Peter Bunt

 4.8 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Die Baumeister von Nuys, Die Belagerung von Nussia und weiteren Büchern.

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Peter BuntDie Baumeister von Nuys
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Die Baumeister von Nuys
Die Baumeister von Nuys
 (6)
Erschienen am 16.01.2014
Peter BuntDie Belagerung von Nussia
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Die Belagerung von Nussia
Die Belagerung von Nussia
 (4)
Erschienen am 29.07.2014
Peter BuntLOL - oder - Meine wundersamen Abenteuer in der Singlebörse
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LOL - oder - Meine wundersamen Abenteuer in der Singlebörse
Peter BuntDie Legion von Novaesium
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Die Legion von Novaesium
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 (2)
Erschienen am 16.01.2014
Peter BuntDie Belagerung
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Die Belagerung
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 (0)
Erschienen am 05.10.2016
Peter BuntDer blutige Thron
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Der blutige Thron
Der blutige Thron
 (0)
Erschienen am 01.06.2017

Neue Rezensionen zu Peter Bunt

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Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Die Belagerung von Nussia" von Peter Bunt

Lebendige Geschichte
Igelmanu66vor 2 Jahren

»Die Engländer haben ihn im Stich gelassen, habt ihr das vergessen? Also geht er statt gegen Frankreich, nun zunächst gegen die Länder am Niederrhein vor. … Schon deshalb, um Burgunds zerklüftete Ländereien endlich in einer Einheit zusammenfügen zu können. Zwischen seinem Stammlande und seinem Lehen, dem Herzogtum Geldern, liegt immer noch das Kurfürstentum Köln. Und nun, nachdem die Engländer nicht kommen und er alleine für einen Feldzug gegen Frankreich zu schwach ist, hat er nur auf Ruprechts Hilferuf gewartet, um zuerst gegen uns losschlagen zu können. Denkt ihr wirklich, ihn interessieren die Probleme des Erzbischofs? Keinen Deut interessieren sie ihn. Ihn interessiert Burgund und wie er seine Macht ausdehnen kann, sonst nichts.«

 

Im Jahr 1474 ist Karl der Kühne von Burgund einer der mächtigsten europäischen Fürsten, sein Wunsch nach immer noch mehr Macht treibt den Eroberer an. Das kleine Nuyss (heute Neuss) meint er mit seiner Armee, die als eine der größten und am besten ausgerüsteten der damaligen Zeit gilt, quasi im Vorbeigehen einzunehmen. Doch die Nuysser denken gar nicht daran, sich der zehnfachen Übermacht zu ergeben und leisten tapfer Widerstand. Fast ein Jahr lang wird der Kampf um die Stadt dauern…

 

Was für ein packendes Stück Geschichte! Dem Autor Peter Bunt ist es gelungen, die historischen Ereignisse um die Belagerung von Nuyss in eine Romanhandlung zu verpacken, die mich förmlich ans Buch fesselte! Zu den Hintergründen hat er umfangreich recherchiert und die zahlreichen Fakten und Personen mit einigen fiktiven ergänzt. Das Ergebnis ist eine chronologische Schilderung, die keine Schauplätze auslässt. Der Leser erlebt den täglichen Überlebenskampf der Bürger, er ist mitten in den Schlachten dabei, verfolgt Ereignisse im Feindeslager und an Orten, die zwar nicht in oder um Nuyss liegen, aber an denen trotzdem über das Schicksal der Nuysser Bürger mitentschieden wurde.

 

Es wird brutal, es wird blutig. Krieg ist so. An einigen der Protagonisten sieht man, wie er zudem die Menschen verändert. Und obwohl man mit den Nuysser Helden mitfiebert, muss man kein kriegsverherrlichendes Epos fürchten, denn der Überlebenskampf auf dem Schlachtfeld lässt die Helden selbst zu brutalen Killern werden. Ihren Ängsten versuchen sie mit markigen Sprüchen und einer guten Portion Galgenhumor Herr zu werden. So manches dabei ließ mich schmunzeln, beispielsweise zeichneten sich die „Motivationsansprachen“ eines Hauptmanns durch eine enorme Kreativität in Sachen Erfindung und Nutzung von Schimpfwörtern aus, allesamt „abgesegnet“ durch einen äußerst streitbaren Franziskanermönch.

 

Der Stil ist packend, nimmt den Leser mit ins Geschehen. Die Atmosphäre ist so dicht, dass man meint, den Lärm zu hören, den Gestank zu riechen. Und selbst wenn man weiß, wie die Geschichte ausgeht, bleibt die Spannung hoch.

 

Im Anhang zeigt der Autor auf, welche Quellen er genutzt hat, ein umfangreiches Register historischer Personen und Begriffserklärungen schließt sich an. Ich habe dieses während des Lesens oft und gerne zu Hilfe genommen.
Sehr aufschlussreich fand ich auch seine Ausführungen, welche Auswirkungen ein anderer Ablauf auf die Geschichte ganz Europas hätte haben können. Die Menschen in Nuyss werden sich mit solchen Gedanken kaum befasst haben, sie kämpften schlichtweg um ihr Leben, um ihre Heimat. So nachvollziehbar diese Motive sind, so fassungslos macht wieder einmal die Erkenntnis, wieviel Leid zu allen Zeiten durch politische Machtspiele hervorgerufen wurde und wird.

 

Fazit: So wird Geschichte lebendig! Packend, umfassend, bildgewaltig und differenziert – eine 5-Sterne-Empfehlung für jeden Geschichtsinteressierten!

 

»Über zehntausend Tote nur in und um Nuyss! Und warum das alles? Habt Ihr eine Antwort darauf? … Hat ihr Tod im Bewusstsein der Verantwortlichen etwas bewirkt? Nein! Der Bürger, der Bauer, der Handwerker, der einfache Mensch der nichts mit den Ränkeschmieden derer zu tun hat die sich für die Herren dieser Welt halten ist immer derjenige, der für die Dummheit der Mächtigen büßen muss.«

Kommentare: 7
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Lemalas avatar

Rezension zu "LOL - oder - Meine wundersamen Abenteuer in der Singlebörse" von Peter Bunt

Ein ganz besonderes Lesevergnügen
Lemalavor 2 Jahren

,,LOL - oder - Meine wundersamen Abenteuer in der Singlebörse " ist ein autobiografischer und bemerkenswerter Bestandteil aus dem Leben des niederrheinischen Autors Peter Bunt, vom Verlag DeBehr, 2011.
Ich hatte mich auf einen humorvollen, witzigen Lesestoff eingestellt und muss sagen, meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Der einzigartige Erzählstil brachte mich sofort in die Geschehnisse, vieles konnte ich nachvollziehen und las fortan mit einem Dauergrinsen bis ... ja bis Kapitel 25. Dieses war kurz und bündig, aber leider nicht schmerzlos und lustig! Ehrlich gesagt, ich war geschockt, erschüttert und sehr traurig. Das konnte doch UNMÖGLICH wahr sein!! Selten habe ich so eifrig gelesen und mochte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich kenne bereits einige Geschichten über online Dating, aber das ist mit Abstand die Beste, mit Herz und Gefühl.
( Was ich am Rande noch anmerken möchte, in meiner Ausgabe waren einige Seiten lose bzw. nicht fest eingebunden; wenn man es dann erneut zur Hand nimmt oder es weitergibt, könnte das Buch zerfleddert wirken, welches aber dem Inhalt absolut keinen Abbruch tut )

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Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Die Baumeister von Nuys" von Peter Bunt

Lebendig und spannend
Igelmanu66vor 3 Jahren

»So lebte Petter zwar auf der einen Seite ein beneidenswertes Leben, wie Mathes fand. Auf der anderen Seite würde er aber wohl niemals leben können, wie Mathes sich sein Leben vorstellte: Nämlich auf einer Burg zu herrschen, die er ganz sicher einmal besitzen würde. Er musste nur erstmal ein Mann werden und somit alt genug sein, um so wie viele andere an einem Kreuzzug teilnehmen zu können. War es endlich soweit, würde er bestimmt einmal reich und berühmt aus dem Morgenland zurückkehren, Ritter werden und die beste Burg bauen, die es überhaupt geben konnte. Dessen war er sich ganz sicher.«

 

Nuys, das heutige Neuss, um das Jahr 1220. In der Nähe des Viehmarkts lebt der etwa elf- oder zwölfjährige Mathes bei seiner Tante Irmel. So intelligent er auch ist - von den Notwendigkeiten im Leben eines einfachen Arbeiterjungens will er nichts wissen. Anstatt für seine Tante Arbeiten zu verrichten oder im Kloster bei den Mönchen Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, zieht er lieber mit seinem Freund Petter umher und träumt von großen Abenteuern und einer Zukunft als Ritter. Als Irmel ihm eine Arbeit auf der Baustelle des künftigen Quirinius Münsters besorgt, scheint es mit seiner großen Freiheit vorbei zu sein. Doch Meister Wolbero, Architekt und Bauherr des Münsters, erkennt schnell, dass in Mathes ein großes mathematisches Talent schlummert. Er nimmt sich des Jungen an und bald schon ist Mathes von der neuen Welt um ihn herum begeistert!

Als der Bau eingestellt wird, ist seine Enttäuschung groß. Außerdem macht ihm und Petter der Mord zu schaffen, den sie auf einem ihrer nächtlichen Streifzüge beobachtet haben. Denn ein Unschuldiger wird wegen dieses Mordes angeklagt und die Jungen ahnen, dass ihnen niemand glauben wird.

 

Ein wirklich schönes Buch ist das! Ungeheuer lebendig schildert der Autor die Geschichte zweier Jungen im mittelalterlichen Neuss. Mathes und Petter erscheinen herrlich normal, sind in einem Alter und zu einer Zeit, in der die meisten Menschen noch um ihr tägliches Überleben kämpfen mussten und viele Mädchen bereits mit 12 Jahren verheiratet wurden, noch Kinder geblieben. Nun jedoch stehen sie vor ernsthaften Problemen und müssen bald sogar um ihr Leben fürchten. Was ihnen letztlich hilft, ist eine Mischung aus Freundschaft, Einfallsreichtum, Mut und natürlich auch Glück.

Mir gefiel der Gedanke sehr, dass zwei Jungen sich nicht einfach in ihr Schicksal fügen, dass sie nicht alles, was geschieht, als "gottgewollt" hinnehmen, sondern nach Lösungen suchen - selbst wenn die Erwachsenen das als hoffnungslos und viel zu riskant einstufen. Vermutlich haben sie damit auch in den meisten Fällen recht, aber wo wären wir, wenn nicht immer wieder junge Menschen versuchen würden, neue Wege zu beschreiten, etwas zu wagen?

Gut, einige Dinge erscheinen unrealistisch. Das beginnt damit, dass Irmel einen Weg gefunden hatte, Mathes im Kloster unterrichten zu lassen, obwohl dieses Privileg eigentlich Kindern aus Arbeiterfamilien nicht zustand. Und dass es im tatsächlichen Nuys einem Arbeiterjungen mit viel Einfallsreichtum und Mut gelungen wäre, von einem Erzbischof oder Grafen angehört zu werden, glaube ich auch nicht. Aber dafür ist es schließlich eine Geschichte und kein Tatsachenbericht und wie gerne liest man ja auch immer wieder von Kindern oder alten Damen, die erfahrene Kriminalbeamte in die Tasche stecken ;-)

 

An interessanten Charakteren gibt es einige und neben Mathes und Peter tauchen noch weitere Sympathieträger auf. Eine kleine Portion Romantik ist auch vorhanden, denn Mathes schwärmt für die rothaarige Brid. Schön fand ich, dass es an keiner Stelle kitschig wurde, sondern ich vielmehr ein paar Mal breit grinsen musste. Sehr lebendig halt und vor allem in der zweiten Hälfte auch überaus spannend!

 

Im detaillierten Nachwort erhält man übrigens einen guten geschichtlichen Überblick über die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Romans. Dabei wird auch aufgeschlüsselt, was in der Handlung oder bei den örtlichen Begebenheiten fiktiv ist. Ein ebenfalls sehr schönes und umfangreiches Register mit Begriffserklärungen schließt sich an, das auch nähere Angaben zu den im Buch auftretenden historischen Personen macht. An diversen Stellen im Buch tauchen zudem eindrucksvolle Zeichnungen auf, die gut zum Inhalt passen und die gesamte Atmosphäre dadurch noch verdichten.

 

Wie bei vielen Büchern, die in dieser Zeit spielen, ist auch das damalige Gerichtswesen ein großes Thema. Was aus heutiger Sicht nur für Kopfschütteln und Fassungslosigkeit sorgt, wird so dargestellt, dass man die Gedankengänge der Menschen zumindest vom Ursprung her nachvollziehen kann...

»An seiner Schuld zweifelte niemand ... Sonst wäre er gar nicht erst verhaftet worden. Die Menschen zweifelten nicht im Geringsten an ihrem Strafsystem. Der liebe Gott würde niemand zu Unrecht bestrafen.«

Woran wohl auch niemand zweifelte war, dass vor Gericht das Wort eines Adligen viel mehr zählte als das eines Arbeiters. In der mittelalterlichen Ständeordnung wurde die Rechtsprechung entscheidend durch den Stand der Beteiligten beeinflusst, was die einen als Selbstverständlichkeit, die anderen als ungerecht empfanden.

 

Weitere interessante Themen: Der Konflikt zwischen Naturwissenschaften und Kirche. Dinge, die nicht in das kirchliche Weltbild passten, wurden verteufelt, das Wissen um sie nach Möglichkeit verschwiegen. Und natürlich die Bedeutung der entstehenden Städte, die einher ging mit einer langsamen Befreiung aus den Abhängigkeitsverhältnissen zum Adel oder Klerus.

 

Fazit: Sehr lebendige und spannende Geschichte vor hochinteressantem geschichtlichen Hintergrund. Empfehle ich gerne weiter!

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