Peter Boehm Im Königreich der Frommen

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Inhaltsangabe zu „Im Königreich der Frommen“ von Peter Boehm

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  • Vermittelt ein falsches Bild über den Islam

    Im Königreich der Frommen
    monerl

    monerl

    01. June 2013 um 20:45

    Da ich mich sehr für den arabischen Raum interessiere, dabei aber sehr wenig über das Königreich Saudi-Arabien weiß, dachte ich, dieses Buch zu lesen wäre für mich eine Bereicherung. Leider bin ich viel mehr enttäuscht, als dass ich mich berreichert fühle. Am Anfang war ich interessiert und erfuhr auch einiges. Dann aber fand ich ständig Wiederholungen, die mich mit der Zeit genervt haben. Zu guter Letzt war ich über die saloppe Art und Weise, wie der Autor über die Menschen dort und ihre Religion schrieb, verärgert. Ab dem letzten Drittel konnte der Autor seine Emozionalität nicht mehr zurückhalten. Dabei hätte ich von einem Journalisten diese Fähigkeit zur Zurückhaltung erwartet. In einer Tour beleidigt er die Frauen dort mit der Bezeichnung "Darth Vaders", "Vaders" oder auch "Jedis". Beim ersten Mal kann man über den Vergleich noch schmunzeln aber am Ende der Lektüre wird dann doch klar, dass er die Frauen mit Absicht erniedrigt hat. Wo bleibt der Respekt den dortigen Frauen gegenüber? Woher nimmt er das Recht so über sie zu urteilen? Des Weiteren nimmt er sich das Recht heraus, gläubige Menschen und ihr Beten mit den Verhaltensweisen aus der Psychiatrie und den Kranken zu vergleichen. Für Menschen, die den Islam nicht kennen, zeichnet er ein falsches Bild dieser Religion. In meinen Augen ist das nicht tragbar! Hier wird kein Hintergrundwissen eingeschoben oder Erklärungen aufgezeigt, nein, hier bewertet der Autor! Die Religion zwingt keinem seiner Gläubigen das schlechte Gewissen auf. Hier muss noch einmal betont werden, dass Saudi-Arabien ein Staat ist, der nicht mit anderen arabischen Staaten, wie z.B. Ägypten, zu vergleichen ist. Ich kenne genug Muslime, die das im Buch beschriebene zwanghafte (kranke) Verhalten nicht aufzeigen. Nicht der Islam ist schuld, sondern das saudische System, das seine Menschen so erzieht und kontrolliert. Ich bin wirklich sehr überrascht, wie frech und respektlos hier der Autor sich über saudische Menschen äußert, anstatt durch gute Recherche zutage gebracht zu haben, warum Menschen dort auf die eine oder andere Weise reagieren, denken und leben. Hierzu gab es absolut unzureichende Erklärungen. Stilistisch weist das Buch neben sehr vielen Wiederholungen auch einige Schreibfehler auf. Dass alle Namen zum Schutze der Menschen erfunden sind, hätte auch einmal am Anfang erwähnt werden können. So liest man hinter jedem neuen Namen den Zusatz, dass dieser erfunden sei. Der Autor scheint dem Leser nicht zuzutrauen, sich das merken zu können. Oft zitiert der Autor von "Human Rights Watch", benennt aber leider keine Quellen. Der ständige Wechsel zwischen Erlebtem und geschichtlichen Hintergründen, innerhalb der Kapitel, hatte mich im Lesefluss gestört. Ein strukturierteres System wäre mir lieber gewesen. Fazit: Es hätte ein gutes Buch werden können. Es ist jedoch nicht empfehlenswert für Menschen, die sich mit dem arabischen Raum und der Kultur überhaupt nicht auskennen. Diese Leser würden tatsächlich denken, dass das im Buch erwähnte, richtig und objektiv beurteilt wurde.

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