Peter Bieri Wie wollen wir leben?

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Inhaltsangabe zu „Wie wollen wir leben?“ von Peter Bieri

Der Philosoph und Schriftsteller Peter Bieri alias Pascal Mercier geht zentralen Fragen des menschlichen Lebens nach. Wir wollen über unser Leben selbst bestimmen. Davon hängen unsere Würde und unser Glück ab. Doch was genau bedeutet das? Unser Denken, Fühlen und Tun ergibt sich aus den Bedingungen einer Lebensgeschichte. Was heißt es, dass wir trotzdem Einfluss auf unser Leben nehmen können, sodass es uns nicht einfach nur zustößt? Was für eine Rolle spielt dabei Selbsterkenntnis? Wann sind die Anderen eine Hilfe für Selbstbestimmung und wann ein Hindernis? Wie hängen Selbstbestimmung und kulturelle Identität zusammen? Und welche Bedeutung hat die Literatur für all das? Bieris Überlegungen in diesem Buch sind eine Fortführung seiner Betrachtungen in „Das Handwerk der Freiheit“ (2001).

Bieri gibt plausible Antworten zu Fragen der Selbstbestimmun ohne Philosophisches Wortgedöns

— wikingr

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  • Rezension zu "Wie wollen wir leben?" von Peter Bieri

    Wie wollen wir leben?

    WinfriedStanzick

    29. November 2011 um 16:26

    In der regelmäßig im Residenz Verlag publizierten Reihe „Unruhe bewahren“ hat der emeritierte Philosophieprofessor Peter Bieri, der unter dem Namen Pascal Mercier bemerkenswerte Romane („Nachtzug nach Lissabon“ und „Lea“ etwa) veröffentlichte, vom 21. - 23. März 2011 im Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz drei philosophische Vorlesungen gehalten. die nun unter dem Titel „Wie wollen wir leben?“ einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Drei aufeinander aufbauende Fragestellungen haben ihn dabei beschäftigt: 1. Was wäre ein selbstbestimmtes Leben? 2. Warum ist Selbsterkenntnis wichtig? 3. Wie entsteht kulturelle Identität? Ein selbstbestimmtes Leben, wie er es beschreibt, ist ohne eine gewisse Anstrengung nicht zu erreichen. Denn es geht darum, sich selbst zum Thema zu werden, zu lernen, sich in sich selbst auszukennen, sich sozusagen auf die eigene Spur zu bringen, und dann – und das ist extrem wichtig- sich selbst zur Sprache zu bringen. „Selbsterkenntnis ist dasjenige, was dazu führt, dass wir eine transparente seelische Identität ausbilden und dadurch in einem empathischen Sinne zu Autor und Subjekt unseres Lebens werden können. Sie ist also kein frei schwebender Luxus und kein abstraktes philosophisches Ideal, sondern eine sehr konkrete Bedingung für ein selbstbestimmtes Leben und damit für Würde und Glück.“ Selbsterkenntnis ist die Quelle von Freiheit und damit von Glück, und das hat Folgen für das Verhältnis zu den Anderen. Um Andere als Andere zu achten und in ihren eigenen Bedürfnissen respektieren zu können, muss ich sie als Andere erkennen. Das aber geht nur, wenn ich weiß, wie ich selbst bin. „Menschen, die sich mit sich selbst auskennen, begegnen sich anders als solche, die keine Übersicht über sich besitzen. Die Begegnungen sind wacher, sorgfältiger und interessanter. Auch deshalb ist Selbsterkenntnis ein hohes Gut.“ Über die Aneignung einer gemeinsamen Sprache bildet sich die kulturelle Identität einer Gemeinschaft, über die Bieri in seiner dritten Vorlesung nachdenkt. Für sie sei entscheidend, was ihre Mitglieder unter Denken und Vernunft, unter Wissen und Wahrheit verstehen. Unsere eigene kulturelle Identität ist aus der Aufklärung hervorgegangen. Das bedeutet nicht, dass man andere Kulturen, in denen etwa magisches Denken und mythische Elemente eine Rolle spielen, nicht achtet. Doch „Bildung besteht auch hier darin, das Fremde als solches zu kennen und anzuerkennen, um sich dann ausdrücklich mit denjenigen Mustern des Denkens und Handeln zu identifizieren, die das eigene Verständnis von Vernunft definieren.“ Kulturelle Identität ist, so verstanden, immer auch eine moralische Identität. Da sie, von der Aufklärung kommend, der Würde und der Vernunft verpflichtet ist, hat sie eine Verbindlichkeit, wie sie bei anderen kulturellen Identitäten nicht anzutreffen ist. Und das kann zu Konflikten führen. Denn moralische Einstellungen darüber etwa, was grausam ist, sind für denjenigen, der sie hat. absolut. Und deshalb ist es unmöglich, mich auf die historische Zufälligkeit meiner kulturellen Identität zurückzuziehen ( etwa so: man muss akzeptieren, dass es anderswo andere Maßstäbe gibt), auch wenn ich mir ihrer Kontingenz immer bewusst bin. „Denn moralisches Handeln ist genau das: sich einmischen, wenn man von Grausamkeit erfährt. Und so ist jede gebildete moralische Identität mit einem inneren Widerspruch, eine Antinomie behaftet. Ich weiß von der historischen Bedingtheit meiner Anschauungen und also von ihrer Relativität, und doch kann ich nicht anders, als sie absolut zu setzen, denn sonst ginge die Ernsthaftigkeit meiner Überzeugungen verloren. Es ist dieser Zwiespalt, aus dem heraus man sich entschließen kann, einzugreifen, wenn nötig mit Gewalt.“ Das alles ist eine Frage der Bildung und Bieri vergleicht sich bilden mit aufwachen, jeden Tag neu in einem nie abgeschlossenen Prozess der Frage danach, wer man sein möchte. „Die kulturelle Identität ist nichts Festes, Endgültiges. Das besondere an Kulturwesen ist, dass sie sich stets erneut zum Problem werden und die Frage aufwerfen können, wer sie sind und was ihnen wichtig ist. Und Bildung, richtig verstanden, ist der komplizierte Prozess, in dem es um die Beantwortung dieser Fragen geht.“

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