Das offene Geheimnis - Peter Brook
Um ein Thema zum Leben zu erwecken, ist es notwendig ständig nach den geeigneten Mitteln zu forschen. Sobald man das begriffen hat, zerplatzen alle Fragen von Stil und Konventionen, denn sie sind Beschränkungen, und man steht vor einem großen Reichtum, weil alles möglich ist.
Brook schreibt auf denkbar launige und kurzweilige Art. Er arbeitet sich durch die Angst und offenbart seine Haltung zu Wahrhaftigkeit und Natürlichkeit auf der Bühne. Schimären, will man meinen und ja, Brook gesteht alle Täuschungen und Illusionen ein, doch versteht er das Spiel immer als Widerhall des Lebens. Für ihn ist die Bühne ein Resonanzkörper des echten Lebens und schafft damit eine ganz besondere Verbindung zwischen Schauspieler und Zuschauer. In dieser Verbindung spätestens findet sich die Wahrhaftigkeit, die der Fiktion fehlt.
Wie auch „Der leere Raum“ profitieren seine Texte vor allem durch hohe Anschaulichkeit. Brook ist ein Praktiker. Das merkt man und das ist genau das, was er zu vermitteln sucht. Theater ist Handwerk und Überzeugungskraft. Ein kurzer Text, der großen Spaß macht. Empfehlung!



