Peter Bartels

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Alle Bücher von Peter Bartels

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Erschienen am 25.02.2016
Multi-Family Offices im Aufwind

Multi-Family Offices im Aufwind

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Erschienen am 13.09.2012

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Rezension zu "Bild" von Peter Bartels

"Es soll offenbar vernichtet werden, was uns bisher heilig war"
R_Mantheyvor 3 Jahren

Mit diesem Satz endet der erste Absatz der Einleitung zu diesem Buch, in dem ein ehemaliger BILD-Chefredakteur der Frage nach geht, wie es denn sein kann, dass die Auflage dieser Zeitung von 4,3 Millionen auf zwei Millionen Stück am Tag sinken konnte, ohne dass der dafür eigentlich verantwortliche Chefredakteur seinen Stuhl zeitnah räumen musste. Um den wirtschaftlichen Verlust wettzumachen, wurde zwischenzeitlich der Preis angehoben. Auch ohne die Einbeziehung höherer Mathematik wird man schnell darauf kommen, dass solche Maßnahmen nicht nur an der Sache weit vorbeigehen, sondern auch den Einbruch eher beschleunigen als aufhalten werden.

Vielleicht erhofft sich der Leser dieses Buches Insider-Informationen darüber, was hinter den Kulissen der immer noch führenden deutschen Boulevard-Zeitung vorgeht. Damit kann Peter Bartels nicht wirklich dienen, denn er ist schon lange kein Insider mehr. Allerdings weiß er sehr genau, wer BILD liest und was diese Leser von der Zeitung erwarten. Das wissen natürlich auch die jetzigen Macher. Warum aber wird dann am Kunden vorbeigeschrieben? Warum entwickelte sich BILD "zu einem ausgelagerten Bundespresseamt für Angela Merkel und zu einer Propagandamaschine im Dienste der Machtelite", wie es im Klappentext heißt? Leider gibt Bartels darauf keine klare Antwort. Wenn man jedoch gegen die eigene Kundschaft schreibt und dadurch wirtschaftliche Risiken eingeht, dann muss mehr dahinter stecken. Die Vorstellung, dass die Macher von BILD und der Verlag den Abstieg nicht sehen wollen oder nicht begreifen, ist absurd. Viel wahrscheinlicher ist doch, dass sie dieses Risiko bewusst eingehen, weil sie ein Ziel verfolgen, was ihnen wichtiger erscheint. Wie das am Ende ausgehen wird, ist völlig ungewiss, aber ziemlich spannend.

Der Inhalt dieses Buches besteht in einer detaillierten Aufzählung sämtlicher Todsünden, die zum rasanten Absinken der Auflage geführt haben. BILD beschimpft und verhöhnt seine Leser, wie Bartels schreibt. Gleichzeitig rechnet er mit der deutschen Politik der letzten Jahre ab, sehr polemisch und in gewisser Weise im Stile seiner Zeit als BILD-Chefredakteur. Das liest sich nicht immer flüssig, und es gibt auf die eigentliche Frage keine wirkliche Antwort. Nichtsdestotrotz erklärt es natürlich, warum die Auflage so dramatisch gesunken ist und sehr wahrscheinlich weiter sinken wird. "Im Zweifel immer für den Leser. Aber für den, der da ist. Nicht für den, den ich mir wünsche", schreibt Bartels. Doch davon ist BILD inzwischen meilenweit entfernt.

Wenn man sich für den Niedergang dieser Zeitung interessiert, eine detailreiche Analyse darüber kennenlernen möchte, in der auch steht, wie der typische BILD-Leser tickt und wer er eigentlich ist, dann wird man darüber in diesem Buch reichlich Material finden. Den großen Plan, den man hinter diesem beispiellosen Absturz irgendwie vermutet, enthüllt Bartels jedoch nicht. Er deutet ihn nur an. Soll der Leser sich doch seinen Teil denken. Eben ganz im Stile der alten Zeiten von BILD.

Die Sterne gibt es für die treffende Analyse des Niedergangs.

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