In einer anderen Rezension des Buches ist zu lesen, dass der Rezensent zunächst recht entsetzt war von den ersten Kapiteln dieses Buches. Vom Zeichnen „düsterer“ Ergebnisse und Visionen beim Schutz von Arten und Lebensräumen eines alten „Weißen“ ist dort die Rede, und dass er die Kapitel „trauriger Zustand der Natur“, „massiver Verlust von Artenvielfalt“, „Biodiversitätskrise“, „Katastrophe“ „umschifft“ habe. Vom „großen Rest“ des Buches sei er allerdings äußerst positiv überrascht worden.
Na ja, „umschiffen“ kann und darf man die ersten Kapitel des Buches keinesfalls, denn es werden u.a. unverbrämt und äußerst deutlich zahlreiche Missstände und Irrwege des Naturschutzes der letzten gut 100 Jahre aufgezeigt. Die irrsinnige Geschwindigkeit, mit der das Artensterben auch weltweit brutal voranschreitet, wird an eindrucksvollen Beispielen ausgeführt. Genau diese Kapitel mussten in diesem Buch den Anfang machen und der Autor hat das sehr gut gemacht, auch wenn das wahrlich keinen wirklichen Spaß macht, diesen „finsteren“ Abriss weitgehend erfolglosen Naturschutzes und Rücksichtslosigkeit der Menschen im Umgang mit der Natur zu lesen. Aber man muss sowas lesen, auch wenn es sicher schöner ist, von Schönem und Erfolgreichem berichtet zu bekommen.
Als langjähriger Universitätsprofessor, ornithologischer Experte und ebenso langjähriger Leiter der Vogelschutzwarte Radolfzell am Bodensee hat Peter Berthold in seinem Leben umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen gesammelt, die ihn dazu befähigen, einerseits „harte“ Fakten darzustellen und andererseits auch das Schöne darzustellen. Und das „Schöne“ und das was man selbst zur Verbesserung des Zustandes unserer Arten- und Lebensraumvielfalt tun kann, nimmt dann auch über drei Viertel des Buches ein. Illustriert wird das Buch mit zahlreichen, überwiegend sehr guten Fotos des Autors und zahlreicher weiterer Bildautoren. Das macht das Buch an vielen Stellen auch zu einem „Bildband“, obwohl es ein solcher im klassischen Sinne nicht ist. Aber der Verlag Frederking & Thaler versteht sich in den Büchern der letzten Jahre ausgezeichnet auf eine gute Mischung von Sachinformationen und vielen großformatigen Fotos.
Großen Umfang widmet der Autor den zahlreichen Sekundär- und Siedlungs-Lebensräumen als „Ersatzhabitate“ unserer geschundenen Natur. Dabei wird der Leser mitgenommen in künstliche Kiesseen, Städte, Dörfer und die eigenen Gärten, mit zahlreichen Tipps, was man selbst alles für die Artenvielfalt tun kann, und sei es oft mit einfachen Mitteln.
Sehr lesenswert und informativ und durchaus auch ein Buch zum „nur Blättern“ mit den vielen schönen Fotos.
Peter Berthold
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Peter Berthold
Unsere einzigartige Vogelwelt
Vögel füttern, aber richtig
Unsere Vögel
Hilfeschrei der Natur!
Auerhuhn
Mein Leben für die Vögel
Vogelzug: Eine aktuelle Gesamtübersicht
Vogelzug
Neue Rezensionen zu Peter Berthold
Klappentext:
„Jeder Hausgarten kann ein Biotop sein! Ein farbenprächtig illustrierter Aufruf, warum wir Menschen Wildnis wagen müssen. Egal wo man in Deutschland Weiher, Tümpel und Auwälder, Streuobstwiesen, Feldhecken und auch naturnahe Gärten anlegt: Es entsteht in kurzer Zeit ein artenreiches Biotop aus Blütenpflanzen und tausenden von Lebewesen wie Schmetterlingen, Libellen, Fröschen, Lurchen und Fischen.
In diesem mitreißenden Sachbuch erklärt Professor Peter Berthold, renommierter Ornithologe und Verhaltensforscher, wie alles mit allem zusammenhängt und warum wir alles für die Artenvielfalt und den Naturschutz tun sollten.
Traumhafte Naturfotografie: Das geheime Leben der Biotope und seine farbenprächtige Schönheit
In Zusammenarbeit mit der Heinz Sielmann Stiftung
Konkrete Tipps: Was jeder Einzelne für die Rettung der Artenvielfalt tun kann“
Man könnte meinen, Peter Berthold hat bereits alles rund um den Naturschutt etc. gesagt aber dem ist nicht so bzw. er wird dessen auch nicht müde es immer und im er wieder zu tun. So auch mit diesem Buch und der Titel ist bereits sehr eindringlich.
Das Buch ist so aufgebaut, dass uns Berthold gleich zu Beginn auf das grausame menschliche Handeln hinweist und dies auch zeigt. Dadurch haben wir die Natur mehr als reichlich zerstört und Lebensraum der Tiere ebenfalls minimiert oder gar komplett zerstört. Er geht dann weiter mit Themen wie Biodiversität (und was selbst da alles falsch gemacht wird), Renaturierungen, Biotope und eben wie wir selbst dazu beitragen können.
Seine Beschreibungen und Anliegen sind wieder sehr eindringlich und mahnend. Er nimmt wieder kein Blatt vor den Mund und zeigt mit dem Finger auf die Wunden. Wir Menschen maßen uns an die Natur zu verstehen und zu wissen was für sie gut ist aber am allerbesten weiß sie das noch immer selbst! Da es selbst hier bei uns an der Nordseeküste so katastrophale Entwicklungen gibt und auch weiter zu beobachten sind, so spricht mir Berthold damit tief aus der Seele wenn es darum geht, was vermeintliche Experten alles zu wissen glauben. Etwas kaputt reparieren können wir nämlich alle aber das ist ja nunmal nicht das Ziel! Berthold bohrt und bohrt und bohrt in den tiefen Wunden und das ist absolut richtig. Man erschrickt in diesem Buch teilweise aber es rüttelt auch auf und genau das soll es ja. Die wunderbaren Fotografien de Natur zeigen, was wir alles verlieren wenn es so weiter geht. Wollen wir das? Ich nicht und genau deshalb haben wir einen riesigen Naturgarten. Wir tragen dazu bei! Machen Sie es auch und lesen sie dieses besondere Buch! Nur zu empfehlen! 5 Sterne hierfür!
Klappentext:
„Ein Urvogel verschwindet. Das sagt Prof. Peter Berthold, der bekannte Ornithologe und Vogelschützer, über das Auerhuhn. Seit über 65 Jahren beobachtet, erforscht und begleitet er dieses „urige“, hierzulande immer seltenere Geschöpf. Emotional und engagiert berichtet er von der dramatischen Geschichte einer Art, die wie kaum eine andere Sinnbild für die Fauna des deutschen Waldes ist. Sein Fachwissen wird bereichert von persönlichen Erzählungen aus sechs Jahrzehnten eindrucksvoller Erlebnisse auf seinen Beobachtungstouren im Schwarzwald.“
Das Auerhuhn ist ein standorttreuer Vogel. Wenn er seinen Platz in der Natur, seiner Heimat, verliert, verlieren wir Menschen ihn für immer. Autor und Vogelexperte Prof. Peter Berthold geht hier wieder mit gewohnt ruhiger und auch leicht mahnender Stimme vor um uns diesen Prachtvogel näher zu erläutern.
Wir beginnen einerseits mit dem Wald an sich und warum sich dort so besondere Wesen entwickelt haben. Weiter geht es dann mit dem „Urhahn“, einigen Märchen und dann nimmt Berthold uns wieder mit auf seine einzigartigen Beobachtungsreisen. Er kann eben nicht nur sehen und beobachten sondern eben das auch aufschreiben und dem Leser auf ganz besondere Weise zugänglich machen. Er beschreibt nicht nur den Auerhahn von seiner Biologie her, sondern eben auch sein Sozialverhalten.
Das Buch hat, egal ob bewusst oder unbewusst, einen bitteren Beigeschmack und warum? Berthold zeigt auf, welch wunderschönes Geschöpf gerettet bzw. beschützt werden muss in unserer Natur, denn wenn wir so weiter machen, ist der Urhahn bald für immer verschwunden. Es muss ein Umdenken durch die Masse gehen. Einige Waldgebiete, die mittlerweile unter strengstem Schutz stehen, sind zumindest ein Anfang aber es müssen auch die Gebiete sein, die das Auerhuhn und so viele andere gefährdete Tierarten ihr Zuhause nennen.
5 von 5 Sterne
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