutschland. In einem sicheren Versteck planen sie ihre Aktionen, unterstützt von Wissenschaftlern und abtrünnigen Handlangern der faschistoiden Klasse. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Machenschaften der multinationalen Konzerne, doch diese wissen sich zu wehren. GeneLeaks wächst, doch es droht ihnen immer wieder die Zerschlagung. Private Geheimdienste und Mordkommandos kommen ihnen sehr nah. Band 1 der Trilogie Peter J. Lang, geb. 1953, studierte in Köln Geschichte und Ethnologie. Er beschäftigt sich intensiv mit Humangeographie sowie den politischen Folgen der Globalisierung. 1995 wanderte er nach Portugal aus, kaufte einen historischen Bauernhof und gründete dort das Naturschutzprojekt Leben, kurz Spikinet genannt. Im Rahmen der großen Weltwirtschaftskrise 2008 erlebte er hautnah den Niedergang Portugals und die Folgen einer unsozialen, menschenverachtenden EU-Politik. Die sich bereits abzeichnende Spaltung Europas in einen armen Süden und einen reichen Norden, das Erstarken rechts- und linkspopulistischer Parteien in fast allen EU-Ländern, sowie die rigide Flüchtlingspolitik des Nordens bewegen ihn sehr. Er beschäftigt sich bis heute intensiv mit Themen wie Armutsflucht und Bevölkerungs-wachstum, dem Einsatz von Gentechnik sowie der Privatisierung von Wasser- und Nahrungsressourcen. Die großen, internationalen Agrarkonzerne sind auch im verarmten Portugal sehr aktiv, somit kennt er die Themen des Thrillers aus eigener Anschauung.
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  • Retro 2032 – Ein Thriller mit zukunftshistorischem Tiefgang

    Retro 2032: Sie vergaßen das Gestern

    GerdSH

    20. March 2016 um 17:27

    Was haben ein gegen Ebola kämpfender Arzt aus Sierra Leone, eine technische Zeichnerin aus Köln, ein Öko-Aktivist aus dem portugiesischen Hinterland und eine US-amerikanische Ex-Marine gemeinsam? Der Historiker, Ethnologe und Gründer eines selbstlosen Naturschutzprojekts in Portugal, Peter J. Lang, webt die Schicksale seiner Hauptakteure zu einem packenden Politthriller, der in der Zeit von 2014 bis 2032 spielt. Der Autor hat das Buch bereits 2012 entwickelt und brisante Themen wie - Entwicklungen von Genfood - Wassermonopole in der Hand multi-nationaler Konzerne - heimliche Medikamententests an Abhängigen - Genmanipulation an Menschen - neofaschistische, eugenische Trends - private Geheidienste - globale Flüchtlingsströme aufbereitet, Zusammenhänge hergestellt und dann konsequent zu Ende gedacht. Ergreifend die einfühlsame Darstellung vieler Einzelschicksale und innerer Konflikte der global und individuell manipulierten Charaktere. Vordergründig könnte man manche Szenen für Endzeitphantasien halten. Doch vieles, was man 2012 sicher noch als Verschwörungstheorien abgelächelt hat, wird heute bereits erschreckende Realität. Insofern halte ich das Buch hochbrisant in seiner Aussage. Volle Empfehlung für alle, die spannende Handlung mit historischem Tiefgang schätzen und sich nicht vom Mainstream der Meinungs(ver)bildung einlullen lassen wollen. Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Band der Trilogie.

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  • Gut recherchierte Zukunftvision

    Retro 2032: Sie vergaßen das Gestern

    loralee

    Dieses Buch ist anspruchsvoll. Nicht im literarischen Sinne anspruchsvoll, sondern inhaltlich. Denn das dystopische Europa von 2030, das uns Peter J Lang präsentiert, beruht auf seinen ausführlichen Recherchen zur realen politischen und sozialen Lage im Jahr 2012 und den daraus resultierenden Prognosen für die Jahre rund um 2030. Einige dieser Vorausschauen sind erschreckenderweise bereits jetzt eingetreten. Zum Beispiel beschreibt Peter J Lang in seinem Roman eine Ebolakrise in Westafrika, die der jüngsten Krise von 2015 erschreckend ähnelt. Eine Massenflucht auf überfüllten Booten über das Mittelmeer nach Europa, das unkontrollierte Fortschreiten der Gentechnologie und die sich schließenden Grenzen in Europa kommen auch in dem Buch vor. Das alles gab es 2012 in dem Ausmaß noch nicht und zeigt umso deutlicher, dass das Szenario in dem Roman vielleicht gar nicht so übertrieben dargestellt sein mag. Das musste ich erst mal verdauen, denn laut Retro 2032 wird die Welt in 15 Jahren alles andere als rosig aussehen! Dann werden TTIP und mächtige Multikonzerne großen Einfluss auf Politik, Wirtschaft und soziale Verhältnisse nehmen. Sie hebeln die relativ gut funktionierenden Systeme komplett aus und lassen keinen Raum mehr für Selbstbestimmung und Menschenrechte, dafür aber umso mehr für Extremismus und genetische Experimente an Menschen. Es gibt auch nur noch genmanipulierte Lebensmittel und das Leben ist nichts mehr wert, wenn dir die entsprechende Wirtschaftskraft fehlt. Dann purzelst du ganz schnell an den Rand der Gesellschaft, wo schon Millionen andere vor dir gelandet sind. Im Stil von Frank Schätzing’s Schwarm hat Peter J Lang das Ergebnis seiner Recherchen in eine recht spannende Roman-Serie verpackt. Die Protagonisten leben zu Beginn des ersten Bandes in Sierra Leone, Portugal, Brasilien und Deutschland, wo sie ihren ganz individuellen Kampf gegen das System und für das Überleben in einer niht gerade lebenswerten Welt führen, die von der Profitgier multinationaler Konzerne geleitet wird. So startet die Geschichte mit mehreren parallel verlaufenden Handlungssträngen, die am Ende zusammengeführt werden. Dabei wird in der Zeit vor- und zurückgesprungen, um Hintergründe zu verdeutlichen oder bestimmte Verhaltensweisen der Charaktere näher zu erklären. Die Charaktere sind gut gezeichnet und ihre Reflektion auf sich selbst und ihre Rolle im Kampf für mehr Menschenwürde wird spannend und differenziert dargestellt. An manchen Stellen verliert sich die Handlung in Details, aber die Stärke des Romans liegt eindeutig in der Verdeutlichung der Konsequenzen, die auf uns zukommen, wenn wir nicht handeln.

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    GerdSH

    20. March 2016 um 17:19
  • Rezension zu "Retro 2032: Sie vergaßen das Gestern"

    Retro 2032: Sie vergaßen das Gestern

    ElkeK

    14. February 2016 um 10:17

    Inhaltsangabe: von amazon.de: Das politische Europa hat sich aufgelöst, der Norden hat sich vom Süden und Osten abgespalten. Sämtliche Grenzen werden streng bewacht. Flüchtlingsströme sind zum Erliegen gekommen. Die Politik folgt den Interessen der globalen Wirtschaft, angeführt von wenigen multinational agierenden Konzernen. Diverse Freihandelsabkommen haben Europa mit Gentechnik überschwemmt und Sozialstandards pulverisiert. Faschisten der nächsten Generation verstecken sich hinter Maßanzügen und jovialen Masken. Sie regieren die Welt, spalten die Gesellschaft in eine kleine, wohlhabende Oberschicht und eine völlig verarmte Mehrheit ohne jegliche Perspektiven. Zwei Frauen aus Köln werden in einem geheimen Labor zu gentechnischen Experimenten missbraucht. Sie planen ihre Flucht. Eine Familie aus dem gescheiterten Portugal und eine deutsch-amerikanische Enthüllungsjournalistin treffen in Brasilien zufällig aufeinander. Im Darknet finden all diese Menschen zusammen und Gründen GeneLeaks, eine Gruppe von Oppositionellen mit klaren Zielen. Auf abenteuerliche Weise gelingt ihnen die Reise nach Deutschland. In einem sicheren Versteck planen sie ihre Aktionen, unterstützt von Wissenschaftlern und abtrünnigen Handlangern der faschistoiden Klasse. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Machenschaften der multinationalen Konzerne, doch diese wissen sich zu wehren. GeneLeaks wächst, doch es droht ihnen immer wieder die Zerschlagung. Private Geheimdienste und Mordkommandos kommen ihnen sehr nah. Mein Fazit: Der Autor hat mir dieses Buch als Rezensions-Exemplar angeboten und ich habe es mit Spannung und einer gewissen Erwartung - resultierend aus dem Klappentext - angenommen. Und ich habe mich auch nicht von den angegebenen knapp 800 Seiten abschrecken lassen. Doch leider ist es mir nicht gelungen, wirklich in die Geschichte hinein zu finden. Mein Lese-Abenteuer brach ich bei etwas über einem viertel des Buches ab. Der Klappentext verspricht viel mehr, als das es bietet, zumindest empfinde ich es so. In abwechselnden Kapiteln werden mehrere Handlungs-Stränge erzählt. Da ist zum einen Professor Karl Hellstein, der das Vermächtnis seines Vaters fortführt und den perfekten Menschen erschaffen will, um die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren. Jonas, sein Handlanger, kümmert sich um die Frauen Allmuth und Eldrid, die die perfekten Menschen gebären und großziehen - in Gefangenschaft in einem Bunker irgendwo in der Eifel. Eine andere Geschichte handelt von Mandala, die in Portugal in der nahen Zukunft ums Überleben kämpft und sich plötzlich ihrem totgeglaubten Vater gegenüber sieht. Und dann gibt es da noch einen Abschnitt über Industriespionage. Die Geschichten spielen in unterschiedlichen Zeitabschnitten und wie es scheint auch in unterschiedlichen Welten. Ich empfand die Wechsel zwischen den Geschichten als sehr anstrengend und hätte dem Autor die Kürzung oder gar Löschung des einen oder anderen Abschnitts empfohlen. Zu ausschweifend und nach über 200 Seiten noch immer nicht wirklich eine Richtung erkennbar. Und ich empfand es auch nicht als dystopisch. Nein, dieser Roman war für mich sehr anstrengend zu lesen. War ein Handlungsstrang beendet, wurde ein neuer aufgetan (und dabei dachte ich, man käme nun endlich zum Kern der Geschichte) und man musste wieder eine neue Persönlichkeit kennen lernen und wieder kam bei mir das Gefühl auf, das etwas ganz anderes erzählt wird als der Klappentext es verspricht. Es erhält die Mindestpunktzahl von zwei Sterne und ich bin sicher, das es viele Menschen geben wird, die dieses Buch mögen und positiv bewerten werden. Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

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