Peter Atteslander Die Grenzen des Wohlstands

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Inhaltsangabe zu „Die Grenzen des Wohlstands“ von Peter Atteslander

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  • Rezension zu "Die Grenzen des Wohlstands" von Peter Atteslander

    Die Grenzen des Wohlstands
    Admiral

    Admiral

    27. January 2013 um 09:03

    Einführung In diesem alten (1. Auflage 1981) Buch, versucht Peter Atteslander die Gefahr zu verdeutlichen, die von unserem derzeitigen Sozialsystem ausgeht, dass die momentane Geldverteilung lediglich noch materiellen Wohlstand garantiert, der wahre, qualitative Wohlstand, um den es eigentlich gehen muss, jedoch total ignoriert wird. Inhalt Um dieses Problem richtig und anschaulich erklären zu können, versucht er zunächst die Grenze zwischen "materiellem Wohlstand" und "qualitativem, immateriellen Wohlstand" zu ziehen. Ganz platt zusammengefasst, sei Ersteres der völlig annonym zugeteilte Geldfluss an Personen, die daraus keinen psychischen Gewinn ziehen, weil sie wissen, dass sie dafür eigentlich nichts taten und sich niemandem gegenüber als dankbar erweisen können, weil der große unpersönliche Staatsapparat für die Zuteilung sorgt. Andererseits ist letzterer das erarbeitete oder zumindest verdiente Geld. Diese Differenz begründet er durch Vergleiche mit armen Gesellschaften, in denen es durchaus ebenfalls Glückseligkeit geben kann. Der Großteil des Buches beschäftigt sich hauptsächlich mit der Ursachenforschung und gleichermaßen mit Verbesserungsvorschlägen. Beispielsweise wird die Arbeit an sich, also der gesicherte Arbeitsplatz völlig unterschätzt, wobei diese doch einen sehr großen Teil des Lebens ausmacht. Sehr anschaulich: "Bildung wird als Vorbereitung zur Arbeit betrachtet, Freizeit als Erholung von der Arbeit, der Ruhestand als Belohung für Arbeit, von der Tatsache ganz abgesehen, dass Einkommen, Versorgung, Rente u.v.m. von der Arbeit abhängen." Dadurch möchte er zum Ausdruck bringen, dass Arbeitsbeschaffungsmassnahmen und Arbeitssicherheit viel größeren Wert haben müssen, als es ihnen momentan zugestanden wird. Andererseits sei dort die falsche Handhabe der Wissenschaft. Die Wissenschaft sei dazu da, durch Prognosen, die keinen Zwang zur Wahrwerdung besitzen, die Gegenwart besser zu verstehen. Zurzeit wird die Wissenschaft verteufelt, weil Prognosen selten wahrwerden und zugleich verherrlicht, weil eben das von ihr erwartet wird. Was aber völliger Unsinn ist. Der richtige Umgang mit ihr muss gewährleistet sein. Gans besonders die Verantwortungsfrage. Denn die Verantwortung wird nicht selten von Politikern den Wissenschaftlern wegen falscher Prognosen zugeschoben und ihnen wieder zurück zu Politikern. Ebenfalls sehr problematisch sei die oftmals postulierte Mündigkeit der Bürger. In Wirtschaftskreisen und Politik wird immer wieder gefordert, dass der mündige Bürger mehr Verantwortung übernehmen soll. Was natürlich nicht der Realität entspricht, da er (heute noch viel schlimmer ! Anm. d. Rezensenten) von medialem Konsum weder dazu gebracht wird, sich mit wichtigen Dingen des Lebens, wie Wirtschaft und Politik, auseinanderzusetzen, noch ein Sozialbewusstsein entwickelt. Ganz zu schweige von der fehlenden staatlichen Informationsaufbereitung. Als letzter Punkt, bestehen noch Missstände in der Schwerpunktsetzung. Zunächst werden finanzielle Mittel zu sehr auf staatliche Sicherheit vergeudet, was ich nicht weiter ausführe, da es mittlerweile seit 1990 nicht mehr so intensiv ist, nicht weiter ausführe. Genauso die stete Neigung zur Gleichheit. Die Frage der Balance zwischen Gerechtigkeit und Gleichheit ist seit jeher eine der zentralen Fragen der Demokratien und durch stellenweise falsche Handhabe mit der Geldverteilung wird immer mehr die Gleichheit bevorzugt. Wie genau schriebt er leider nicht. Oder ich hab es schlichtweg nicht verstanden. Fazit Obwohl das Buch schon älter als 30 Jahre ist, hat es nur bedingt an Aktualität verloren. Das Problem des materiellen, statt qualitativen Wohlstands existiert auch heute noch. Bei steigender Arbeitslosigkeit kann sogar die diskutable Vermutung gewagt werden, dass es heute eventuell akuter ist, als damals. Überhaupt erst diese Differenzierung zwischen Qualität und Quantität des Wohlstands ist ein sehr interessanter Gedankengang. Das Buch regt durchaus zum Nachdenken über die eigene Zeit an ! Aber das hält sich in Grenzen. Hab bereits ältere Bücher gelesen, die noch mehr zum Nachdenken anregten (siehe Arnold Brecht - Kann die Demokratie überleben ?). Was er auch oft betont, ist die massive Bürokratisierung bei gleichbleibender oder gar sinkender Effizienz. Auch ich sehe durchaus dieses Problem ! Aber dass er es dermaßen als Ursache und als eines der Hauptprobleme identifiziert haben will, wage ich zu bezweifeln. Was leider auch ihm unterlief, ist das Klischee des nicht mehr tragenden Umlageverfahrens als Rentensystems (siehe Albrecht Müller - Die Reformlüge). Sehr schade. Sehr schade empfand ich auch seine Idee der "Sozialen Miliz". Irgendwie unausgereift, nicht gut erklärt, lässt zu wünschen übrig und prinzipiell denke ich nicht, dass es eine gute Idee ist. Schlecht ist das Buch keinesfalls ! Aber kein Muss. Würde ich jetzt auch nicht als sehr lesenswert weiterempfehlen.

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