Peter Ackroyd Venedig

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Inhaltsangabe zu „Venedig“ von Peter Ackroyd

Ein Muss für alle Venedig-Liebhaber – die Biographie von »La Serenissima« Seine London-Biographie ist legendär und setzt bis heute Maßstäbe, denn Peter Ackroyd porträtierte seine Heimatstadt wie ein menschliches Wesen in all ihren Facetten. Nun nähert er sich auf gleiche Weise Venedig. Jedes Jahr besuchen über zwanzig Millionen Menschen diese mythische Stadt. Peter Ackroyd greift in seiner einzigartigen Biographie die mit Venedig verbundenen Bilder und Emotionen auf und unterlegt sie mit zahllosen Fakten und überraschenden Informationen. Dabei spannt er den Bogen über sechzehn Jahrhunderte, von den ersten Bewohnern, die in der Lagune Zuflucht suchten, bis zu den Touristenströmen, die heute die Stadt überfluten. Alle beschwört er herauf: die Händler im Rialto und die Juden in ihrem Ghetto, die Glasbläser von Murano und die großen Malerfürsten Bellini, Tizian, Tintoretto und Tiepolo, die mächtigen Dogen und die stolzen Adeligen. Nichts, weder Kriege noch Pest, weder ökonomische Krisen noch ökologische Katastrophen, vermochten den Willen dieser Stadt zu brechen und machen La Serenissima zu einem Sehnsuchtsort ohnegleichen.

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  • Rezension zu "Venedig" von Peter Ackroyd

    Venedig
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    12. October 2011 um 11:06

    570 Seiten pulsierendes Leben Warum das Buch den Untertitel „Eine Biographie“ trägt (und nicht etwa eine schnöde „Stadtgeschichte“ darstellt), das ergibt sich aus zwei Elementen des Buches. Zum einen der Herangehensweise und dem Stil des Autors. Wie eben einem lebenden Wesen nähert sich Ackroyd seinem Venedig, wie einer Persönlichkeit mit vielfältigen Facetten, und setzt dieses Lebendige umgehend um in einen frischen, flüssigen, empathischen und durchaus begeisterten (in Teilen ebenso begeisternden) Sprachstil. Zum anderen ist Venedig, aus den Augen Ackroyds betrachtet, nicht nur eine Sammlung von (teils meisterlich) verbauten Steinen, sondern eben durchaus ein Organismus, der sich durch die Jahrhunderte seiner prallen Geschichte entfaltet, entwickelt, immer aber lebendig vor den Augen der Welt liegt. Jene damalige „konservativste aller denkbaren Gesellschaften“, lange vor allem, was Tourismus ausmacht, lange vor aller romantischer Verklärung, die es als den Zenit von Flitterwochen begreift, in einer Gondel durch Kanäle gerudert zu werden. Es galt in Venedig: „Tradition wurde hochgehalten, die Obrigkeit nicht nur respektiert, sondern vergöttert“. Eine Stadtgesellschaft, die ständig auf der Suche nach ihrem historischen Ursprung war, Ursprünge verehrte und damit auch ihre Bräuche hoch achtete. Hier liegt vielleicht eines der Geheimnisse verborgen, aus dem heraus Venedig bis heute seinen strahlenden Nimbus aufrechterhält. Auf die Vergangenheit fixiert, ohne die Gegenwart je aus dem Blick verloren zu haben, ergibt sich eine Tiefe des Lebens, der Bräuche, der Feiern, der Traditionen, die den Besucher umgehen in den Bann ziehen (bei allem Ärger über touristische Einschränkungen und reine Geldschneiderei im Venedig der Gegenwart) und die Ackroyd präzise in Worten darzustellen versteht. Chronologisch breitet Peter Ackroyd dabei die „Lebensgeschichte“ der Stadt vor den Augen des Leser aus. Von den Ursprüngen auf einer kleinen Gruppe von Inseln, „Rivoalto“ (heute „Rialto“) ausgehend, durchzogen vom Fluss „Rivoaltus“ („Canale Grande“ heute) beschreibt Ackroyd die Probleme der Stadtgründung, die zentrale Bedeutung der Verbindung mit Byzanz und den Aufstieg Venedigs aus diesen Ursprüngen heraus. Wie der heilige Markus in der Stadt wirkte und sie (bis heute) prägte. Die Zeit der Dogen, des Stadtstaates, die Zeit des oberen Bürgertums und der Macht der Kaufleute, welche die dann „Republik Venedig“ zu Zeiten zum größten Handelsimperium Europas entwickelten. Dies alles ist Geschichte, was aber den besonderen Zauber, den Nimbus, das „Herz“ Venedigs ausmacht, dass ist die untrennbar gewordene Verbindung von Stadt und Kunst, von Leben und Kunst. Durchaus ein Symbol dieser Verbindung von Kunst, Leben und Lebenskunst ist der Karneval in Venedig, den Ackroyd ausführlich beschreibt, aber auch die vielfachen Kunstwerke, die Bilder Bellinis, die Musik, die „steinerne Kunst der Bauten“ all das, was Venedig letztlich in den Rang fast eines Mythos erhebt. Künstlerische Objekte und eine Art zu Leben, anhand derer Akroyd der „Persönlichkeit“ der Stadt durch die Jahrhunderte in all ihren Facetten, ihrer vielfältigen Geschichte und den daraus resultierenden Entwicklungen nachzugehen versteht. Nach den Biographien Londons und Shakespears legt Peter Ackroyd in seinem lebendigem, unverwechselbarem Stil einen prallen, hoch informativen Blick auf eine ganz besondere Stadt, auf einen guten Teil zentraleuropäischer Geschichte und auf eine Verbindung von Leben und Kunst vor, die mühelos bis zur Gegenwart reicht.

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