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Marion_Schemel

vor 5 Monaten

Fragen an Peter Bogardt
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*Auf diesen Fels will ich meine Kirche bauen* ist der Hang zur Religion in Form von Katholizismus bei eher russischen Akteuren gewollt?

was mich zum nächsten Thema springen läßt:
wieso weicht die *auf Leistung getrimmte* Gesellschaft immer vermehrt auf die *fremden* Religionen aus um dem Pfad zu sich selbst wieder zu finden? vlt ein Gesichtspunkt der *stillen Kritik* an dem westlichen Glauben?

und woher kommt der Druck mit auf s kapitalistische schnell drehende Rädchen zu springen? Vorleben der Eltern? Druck des Umfeldes und der propagierenden Medien?

auf deine Sicht der Dinge gespannt bin

PeterBogardt

vor 5 Monaten

Fragen an Peter Bogardt
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@Marion_Schemel

Sehr gute Fragen :)

Ich sehe die Religion und den Glauben im Roman eher metaphorisch, gar nicht so sehr konkret. Aber es gibt durchaus Gemeinsamkeiten zwischen Katholizismus und Russischer Orthodoxie. Dein Vergleich ist gar nicht so weit hergeholt.

Warum sucht die auf Leistung getrimmte Gesellschaft vermehrt in fremden Religionen den Pfad zu sich selbst?
Nun, das ist eine Frage, über die man wahrscheinlich stundenlang philosophieren und debattieren kann. Ich denke, dass die Religion generell ein Anker für die Menschen ist. Gerade in unsicheren Zeiten haben die Religionen Konjunktur. Und schauen wir uns mal um: Umweltprobleme, Kriege (nicht nur Nahost, in der Ukraine tobt immer noch ein Bürgerkrieg direkt vor "unserer Haustür", es wird nur nicht mehr darüber berichtet), Diktatoren mit Atomwaffen, eine radikale Ausprägung des Islam, unsichere Jobs, Pflegenotstand, Fachkräftemangel... also ich kann durchaus verstehen, wenn man diese Zeiten als unsicher betrachtet.
Wir leben in einer globalisierten Welt, unsere Gesellschaft ist freiheitlich. Man kann sich seinen Glauben gewissermaßen aussuchen, wenn man dafür empfänglich ist. Und wenn man der Meinung sein sollte, dass unsere Glaubensinstitutionen die Krise auch nicht lösen können, ja, vielleicht sogar mit dran Schuld sind, dann sucht man sein Glück vielleicht woanders.

Zum Druck im kapitalistischen System.
Ich denke, dass die Eltern eine große Rolle spielen. Es gibt ja die Theorie, dass unser Leben von Verletzungen aus der Kindheit bestimmt ist. Verletzungen in dem Sinne, dass wir das Verhalten der Eltern kopiert haben, quasi unbewusst programmiert wurden, um von ihnen geliebt zu werden. Da ist sicherlich viel dran.
Ich denke aber auch, dass das zu kurz greift. Selbst, wenn man die Vergangenheit wirklich aufgearbeitet hat und diese frühkindlichen Programmierungen transformiert hat, also wenn man sich wirklich von den Helden der Kindheit emanzipiert hat, dann gibt es immer noch äußere Einflüsse, denen wir uns nur schwer entziehen können. Die Gesellschaft wirkt auf uns, ob wir wollen oder nicht. Wir sind soziale Wesen und immer auch von anderen Menschen abhängig. Wir möchten nicht als Außenseiter dastehen. Es braucht zum Beispiel eine Menge Mut, um so eine Entscheidung zu treffen, wie sie Andreas getroffen hat. Ohne seine Krankheit (der berühmte Schuss vor den Bug) hätte er es vielleicht auch nie gemacht.
Über diese Frage könnte man auch stundenlang reden :)

Marion_Schemel

vor 5 Monaten

Fragen an Peter Bogardt
@PeterBogardt

danke für deine ausführlichen Antworten, und ja zu jedem Thema könnte man sich stundenlang auslassen ;)

Caesing

vor 4 Monaten

Fragen an Peter Bogardt

Hallo Peter, nur noch eine Info: Habe versucht, meine Rezi noch bei Amazon zu platzieren, die wurde leider abgelehnt, weil ich nicht den nötigen Mindestumsatz dort erziele – ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt...

PeterBogardt

vor 4 Monaten

Fragen an Peter Bogardt
@Caesing

Ouha, das ist ja allerhand. Aber es passt ins heutige Bild...
Naja, ich versuche es als Auszeichnung zu sehen, wenn der "Mainstream" à la 1984 versucht, den Bewertungen meiner subversiven Gedanken einen Riegel vorzuschieben ;)
Vielen Dank für die Info und Deine Bemühungen!

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