Peter Behrens Das Gesetz der Träume

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Inhaltsangabe zu „Das Gesetz der Träume“ von Peter Behrens

Irland 1846: Die Missernte einer einzigen Frucht, der Kartoffel, bringt Millionen von Iren Tod und Verzweiflung oder die unfreiwillige Ausreise. Auch für den fünfzehnjährigen Fergus ist Flucht keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit. Er wird aus seinem Zuhause vertrieben und verliert nicht nur seine Familie, sondern alles, was er jemals liebte. Damit beginnt eine abenteuerliche Reise, die ihn von der Westküste Irlands zu den Docks und Bordellen Liverpools und schließlich auf die andere Seite der Welt führt.

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  • Rezension zu "Das Gesetz der Träume" von Peter Behrens

    Das Gesetz der Träume

    jansdarling2002

    09. October 2011 um 20:32

    Wir schreiben das Jahr 1846 in Irland. Die Bauern ächzen, denn die anfangs noch viel versprechende Kartoffelernte entwickelt sich nicht zum Erwarteten, die Kartoffelfäule hat sich über da Land ausgebreitet. Viele Bauern veräußern ihr Hab und Gut um Passagen auf Schiffen in eine vermeintlich bessere Welt zu ergattern. Der 15-jährige Fergus ahnt, das seine einst behütete und unbeschwerte Kindheit nun ein Ende hat. Fergus Eltern weigern sich allerdings noch beharrlich, das gepachtete Land des Großbauern trotz eindeutiger Aufforderung zu verlassen und verbarrikadieren sich in ihrer armseligen Hütte. Doch ohne Essen kann kein Mensch lange am Leben bleiben. So werden die Kräfte der Eltern und von Fergus Schwestern immer geringer, lediglich Fergus kann sich die erste Zeit noch aufraffen, die Glut im Ofen am Leben zu erhalten. Der Großbauer will alle Hütten der Bauern dem Erdboden gleich machen, die einfachste Methode ist das Abfackeln mit abschließendem Einreißen. Mit letzter Not kann sich Fergus aus dem brennenden Hüttchen retten. . Er wird in ein nahes Armenhaus verbracht, wo er nur minimale Kost sowie ein Kastenbett bekommt. Fergus will sich mit dieser Situation nicht abfinden, zumal hier im Armenhaus das "schwarze Fieber" grassiert. Mit viel eisernem Willen gelingt ihm die Flucht - die Flucht ins Ungewisse. So landet Fergus auf der Straße und kurz darauf bei einer ärmlichen Jugensdtraßengang, welche mit krimineller Energie versucht an Nahrung zu kommen. Ein von ihnen geplanter Coup geht gründlich schief, viele der Gang müssen mit ihrem Leben bezahlen. Fergus ist also wieder alleine und auf der Flucht. Ihn verschlägt es nach Liverpool, wo er durch einen Wanderarbeiter in einem Bordell landet und dort als "Pianoboy" arbeiten soll. Doch wer keine freundliche Miene zeigt, wird auch nicht von den Kunden "engagiert" - Fergus erkennt hier nur einen einzigen Ausweg und flüchtet – wieder einmal. Er landet bei den Eisenbahnbauern in Wales. Wird der 15-jähirge Fergus diesmal mehr Glück haben? Oder wieder vor sich selber weglaufen? Sollte sich sein Leben vielleicht auch dem Besseren zuwenden? . ooo Leseeindrücke ooo Romane bzw. Auswanderer-Romane gibt es weiß Gott viele, aber es gibt bei dieser Thematik ja durchaus auch viel Potential, etwas aus dieser Thematik zu machen. Den einen oder anderen Roman, der sich um die Materie "Auswandern" dreht habe ich nun schon hinter mir, und bin erstaunt wie vielfältig das Ergebnis sein kann, und wie unterschiedlich das Augenmerk der Autoren gesetzt ist. Einige Autoren schmücken ihre Romane mit triefenden Liebesgeschichten aus und handeln die Problematik bzw. Themenstellung eher oberflächlich ab, während andere sich zwar auch eine – zwangsläufig nicht ausbleibenden – Liebesgeschichte bedienen, diese aber eher im Hintergrund laufen lassen. . So auch Peter Behrens in seinem Debüt-Werk Das Gesetz der Träume, in welchem er nicht nur mehrere Themenstellungen wie zB. Vertreibung, Armut, Hunger aber auch die Sehnsucht nach einem besseren Leben anspricht. Die Basis des Romans stützt sich meiner Meinung nach auf einer wahren Begebenheit. So wurde Irland zwischen 1845 und 1849 von einer verheerenden Hungersnot aufgrund der großen Kartoffelfäule sowie inkompetenter politischer Handlungen heimgesucht. An der Hungersnot starben damals knapp 1. Mio. Menschen, eine weitere Million Menschen floh damals mit bescheidenen Mitteln nach Kanada, Australien sowie in die USA. Als Grund für die damalige Kartoffelmissernte durch Fäule wird der Ausbruch des Vulkans Tambora vermutet. Aber wieder zurück zu Peter Behrens Werk… . Eine wahre Begebenheit als Hauptthematik zu nehmen, gefällt mir, ist dann nur noch die Frage, wie die weiteren Komponenten konstruiert werden, und ob sich die Grundidee der Handlung weiter entwickelt. Im Vordergrund der Handlung steht eindeutig der Aspekt Hunger sowie die Eindämmung dessen bzw. Beschaffung von Mitteln um eben dieser Armut und dem damit verbundenen Hunger zu entfliehen – beinah egal um welchen Preis. Betrachtet man die Handlung als solches kommt sie beinah nüchtern und dokumentarisch daher, aber entwickelt sich nicht langweilig oder gar belehrend, sondern regt beinah zum Nachdenken an. . Um eine Handlung lebendig wirken zu lassen, braucht es Charaktere – der Hauptcharakter ist hier der 15-jährige Fergus, welchen der Leser gut ein Jahr lang auf seiner Flucht begleitet – begleitet in allen Höhen und Tiefen seines Lebens. Wie er sich widersetzt und durchbeißt, dass er seinen Lebensmut trotz teils herber Rückschläge nicht abdriften lässt. Und als Leser erlebt man auch immer wieder Rückblicke zu dem gemeinsamen Leben mit seinen Eltern und Schwestern – diese braucht es aber auch ab und an, um den Gedanken vom Hauptprotagonisten folgen zu können. Natürlich hat hier auch ein wenig die Phantasie des Autors eine bedeutende Rolle gespielt, meines Erachtens nach hätte er manchen Aspekt durchaus weglassen können, zB. die Szenerie um die Jugendgruppe , die finde ich ein wenig zu modern gestaltet und somit vom zeitlichen Arrangement ein wenig deplaziert . Ferner will sich eben diese Jugendgang nicht so ganz in die Handlung als solches stimmig einpassen . Ansonsten kann ich in Sachen Charakterzeichnung nur lobende Worte finden . Je nach ihrer Rolle sind diese eben einfühlsam, duckmäuserisch oder auch düster und stark gestaltet. Egal in welcher Situation, man sich als Leser jeweils in den Charakter einfinden. Dieses liegt nicht nur an der Handlung um die Protagonisten Drumherum, sondern auch an der Schaffung der Atmosphäre – so findet man neben Angstgefühlen auch einen Hauch von Erotik – die durch einen gewissen nicht näher beschreibbaren Touch etwas düster aber auch traurig wirkt. So manches Mal ertappt man sich als Leser dabei, das man dem Protagonisten gerne etwas zu essen zustecken möchte, oder auch etwas warmes zum anziehen reichen möchte. Aber dieses Gefühl etwas tun zu wollen wirkt sich nicht auf der Schiene der Effektheischerei aus: sondern auf der schieren Emotions- und Erlebens-Basis beim Lesen. Also nicht als negativ bewertend. Dieser geschaffene Effekt sorgt zudem für eine gute Spannungsbasis . Dieses mag auch daran liegen, dass die Grundhandlung auf einer wahren Begebenheit beruht. Schon alleine diese Geschehnisse bzw. Aspekte stützend auf Handlung inklusive thematischer Blickwinkel plus Charakterzeichnung gepaart mit einem neutralen, ruhigen sowie sachlichen Schreibstil sorgen für einen hohen Unterhaltungswert, der den Leser mitnimmt und auch nicht mehr so schnell das Werk aus der Hand legen lässt. Eben durch die neutrale, schlichte aber unaufgeregte Schreibe lässt sich das Werk auch gut und flüssig lesen . Ja, ruhig und aufgeregter Schreibstil aber dennoch Spannungsfördernd, das trifft es am besten. . ooo Gesamteindruck ooo Ein wirklich unterhaltsames aber auch ernstes Werk, das nicht aufschneiderisch aber auch nicht oberflächlich wirkt. In gewisser Weise lässt es den Leser mitfiebern, aber auch nachdenklich stimmen, gedankenvoll in dem Sinne, wie unverschämt gut es uns hier zulande geht. Eine kleine Einschränkung gibt es allerdings, Das Gesetz der Träume ist nichts für Freunde der Einheits-Trivial-Literatur ala King; Patterson & Co. , denn blutrünstige Szenen findet man hier nicht wirklich, nur eben Leidszenen aufgrund von Hunger. Ich muss an dieser Stelle auch sagen, Peter Behrens Debüt lässt sich mit keinem Werk verglichen, es ist einfach einzigartig in allen Punkten wie Schreibe, Umgang mit der Thematik etcpp. – ich mag mich einfach nicht wiederholen. Dieses Buch muss man einfach gelesen haben. So bleibt der Autor von meiner Seite aus zu beobachten, was denn als nächstes aus seiner Feder erscheint. . Das Gesetz der Träume bekommt von mir an dieser Stelle 5 Esels-Ohren ähm Lesesterne …oder so.

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  • Rezension zu "Das Gesetz der Träume" von Peter Behrens

    Das Gesetz der Träume

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. February 2011 um 15:09

    Der junge Fergus wächst mit seinen Eltern und seiner Schwester in einer kleinen Hütte auf einem Berg in Irland auf. Seine Eltern bestellen Kartoffelfelder für den reichen Bauern Carmichael. Als die gesamte Ernte von der Kartoffenfäule heimgesucht wird, wirft Carmichael die Familien aus ihren Hütten und runter von seinem Berg. Fergus’ Familie weigert sich. Sie verhungern unweigerlich. Fergus ist der einzige Überlebende. Er muss mit ansehen, wie Carmichaels Söhne seine Hütte und die Körper seiner Familie verbrennen. Er wird in ein Armenhaus gebracht und von dort beginnt seine lange, erschwerliche Reise in ein neues Leben. Peter Behrens’ Gesetz der Träume ist wohl hauptsächlich ein sehr trauriges und erschütterndes Buch. Vorallem anfangs hat es Fergus nicht leicht. Er leidet nahezu ständig an Hunger und Kälte, hat seine Familie verloren und kennt sich überhaupt nicht aus in der Welt. Er irrt von einem Ort zum anderen und trifft auf allerhand bizarre Leute, die ihm helfen und die ihn weiter bringen. Fergus ist ein recht sympathischer Junge, auch wenn ich seine Entscheidungen und seine Anschichten manchmal nicht ganz verstehe und ihm darum auch nicht folgen kann. Dennoch schließt man ihn ins Herz und ist interessiert daran, wohin ihn seine Reise tragen wird. Viele Charaktere, auf die der Junge während seiner Reise trifft verschwinden leider eben so schnell, wie sie aufgetaucht sind. Hin und wieder hätte ich als Leser gerne noch mehr über den ein oder anderen erfahren, aber das blieb mir leider vergönnt. Sehr erstaunt war ich über die Wandlungen der Ausdrücke und des Schreibstiles im Buch. Es liest sich anfangs sehr fein und beinahe schon poetisch und dann plötzlich wird die Handlung lapidar abgehandelt und mit recht vulgärer Wortwahl gespickt. Letztendlich muss ich sagen, passt dieser einfache Stil aber viel besser zu dem Buch passt als das ausschmücken der Sätze bis zum Erbrechen und da dieser Stil vorherschend ist in diesem Buch, gibt es da letztendlich nicht so viel zu mäkeln. Was die Handlung angeht, finde ich dass Fergus im Vergleich zu anderen Iren in diesem Buch sehr viel Glück hatte. Man leidet die ersten Kapitel mit ihm, aber dann wendet sich sein Schicksal und eigentlich muss man sagen, verläuft sein weiteres Leben gar nicht mal so schlecht. Also, wer “ein Epos der Gefühle” sucht, dessen Geschichten einen mit “ungeheurer Wucht von Seite zu Seite treibt”, wie es der Klappentext von Das Gesetz der Träume verspricht, der muss leider weitersuchen. Das Buch ist weder das eine noch das andere aber das hätte es bestimmt sein können, wenn der Autor Fergus’ Geschichte anders erzählt und ihn andere Wege hätte gehen lassen. Das Gesetz der Träume ist wieder so ein Buch, das passend zu lesen ist, wenn man sich für das Thema interessiert. Es ist weder ein herausragender historischer Roman, noch eine wirklich spannende Erzählung. Es ist einfach eine Geschichte. Ganz nett erzählt, aber einfach nichts, was man unbedingt lesen sollte.

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  • Rezension zu "Das Gesetz der Träume" von Peter Behrens

    Das Gesetz der Träume

    Gospelsinger

    25. January 2011 um 13:24

    Im 19. Jahrhundert wurde Irland von einer großen Hungersnot heimgesucht. Die Kartoffeln, Hauptnahrungsquelle der Bevölkerung, verfaulten auf den Feldern. Den Armen blieb nur die Wahl zwischen Verhungern und Auswandern. So geht es auch dem 16jährigen Fergus, dem Protagonisten dieses beklemmenden Romans. Seine Familie verhungert, er wird vom Grundbesitzer verjagt und landet im Armenhaus. Wer kein Vermögen hatte, war in der irischen Gesellschaft völlig rechtlos. Aber Fergus lässt sich nicht unterkriegen. Er verfolgt beharrlich seinen Plan, nach Amerika oder Kanada auszuwandern. Vom Armenhaus in eine Kinderbande, in ein Bordell, zum Eisenbahnbau – auch vor Verbrechen schreckt Fergus nicht zurück. Moral wird zum Luxus, wenn es um das nackte Überleben geht. Fergus bekommt die ganze Brutalität einer im Untergang begriffenen Gesellschaft zu spüren und muss selbst skrupellos handeln, um weiterzuleben. Einzig der Traum von einem besseren Leben hält ihn aufrecht. Aber kann es gut ausgehen für einen, der sein ganzes Leben lang ein Unterprivilegierter war? Zum einen gelingt es Behrens sehr gut, die Folgen der Hungersnot darzustellen, die Verzweiflung und Ausweglosigkeit. Auf der anderen Seite jedoch fehlt den Charakteren die Tiefe. Auch sprachlich ist dieses Buch wechselhaft. Sehr poetisch formulierten Szenen stehen flach und obszön geschriebene gegenüber.

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  • Rezension zu "Das Gesetz der Träume" von Peter Behrens

    Das Gesetz der Träume

    Cibo95

    06. November 2009 um 19:23

    Die Geschichte von Fergus, dem armen Bauernjungen, der an das Gesetz der Träume glaubt und nicht aufgibt, trotz Armut, schlimmsten Hunger, schwarzem Fieber und dem Tod all seiner Lieben hat mich berührt. Wer sich fragt, warum die Iren Mitte des 19. Jahrhunderts ihr Land Richtung Amerika verlassen mussten, sollte dieses Buch lesen. In Irland konnte kaum jemand überleben. Der Protagonist ist mir ans Herz gewachsen und ich habe die 557 Seiten fast in einem Stück verschlungen ...!

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  • Rezension zu "Das Gesetz der Träume" von Peter Behrens

    Das Gesetz der Träume

    Wassermann

    08. March 2009 um 21:51

    Irland 1846: Für den fünfzehnjährigen Fergus ist Flucht keine Wahl, sondern
    eine Notwendigkeit. Er wird aus seinem Zuhause vertrieben und verliert nicht
    nur seine Familie, sondern alles was er jemals liebte. Damit beginnt eine abenteuerliche Reise, die ihn von der Westküste Irlands zu den Docks und
    Bordellen Liverpools und schließlich auf die andere Seite der Welt führt.

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