Peter Arens Sturm über Europa

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Inhaltsangabe zu „Sturm über Europa“ von Peter Arens

Als die ersten germanischen Stämme um 120 v. Chr. nach Süden aufbrachen, war dies der Startschuss für die Entstehung des modernen Europa. Kimbern und Teutonen waren die Vorboten einer mächtigen Wanderbewegung, die sich über viele Jahrhunderte vollzog und riesige Germanenscharen nach Süden führte.§ (Quelle:'Fester Einband')

Grobe, aber gute Einführung in das Thema.

— Vinschen

Interessanter Stoff etwas trocken vermittelt.

— Arun

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  • Rezension zu "Sturm über Europa" von Peter Arens

    Sturm über Europa

    Scarecrow

    14. March 2007 um 18:53

    Blonde Krieger nehmen Rom im Sturm Als ich das Buch kurz nach seinem Erscheinen zum ersten mal in die Finger bekam, habe ich es regelrecht verschlungen; die Völkerwanderung, ein Thema, das meiner Meinung nach in unserer Gesellschaft recht stiefmütterlich behandelt wird, wird hier anschaulich und lebendig vermittelt. Man bekommt einen guten ersten Überblick über die wandernden Völkerschaften und die wichtigsten Ereignisse. ABER - als ich dieses Buch nun, gut 3 Jahre später, erneut in die Hand nahm, zeigten sich deutliche Schwächen auf. Mittlerweile bin ich kein geschichtsbegeisterter Schüler mehr, sondern Geschichtsstudent, der sich momentan in einem Proseminar mit eben der behandelten Epoche beschäftigt; und jedem, der sich erst einmal ein bisschen mehr ins Thema eingelesen hat, stösst so einiges in diesem Buch sauer auf. So verfährt der Autor zum Beispiel unglaublich naiv mit Klischees - was sich schon im Titel "Sturm über Europa" niederschlägt. Die Beschreibung der Germanen als große, Blonde Recken, die das dekadente Römerreich hinwegfegen, wird mit Freuden übernommen; dass Autoren wir Ammianus Marcellinus zu diesem Zeitpunkt auf dieses Germanenbild nur deshalb noch zurückgriffen, weil es zu Propagandazwecken dienlich war, wird komplett ignoriert. Die Germanen seien ja ein ganzes Stück größer und kräftiger, wilder sowieso, gewesen als die Römer, und hätten daher Angst und Schrecken verbreitet, führt Arens an. Dabei lässt er ausser Acht, dass in den Römerheeren, die zum Beispiel in der Schlacht von Zülpich den Alemannen gegenüberstanden, eine große Anzahl von germanischen Auxiliaren kämpfte; die Legionen des Varus mögen aus Römischen Soldaten bestanden haben; zur Zeit eines Iulian dagegen waren bereits viele ehemalige Barbaren "Römisch". Auf das römische Föderatensystem wird gar nicht eingegangen; das z.B. Franken oder Westgoten von den Römern im Rahmen von Pakten Land zugeweisen wurde, und das selbst noch die Langobarden im 6. Jahrhundert zuerst um die Römische Gunst buhlten, indem sie Hilfstruppen für die Zerschlagung des Ostgotenreiches stellten, wird unterschlagen; ebenso der innere Zerfall Roms; glaubt man den Schilderungen Arens, so haben die Germanen allein ein intaktes Reich ins Schleudern gebracht; tatsächlich wurde ihre Geschichte mit der eines von Intrigen und Bürgerkriegen geschwächten Imperiums verflochten, das sie mal bekämpften, mal verteidigten. Das die ersten Feinde, die das Junge Reich des Franken Chlodwig auszuschalten hatte, nicht etwa die Westgoten oder Alemannen, sondern die Reiche des römischen Heerführers Arbogast und des römischen "Königs" Syagrius waren, ist hierbei als symptomatisch anzusehen. Unterm Strich reicht's noch für 2 Sterne. Das Buch ist unglaublich unterhaltsam, wenn man sich erstmals mit dem Thema beschäftigt, es bietet Laien, die sich zum ersten mal mit dem Thema beschäftigen, einen ersten Überlick über eine interessante, leider vernachlässigte Epoche; Es wird eigentlich auch nichts wirklich falsches in dem Buch angegeben; was man dem Autor aber vorwerfen kann, ist die bereits erwähnte Naivität im Umgang mit Quellen, ein Hang zur Polemik bei der Wahl der Begriffe, die oftmals starke Vereinfachung und teilweise die Unterschlagung von Fakten, die zum Verständnis wichtig gewesen wären, aber wohl den Umfang des Buches gesprengt hätten. Als Begleitbuch zur gleichnamigen ZDF Serie mag das Buch seinen Zweck erfüllen; wer echte Interesse an der Geschichte dieser Epoche hat, sollte vielleicht besser auf "Die Völkerwanderung" von Klaus Rosen zurückgreifen. Für alle, die dennoch Interesse haben: Das Buch ist im Ullstein-Verlag als Taschenbuch erschienen und ist für 8,95€ erhältlich.

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